Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 19 (6.5.1932)
- Date
- 1932-05-06
- Page
- Seite 188 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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sondere Anschauungsweisen über gut und schlecht, richtig und unrichtig, ehrenhaft und unehrenhaft, wertvoll und wertlos, zweckvoll und unzweckmäßig . . ." Ein anderes als ein autonomes Judentum mit eigener Lebensform und eigenem Sittenkodex, eine jüdische Gemeinschafr ..in der Anmaßung des Liberalismus" wird nicht geduldet, denn es „erzeugt jenes Gift, welches die Symbiose der Deutschen und Juden zerstört'. Dementsprechend dekretiert Stapel: „Denjenigen jüdischen Schriftstellern, die das Reich und Vas Deutschtum schrrraherr, ist die Publizität zu entziehen. Jüdische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen dürfen nicht irr Fraktur gedruckt werden." — „Das Judentum ist vom Kriegsdienst erinnert. Tenn wir wollen die Juden nicht in die Lage zwingen, mit den Juden anderer Länder zu kämpfen." — „Die beiden hierarchischen Funktionen des Richters und Erziehers find den Inden für den Bereich des Deutschtums verschlossen. Die Deutschen sollen nur von Deutschen gerichtet und erzogen werden." Es folgen Bestimmungen über den ,.Uebertritt vom Judentum zum Deutschtum"; erst bei der dritten Generation wird die Uebernahme in die erstrebte andere Gemeinschaft wirklich vollzogen, Vater und Großvater, der den Willen zum ULbertritt bindend für die nachfolgenden Generationen erklärt hat, bleiben noch im Vorhof „zwischen den Rasten". Der Geist dieser neuen Judenordnung ist ohne weiteres greifbar, jedes Wort der Kritik, jeder ironische Emwand würde diesen penetranten „Geist" abschwächen. — Die Sammlung der zwanzig Antworten auf die Frage .Mas wir vom NabioncnismuZ erwarten" ist eine typische Zeiterscheinung, vor der mit einen Zoll von seinem als richtig erkannten Grundsätzen abzuweichen keinem Juden einfallen wird. Diese Zeiierscheinung — besonders das neue Stapelsche Judenrecht — sollte hier niedriger gehängt werden. Aus den zwanzig Antworten soll nur noch als Schlußanmerkung auf einen Beitrag gedeutet werden: ,LÜ a§ erwarten die Ausländsdeutschen vom Nationalsozialismus?' von Johann Wilhelm M a n n h a rd t. Hier weicht Zum Schluß der MhLhenneb-ck und Mannhardt belehrt seine nationalsozialistüchen Freunde über das gesamtdeutsche Jrtteresie am Judentum: „In vielen Swaten, in denen es eine deutsche Minderheit gibt, kämost neben ihr eine jüdische. So^verchieden ihre Wege auch oft gehen, so c*t find beide Loch aufeinander angewiesen; denn das Ziel vt gemein'am. und oft genug kommt es zu verständnisrrller Zusammenarbeit, deren Störung auch den Deürfcl)Ln schaden würde. Dazu trixr noch etwas anders Im europäischen Osten ist heute noch fast überall das Judentum Mitträger deutscher Zivilisation. Das Deutsche oder das von den Deutschen ohne weiteres zu verstehende Jiddisch ist die Sprache, m der sich die östlichen Inden untereinander und mir den Deutschen überall verständigen. Daraus erwächst sowohl den Juden als auch den Deutschen ein großer Vorteil. Es bedeutet für die deutsche Wirtschaft und darüber hinaus für die deutsche Politik in Südosreuropa etwas sehnliches wie die subsidiäre Herrschast der französischen Sprache im N a l\ e n C ft e u für Frankreich ober der englischen Sprache im Ferne n Osten für England. Tie Ausland-denkochen rm Osten erwarten, daß dieser Zustand, der ebenso ihr wie ein gesamtdeutsches und ein gefamtjüdisches Interesse ist, nicht gestört wird." So wird die Srapelsche Judenhaßpolitik von seinen eigenen Gesinnungsgenossen im gesamtdeutschen Inter ehe aufs Haupt geschlagen. Dr. Ludwig FencMwanger (München). t>r. Mark WisHnrtzrr 50 Fahre alt Am 13. Mri b-rgkht der Srnrrakstkrrkär des §>ik?s- Verrirrs der deuo'-arir Juden, Dr. Scat* OtfÄnitzer, feinen 50. OeZurtstag. Tr. Qi'chncher ist weiten Kreisen des dent'chrn IndenwTns in und atthrrhalb Berlins durch fein» Tötchleir Ln drr Co'ch.r der angesehenen deurshrrr HllfsorganirLkion beirnnt. ^achkunoige wissen, eine wir rnsgebrriietr Tätigkeit Disä.nitzer seit cur-übt. Er iss cls enrerkanntec SLchnrrünndirrr cnf den EeLirte der Wirtschaftsgeschichte, d-:r Wirtschafr-rragm des Ossrns rrnd der Geschichte der Inden in Qssen in ceinnt und engeren Sinne anzuchrechen und entwickeöt eine fruchtbare Tätigkeit auf diesen EsLirkr eks Herausg'ber zahlreicher b-örifuur und An'-ägL jedt edLnss Die früher, de rr als Dozent Ln Prterchurg lrhrtr. . Dir wünschen Tr. Mark Dischnitzer, der stets für dir Arbeit des C. V. warn es Dnssändnis cn de er Tag gelegt hat, daß fr nach lange Ichrr .pan Sca-n der Arbeit des Hiüsaereins der deutschen Inden, aber auch der iüLischen Wissenn-rkt in Gesundheit und Frische wirken möge. A. W. tibh §reut vsn Coro§?s" ' Zur Uraufführung im Deutschen Künstler-Theater in Berlin. Nathan der Weise auf dem Lande", so könnte nun die Komödie von Otto Jndig nennen, die Blllwr Larnowsky im. Den tscheu Künstler-Theater in Berlin zurzock spielen läßt. Dieses Lustspiel ist ein Bolt-'rück mit aller Rührseligkeit und Harmlosigkeit. die zu diesem Genre gehören. Ein rumänisches Banernmadel will heiraten: bei der Suche noch ihren Papieren stellt sich heraus, daß sie ein „Lediges Kind" ist, und zwar das Kind — eines jüdischen Müh-onoesthers und eines jüdischen Tien'stmädchm.s. Empörung des Bräutigams, Herzensgute und Edelmut des jüdischen Schankwirts und der Witwe des inzwischen verstorbenen angeblichen Vaters — bis ein Brief die Aufklärung bringt: es war ein Irrtum, dis Klar: ist nicht Jüdin, sondern das uneheliche Kind protestanlischer Arbeiter. Die ,.drei Zulage". sind also da. Die Lösung befriedigt alle, nur der jüdi'sche cchanßvirt Herschkorvitz, der die frischge banke ne Jüdin zu sich genommen hatte, trauert N'chmütia um sie, „die eine so gute Jüdin geworden wäre". Vereinsamt setzt er sich zu seinen Freiragabendkerzen. -j Es umr vielleicht ein Wagnis, dieses ^näck in heutiger Zeit .zu spielen. Ter Erfolg gibt dem Theaterdiretwr recht. Und so haben wir, in deren Tendenz dieses Stück so ganz einschlägt, ihm nur für seinen Mut zu ducken, jlu) zu danken haben wir auch dem vornehmen Künstler Paul Hörbiger, der den jüdelnden Gastwirt so'sein, so beseelt tmb jo wahrhaft liebenswert daist eilt. daß jeder Lvock von dieser Herzensgüte überwunden werden muß. Moicr Valetti stellt eine mehr berlinische als rumänisch-jüdische Witwe Blum aus die Bühne, und der reizenden Klari der Luise Ullrich nehmen wir es nacht übel, daß sie befreit aufakmet, als sie erführt, daß sie kerne Jüdin ist: dcnn sie ist ja Zeit ihres Lebens jnr Maste gegangen, und die Spottrufe rgrer Gespielinnen „handele Klarich die Verachtung ihres Bräutigams, der sich ihrer jüdischen Herkunft schämt, die Roheit, mir "der hallstr der 'edle Herschkowitz als Jude verfolgt wird, haben ihr in den vier Wochen, da sie als Jüdin' galt/ gezeigt,- wir leckvoll' und schwer ihr Lebensweg als Jüdin geworden wäre. Herzerfrischend ist der Notar Consta (Hans Beha l), der bei aller Verworrenheit, dir er mirsihafsr, gleich dag richi M üMm M. ITg föx;#iöxa .X >! m; nmm. g Z3 sr *rü£T'r',iP7r?-'T-j^ F\ sss HOl; GJoLJ. Hßizi mrn::i l’oderaata Botels:höpf-"i, unektsraHanr-rVabsh' f,Ä .3gang fiaks. Fiiccsomles und allen Zimmern. ye-nr23{a^re.rL Anerkannt beste KüeTie. Bisrraslaaraät. 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