Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 12 (18.3.1932)
- Date
- 1932-03-18
- Page
- Seite 102 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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102 weltenfernen München, sondern — „den kennen wir doch auf du und du" — in Neu-Strelitz oder anderswo lebt, da wählen wir nicht das Hakeukreuzbanner. Ter kühle Beobachter darf getrost eine Million nationalsozialistischer Stimmen, wahrscheinlich noch weit mehr, bei Parlamenrswahlen von den 11 300 000 abbuchen. Die geweissagten 15 Millionen schrumpfen also weiter zusammen. Wir reden uns gewiß nicht ein, alle Hindenburg-Wähler hätten mit ihrem Stimmzettel für den verehrungswürdigen Reichspräsidenten Protest gegen die Haßgesinnung der Nationalsozialisten einlegen wollen. An fast der Hälfte aller deutschen Wähler und Wählerinnen ist aber der Hitler-Mannen judenfeindliche Propaganda in Wort und Schrift abgeprallt. Und aüe Klobiges und Gemeines ist dem deutschen Volke vorgesetzt worden. Derselbe Mann, der anderen Parteien beim Reichspräsidenten mangelnder Ritterlichkeit zeiht, hat nichts dagegen einzuwenden, daß einer der Seinen, der bekannte sächsische Landtagsabgeordnete v. Killinger, erklärt: ,,Nnn zur Staatspartei. Das sind die jüdische Hochfinanz und die jüdischen Lireraten in Berlin. Im Tritten Reich werden wir nicht die Hundepeitsche nehmen, sondern Maschinengewehre, die besser und gründlicher funktionieren." (Kundgebung der NSTAP in Berlin-Wilmersdorf am 10. März.) — Bon den (mutig anonymen) Flugblättern, in denen widerwärtige Karikaturen von Lstjuden als „Hindenburg-Wahler" angegeben werden, obwohl sie, wären solche Jammergestalten vorhanden, da Ausländer, gar kein Wahlrecht besäßen, von den verleumderischen Zeichnungen und Unterschriften im „Flammenwerfer Nr. 2", die Juden hätten am Zusammenbruch 1918 nur verdient und saugten jetzt das letzte Blut aus dem deutschen Wirtschaftskörper, sei nur kurz berichtet. „Bangemachen gilt nicht!". Das ist richtig. 11300 000 Hitler-Wähler erfüllen uns trotz Hindenburgs Sieg mit Besorgnis, um Deutschlands willen, um der Juden willen. Sie sind keinesfalls alle grimmige Judenfeinde. Und selbst unter diesen schämen sich viele der von Aufgehetzten umgebrochenen Leichensteine und der mit Hakenkreuzen besudelten Gottes- Wieder Friedhofs- und Synagogenschändungen In der Nacht vom 5. zum 6. März wurden auf dem jüdischen Friedhof in Niedcrursel an der Straße Jranffurt a. M. — Bad Homburg v. d. H. vier Grabsteine gewaltsam aus dem Boden gerissen und umgelegt. Tie Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Eentralvereins hat für die Ergreifung der Täter eine 236* lohuung von 100 Mark cmsgesetzt und die Untat mehrmals durch Rundfunk bekanntgeben lassen. Leider fehlt von den Tätern bisher noch jede Spur. Tie Urnzüunung des jüdischen Friedhofes in Cleve wurde mit meterhohen Buchstaben „Juda verrecke! Heil Haler" beschmiert. Tie j blever Presse ist sich in der Verurteilung dieser Schandtat einig. ] In der Nacht vom 4. zum 5, März wurde die Synagoge in Emden mit der Inschrift: „Wühlt Hitler" beschmiert. Tie jüdische Gemeinde Emden hat aus die Ermittlung der Täter eine Belohnung von 200 Mark ausgejetzt. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend vergangener Woche wurde die Synagoge in Namstau mit einem Hakenkreuz und der Inschrift „Teutschland den Deutschen" bemalt. Tie Täter sind noch nicht ermittelt. Häuser. Aber sie schweigen und sie dulden, daß in Versammlung und Zeitung die Jllden als Freiwild hingestellt werden. Sie erkennen nicht die ungeheure Gefahr dieser zügellosen Haßgesinnung für Teutschland und für den Nationalsozialismus selbst. Haß gestern und heilte gegen die Juden, morgen gegen den Kapitalismus, übermorgen gegen den Führer, wenn er das nicht vollenden kann, was die kleinen Geister landauf und landab in glühenden Bildern verheißen haben. Haß ist immer ein schlechter, ein treuloser Baumeister gewesen. Mit ihm kann niemand ein Reich, geschweige denn ein Trittes Reich für Freiheit und Brot errichten. Ob neun, ob zehn Millionen — wird nicht die Parteileitung alles daransetzen, die Wähler des 13. März als dauernde Anhänger zu gewinnen? Feiert nicht auf jeder Seite des „Völkischen Beobachters" wie des „Angriffs", vom „Stürmer" gar nicht zu reden, grobschlächtige Judengegnerschast ihre Feste? Und gleichgültig, vb bu das landwirtschaftliche Programm oder das wirtschaftliche, die Zeitschrift für die Hitler-Jugend oder des „vornehmen" Wilhelm Stapel literarische Anmerkungen zur Zeitgeschichte liest — die nationalsozialistische Mühle klappert nur, wenn sie grobes antisemitisches Korn mahlt. Unsere Aufgabe, unser Ziel sind klar. Wir müssen alle unsere deutschen Volksgenossen immun zu machen suchen gegen das antisemitische Eist. Wir müssen die hundert, die tausend möglichen Wege der Aufklärung über Juden und Judentum kraftvoll weiter beschreiten. Wie es durchgeführk werden soll? Wir sind stolz darauf, das Vertrauen der deutschen Juden zu besitzen, die wissen, alles Menschenmögliche geschieht von uns, indem wir mit sauberen Waisen kämpfen, indem wir die unzerbrechliche Kraft unserer heißen Herzen in des Vaterlandes und des Judentums heiligen Dienst stellen. Tie zweite Reichspräsidentenwahl, die preußischen Landtagswahlen, die badischen, die anderen — welche unübersehbaren politischen Ereignisse stehen vor der Tür. Mit Entschlossenheit, mit Mut, mit Kampfessreude sie zu meistern — dazu Für den Kampffonds 1932! Die Mitglieder der Landesverbände Anhalt, Brandenburg, Grenzmark, Gross-Berlin, Freistaat und Provinz Sachsen überweisen ihre Wahlspende auf Postscheckkonto Berlin 304 72 Centralverein, Berlin W 15 (Kampffonds 1932), die C.V.er der übrigen Landesverbände auf die Postscheckkonten ihrer Landesverbände. fordern wir laut auf. Sich wehren, bringt Ehren und auch Erfolge. Arbeiten und opfern, nicht nur spenden — gebieten uns allen diese ernsten Tage. Dr. Alfred Wiener. KOSCHER FOR PESSACH Zwei koschere P^emzenvefte •.. so spssrsom, s© beetem nos bv NV2 Tomor, hergesfeüt unter Aufsicht Seiner Ehrwurden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, ist reinste Mandelmilch-Margarine! Sie können sie als Brotaufstrich unter Fleischbelag verwenden und für Kuchen und Torten, die Sie unmittelbar nach der Mahlzeit reichen wollen, Tomor enthält keine tierischen Fette und darf daher zu allen Speisen ohne Unterschied gebraucht werden. Palmin koscher besteht zu vollen 100% aus reinemCocosfett. Beim Kochen, Braten,Backen — immer freuen Sie sich über seine Ausgiebigkeit und seinen reinen Geschmack. Palmin koscher enthält keinen Tropfen Wasser — es spritzt daher nicht aus der Pfanne, das ganze verwendete Quantum wird voll ausgenutzt. Und dabei istPalmin koscher so leicht verdaulich,daß es selbst dem empfindlichstenMagen gut bekommt. szz\ r\ r f l ( ( / ) l V. \ U / j i U V:>; ü V i i ü \2k ) IM Mit diesen beiden Fetten i^Afi ir>r\ni>n Ü UzsJ V ü Ü ü KOSCHER gelingen die österlichen Speisen zu Ihrer vollsten Zufriedenheit _ _ TPK3—?!! 'TV Z" ' ~ - S rZTZ3. t