Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 17 (22.4.1932)
- Date
- 1932-04-22
- Page
- Seite 161 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2277379-2277939-2277956--07302-2288193- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
26. 4.1332 ßtrlln, 22. Kxril 1932 XI. Jahrgang ♦ Nr. yy Einzelnummer 2S Pfennig b'JT2 '■''Tl v-v'-ht ijf v*#^ ♦ BlertelfrrhrsaboNrrsment 2.2S MM. (L^Zügl. Bestellgeld). -^Il^smeins 2siwnH 6ss Duderttums Verlag und Cchriltleiluug: Berlin W 15, Cmser Str. 42. Fernsprecher: J2 Oliva 5074. .:. Postscheckkonto: Berlin "0172. .:. Bankkonto: Dresdner Bank, De^osiLenkaffe H4, Berlin-Wilmersdorf 1, Hohsnzollerndamm IW, und von Goldschrnidt. Rothschild & Ca., Berlin ^8. Alleinige AnZeigrnannahme: Annoncsn.EZpedition Rudolf Masse, Berlin SW 103, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,33 J2JA für die IgespLlLene Zeile nach Rudolf Mosses RonnalZsilenmesser Rr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder des Centralvereins 0,45 JUL. die 62 mm breite Reklamrzrile 3,50 JUL y OU 6 y K>-J^ \> 6 J %}J 0D 2 > ,-A ►■f. s f .'V ä)üi «^,/ör ' \ i Llm was es geht y v-.^ \)^y vo? V v2 NEHZ1N vr. C. München, den 19. April 1932. Bayern hat bei den Reich-Präsidentenwahlen am 13. März und am 10. April d. I. insofern eine besondere Stellung eingenommen, als hier der Sieg der Kandidatur hindenburg von vornherein gesichert erschien. Beim zweiten Mahlgang der Reichspräsidentenwahl hatte der Wahlkreis Oberbayern-Schwaben als einziger unter allen deutschen Wahlkreisen einen Rückgang der Hitler-Stimmen zu verzeichnen, der Wahlkreis ph*»rftrth<>nTr-.0?vOt*Hrr*T'» ni«f» 'Dnrtrtümn - —7^... wv beteiligung, die ebenfalls überwiegend hindenscheidung nicht schwer fallen. Sozialdemokratische Partei und Bayerische VolksparteL treten, jede von ihrem Standpunkt aus, in gleich eindringlicher Weise gegen den Politischen Radikalismus, von welcher Seite er auch kommen mag, aus. Aber auch die Kandidaten der Deutschen Staatspartei können von unseren Freunden ohne Bedenken gewählt werden, weil durch deren Aufstellung auf den Wahlvorschlägen des Bayerischen Bauern- und Mittel st andsbundes, der die alte demokratische Haltung der bayerischen Landbevölkerung sortzetzt, dafür ^orge getragen ist, daß keine Stimme verloren geht. Partei, die D e u t s ch n a t i o i\ a I z Partei mit btin LandöuNv gemeinsame Wahloorschläge eingereicht, die Staats- Partei dagegen hat ihre Kandidaten auf den Wahlvorschlägen des Bayerisch enBauern- und Mittel ft andsbundes ausgestellt. Ten Bewerbern der Staatspartei sind auf Grund eines Abkommens fast alle mittel- und oberfränkischen Stimmrreife, ferner die Stimmkreise Würzöurg und Aschafsenburg, Ludwigshasen und Kaiserslautern, Regensburg und -Arnberg und in Südbayern sämtliche Augsburger und Münchener ^rummkreye überlassen wordene in den übrigen Stimmkreisen sollen die staatsparteilichen Stirn- 1 bürg zugute kam. Dieser Umstand eröffnet für die am 24. April stattsmdenden bayerischen Landtagswahlen einen vergleichsweise freundlichen Aspekt. Trotzdem darf nicht übersehen werden, daß die Nationalsozialistische Partei in den kommenden bayerischen Landtag mit hoher Mandatszahl einziehen wird, insbesondere weil den günstigen Wahlergebnisien in Altbayern, in Mittelschwaben und in Unterfranken die weniger günstigen Ergebnisie im Allgäu, im Schwäbischen Ries, in der Rheinpsalz und vor allem in den Protestantischen Gebieten Frankens gegenübcrstehen. In erster Linie haben die Wahlergebnisse in Mittelfranken day die mNplo^e Hetze des „Stürmer und die stillere, aber ebenso wirksame Arbeit des „Fränkischen Kurier" dieses Gebiet zu einem gefährlichen Konzenträtionspunkt des Nationalsozialismus in Süddeutschland gemacht haben. Die äutzerste Anspannung aller Kräfte ist demgemäß auch für Bayern notwendig. Wie zur Reichspräsidentenlvaht, so kann auch zur Landtagswahl unseren Freunden die Ent- Derschiedene Anfragen aus Mitgliederkreisen geben Veranlassung, hierzu eine nähere Erklärung zu geben, die aber keineswegs dahin mißdeutet werden darf, als ob damit eine einseitige Wahlwerbung unternommen werden sollte. Dies würde dem parteipolitisch unabhängigen Eharakter des Eentralvereins ebenso widersprechen wie der Tatsache, daß Sozialismus und Katholizismus nicht weniger als die Staatspartei in fast allen uns vorzugsweise angehenden politischen Fragen eine eindeutige Haltung einnehmen. Das neue bayerische Wahlgesetz, nach dem am 24. April erstmalig gewählt wird, vereinigt den Gedanken des Berhältniswahlrechts mit dem System der Einzelwahlkreisc. Es verbietet infolgedessen die Verbindung von Wahlvorschlägen und machte die Anrechnung von Neststimmen von der Erringung eines sogenannten Grundmandats in wenigstens einem der acht Kreise Bayerns abhängig: auf diese Weise werden die kleinen Parteien gezwungen, sich an größere Gruppen anzuschließen. So haben die D e u t s ch e V o l E § - Partei zusammen mit der Wirts chastsmen den Bewerbern des Bauernbundes Zufallen. Restftimmen kommen dem jeweils erfolgreichsten Kandidaten des gleichen Kreis- oder Gesamtwahlvorfchlags zugute. Im bisherigen bayerischen Landtag hatten die Parteien, auf die sich die Siaatsregierung stützen konnte, 97 von insgesamt 128 Sitzen. Davon entfielen aus die Bayerische Volkspartei 46, auf die Sozialdemokratische Partei 34 und auf den Bauernbund 17 Sitze. Es ist alles daran zn setzen, daß diese Parteigruppen dem Ansturm des Nationalsozialismus standhalren können. Tie Landesorgamsation des Eentralvereins hat schon seit vielen Wochen in die Arbeit für die Landtagswahlen tatkräftig emaogriffen. In Bayern wie in Württemberg sieht die Aufgabe, die allen freunden des Vaterlandes gesetzt ist, klar vor Augen: Zm deutschen Süden ein festes Bollwerk zu schaffen, an dem sich die Fluten der Auflösung und des Radikalismus brechen.