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Central-Verein-Zeitung · 1932-09-16 · 38 (16.9.1932) · p. Seite 389

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
38 (16.9.1932)
Date
1932-09-16
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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rir-EMstir% « M 0tf*s'4v4¥'4kyv-<tß& 44-4 **+ Am 11. und 12. September fcnb in Frank-!urt a. M. der 24. Delegiertentag der Zivnistichsn Vereinigung für Deutschland statt. Es waren etwa 80 Delegierte aus allen Teilen Deutschlands anwesend, die sämtliche Richtungen des Zionismus mit Ausnahme des der Z. V. f. D. nicht mehr angehörigen Revisionismus vertraten. Die Tagesordnung war Awei großen Problemkreijen gewidmet: der ideologischen Neuorientierung des Zionismus innerhalb der von Grund aus erschütterten Welt der Gegenwart und den aktuellen Palästinaproblennen. Zu dem .ersten Problem, über das wir heute allein berichten, sprach als erster Dr. Nachum Goldmann mit dem Thema: „Das jüdische Volk in der Weltkrise". Er charakterisierte zunächst die Lage in Osteuropa dahin, daß die Cesamtlage dort schlimmer sei als in Ländern mit ausgesprochen antisemitischen Negierungen- Für die Lage in Mittel- und Westeuropa sei die un* heilvolle Entwicklung in Deutschland besonders wichtig. Das schlimmste daran seien nicht die Brutalitäten und die drohende Entrechtung, sondern der Zusammenbruch des tiefsten Glaubens. daß die Emanzipation eine dauernde Lösung schassen könne. An dieser Erkenntnis andere bte Tatsache, daß der gegenwärtige Zu-!tand vorübergehen könne, nichts: entscheidend sei, )aß eine solche Atmosphäre des Hasses in Deutschland überhaupt habe entstehen können. Selbst wenn sie wieder verschwinden sollte, würde die frühere hoffnungsvolle Stimmung nicht wieder herzustellen sein. Die Lage sei ähnlich wie beim Zerwürfnis mit einem Freunde, der einen verraten hat, mit dem man sich aber äußerlich wieder aussöhnt: der Stachel bleibt. TaZ Hauptreserat zu dem gleichen Problemkreis erstattete Kurt Blumenfeld. Er sprach über ,Die zionistische Aufgabe im heutigen Deutschland". Er setzte sich zunächst gründlich mit den herrschenden staatsrechtlichen Auffasiungen auseinander, denen er seine Idee emes humanen Nationalismus, der jeder echten Eigenart Daseinsberechtigung gewähren müsse, entcegenstellte. Mit großer Entschiedenheit trat er für eine Wahrung der Staatsllüraorrcchte der deurschen Juden als der einzigen Garantie sür ein.: erträgliche Beziehung zwischen Juden und Nichtjuden ein. Im stolzen Bewußtsein des eigenen jüdischen Wesens müsse und tönne man Q-ch frei über die Beziehungen zum Deutschtum sprechen. Auch die Zionisten empfänden tief, welcher große Teil von Werten aus b-em Deutschtum stamme. Gerade sie seien immer bemüht gewesen, zu verstehen, wie viele Fäden sie mit dieser Welt vermüvft hielten. Ihre Beziehung sei keine äußerliche, kein Vertrags er sillltnis in dem Sinne, daß man staatsbürgerliche Rechte erhandele, wenn man staatsbürgorliche Pflichten erfülle. Tie Welle des Hasses, die gegenwärtig dis deutsche Welt durchflutet, könne diese Beziehungen nicht einen Äugend l i ck beeinträchtigen. Diese von unserem Standpunkt aus in vollem Umfange zu billigenden Worte ergänzte Blumenstld durch Ausführungen über die Besonderhsit des deutschen und des jüdischen Wesens und über die sorgfältig und taktvoll Zu hütende Grenze zwisLn beiden Welten, die im Zusammenhang mit ieiner Kritik der Emanzipation-idce und mit dein Begrüßungsartikel der „Jüdischen Runtsichau" zum Telegiertentag noch eingchrnde Würdigung erfahren sollen. Aus der Aussprache und den übrigen Referaten verdienen besonders die scharfe Abgrenzung Äl'red Bergers gegen den RevisioniZmus, die Ausiorderung Lubinskis, dem C. D. die bisher im Bewußtsein der Leffentlichkeii nahezu unbestrittene Aktivleaitimarivn in der Behandluna der Angelegenheiten der deutscher! Juden?, eil zu nehmen, und die überlegenen, großzügigen Ausführungen Rup- Pins. der Gerechtigkeit gegenüber den einseitig verurteilten Begriffen Assimilation und Emanzipation forderte, Erwähnung. Ruppin erkannte die Verdienste des Litera asm ns um die Erhaltung des Judentums an und forderte auf, das Trennende Zn streichen, und jeden Juden willkommen zu heißen, der das Judentum erhalten wolle. m - Achtung, Aerz&l - n Die zur Tagung des Hartr/ianu-ßnndes! am 23. und 24. September in Haanover an-; wesenden Aerzte, die dem Ccntralverein i angeboren, werden gebeten, sich sogleich nach Ankunft mit Herrn Dr. med. Erich , Rosesthal, Hannover, Eodecker- : Strasse IS, Tel. 6 0277, in Verbindung zu seizen.' i : Fuslizrat Dr. §ranörn krachen) gestorben Am 8. September d. I. ist Justizrat Tr. Sskar Francken nach schwerem Leiden im 64. Lebensjahr gestorben. 26 Jahre lang ge Howe er dem Vorstände der Aachener Stznagogengemeinde an, während der letzten 13 Jahre als ihr Dorsitzerrder. Hervorragende Eigenschaften des Geistes und des Herzens befähigten ihn in ganz besonderer Weise zu diesem Amte. Don wahrhafter Frömmigkeit erfüllt, rn:r großem jüdischen Wissen ^ausgestatteh setzte er seine ganze Kraft in seltener ^lbstle"gkeit für das Wahl der Gemeinde ein. Neben der Weisheit besaß er di? Güte und einen unverrückbaren Eerechtig-?ei:ifinn, der ihn befähigte, jeder Partei und jeder Richtung Verständnis entgegenzubrinam und überall ausisteichend und versöhnend zu wirten. So war er d-as Ideal des Führers einer Gemeinde. Seine greße Erfahrung in Gemeindeaagelegenheiten waren der Anlaß, daß er im Landesverband der preußischen Synagogengemeinden, dem er fest der Vegründung angehörte, zum Vorsitzenden des Geschästsausschu'sts berufen wurde. In ihm verband sich jüdsiche Eigenart mit deutschem Wesen zu inniger Harmonie. Einer alten rh-mischen Familie entstammend, war er mit der heimatlichen Erde aufs engste verwurzelt. Tie Wanderungen über die Berge der Gill! waren ihm die liebste Erholung. Mit starkem ratcrländsichen Füllen nahm er an den Geschicken unserer Heimat regsten Anteil; die antisemitische Delv-gung hat ihn ins tiefste getroffen und verletzt, aber seine Liebe zum Daterlande nie ins Wanken bringen können. Sv war die Mitarbeit im C e n t r a l v e r e i n für ihn eine Selbstverständlichkeit. Seit Bestehen der Ortsgruppe hat er als zweiter Vorsitzender ihrem Vorstande angehört und aufs eifrigste mitgmrbeitet. Stets war er zur Stelle, wenn wir ihn ricken, immer konnten wir uns auf seinen klugen Rat verlawn-. Ein seltner Mensch ging dahin. Tas Andenken an Oskar Francken-wird auch im Centracherein stets in hohen Ehren gehalten werden. L.H. ' il-TalsIeffeo haben sichhervorragend bewahrt bet Elieoma / Clsfti LZS^VSN-ZSÄWSL'LSr» Ischias, Hexenschuß und Erkältungskrankheiten. Löst eie Harnsäure und ist stark bakterientötend. Ober 6-000 Ärztegutachten! Vollkommen unschädlich! Frag.Sie Ihr. Arzt. 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PfUNZEH-MAJiGARiNe vhss (kt?' :v.-v3.!-Q,datctafen -esxtsprgchsn den h5shskail"UiJ?dfimii52n.dte ein stwng räueU ßrfilVtsr-üeashaÖ ca Ls von ihm V « i 'itj i . <4. I »• %r "fii--.- -.*».»•« * ■<, V »'i. # 1 S » LXi V vt V > •*& hlnsiritf'idt itirerß-j;« und vtLksüstMvsr. ie€ndungsmSa;id-Äeit.ds Llck Lust streng feosdieren -^erstsUungstveiss. UI : i i » ’; Eahsitrassc 34. Tel.: Cet Sdephaa 7796, Ullta^r. Vest5?^tscke Hahns^i smüret-Verke m.b.^.Dul§Lurg^k. Vertreiung vzy& Leiter: Ka£haza 5?.r,^er^» Wwe., Eerftn-SdiSn-eheyg,

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