Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 37 (9.9.1932)
- Date
- 1932-09-09
- Page
- Seite 381 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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3 $1 die Aufcrsichuvz erst für die ::t t::;i.n:Cnefagt hüben, in der der Mcssias cr'chien.n uv.) fern Acim .:. ö^r;:U: i'i;;i:c eine zugollwe der der Ftll rer, der ^LUeffia-S feKL £: r-i i..r "ott pudern für wr B-awrliu..d "e '.üotDl. Tie .'n'en'-r vor ChltunberchS ctwiß großartiger I,ee er 'creckt sich bis wwll. in jene Kreise, von denen wir b'sffor gewohnt waren dntz ne Werke jüdischer Schriftsteller, zunial wenn sie mit solcher Tendonz'„belastet" waren, von vornherein ablebnten. Um so venrerkensw-ertLr ist es, daß keines der Blätter aus der Nechwn dieses Mal m den uns sonst bekannten Torverfiel, daß die „Deutsche Zeitung" unter anderem schrieb: „In dem Augenblick, wo man diese Dichtung aufführt, besinnen wir uns aus die - Deutung der Frontgräber und aus die Legenden der Unsterblichkeit . . . Wir legen Wert darauf, daß in der Dichtung der Gegenwart solche echte Legendenbildung möglich ist, die immer eine geheimnisvolle Verknüpfung mir dem Opfer der Toten ist." So gewinnt die Ausführung von Ghlumbergs dramatischer Dichtung und ihr Achtungserfolg in der Lesfentlichkeir ihre besondere Bedeutung. Vielleicht ist es das erste Zeichen einer Gorstesdämmerung, die allzulange von der Nacht des Hasses überschattet wurde. Baus Oppenheimer (Berlin). Josef Kasteirr: „Uriel da Costa". Im Rowohlt-Verlag, Berlin, ist soeben von dem durch feine beiden letzten Werke „Eine Geschichte ' der Juden" und „SabaLai Zewi" bekannten Josef K a st e i n rin neues Buch „Uriel da C o st a" erschienen. Wir kommen demnächst darauf ausführlich zurück. Kssrssor Hans Lennhoff Den großen Kreis, der Freunde und Bekannten von Hans Lennchv'f triftt die Kunde von seinem jähen Tod mit erschütternder Wucht. Auf einer Erholungsreist, die er, der fleißige, unermüdliche Arbeiter, sich redlich verdient hatte, ist er' in Malmö ertrunken. Ein hoffnungsvoller Mensch, in dem sich Zuverlässigkeit, Arbeitsfreude und charakterliche Swubcrkcik aufs schönste vereinigt batten, ist den Leinen und seiner Arbeit entriucn worden. Anseren Lesern ist Hans Lennhoff aus zahlreichen hochschulpolitnchen Beiträgen, so insbesondere über den Nyoner ^tudenten-Weltkongretz bekannt. Im K. C. trat er als Mitglied des Seschästsführenden Ausschuncs ebenw wie im Centralverein für seine deutsch-jüdische Gesinnung ein. Kontor Maier (Weinhein) aestoröen Vor wenigen Tagen ist das Vorstandsmitglied der Lrtsgruvvr des C. V. Weinheim a. d. Bergstraße, Hauptlehrer und Kantor M a i e r. unerwartet rasch im Alter von 37 Jahren gestorben. Hauptlearer Maier war eine der populärsten Persönlichkeiten Weinheims, in dessen Öffentlichem Leben er eine große Rolle spielte. Ais Iicaiterhornerftei.ger aber und als Musikfreund ist er weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt und beliebt gewesen. Biele berühmte Namen sind unter der Zahl derjenigen, die in seinem gastlichen Hause Ausnahme gesunden haben. 2! Jahre lang war er Kanter und Lehrer der israelitischen Gemeinde in Weinheim. Für sein Judentum ist er immer und überall mutig eingctreten. Durch sein Worch und fein Wirken war er ein berufener Kämpfer mr büit v. B.-Gedanken. Deine Beisetzung fand unter ungewöhnlich großer Beteiligung aus allen KreiKn der Bevölkerung auf dem iüdischen Friedhof in Hemsbach statt. Dein Tod hinterläßt eine schmerzliche Lücke. F. H. Dr. Tumo y&ttä 70 Jahrs In Tr. Berrno Jacob, der am 8. September sein 70. Lebensjühr vollendet, darf der deutstüe Bnvviv.ev't.n'.d und r::.: das deutsche, ja da-i Juden:::::: aller Länder, einen Veden terldften Vertreter feiern. Er hat sein hohes Am: zr.crs: in r ö Winnen, dann in der Jndustrieftadt Dortmund ausgeübt und den wertvollen Tvp des modernen Rabbiners verkörpert. Aus der Kanzel von gewinnender Beredtscrmwnt, aus dem Katheder ein geschickt und freudig spendender Lehrer, nach innen und außen e:n energischer Sachwalter der Gemeinde, vereinigte er Fach steilen, die selten beisammen sind. Fern Breslauer Jüdisch-theologischen Seminar verdankte Benno Jacob seine philologische Schulung: als Vredrger schloß er sich dem verständigen Benjamin Nippncr an, als Lehrer dem "Seminnrdirektor in Kassel Tr. Stein, mit dessen Tochter Helene ec bis vor kurzem, da der Tod sie ihm entriß, in beglückend srer Ehe lebte. Ihm eignet ein deutsche- Sprachgefühl, das seine Reden auf eine besondere Höhe hebt, ihn zugleich zum glücklich :n Ueberseher und niuen Liturgen macht. Wenn er unablässig für die Würde des Rabbiners eintrat, so nicht ans engem, einseitigem Standesinteresse. Vielmehr wollte er die Gemeinden und ihr Ansitzen heben, indem sie statt des Beamten mit Boot und Lohn wieder den Führer mit freiwilliger Autorität, unabhängig für die Gesamtheit wirkend, erhielten. Noch in anderer Hinsicht erneuerte Tr. Benno Jacob den historisch geprägten Charakter d^ Rabbiners: er verkörperte den Typ des unermüdlich forschenden Gelehrten. Tr. Jacob hielt dafür, daß der Rabbiner der eigentliche Doctor Sanctae Seripturae sei, und keine noch so zeitraubende ^Berufsarbeit ihn von der Versenkungen die ^christ dispensiere. Tiefe sei unerläßlich schon für eine gewipenhafte Führung des Amtes: sie trage zumeist aber auch Früchte für die Wipenschast, zeitige dauernde Werte. Tie größten Forderungen stellte er in dieser Hinsicht an sich Gibst. Grammatische Schulung, lieerar-histori'cher Sinn, juristische Einführung verbanden sich in ihm aass glücklichste. Kritiken, Abhandlungen, Bücher streng wissenschaftlichen und populären Charakters entstanden in Fülle: sämtliche Beiträge zur Exegese der Heiligen Schrift, d. h. ^ur" Aufhellung ihres wahren Sinnes und ihrer wahren Bedeutung. Don ihm ging wissenschaftliche Befreiung und konstruktive Aufbauarbeit aus, in dereri Verlauf dem einheitlichen, - literarischen Charakter der Bibel, der Höhenlage 'ihrer Religion und Ethik, insbesondere aber ihrer Rcchstpslege nach Grundsätzen und Anwendung neues Licht gespendet wurde. Wer etwas von dieser erhebenden Wendung verspüren will, lese die kleine Schrift „Die Thora Moses", Frankfurt lS12, oder die Einsüh-' rungen in das 1. Buch Mose in der Zeitschrift „Ter Morgen" 1925/2 6. Was der Gelehrte Zutage förderte, es kam der Gefamchudenheit zugute. Tie deutschen Juden insbesondere haben in Tr. Jacob den sachkundigsten, treuesten und energischsten Sachwalter ihres guten Rechts gefunden, wie er sie gleich-eckig lehrte, sich ihres rohen kulturellen Schatzes würdig zu erweisen. Dem C e n t r albere i n d eVt scher Staatsbürger jüdischen Glaubens gchört Dr. Jacob seit langem als H a u P t v o r ft a n d s m i t - glied an. Ju zahlreichen Zntungsaussätzen, pöorträ \n, B ro'chüren. von denen die im Philo» Verlag erschi.neuen Schriften: „Auge um Auge, eine Unrerfull uug zun: Allen und Reuen Testamen:", „Di? b:o.-.GaeSintstuterzwll.mach „Mischehe, eine bibü.üche Srudie zu I. Buch Mose, c. SO, :>W, „Krieg, Revolution und Judentum" und ,ch)um Antisemitismus im Altertum" besonders erwäbnt Kien, trat er für die Ideale dos Judentums und des C. B. ein mit einem Mute, wie ihn wenige Jude jemals aufgebracht haben. Ter Amtssorgen ledig, wird er hoffentlich noch lange Jahre aus dieser höheren Warte wirken und wachen, in ungebrochener Kraft die „Kämpfe Gottes" kämpfend. Raumer Dr. Samuel. JusiiZrat §ronZ!g (LieInih) 70^6hrealL JuftizraL Frrnzig (Liegnitz) beacht am 11. September d. I. seinen 79. Eeburtsnig. Er ist seit langen Jahren Borsitzender der Drtsgrupve Liegnitz des Eentr-alLereins. um die er fiaj große Ler- Licnste erworben hat. JustizraL Fronstg gehört mit zu den bekanntesten Juristen ^cklenens und ist auch weit au ff wh alb unserer Gewein'chast allgemein hoch geachtet und geschätzt. Wir honen, daß Justizrat Fronst.g noch lange Jahre als treuer Anwalt des Rechts d-er deutschen Juden in der llitsgruvtze Llegnch an führender Stelle als Vorsitzender weiter wirken möge und beglückwünschen ihn aufs herzlichste. Kleine Chronik Iusti-rat Dr. Julius M a g r» n «, btt bekannte Herausgeber der „Juristischen ^oärnschrifv^ beging am 6. Eerreniber feinen sä. Gebnrwtag. Er ist en alter, Lereübrier Feeun.L des C. V. E:ew hii et unsere Bestrebungen gefördert und unterste:. Dir Wünschen Lern hrwrerdienren, weil über die Preise der juristischen Del: hinaus verehrten und cuzerordenLlich geschäht -n Lstanne für die Zukunft alles <Su:e. — Ava. Lhster Julius Lohn (Berlin), Bor^.-enber der epferdefchutz-DsreinigunZ, wurde kürzlich L.tz Znhre alt. Aus diesem Anlaß reurten ihm, als p2"n'nier:cur Reiter, eine 'Bnzabl Ehrungen zuteil. — rAchtsauwalt Erich Spitz, ulirglied des Bvnstandes der Bre-lauer Ortsgruppe des LenrralrrrLins. vollenchwe kürzlich sein 50. Lebensjahr. Dir aratu-ieren unseren Freunden herz'iüst. — Der langjährige Domgen.de der Otts- «ruurr Kiningen, Lehrer Ludwin Sternberaer, feiert am 15. 'Srut-wbrr sein LOjährirrs Atntsjubtläum als Kontor und Lehrer in Ailfingen. Dir gratulieren und hoffen, d-aß er sich dev E. D -Arbeit mit der gleichen Freude und dem gleichen Ei'ftr mach weiterhin rvidme:, uwge. NirderlLffungsrnöglichkeiLen Sir. 429. In Kleinstadt in der Reumark für p r a k - tischen Är^t. — Rr. 433. In Kleinstadt in der . ReurnLrk für Z a h n a c $ L — Slzz schriftliche Anfragen von Mitgliedern an das Büro des C. B.^ Berlin 7^' 15, Eutfrr Erraßr 42. Geschäfkliche Mkizen '? Dolkvlasius L-aigstadt, Smönhaustr Allee 19/11, heiß: jetzt Las frühere Ufa-Thrater Köniaftadt. Die' neuen Be st Zer, untere DiraUeder Blurnann u. Gründe rg, bekannte Berliner Architekten, betreiben dieses Theater geweinfam mit den Lcsttzern des „Berliner Pratcrst Außer den neuesten Filmen wird Bühnenschau und Orchester-Dnstk aeboten. Die Preise sind nochmals krcradqesent, so daß ein Parkettsitz 0,70 Mar! kostet. Die bekannt gute Akustik und d:e berühintL tonlichr Wied ergäbe bietet den Besuchern volle Gewähr für einen ungetrübten Genuß. Auf der Bühne ad beule Darbietung der bereits in der legten Funkeusstellung sen'ariancll aufgefallancn Thercnünschen Lllustk. Den Besuchern ist Gelogen Irr geboten, diese sclt'unae „Musik aus dem Delrcnrcurn^ selbst aus. zu üben. Der'az: Centralrercin deutscher Staat-Sürger jüdischen Glaubens e. V-, Berlin V.'15, Einser Btr. 42. Tel.- Adr.: ..Geurralglauben Berlin*. Postscheck: Berlin 50172. Hauvtschru'rleitLr: Dr. Ludwig Holländer. Brrantwerrliw: Dr. DargareLe Edel hei nu Beide Berlin \V 15. — Unverlangte üstaau-ckrivLe werden nur zurst-ck^-.-sänd:, wenn Freium.schlag reiliegt. — Verantwortlich für Len. AnzLigrnLcil: Keilnut Lohn, BerlimBchlachtensee. — Druck: Rudolf M o s s e. Berlin LW 10S.