Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 36 (2.9.1932)
- Date
- 1932-09-02
- Page
- Seite 370 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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370 durch den Naffcnwahn" und Julius Goldsterns „Deutsche Volksidee und deutschvölkische Idee", die beide im Philo-Verlag erschienen sind. Ferner weift Merkenschlager aus das grundlegende Werk von Ernst K r e t s ch m e r „Geniale Menschen" hin, auf die von Eugen Fisch ejc herausaeaesene Schriftenreihe „Deutsche Namenkunde" (Forschungen über Nassen und stamme, Vollsnnn und Familien im deutschen Volk), in der bereits vier Bände erschienen sind, auf Karl S a l l e r s Leitfaden der Anthropologie" und Franz W e i - d e n r e i ch s „Konstitution und Rasse". In derselben Abteilung werden noch folgende Schriften aufgesührt: „Grundfragen der Urgeschichtsforschung" von K.H.Jacob-Friesen, „Tie Urbevölkerung GriÄ)enlands" von I. R. Mucke, „Volks- und Rassenkunde des Spreewaldes" von Friedrich Merkenschlager und der 1000. Göschen-Band, nämlich Karl Jaspers Darstellung über „Die geistige Situation der Zeit", schließlich das Buch des Konservativen Moeller van den Bruck „Der preußische Stil" sowie Jacob Schaffners „Predigt der Marienburg" und E. G. Kolbenheyers „Stimme". Das auch in anderer Beziehung lesenswerte „Morgen"-Hest. wird der Merkenschlager'chsn Arbeit wegen sicherlich auch zahlreiche neue Leser neben den Abonnenten finden. — th — Dr. W. Cahnuranrr: „Völkische Nassenlehre", Darstellung, K-ritik, 'Folgerungen. Philo Verlag, Berlin 1932. 31 S. Die völkische Rassenlehre, repräsentiert durch H. F. K. Günthers Bücher, zu analysieren, ihre Wurzeln bloßzulegon und ihren letzten feinsten Verästelungen nach.zugehen dis in den scheinbar so ganz anders begründeten Kulturnationalismus Stapels hinein, und dies alles in ganz kurzer Form darzustellen, das war die Aufgabe, die sich der Versager gestellt hat. Man muß ihm dankbar dafür sein, daß es ihm gelungen ist, zum erstenmal den Umfang und den Umriß gezeichnet zu haben, innerhalb dessen der Kampf gegen den Rassenantisemitismus geführt werden muß. Darüber hinaus hat er in zahlreichen Fällen die schwachen Punkte der Rapenlehre richtig aufgefunden und auch die Gegenargumente angeführt bzw. angedeutet. Diese kleine Schrift kann eine nützliche Waffe werden, wenn der Verfasser sich' entschließen könnte, Lei der Behandlung der Erblichkeit der Raffenmerkmale (2.18) auf die allzu summarische Darstellung zu verzichten und durch detailliertere Angaben der Entstehung falscher Vorstellungen vorzubeugen, die sich bei dem jetzigen Wortlaut zwangläufig einstellen müffen. K. Lewin. Dr. Eugen Müller: „Judentum und Zionismus." Zur beschichte und Psychologie einer religionspolitischen Bewegung. Mit 23 Plänen und Zeichnungen. Verlag I. B. Wachem G. rn. b.H., Köln. Palästina-Hefte deS Dcrrtschen Vereins vom Heiligen Lande. Heft 4—6. Die fleißige Schrift des in der katholischen Palästina-Bewegung bekannten Dr. Eugen Müller „Judentum und Zionismus" ist bei ihrem Erscheinen mit starkem Lob und starkem Tadel ausgenommen worden. Die „Jüdische Rundschau", die „Germania", die „Kölnische Volkszeitung" haben über ne harte, ja heftige Worte gesprochen. Das „Heilige Land", das Organ des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande" der Karlsruher „Badische Beobachter", haben ihr ein gutes Zeugnis geschrieben. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß sich eine Reihe von Fehlern und Jrrtümern in der Schrift befindet, und daß die Schrift dom jüdischen nationalen Ausbauwerk nicht immer gerecht wird. Aber die Emsigkeit des Verfassers und vor allen Dingen fein ehrliches Ringen nach Erkenntnis zu'übersehen wäre ungerecht. Ter Wert dieser Schrift scheint weniger in der unbedingten Nichtigkeit aller Tatsachen zu liegen, als in der Tendenz, die aus ihr spricht: die ernst? '<oorge nämlich, daß gewiffe Richtungen des palästinischen Zionismus Glauben, Religion, Kultur und Wirtschaft des Heiligen Landes bedrohen. Demnach steht der Verfasser besonders sympathisch der Einstellung der thoratreuen Juden gegenüber, die aussprechen: „Für uns kommt zuerst Gott und dann das Volt Israel, das größer ist als Palästina, das vor Palästina war und auch noch nach Palästina fein wird." . Es kommt nicht darauf an, ob das, was der Versaffer weltanschauungsmäßig aussührt, in jedem Punkte zutrrfst. Die Freunde des Heiligen Landes aber, gleich welcher Richtung, sollten nicht übersehen, daß diese Anschauungen in erheblichen Teilen des Katholizismus und darüber hinaus zu Hause sind, Anschauungen, die so weit führen, daß der Versaffer die -Forderungen aufstellt, „für Katholiken und wohl auch für alle gläubigen Christen dürfe künftig kein Platz meyr im ,,?ro-?LlüZtina-6omiteü" sein." Es sei besonders vermerkt, wie gerecht und vornehm Eugen Müller dem deutschen Judentum gegenübersteht, wenn er schreibt (S. 97): „Wir Katholiken lehnen den Antisemitismus und sonstige Rassenhetze aus grundsätzlichen religiösen Erwägungen in jeder Form ab. Wissen wir doch aus eigener Erfahrung, wie bitter und schmerzlich Zurücksetzungen im Leben wegen religiöser und weltanschaulicher Einstellung sind." Das Buch Müllers stellt trotz mancher Bedenken eine wichtige Ergänzung der Palästina- Literatur dar. Seine Pläne und Karten, teilweise neuartig, sind auch für den Kenner des Landes lehrreich. Dr. Alfred Wiener. Dr. Nlax §reuöenthal (Nürnberg) Am 3. September sind 25 Jahre vergangen, seit Rabbiner Dr. Mar Freudenthal als Seelsorger der Kultusgemeinde Nürnberg amtiert. Ter Jubilar ist nicht nur in seiner engeren Heimat als hervorragender Kanzelredner, als Pädagoge, Organisator gemeindlicher Wohlsahrtseinrichtungen bekannt, sein Ruf als Wissenschaftler und Forscher geht weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Er ist erster Vorsitzender der bayerischen RabbinerkOnsereuz, zweiter Vorsitzender des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden und anerkannter Führer der jüdisch-liberalen Bewegung. Dem Centralverein ist Dr. Freudenthal seit seiner Gründung auss engste verbunden; er gehört dem Vorstand der Ortsgruppe Nürnberg seit deren Bestehen an und steht in vorderster Linie im Kampfe gegen unsere Feinde. Die „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" zeichnet er als Mitherausgeber. Wir wünschen unserem treuen Freunde von Herzen noch viele Jahre gesegneten Wirkens! " E. D. Kleine Chronik Das langjährig MügUrd des ContrawerLms «ton A o y li (iaeberr.v.'nDitO wied cm 3. o:er SO Jahre alt. — Der f.:e:stu-;-;abetoxb::-::c und HTcilqfieo des Kreisausschusscs des ^reifes Dienern'. Herz. Händler Lürdolpo ü c tz (Seligenstadt). feiert ent 8. Geste »r.&cr seinen 70. (re Sur im— Mir gratulieren un'-mn nceunt. -i de. X — Irr 'üI::n:ird;Cii starb das des CcnircUwccins Julius G r ü c b a u in. — 3:aoN rat Richard P h : l i p v (inoz.saufeit), Mi-. sti.ö s-eit 6rüuDutig der Lrtsnrurpe X::^i;au;cu, ift in. diesen. Ta den gestorben. Stedtrat chch-lirp bat fit' rar-- bildiich für die deurschssüdisü:n Interchlln jUer-eit eingesetzt und sich bei allen Mitbürgern seiner Stadt grostes Ansehen erworben. — Dir betrauern in den Dahingeschicdenen cifrm Trenn de unserer Sache und werden das Anbeuten stets in Ehren Halden. — Gustav Ötumbcd} (et. Blauen) feierte dieser Tage sein 4öiäfjcic(C3 Eeuerrrbrjubi!üum. Aus diesetn Anlaß wurde ihm vom Bürgereueister der Stadt eine Ehrenurkunde überreicht. — Dis Firma H. Frishmann, Jena (Darm- und Fellgrosthandlnng), kann am 1. September auf ein 4l)jähriges Bestehen zurück, blicken. Inhaber der Firma sind Hermann Fried, mann und der Brrtrauensinann der Ortsgruppe Jena des Centralvereins, Arthur Friedmann. De. Bruno Weil hielt am 25. August zugunsten der Wotzltätigkeitsanstalten der Jüdischen Gemeinde Marienbads im Kursaal einen Vertrag über den Fall Dreyfus. Seine klaren, populär gehaltenen Ausführungen fanden bei den zahlreich Erschienenen grösttes Interesse. Geschäftliche Notizen Dad-Nauheim. Die Duellen von Vad-Nauheim bieten die Möglichkeit der genauen Anpassung und entsprechenden Abstufung für jeden Grad der Krankheit und die Individualität des Kranken. Dazu kommt^die in Bad-Nauheim seit Jahrzehnten geleistete wipen. schairliche Arbeit, für die neuerdings zwei Forschungsstätten mit allen modernen Hilfsmitteln der medizinifchen Wissenschaft — das „Valneologischr Univer. jiiäts-InstituM und das „William-G..st.crckhofs.Institut" — zur Verfügung stehen. Bad Mergentheim: Das von der Kurverwaltung und dem Schwäbischen Reiterverein am vergangenen - Samstag und Sonntag veranstaltete Reit, und Fahr» iumier nahm auch in diesem Jahr rvieder einen glänzenden Verlauf und bildete den Höhepunkt der diesjährigen Sai'on. Warum Bad Orb? Nirgends sind die klimatischem Verhältnisse für Kuraufenthalte so günstig wie in dem herrlich gelegenen, vom Spessart umschlossenen Bad Orb, das sowohl durch seine hervorragenden Solguellen wie auch durch den Ozonreichtum seiner Waldtuft Erholungsuchenden Einzigartiges bietet. Die duk> dervollen Kurkonzerte, die Theaterveranstaltungen, Eommerfeste und Parkbeleuchtungen sind für jeden, der Bad Orb in dieser schönen Sommerszeit besucht, wirklich etwas Außergewöhnliches. Pauschalkuren ermöglichen es jedem, einige Zeit in Bad Orb auszuspannen. Trotz der schweren Zeiten hat sich die Freguenz von Bad Orb bemerkenswert gut angelassen, ein Zeichen für die Beliebtheit des Bades, seiner Quellen und seiner herrlichen Umgebung. Ein neues Leben für Schwerhörige bringt die Be- Nutzung der OriZinal-Akustik-Äpparate der Deutschen Akustik-Ges. in. b. H., Derlin-Neinickendors-Ost, Brienzerstk. 4. Die Schwerhörigen können wieder an den Freuden von Dort, Ton und Musik teilnehmen, sie können ihren Berus ohne Störung wieder ansüben und sie brauchen sich nicht mehr von der Gesellschaft ausgeschlossen zu fühlen, lieber 50 verschiedene Modelle, für jeden Grad von Schwerhörigkeit passend, stehen den Schwerhörigen Zur Verfügung. Die Firma sendet Ihnen gern Aufklärungsschriften kostenlos. Was verstehen wir unter Gicht nnh Rheumatismus? Soweit bis' jetzt festzusiellen ist, eine Anhäufung von harnsauren balzen in den Geweben. Da die Harnsäure an allen gichtischen und rheumatischen Prozeßen beteiligt ist, zielt die moderne Heilkunsi dahin, eine Ausscheidung der auf diese Weise angchllusten Giftstoffe zu bewirken. Die Ausgabe erfüllen die Togal. Tabletten in besonderem Maste. Die oft überraschenden Erfolge sind ärztlicherseits anerkannt und von Laien gerühmt. Verlag: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Berlin Wlo, Emscr Etr. 42. Tel.« Adr.: ..Ccntvalglauben Berlin". Postscheck: Berlin 50472. Hauptschristleiter: Dr. Ludwig Holländer. Verantwortlich: i. V.: Dr. Alfred H i r s ch b e r g. Beide Berlin VS 15. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, rmnn Freiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: Heilmut Cohn, Berlin-Schlachrensee. — Druck: Rudolf M o s f e, Berlin 8^'100. c.. m j für eogasi lnJIrtss^ci?2sfe©i7li©tt _ vom 11. bis 18. September 1032, Tauenteienstr. 4 (am Wittenbergp!aU, 0eSenOber Kadawe) unter dem Protektorat des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, veranstaltet vom Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens, E. V. zu Berlin Geschäftssteile! NÖ18, Grosso FreinKfurter Str. 8D,f31. Königstadt E3 2493. Eintritt frei! Täglich geöffnet von 10 Uhr früh bis 8 Uhr abends, am Eröffnungstage ab 1 Uhr mittags. Eintritt frei!