Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 37 (9.9.1932)
- Date
- 1932-09-09
- Page
- Seite 373 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Verlrn, 9. Septrrnber 1932 XL Jahrgang ♦ Nr. 37 - Cinselnamcicr to Pfennig > Pxys® / (M f; 3 asafeö’W; f v *%?»vw/s.'m*y ^•& y *.-jv V»?;'■>} ' ■&<*•&-'Skr» E3q'-3.?fS;,V3:3^.;Jr; «a) Irr^sAsAM. ßUris!:aörsa5onntsttat 2.25 (-uzögl. Lrftellgrlü). DsrlcZ und Lchriftleitn^g: Brrlin ^15. EmsrrStr. 42. Set^crc^er: 3 L Oliva 5074. ~rr . . _ - S£tl;r.»i3ilaiir5i5atf 1, T-ze-.ge-LnnLhQr: Anns-ten-ExpeLitwn RuLolf Mo"e, Berlin LV< 1L0, und .. .VkV #t>. v._w . w ... «9rLnr-rr^^.r^sr Nr. 4, FLNirrier-n-risrn und «Le2en§Lfnche (nicht Ltr2e::LngeLs:e) für Mltglirder des Lentraloereirrs 0,45 JZJt, dir öz ö beeile ÄeNamszrile 3, Allgemeine Zeiiung des Judentums Psst'chrZksnts: Berlin 304 72. .7. Scrücnto: Dresdner Ban?, D^rkürrrkaffs 2 2, lerndnmrn 136. u-'en. An-eigenpreife: 0,30 &JL für dir Igrsraltenr Zeile nach?.u5oTf Sofies " 1 ~ ..~ “ " " ' ~ ' ■' 3&&JC. n.n ^cjS y y n T^, ff H, 'T': m1 . - ,;■ t .; » . ‘> 7 ' , r ' j . \ iJ ui kl '^Ls-i kl Ü m Fl^..p^,.nrj i ii -; \ -1 y Li ^hma kL*&y y M Zum zehnten Yerbandsfsg der jüdischen Handwerker Glückwunsch und Gruss Ter Zentralverbond jüdischer Handwerker TeurschlanLs veranstaltet aus Anlaß feines Jubiläums eine Weröeschau. Tas Handwerk gehört zürn Wesen der Judenheit, vielleicht auch zum Wesen des Judentums. Im Laufe der jüdischen Ceschichte lat das Handwerk jederzeit einen bevorzugten Platz behauptet. Stets ist seine Ausübung als eine gottgewollte Aufgabe betrachtet worden, und es wäre zu wünschen. daß die Aufsagung vom Handwerk als einer solchen Mission nicht nur in der Erinnerung der Menschen sortleöen, sondern sich mehr und mehr auch praktisch wieder durchsetzen würde. Dir wisien, daß in weiten Kreisen — und nicht nur bei Juden — ein Vorurteil gegen das Handwerk besteht, daß man es minder bewertet als die Kaufmannschaft oder den akademischen §eruf. Und wir wisien leider, daß auch viele, die von dem Segen des Handwerks sprechen, aus diesem Lobe nicht die praktische Folgerung ziehen: weder führen sie die ihnen naheslehenden jungen Menschen dem Handwerk zu, noch erleichtern sie den jüdischen Handwerkern ihre Existenz durch Erteilung von Aufträgen, (hn solcher Zwiespalt von Reden und Handeln kann nicht ernstlich genug gerügt werden. Es zeugt von Rückständigkeit und Anmaßung, wenn man den Beruf des Handwerkers^ unterschätzt. -Jede Arbeit," die ehrenhaft und gut ausgeführt wird, hat den gleichen ethischen Wert, ob sie nun eine geistig; oder eine handwerkliche ist. Nicht welche Arbeit man leistet, sondern wie man sie leistet, ist allein eruscheidend. Lange Zeit konnte man vielleicht eine nicht zureichende Ausbildung der jungen Leute für die Minderbowertung des Handwerks mitverantwortlich machen. Tie selbstverständliche Erkenntnis, daß der handwerklichen Schulung die gleiche Sorgfalt und die gleiche Opferwilligkcit seitens der verantwortlichen Kreise gewidmet werden müsze wie jedem akademischen Studium, setzte sich erst allmählich durch. Damit war auch die Doraussetzung für die Leistungssteigerung des jüdischen Handwerks gegeben. Jetzt gilt es, das Erreichte zu behaupten. Will der jüdische Handwerker sich gegen Vorurteile und Feindseligkeit durchsetzen, o mutz er womöglich noch mehr leisten als eine nichtjüdifchen Berufsgenosien. Größte Aeschicklichteit, eiserner Fleiß, unbedingte Zuverlässigkeit, reellste Preisgestaltung und größte persönliche Zurückhaltung allein werden ihn befähigen, den schweren Daseinskampf zu bestehen. Ter große und einflußreiche Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands unterstützt die Handwerker in ihrem Streben und Wirken. Deshalb beglückwünschen wir den Zentralverband zu seinem Festtage und begrüßen seine Werbeschau als eine Tat. die Ergebnis und neuer Anfang zugleich sein möge. Ludwig Holländer. . . Jahre des Äutöaus '• Von Wilhelm Marcus, Vorsitzendem des Zenfralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands Ter 10. Verbands mg des Zentralverbandes jüdischer Handwerker steht irrt Zeichen schwerer wirtschaftlicher Not und kann daher nicht in der Form und in dem Umfang gefeiert werden, wie er eigentlich als Jubiläumsverbands- Lag gedacht war. Wenn wir einen Rückblick aus die bisherigen, besonders in der Nachkriegszeit abgehaltenen Berbandstage werfen, so empfinden wir die Tragödie des wirtschaftlichen Zusammenbruchs in unseren Kreisen um so mehr, als alle diese Tagungen von einem im jüdischen Wesen liegenden- TptirniZmus getragen waren. Angepaßt an die Not der Zeit, kann dieser Verbandstag in seiner Äußerlichkeit nur sehr bescheiden aufgezogen werden. Wir hoffen aber, daß er.in seiner Wirkung ein Fanal sein wird, die jüdische Tesfentlichkeit aufzurufen, ihre ganze Aufmerksamkeit dem jüdischen Handwerkerstand zu widmen. Das Motto der Tagung lautet. „Arbeits-- beschafsimg". Hierüber wird ausführlich verhandelt werden, und wir haben die bestimmte Hoffnung, daß wie bei früheren Tagungen sich auch diesmal aus den Verhandlungen ein positives Ergebnis herauZarbeiten wird. - Damit verbunden ist in diesem Jahre von der Berliner.. Ortsgruppe eine Weibeschau organisiert, die neben der theoretischen Auseinandersetzungpraktisch auf die Not unseres Standes, aber auch auf unsere Leistungsfähigkeit Hinweisen soll. Ter Wert die'er Werbeschau wird noch in einem besonderen Artikel besprochen. Tie Berbandsleitung beabsichtigt hiermit, der ganzen deutschen Judenheit zu zeigen, was geleistet werden kann. Ter 10. Verbandstag gibt auch Anlaß, einen Rückblick auf die Leistungen, die der Verband seit feiner Gründung im Jahre IM vollbracht hat, zu halten. Bestanden vor dieser Zeit auch bereits eine Neihe von Handwerkervereinen im Deutschen Re-.ch. die werbend für die Idee aller Handwerkerberust eintraten und besonders das Vorurteil gegen die jüdischen Handwerker zu beseitigen und die in ihren Kreisen waltenden Kräfte in den Dienst der ganzen Judenheit zu stellen bestrebt waren, so sah man de-ch ein. daß durch einen Zusanunonschluß der einzelnen Aus dem Inhalt: Zum Handwerkeriubiläum Beitrage von Dr. Kurt Ziefenziger (Berlin), Louis WoSjf (Berlin), Dr. Hermann Gandersheimer (Frankfurt a.Maio) Vom Tege Seite 379 ff.