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Central-Verein-Zeitung · 1932-07-01 · 27 (1.7.1932) · p. Seite 273

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
11 (1932)
Issue
27 (1.7.1932)
Date
1932-07-01
Page
Seite 273 (sequence 1)
Language
German
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XI» Jahrgang ♦ Nr. 27- EiNZsinummrr 2) Pfennig; / V - / - WirrL2!z2LrZQLoNttLurenr ■ 2.25 liul. (iujüsl. BrstrllLrld). Allgemeine Zeifunö des Judentums Beilca vnb S^rurlertung: Berlin W15, ErnferSke.42. F-rnfr^ckr-r: 7 2 Stbs 5071;:. «Pe-nf :a!3nh: DrrUn 304 72. DaEortts: Dresdnrr Barrk, DepssirrLkass. Deerirr^Zirrnsrsdorf 1, IC 3, und ton OrlBLw.wr - ALtZschrld L Lo., Berlin WE. KllrrniLe AuZrigrusnuahurr: *tmr.:*si*Ci^Ukn S!u2>oIf i,n>us, Lrrllrr SV? IO, rrn- Leren Fniulrn. A:i?.ei§rntreise: v^S JtJi füt die T^fpülisne 8;lt« nach Rudolf Mour» Xorrnal.Lrrlenrnrsset Nr. 4, urti Skellrigrsuchr (nicht SttllrnLNLrbstr) kur L^Urllrdrr des Tentralvrrrins 0,43 JULdir 62 ma LrsUs Rrrlsrnezrilr 3,50 XJL ■ v ya.y ■ i r- ./ '■w'-' y: v. > ■> C-.v^ ■J* 3n den lshkes Ovchrn eaffeffsli der OtcHor.dic3iaUosr.a3 Parker Lena je den Kampf gegen uns, gegen noch nicht ela Hundertstel des 65'MAsnerr-Dslks Deutscher. MNonalfozlalistischeZelkungen überschlagen sich förmlich im Judenhaß. Einträge über Anträge werden!n den Parlarnenksa der Länder, besonders Preußens, von der. httler-Parlel eingebracht. Abgeordnete sprechen gegen das deutsche Judentum in einer Schärfe, mit einer Brutalität, von der bereits rechtsgerichtete Persönlichkeiten Abstand'suchen. _ . Dir deutschen Juden lassen uns nicht ins Bockshorn sagen. Wir behalten unsere Nerven. Dir werden mit zusammengebissenen Zähnen jedes Stück Loden verteidigen und uns um jedes Stückchen Gleichberechtigung mutig zur Wehr sehen. Line kleine Schar, das Recht au? ihrer Seite, kampfenischlossen, opferwillig, stolz auf eine große Geschichte und eine ewige Religion, deutsch aus deutscher Heimaterde, wird und muß siegreich bestehen. Ihr. deutsche Juden, seid mit uns. Der 31. Juli kommt näher. Helft! Opfert! Sir WrMM arsfe LA WLMchchr Von Rechtsanwalt Dr. Diihetm Kunz I Der sozialdemokratische LandLagsaLgeordnete G e h r m a n n hat im Preußischen Landtag vom 22. Juni d. I. heftige persönliche Angriffe gegen den Redner der nationalsozialistischen Fraktion, Rechtsanwalt Dr. Freister aus Kassel, nach der Richtung hin erhoben, daß er erklärte, Herr Freister sei besonders wenig geeignet, irgendwelche' Vorwürfe gegen ein anderes Mitglied des Landtages zu erheben, weil er selbst wiederholt durch das Ehrengericht der Anwaltskammer in Kassel und den Ehrengerichtshof in Leipzig verurteilt worden sei. In Erwiderung auf diese Angriffe hat der Führer der nationalsozialistischen Landtagsfrakuon. Abgeordneter Kuba, u. a. ansgeführt, daß die Mehrzahl der heute in Deutschland tätigen Anwälte wiederhole Ehrauffassungen bekundet habe, die den deutschen Ehraussanungen widersprächen und daß in den deutschen Auwaltslauuuorn derartig viel I u d e n j u n g e n h e m m ungs! ose ft e r A r t sitzen, daß er diesen Burschen nach keiner Richtung bin das Recht chirünmeii könne, über einen von ihm zu Gericht zu sihen. Ter Abgeordnete Rechtsanwalt Dr. Zupke (Köslin), der Vertreter der deutschnationalen Fraktion, hat bereits im Anschluß an den Abgeordneten Kube Veranlassung genommen, die Angri'w. die von nationalsozi alistische r und sozialiüi-'cher 3eite gegen die Ehrengerichte der Anwattetaunnern erhoben' wurden, zurückä u w e i j e u. Es ist anzunehmen, daß auch die berufenen Staude-Vertretungen der deutschen Anwälte Veranlassung nehmen werden, die maßlosen und durch nichts gerechtfertigten Angriffe des Abgeordneten Kube in das rechte Licht zu setzen und zurückzuweisen. Die Ausführungen des Abgeordneten Kube enthalten nicht nur eine schwere Beleidigung derjenigen Rechtsanwälte in den Vorständen der deutschen Anwalt stamm ern, die jüdischen Glaubens oder jüdischer Ab - stammung sind, sondern auch derjenigen christlicher Konfession, die mit ihnen seit langen Jahren gemeinsam in den Ehrengerichten und Standesvertretungen für die Aufrechterhaltung der StandesdisZiplin gegen die niannigfachen Auswüchse der jetzigen Zeit kämpfen. Es ist dem Verfasser dieser Zeilen ein Bedürfnis feüzu stellen, daß während seiner Tätig, fett im Amvaltskaminervorstand und in den übrigen zur Wahrung der Standesmtereffen der Teut'aun Anwaltschaft berufenen Instanzen in der Am'assung energischster, aber objektivster Beurteilung sämtlicher Tisziplmarsälle kein Unterschied zwischen, jüdischen Kollegen und den Kollegen anderer- Richtung sestzusteüen war. Man mag zur Frage des Antisemitismus stehen wie man will; auch derjenige, der ihm eine gewisse Berechtigung nicht absprem.eu könnte, würde gewiß wünschen, daß der Abgeordnete, der die schweren Beschimpfungen ausgesprochen hat, sich an vaterländischer Gesinnung und Objektivität an manchem Mitglied jüdischen Glaubens der Anwaltskammer ein Beispiel nehmen möchte, so vielleicht an jenem Mitglied, das als Preußischer Offizier, wiederholt schwer verwundet, immer wieder freiwillig ins Feld zog^und heute sich nur deswegen, weil es den Rasseanforderungen des Herrn Kube nicht genügt, von ihm beschimpfen lassen müh. Gerade die nationalsozialistische Bewegung sollte als deutsche Bewegung, wenn sie von Bestand bleiben will, den Grundsatz der Gerechtigkeit besonders in die Tat umsetzen und es vermeiden, durch ungeheuerliche Angriffe auf die Ehre anders Gesinnter Verfehlungen ihrer eigenen Mitglieder zu verkleinern oder zu vertuschen. Ich glaube, daß die große Mehrzahl der heute in Deutschland tätigen Anwälte denjenigen Männern aller Richtungen, die in den gewählten Standesorganisationen, insbesondere in den Vorständen der Anwaltskamwern und den Ehrengerichten, die mühevolle Arbeit übernommen haben, für die Ttandesoisziplln Zu sorgen und die Srandessitte zu wahren. Dank weih und ihnen weiter vertraut, daß sie ohne Ansehen der Per-on und ohne Ansehen der Richtung ihre Pflicht tun. ' Daß heute im Anwaltsstande, wie in allen anderen Berufen, sich Schädlinge gezeigt haben. In dieser Nummer schreiben u. a.s Julius Bah, Professor Dr. mecl Hans Kohn, Landtags Abgeordneter Erich Ruinier, Dr. Eva Reidirnann-Jungmaan, Rechtsanwalt Dr. Werner Rosenberg

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