Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 15 (8.4.1932)
- Date
- 1932-04-08
- Page
- Seite 140 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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140 gebet, darunter sogar Juden, sich scheuen, jüdisches Personal cinZnstellen. Georg Tietz empfahl der jüdischen Jugend dringend, ihre Lehrzeit in Klein- und Mittelstädten zu verbringen und erst nach der Vorbildung im engeren Kreise Stellungen in den Großstädten anzunehmen. Wichtiger als die vielfach überschätzte Schulvorbildung ist genaueste Kenntnis der'Branchenverhältnisse. Tie sorLschreitende Technik schafft ständig neue Bernfszweigs, wie Radio, Installation und dergleichen. Das Nahrungsmittelgerrerbe mit seinen zahlreichen Filiatbetrieben^ das gastronomische Gewerbe, Haus- Haltsbranche, Trogen-, Parfümerie- und Lederwarenhandel bieten auch für jüdnche Kreise »yoch gute Zukunftsmöglichkeiteu. Nach Möglichkeit zu vermeiden sei das Spezialistentum in der Berufsausbildung, denn jedes zusätzliche Wissen in Theorie und Praxis fördere die .künstigen Bernfsaussichten. <LOnitätsrat Tr. Alfred Peyser n-arnte vor der Ueberschätzung der akademischen Berufe. Die Zahl von etwa 150 000 augenblicklich studierenden jüdischen Deutschen stehe in -schreiendem Mißverhältnis zur Zahl der etwa 300 000, die in oder von akademischen Berufen leben. Tom medizinischen Beruf solle sich nur zuwenden, wer eine ausgesprochene und von Berufenen anerkannte Sonderbegabung und den festen Willen, ein entbehrungsreiches Leben auf sich zu nehmen, besitze. Rechtsanwalt Tr. E a l l i n e r beurteilte die Berufsausnch-en für Juristen weniger ungünstig. Claiermeister Wilhelm. M crcu» Erat der Aufsagung entgegen, als ob das Handwerk überholt sei, Martin Sock berichtete von den Der suchen, landwirtschaftliche jüdische Siedlungen in Deutschland zu schaffen, und Paula camoje schilderte die Schmierigkeiten der Hauswirtschaft als Beruf; sie forderte eine rationale Umgestaltung der Berufsarbeit der Arau im Haufe und eine Bewertung, die zu einer wesentlichen Entlastung des allgemeinen Arbeitsmarktes führen könnte. „Die GerrrLinde spricht» Girr Bericht und ein Bekenntnis" war das Motto des (SenieindeübeubS, den die Jüdische Gemeinde Berlin im Marnwrsaal des Zoo kürzlich veranstaltete. Ter Vorsitzende des Vorstandes, Tr. li. c. Wilhelm Kleemann, verfocht in seinen Ausführungen mit allem Nachdruck den Gedanken der Einheit der Gemeinde, die als religiöse und soziale Jnstitutiou im Geist unserer Väter weiterzuführen sei. Einbeit und Einigkeit seien in dieser stürmisch bewegten Jeit Voraussetzung für Leben und Gedeihen der jüdischen Gemeinschaft. Bankdirektvr Wilhelm E r a e tz gab ein ins einzelne gehendes aufschlußreiches Bild von der Finanzlage der Gemeinde nnd trat für die energische Durchführung einer gesunderen, fruchtbringenden Verwaltungspolitik ein. Wie sehr das in judenseindlichen Kreisen immer wieder austauckende Gerede von den ,,reichen Juden" heute in den Bereich der Legende gehört, ging deutlich aus dein Referat von Tirektor Heinrich Stahl hervor, der die wirtschaftliche und soziale Lage besonders der Berliner Juden schilderte und die außerordentlich umfangreichen und mannigfachen Aufgaben und M aß nahmen des Wohlsahrtsa m t e s der Berliner Jüdischen Gemeinde und seiner Ilnterabteilungen kennzeichnete. Moritz Rosenthal forderte im Schlußwort, die Einhestsgemeinde müsse Raum für die Freiheit der religiösen Hebung und Meinung haben. Tie Veranstaltung war von ausgezeichneten musikalischen Vorträgen umrahmt. —th — MEÄSMÄA SM tx:$ drr ttLU»» Ss&» Am 31. Mär; hielt der .Hilfsverein der deutschen Juden im Hotel „Ter Kaiserhof" in Berlin feine 31. Jahresversammlung ab. Jur Feier des stellvertretenden Vorsitzenden. Generalkonsul Eugen Landau, desien achtzigsten Geburtstags wir kürzlich auch in diesen Blättern gedacht haben, wurde auf Antrag von Tr. James Simon ein Gugen-Landau-Fonds errichtet. Die Generalversammlung. die Dr. James Simon mit einer Ansprache einleitete, und bei der Tirektor M. Ioachimsohn als Schatzmeister des Oillsvereins den Finanzbericht, Tr. Marc Wrschnitzer den Tätigkeitsbericht erstattete, gab ein Bild von der scgensvollcu unermüdlichen Tätigkeit des Vereins in Deutschland und im Auslande. Rabbiner Tr. R o s c n t h a l (Köln) dankte der Leitung des Hilfsvereins im Namen der Generalversammlung für sein Wirken, Rabbiner Tr. cs. Lev i (Mainz) schilderte in einem Vortrage über „Erlebnipe an der Tstsiont in den Jahren 1914 bis 1918" die furchtbare Lage der jüdischen Bevölkerung in der Kriegszone. Ter Hilstr>ereiu habe sich an den Hilfsaktionen dort führend beteiligt, Unc er auch jetzt in: Cftcn seine .Hilisarbeit, besonders in Gestalt von Jugendfürsorge und Berufsausbildung der heranwamstuden Jugend, in segensreichster Weise durchführe. Tie Generalversammlung und der anschließende Gesellsclraftsadend waren außerordentlich gut besucht. Unter den vielen bekannten ifibifdieu Persönlichkeiten aus Berlin und aus dem Reiche sah man auch Justizrat Tr. Julius Drodnitz, Ernst Wallach. Tr. Alfred W iencr als Vertreter des Eentralvcrcins. prsfeffor Msritz Natzenstein gestorben Ter Eüirurg des Krankenhauses am Friedrichsham, Universitätsprosesfor Moritz Katzenstein ist, nur 59 Jahre alt, dahingegangen. Ein glänzender Liseg hinauf zu den Höhen der Wissenschaft, zu beu Höhen edlen Menschentums ist vollendet. Keine Protektion hat ihn geebnet. Eiserne Energie und nimmermüder Fleiß hat den hessischen Kleinstädter von seiner Asfisrentcnzeit bei James Israel am Berliner jüdistüen Krankenhaus immer weiter aufsteigen lassen dis zur wottt>erühmten Autorität. den das Ausland zu Gastvorlesungen berief. Schier übermenschlich waren oft die Anforderungen, die er an fick selbst stellte, und darum war cs nicht immer leicht, sein Mitarbeiter 3u sein. In den Jahren des Krieges kannte er nicht Zeit nnd nicht Feierstunde. Tag und Nacht ging er allen voran. Seine robuste Arbeitskraft, seine glänzende Tperationstechnik und nicht Zuletzt seine immer neuen und srucktbcieti Ideen und wissenschaftlichen Aufgaben, die er sich und anderen stellte, ließen keinen, der mit ihm arbeiten durste, müde voerden. So arbeitete Katzenstein mit dem letzten Einsatz oller seiner Kräfte auch für die kleinste Ausgabe Tag um Tag bis zum letzten. Tie große Zahl eV'A usy'-: > j maLSQÜSLLgCr>3M ALS X.TQUEll£{srart. WiLHcLMSGUSLLE(r.üd) 5US-ÄH5TAU K2H5XSMiGAüZJAllftiS, HOTEL KURHAUS AAÄil-ÖKTwBtfl CcöffHU GAILE*LEBER, FETTSUCHT ZÜC&E8, MAGEH»DARM! Z2.u-23.APHI / ‘7 'T~fs ’C.' — fab £fr' / ' 7 , S *; 1;y ff . .V,-* /*• FS* r/SH.11/4 M. 10 A </i M. 20.-\?:rto u.Lisfa 30J M -*7 M&M MHZZflSrt faüalioTtcn Polsf ennooc! Dekorateure Topier mm TöBfer- 1*1» Tiii liiä meiste? des 3 ad. HandwcrLervereins i BerM57, Wlnlerfelöfsfr.24 Telefon: B7 Pallas P?m "5 * *■" l. " ' I . /ffj Bsrüs- Char*ar;3nlJr3 4 Niebu!’.rs!rasic 65, Tel.: 11 BismafÄ 5633 Dekorat^ Pols tenirb eit. Tapez.- m Maierarb. tili. Ooti, Siissraanri, Bfn. W15. Pariser Strasse 50. C n 5ZLÜ ki/Ä! Ofenu. Kochherd- Baugeschüii f5! I Ltw./w.jm TöT-fenncisior Inbj loeweadcrff&Teppe Berlin f»53 Pappelallee -4 Tel.: D 4 HamboMt 4L3öür-ilüil'iniütüninr-v'"::- t; <. ■ ä •;: u; U i t u: 11 i i i 11 i,.. t;'. -. i.. ifiiii Firme ns diu de? Gebr. Kindermann. Schönhauser Alles 137a. €?;r. 13S3 Kutijo c;D4.-505. cCwi:d., Trans?,, fiucrst. alf.Ärt Alfred Adam, hg.-Bira. licht-,1 san;t.An!.. Fek!.- e. I es r, - A n!?. 2:.. 8 e! e i; c h t e ns * -r - e r. Cr leg, 4, Svoerstr. 7,8i$a’.2j43. DSre&f öS KlüfjfnÖbel, Couchs, Ach j f.'ahatren. Aufu.Um- '/ arhettung, Oekorauon. -> L, SCHEIBE, wi friilirr in Posen, W Pol*tor:uübclfab:ik, Berlin, A!t-Moabi»35,I’al) rik 2.1 lo f.Tel.: C 9,T i e rgart.9501. Ver tr eter?esu :n er, rerbir. Haben Sie Arbeiten zu vergeben? So beachten Sie diese Rubrik! Pianos Monatsmiete von M, 8.- aa m.Kaufiierechtig. Gebrauchte Pianö3 v. 150 M. an. Reparat, Stimmen. Electrola-Vcranfssteüe, d neuest. Radioapparate Louis Zander, A.i-Moabit35: FensSerrev ni(|ung I Hü?n!!ter L Co, Inh. E. Ktonower (Mitglied des Jüdischen Ha ndv? erk er Vereins}. Berlin ff 8. Maaersfr. 47 41 Tel.: A2, flora 53Uk 30, Gleditschstr. 13. II. Tel.: B7Pallas0404. Ar.- bringen von. Gardinen, Berechnnngnur tVn?teravcisc; kein Stundenlohn. 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