Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 26 (24.6.1932)
- Date
- 1932-06-24
- Page
- Seite 267 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2ö7 bedenkt, daß die Emanzipation der Juden mit der Blütezeit der idealistischen Philosophie Zusammenfällt, so wird man diese Entwicklung zum mindesten verstehen, wenn auch nicht billigen können. Tie Religion wird dem Juden von hellte nach der Meinung der Schoepsschen programmatischen Schrift zmwstt er't wieder etwas besagen können, wenn sie es versteht, sich aus den Umschlingen bürgerlicher Batioualisierungsversuche der letzten Eeüchichtsepoche zu lösen. So sehr wir selbst mit dieser Beurteilung der gegenwärtigen religiösen Situation übereinstimmen, so wenig ausreichend erscheinen uns die positiven Dorschlage, die Schoeps zur Lösung der Krisis in Bereitschaft hält. Sein Ruf nach einer systematischen Glaubenslehre, in der die Grundwahrheiten der jüdischen Religion — der Situation des modernen Menschen entsprechend — neu culsgezeigt und gegen die Lehrmeinungen anderer Religionen abgegrenzt werden sollen, erscheint uns als Gesamtlösung für die Problematik des Judentums zu protestantisch, oder, wenn man will, zu .Kautisch und damit Zu wenig jüdisch. To notwendig Begrifssklärungen auch im Bereich des Theologischen sein mögen, man siech am Wwenhaüen jüdischer Religion vorbei, wenn man sie, wie das in der evangelischen Kirche notwendig sein mag, lediglich auf das Dort stellen will. „Nicht Begriffe sind ausschlaggebend, sondern die Tat" möchten wir im Mnuestines bekannten Wortes aus unserem Schrifttum sagen. Don den Entscheidungen eines durch die religiöse Formung des Lebens bewährten Judentums ist in dem vorliegenden Buch wenig zu verspüren. Nur so ist es Zu verstehen, das'Schoeps weder der jüdischen Tradition, noch den: ernsthasten Sinngehalt der jüdischen Lrtbodorie gerecht zu werden versteht. Er sieht wohl, daß der Katholizismus unserer Zeit, kraw der iu ihm festgelegren Formen, vor der Berdiesseitigung der Religion weithin bewahre geblieben ist. Er verkennt aber, wie sehr das gesetzgebende Judentum, trotz feiner j)?t all zu doktrinär borgetragenen Lehre, als Siegelbewahrer der irrationalen Elemente jüdischer Neligiosität angesprochen werden darf. Nur aus einer llrwerbuudenheit mit der Totalitär des jüdischen Lebens kann man es sich erklären, daß Schoeps den von der Geschichte schon je und je verurteilten Versuch, ein Judentum unter Anschluß des Talmud aufzubauen, von sich aus wieder aufnimmt. Hier ist er selbst mehr vergangenes Jahrhundert, als er zuzugcben geneigt sein wird. Trotz dieser notwendigen Aus'tellungen stehen wir nicht an, die vorliegende Arbeit als einen überaus beachtenswerten Beitrag zur Klärung der jüdisch-religiösen Situation unserer Zeit zu bezeichnen. Schoeps findet die rechtenchWortch um die £iteribarungswrne des Durchschnittsmenschen innerer Tage aufzudecken. _ Er hat aber auch den Mut und die Fähigkeit, wahre Religion von den vielen verkappten Religionen, die durch unsere Zeit gehen, zu scheiden und zu trennen. 'Allen, die wissen, daß es neben dem Hunger nach Brot auch noch im tzegenwärtigeu'Augenblick einen Hunger vieler Menschen. gibt, ..zu hören das' Wort Gottes", sei diese aufrüttelnde Schrift zum Studium und zur Selbstüberprüfung bestens empfohlen. Dr. Hugo Hahn (Essea). m U'As SwM Tas Ableben des berühmten kuustwrderers und Kunstleuuers, des fclieiien Philanthropen Dr. h. c. James Simon, aus denen vorbildliches Wirken int Treuste des deutschen Judentums an dieser Stelle .bereits hmgewiosen wurde, hat der d e u t s ch e n TageZp r e f f c Gr Berlin imb i m N e i ch Anlaß zur Würdigung dieses hervorragenden deutschen Kulturträgers gegeben. Ter deutschnationale „Berliner Lokal- A n z e i g e r" würdigt Simon als „Mäzen von Format", als den „letzten bedeuterden .Kunstsammler .aus der Zeit des großen deutschere *Li'L yieiujjuua ii'ujizijuiiuji.il' „JL 0 g i^er- Itn) nennt den jäh und unerwartet Tahingeschiedenen den „Klassiker des Müzenatentums". Tie nationale „Berliner^ Börsen- Zeitung" (Berlin) hebt u. a. ^imous große Verdienste um die mannigfachen Unternehmungen der „Deutschen Trieut-Gesellschast'h deren Mitbegründer er war, hervor. Im „Berliner Tageblatt" betrauert der Tircktor der Staatlichen Gemäldegalerie, Geheimrat Tr. Mar I. F r i e d l ä uch e r , den Derülst des Gönners der staatlichen Museen. Ter „Abend", die Spatausgabe des sozialdemokratischen „Vorwärts", charakterisiert die Selbstlosigkeit, mit der James Simon sein Vermögen in den Tienst der deutschen Kuuitpslege stellte, folgendernmßen: „So ist der jüdische Kaufmann im besten Sinne des Wortes ein Mäzen der Künste ur.d Wisienschasten geworden: das größte Beispiel im kaiserlichen Deutschland/ H*/® ‘„‘(•iih ( (d Ls) (V- ... /. / '• a. , . cvr/* iKr^rcjrr: u Vs. a ca t\c * * t CJ ~ BERUH - Haiei Excefslor n a r\ r% pmisM - •”' — nrv f n - f l«Uiä.L;; :; .nl C \ h I G Modernste Hotelschctfuntf, «- w.***-i.. «• --«a %ä wua ujtum direkt am Ha ap t bah n he f. ,5 u s« C2~3 rnfcs. Flicsser.des Wasser und in allenZimraern. Weinrestaurant. Änerkanr:teste Küche. Bierrestaurant. Auswärtige und hiesige Eiere. Cafe zr.it eigenerKonditorei. Kcnferecz-nnd Ausstellungsräume. Zimmer JLÄ 4-j50» Z'CSb Sammel-Nr. Maingau 7C*351. Direkten: Ludwig Heckner. 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