Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 27 (1.7.1932)
- Date
- 1932-07-01
- Page
- Seite 279 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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und des Irrewerdens an d:r eigenen Seele muß es eine weithin sichtbare Stelle geben, an der man sich wehre. Ter letzte, vereinzelte Jude im Lande draußen muß das Gefühl haben, daß r-:r feine Sache durchwachten wird. Er allein vermag wenig; die Organisation vermag — heute mehr denn je — Großes im Kampf für Gerechtigkeit. Und selbst, wenn einmal im Einztb'all die Sühne ansbleibt, die gewollte Wirkung nicht erzielt wird, wichtig ist: daß sie versucht wird. Mer zu Schmähungen und Trohnnoen still bleibt und sich duckt, der schädigt nicht nur seine Sache, er nimmt Schaden an seiner Seele. Las Gefühl, ohnmächtig einer gewaltigen Ueoermucht gegenüberzustehen, macht aus ihm einen zerbrochenen Mensächn. Erst die Sammlung aller Mwehr- und Ausbaulräste im Eentrulverein stahlt die Miderstandskrast jedes einzelnen, gibt das Eesühl des Zusammenhalts, Auflehnung, Ausschrei, wo Schläge und Enrrech tünch Maßnahmen an dev Tagesordnung sind, in allein schon Tat. Geschähe sie nicht, man fennee daran zweifeln, ob das, was da geschlagen wird, überhar.pt noch am Leben ist. Menn sie aber kräftig geschieht, dann zeigt sich in ihr t-:r starke Lebenswillen der Gemeinschaft, deren Beauftragte den Gegenschlag führen. - ,chst alles umsonst?' Es ist nicht umsonst, es bedeutet mehr, viel mehr, als man bei ober- - sachlicher Betrachtung sicht und glaubt. Es Hilst vor -allem, unsere jüdische Cemeimchaft zu erhalten. Mir sind nicht nur Trutzjuden. Tie Entwicklung früherer Generationen bat erwiesen, daß man sich die Haltung des bloßen Truhjudcntums nicht leisten kann, wenn es nicht einer festgefügten jüdischen Mertewelt verankert ist. Ter „Trutz" darf Zusätzlicher Kraftquell sein, nicht der einzige. 5bur als Antrieb dürfen wir das Trutzjudentum noch gelten lasten, und der. Centralverein hat die Aufgabe, diesen allerorten wieder lebendig spürbaren Antrieb in sich aufzunehmen, ihn seiner Arbeit nutzbar zu machen und ihn durch diese Arbeit umzusetzen in deutschjüdisches Gemeinschaftsgefühl. Ein Erziehungswerk von ungeheurem Umfang erwächst ihm dadurch. Schon werden neue Ansatzpunkte überall sichtbar. Tisziplinlosiakeit macht sich bemerkbar. Wie jede Zeit de- Unglücks zunächst den memchlichcn Bcreiltzeluuesbestrcbungen zugute kommt, so zeigt sich auch bei deutschen Juden das Bestreben, sich selbst zu retten, und sei es auch auf Kosten der Gemeinschaft. Solches neuartig ausgemachte Aeuegatentum gilt es zu entschleiern und dem gerechten Terms Preiszugeben. Ebenso hört man hier und da Losungen eines wieder austrstandencn Schutzjudcnturns: Man solle sich nur verkriechen, auf jedes Hervortretenauf jedes Mittun in der deutschen Allgemeinheit verzichten. um nicht die Aufmerksamkeit mchr als * nötig auf sich zu lenken. Mit einem Zungenfchlag ovürr man 'o, ohne es zu merken, ErrundnAchastin. die nenn als Emanzipation noch immer stolz zu destenn glaube. Wer wie mir C. Gmr die Answirrungen der Gleichbereebeigemg nicht als eine Ciu — r 2'; mee ■ h ir z,- vA-X -£'u~C " T£?.AS EAü d e'- f.z'.nzzr. W'zsze-, z :s rr,l; ~r* Tcsrerr'csr-e eurer 0,S0 PM . wir - : T 5? A S BAU D e'YuYs e -erg C£* C - zrzce'r '.V;'.'.-i'2 5'e üter33.-:£r, zz:z C Ö L Ö G N E R U SSE Same des Prestiges, sondern als die uns zu kommende Bestätigung unseres deutschjüdi- : csr.Tercihous.is? ’n ellsc c. 2e'.~z~ zz'.z&z GurrcT r'er'- Sul'd; „TE RAS-HAUS" MAX SCHWARZ LOSE scheu Seins empfunden hat, der sollte sich hären, so leich-fertig mit ihnen zu verfahren. Mer jetzt feige zum Rückzug bläst, wer seine Tosten nich: mehr balien will, der hat nie begriffen, was es mir dom Torrnarsch der bürgerlichen Gleichberechtigung der deutschen Juden auf sich hatte: dag das nicht Eroberung einer fremden Melt bedeutete, die man unter Umständen auch wieder frei geb en muß, fondeou die Verwirklichung von Aellstin, die den Vorseoßendeu durch die wiedlichen graste des Geistes und des geschichtlichen 29 erde ns längst hatten zuzebören sollen. Es heißt, das Merk dieser Mächte unterer deut'ch'üdi'chen. Kultur verleugnen, wenn man ihre Erfolge wreisgibt. Menu cs erwas Gutes gibt, was uns Oie Not der Stunde und die Hetze unstrer Feinds lehren, so ist cs dies: daß keiner, der zu uns gehört, unserer Eemeinschast entfliehen rann, blicht durch eigenmächtige Trennung und nicht durch furchimme Stille kann er sich aus ihr lösen. Unbarmherzig entlarven Freund und Feind den Tümchunchrersuch. Tie Tätigkeit des Gentralrereins gilt dem Tag, gilt der Stunde. Aber indem sie von Tag und Stunde schwer bedrängt wird, gewinnt sie eine Bedeutung, die über sie hinaus weist. Selbstbewußtsein und Cemeinschafrssinn sind machtvolle Stützen gegen eine Welt von Gegnern: Zu ihnen hilft uns die Arbeit des Eentralvereins. Für die alten Kameraden Aufklärungsarbeit des R. j. F. Ter RsiHsrurd iüdi'cher Frontsoldaten hat seit einigen Monaten in verschiedenen Gependen des Reiches Austlärungsabcnde veranstaltet, die vorzugsweise da-u bestimmt waren, Angcb.örige militän'ch-er Verbände der allen Armee über die Kstierslllstnngen der Inden und über ihre Stellung zu Volk und Vaterland nu unterrichten. Tie Veranstaltungen wurden ennvcder von Lrksgruoven des ist. st F. selbständig oder aber, wo möglich, mir Förderung des Ecneralrereins abgebalten. Ter gute M'nch der Veranstaltung :n wie auch der Widere all in der Trtsvmue ergaben, daß hier anerkmnen-.oerte Auf- Närungsarbest dem Charakter des Fronllmwes gemäß geleistet wird: st bauen wir, daß die st Arbeit weiter cr'olarcbch durchgeführt wird, da wir bstrin eine werwelle Ergänzung unserer eigenen Anbei: erblicken. Als erfolgreicher Redner trat überall der Lundesgu'chästsmbrer des Frontbandes, Tr. Lutwia Freund, hier und da zusammen wie Rednern des Gentralrereins aust Ter Michsbnnd jüdr'chw Frrntstldaterr wird sich in dieser^üllgelle auch nicht durch einen Antrag der nationalst) i alistifckun preußischen Landeaasstacktion beirren lauen. micstr Ülntiag versticg sist zu dem Verlangen, höhere vreußi'che Beamte seien d i s z i o! i n a r r e ch t! i ch zu best r a r c n, weil f i e f i ch offiziell auf der D e r a n st a! t u n g des R. j. F. h ä 11 c n vertreten lassen. Wie wir bören, wird demnächst das Gestlstncngedenlöuch des ch. j. F.. irr dem. stweit ireenö crrcechbar. d'e clamen 'ämt.icher iüdifcher Estallenen des deutstwn Heeres verzeichnet sind, erscheinen. Es ist an'.unebmcn, oaß die'er A u jmar ' ch der 12 6 0 0 '3 £ f a 11 •: n c n auf alle d i e, 'ste h i:jr s! £ politisch rechts oder links, die noch eine n F u n k e n A ch f i! neuere Heldentm und ch i n - gäbe be'ipen, den (rinöruef Hervorrufen wird, w i e ' ch nr ä h l i ch es ist, die Hinterbliebenen und Angehörigen dieser Gefallenen, d i e d a - d e u t' ch e Indent u ui d o. rstelle n, so zu b e! e i d i - en und verleurnden. wie es heute eider jeden Tag gang und gäbe ist. IlUftstrct Salimger lMrnöecg) SS Jahrs e!t Am §. Jull begebt das Mitglied unseres Haupivorstande-, der Ehrenvorsitzende des Landesverbandes Lapern des Eentralvereins Justizrat Galling er in Gesundbeit und Finche seinen M. Geburtstag. Wenn heute tagtäglich behauptet wird, der Jude gehöre einem in Teutschland bebenden fremden Volke an, so würden die Ehrlichen unter unseren Gegnern mit einem Schlage verstummen müssen, wenn sie Versönlichkeitcn wie unseren Callin ger kennenlernecn. pm ihm verbinden sich baverilche HeimaAiebe. deutsche Gründlichkeit und Dadächtigkeio. innigste Anteilnahme am deutschen Gc'chick. Anhänglichkeit an Religion und ^chickstlsgemeinschast, vornebm.es, zurückhaltendes Lllc'rn und Kampfesmur zu 'chönster Harmonie. Turch stine. stete Bcrcirchast, zu rauen und zu helfen, durch st inen klugen, abgewogenen Rat. und viele wertvolle 'Anregungen bat er stets unstrc Arbeit bereichert. So verdanken wir ibm die Initiative zur Herausgabe unserer Monateausgabe der ,.E. V.-gststung' für Richtiuden. Mit dem Einsatz seiner Ver'önlichkest für die Idee des Ecntralvereins bat Gallinger bcirie’eii, was auch ein so stark beschäftigter Mann neben seinen beruflichen Au'gaben sier den Eentralrerein, für das deuckche Judentum, für das deut'che 2'aterland Hervorragendes leisten kann. Mir sind stolz darautz einen Gallinger unter unstren Führern zu zählen, ckubge es uns nie an so aufrechten Diänrwrn wie Calringer fehlen, dann wird es um Teutscvtum und Judentum rvotz aller Nöte der Zeit nickst 'wlocht bestellt sein. A.V*. Kcr::zxi S'2 C33 /still zV:3u vo-.i Pr. Li:e?:33 lALlluck? Früher badischer und bayerischer Synaiicus des C. jetzt Bundesseschäfisführer des R. J. F. n Sein Buch Endo Cloi* Philosophie** ist *n dedeutschen und arsündischen Fach- und Ta^espresse ais besonderes Ereignis, in bedeutenden Ausfassungen sc gar als Wendepunkt in der philosophischen Entwicklung bece:cnret worden, so von Professor Dr. Hans Driesch in den ..Münchner Neuesten Nachrichten*'. Prc'escr Dr. August Gallinger in den ,,Süddeutscnen rdonatsheftenc', Professor Dr. Georg Burckhardt in der „Kö'nlschen Ze tung^. Professor Dr. Fritz Heinemann in der ..Deutschen Literaturze'turg , Professor Dr. August Messer in ,.Pr‘iosophie und Leben”, ausserdem in englischen und Sch-.veize- Zeitengen, im „Mitte'deutsch-:.n Rundfunk“, im ..Literarischen Ratgeber für des Kathcnsche Deutschland", in ..Christentum und Wissenschaft", n ..Ge staskamcf der Gegenwart’*, >n der rC. V.-Zeitung“ usw. (n feiner neuen Aohandiung setzt Ludwig Freund die Gedankenünia des ersten Buches fort. In 5- Philosophie ein yniösbaras Ps?ob!e^, Abrechnung mit der ullüsion“ wird elneWeltanschauung entwerfen, d e die Grundlage einer kommender« geistigen Zeitatmosphäre sein wird, die die Erneuerung des abendländischen Daseins durch Reinigung des Zeitgeistes von falschen Glauber.selementen bewerkstelligen wird. Bei der Herausgabe des zweiten Buches von Ludwig Freund gehe ich in Anbetracht cer Wichtigkeit seiner Arbeit von der VcrouGcetzuna aus. dass haute schon weite Eur.iST BBm:-:r.nD7 usnuiG, MWMCK5t3, scr:E5.LSE:3STnn5Su ui. Kre'se in Vorahnung kommender Dinge für die Gedankengänge beider Bjcner E"0’.in:'ichkelt und Verständnis besitzen. ,,Am Ende der Philosophie. Ein kritisches Wort an die Zeit und ihre Fni'cscpr~n‘*t N*. 5,CO« — „PhHosopi ie ein unlösbares Problem. Abrechnung mit der iiius5on':*, M. P.50. Zu bgziehen vom Verlag direkt oder durch Jede gute Eucrhandiur-g.