Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 34 (19.8.1932)
- Date
- 1932-08-19
- Page
- Seite 354 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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354 1 Hsuz Oächsr Heinrich Herne, vo^ Dr. Fritz Friedlände?. „Deutscher Kulturatlas." Verleg Le Gruyter Co. Unser TcwirösiLer und Freund Dr. Fritz F r i § d l ä n d e r ha: im „Deutschen KulturatleL"' ein Blatt über Heinrich Heine heraus-Z-geben. Dieser „Teuckche Kulturatlas" ist im Lerlag von Walter de Gruyter L Co., Berlin WiO, erschienen (5 Lande, ungefähr 50C0 Karten). Er stellt das Kartenblld in geographischer Vollständigkeit irn Zusammenhang mit den Lebensstationen der geschilderten Persönlichkeiten dar. Eine besondere kleine Notiz in rotem Drucke bezeichnet diese Lebensstationen näher, so. daß wir den Lebensweg Heines^zunächst einmal rein geographisch verfolgen können. Ganz kurz wird ferner auf dem Blatte Heines Leben geschildert. Aber diese Schilderung ist besonders scharf, besonders umfassend und darum besonders lehrreich. Frieoländer hat uns allen mit seiner so kleinen und doch so inhaltsreichen Arbeit eine große Freude bereitet. L. H. Bismarcks großes Spiel. Die geheimen Tagebücher Ludwig BambergerS. (?ingeleiLet und herauSgcgebcn von Dr. Ernst Feder. Frankfurt a. Main (Sozictätö-Verlag) 1932. Tie Artikelserie Ernst Feders in der „Frankfurter Zeitung", betitelt „Das Geheimnis der 99 Dag e", ist soeben mit einer ausführlichen Einleitung Feders, den man wohl als einen der besten Kenner der politischen Geschichte der' letzten Jahrzehnte ansprechen darf, und mit einer Reihe der wertvollsten Anmerkungen als umfangreiches Werk (554 Seiten) erschienen. Tr. Andreas Peter hat über die bleibende Bedeutung dieser D-röfsentlichung, vor allem über die geheimen Tagebücher Ludwig Bamdergers, schon ausführlich in der „C. B.- Zeitung" abgehandelt (Nr. 7 vom 12. Februar). Ergeben doch diese bisher völlig unbekannten Tagebücher überraschenden Aufschluß über die tätige Mitwirkung Lambergers an den Regierungsmaßnahmen Kaiser Friedrichs, obwohl ja die Beziehungen des bekannten Politikers zum Herchcherpaare bekannt sind. Das Werk Feders, besten Kenntnis zum Verständnis der Kaiser- Fried rich-Z eit, aber auch zu. dem des deutschen Liberalismus unentbehrlich ist, ist natürlich weit mehr als nur ein Abdruck der Aussatze aus der „Frankfurter Zeitung". Es ist ein EeschichtZwerk großen Ltils durch Einleitung und Anmerkungen geworden, und wird sicher viele besimilrchen Leser aus allen politischen Lagern und aus dem Kreise der Geschichtswissenschaft finden. A. W.; Iranz Hirsch (ilira) gestorben Wieder hat der Tod eine große Lücke in den Kreis unserer allen und treuen Freunde geristen. Dr. tr:b. Franz Hirsch (Ulm) rt nicht mehr. Tieferschüttert stcbew wir an der Lahre dieses trcsslichm Mannes, der uns stets das Vorbild eines aufrechten Deutschen ur'.d eines treuen Juden war. Jadizahnte bat Franz Hickch in unserer Ortsgruppe Ulm gewirkt. Bis zum letzten Tuge war er einer unbren rührstnen Mitarbeiter. Mit größter Begeisterung und stärkster Energie hat er fick) stets für die Ziele des C. V. eingesetzt. Als Führer des R. I. F. in Württemberg bat er in Furchtlosigkeit und Treue Vorbildliches oeckislet. Unsere Freunde irn N. I. F. sind ihm cbeno 511 Dank verpflichtet wie wir, denn er war auch einer ihrer Besten. Wer immer für Tapferkeit und Muk, für Glaube und Heimat begeistert ist, wird ihm in seinem Innern ein Denkmal setzen, gle schock! ob er Jude oder Nichtsude ist. Ter Name Franz Hirsch wird unvergessen bleiben. L. H. Zwei Fünfzigjährige Rabbiner Dr. Hermann Schreiber (Potsdam) feiert am 20. d. M. seinen fünfzigsten Geburtstag. Nahezu ein Jahrzehnt arbeitet^Tr. Schreiber in vorbildlicher Weise als 2. Vorsitzender in unckrer Ortsgruppe' Potsdam. Seiner unermüdlichen Tätigkeit ist es gelungen, in Potsdam ein reges C.-V.-Lcben zu entfalten. Auch seine rednerische Begabung hat er oft in den Dienst unserer großen Sache gestellt. Wir würüchen dem Jubilar noch lange Jahre ungetrübten Schaffens. Einer unser altbewährtesten Mitarbeiter und Mitkämpfer, Rechtsanwalt Tr. Fritz Salon (Berlin) hat kürzlich seinen 50. Geburtstag gefeiert. Wir beglückwünschen unseren Freund auf das herzlichste. Wissen wir doch, daß er sich stets zur Verfügung gestellt hat, wenn es galt, für die Ehre und das Recht der deutschen Juden in Wort und Tat einzutreten. Kleine Chronik Der Vorsitzende der Ori-grurw; Lübeck des Central. - Vereins, Bankier Alfons Frank, feierte am. 18. August das Fest der Silbernen Hochzeit. Wir gratulieren unserem Freunde und seiner Gattin herz, liebst und wünschen chm noch viele gesunde Lebens, fahre. — In Schwerin feiert der erste Vorsitzende der Mecklenburgischen Landesarm-indr, Julius Lilien» tbcL'5 und Gattin, das Feist der Silbernen Hochzeit. Dir gratulieren. — Der Vorsitzende der Ortsgruppe Illingen, Joses Abraham, ist plötzlich im Alter von 53 Jahren gestorben. Dir betrauern in dem Dahin» geschiedenen einen eifrigen Förderer des C. V.-Ge» dankens und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Anläßlich der Bannerneihr des Feldehren. Zeichens Kreis Worms hielt Rabbiner Dr. Holzer auf Einladung zu dieser Feier rin eindrucksvolles Referat. Im Verlauf seiner Ausführungen betonte er, daß jene Dugusttage von 1914 zu den heiligsten und erhabensten Erinnerungen vaterländischer Art gehörten, als das deutsche Vaterland keine Parteien kannte,' als ein Gedanke, ein Dille und ern Herz das deutsche Volk beseelte. Mit den Worten: „Laß: UNS sein ein einig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr" schloß er seine Rede. — Julius W 0 l f f, Neustettin, erhielt das deutsche Turn» und Evortzeichen in Silber vom Deutschen Reichs» ausfchuß für Leibesübungen Berlin. — Am 13. August feierte die Israelitische Gemeinde G e i st l i n q e n das Ibfährrge Bestehen ihrer Synagoge. Die Ansprache hielt Vorsteher Hermann L e v 9. Der Gcntralvcrein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Landesverband MitteldeutschlanD, bittet uns um Aufnahme folgender Mitteilung: Leipziger Messel Das Leipziger Meßamt hat eine Arbeitsvermittlung, welche für die Zeit der Westen Beschäftigung nachweist. Es ist in den letzten Jahren immer wieder ausgefallen, daß südi'che Kräfte, welche sich meldeten, kaum so beschäftigt wurden. Aus wiederholte Klagen ist nachgesorscht worben, und es hat sich herausgestellt,^daß das Leipziger Meßa in i von den Bewerbern bei der Lieslenvermittlung die Angabe der Konfession verlangt! Nach den in heutiger Zeit allgemein gemachten Er'ahrungen bedeutet das lediglich den Willen, jüdische Kräfte auszuschulten, und wie die Beschwerden beweisen, ist es tatsächlich der Fall gewesen. Beschwerden beim Meßamt und bei ihrer Vorgesetzten Behörde, dem sächsischen Wirts chastsnüni st er: um, beben keinen Er- . FacMn^er Versands teile, Berlin 8 WH Scböneberger Strasse 16a. Telefon: Lützow: 8260,61 folg gehabt. Beide haben die antisemitische Tendenz bestricken. Das sächsische Wirtschastsminisierium hat die Beschwerde freilich aus mehr formellen Gründen zurückgewiesen. Es steht auf dem Standpunkt, daß der Artikel 136 der Aeichsverfastung, nach welchem die Frage nach der Konfession verbotenist, sich nur auf Behörden bezieht, und daß das Leipziger Meßamt im Sinne dieser Lorschrist eine Behörde nicht ist. - ' Es ist außerordentlich bedauerlich, daß gerade dis Leipziger Messe, an der so viele Juden Mitarbeiten und die von so vielen jüdischen Ausstellern und Käufern besucht wird, dem Eindringen antisemitischer Prinzipien in das Wirtschaftsleben Vorschub leistet. Wir bitten alle Freunde, welche mit der Leipziger Messe etwas zu tun haben, diesen Vorgängen ihre Aufmerksamkeit zu schenken, und soweit sie irgendwelchen Einfluß haben, an ihrer Stelle dazu beizutragen, damit den Hebelständen abgeholfen wird. Das Jacobson-Heim, Seesen a. Harz, bleibt auch im September geöffnet. Anmeldungen sofort an: Reichsausschuß der Jüdischen Jugendverbände, Lerlin-Eharlottenburg, Kantslraße I08, Gartenhaus, II. Geschäftliche Nolizen Bad Warmbrunn, das Spezialbad Lei Rheuma, Sich Lund Ischias, erfreut sich seit Fertigstellung seiner komfortablen und den modernsten Forderungen der Balneologie angepaßten Neuanlagen in Aerztekreisen größter Beachtung. Ger Besuch des Kurortes ist weiterhin trotz der schlechten Wirtscyaits» läge zufriedenstellend, zumal alle Gäste feststellen, daß die billigen Pauschal-Mittelstandskirren und Einheits» preiskuren hinsichtlich der Art des Gebotenen (vier Mahlzeiten mit guter Unterkunft sowie einer reich, lichen Anzahl von Kurmitteln usw.) unter ähnlichen Kuren der anderen deutschen und ausländischen Bäder mit an erster Stelle stehen. Bad Mergentheim. Der Glanz eines berühmten Namens verlieh dem 6. Smnphonicabend des Kur- Orchesters ein festliches Gevrägs und zugleich eine besondere Anziehungskraft: Professor Dr. Edwin Fischer von der Musikhochschule Berlin, der zum Kurgebrauch in Bad Mergentheim weilt, spielte das 4..Klaoierkonzert Beethovens in G-dur. Dem großen Künstler, und, in beglückender Einheit, dem gütigen Menschen, der seine Kunst einem edlen Zwecke zur Verfügung stellte, durfte man ungewöhnliche Eindrücke verdanken. Das kein abgestimmte Programm des Abends wurde eingeleitet von Webers romantischer Eurnanthen- Quvertüre, die vom Kurorchestcr unter Dr. Maurers Leitung ungemein lebendig und packend vorgeLragon wurde. Nicht endcnwollcnder Beifall und eine Fülle von Blumen dankte dem Künstler Edwin Fischer, der dann noch zwei Impromtus von Schubert als Zugabe spendete. Auch der Dirigent des Abends, Dr. I. Maurer, wurde am Ende der Symphonie lebhaft bedankt. Es war ein Konzert, auf das die Kurverwaltung mit Stolz zurückblicken kann. Drrlag: Centralricrein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Berlin W 15, Eu.'.ser Str. 42. Tel.» Btr.: ..Eentralglauben Berlin". Postscheck: Berlin 30472. H-auptschriftleiter: Dr. Ludwig Holländer. Verantwortlich: i. V.: Dr. Alfred Hirsch der g. Bride Berlin W 15. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. — Verantwortlich für den Anzeigenteil: H e l l m u t Cohn, Berlin-Schlachtensce. — Druck: Rudolf M o s s e, Berlin SW ICO. TogaS-Tablsffen habe n s i c h he rvorra ge nd be wa h rt bei /Güsltü Kes,UGL’3-S3-:2i.-JC52!L:<2g| Ischias, Hexenschuß und Erkältungskrankheiten. Löst die Harnsäure und ist stark bakterientätend. Ober 6000 Ärztegutachten! Vollkommen unschädlich! Frag Sie Ihr. Arzt. Ein Versuch überzeugt! ln all. Aporhek. Ermäßigter Preis M. \2o. . 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