Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 11 (1932)
- Issue
- 9 (26.2.1932)
- Date
- 1932-02-26
- Page
- Seite 73 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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_ 7 n \ r x V' X/Zj / A r ) f? 2L2.W3L Serlin, 2H.§ebnrar 1432 X!. Jahrgang ♦ üe. H ELnZelnuMmrr 20 pfrnnZg / -- > n J X / A v ,' 0 Hl : jj i kW / *•> -.'s. ,^>fy MDS ^ßJj/523&J3J}. - Dirrreliatzroabonnsrneu.r 2.25 NM. EuZügl. L^eZgeld). Verlag und Echriftleitung: Brrlirr W 15, Emfer 6tr. 42. Fernsprecher: J 2 Oliva 5074. .:. Postscheckkonto: Berlin 304 72. .:. Bankkonto: Dresdner Dank, Depssitenkaffe 8 2, Berlin.Dilinersdorf 1, Lslrenzallerndamm IW. und von Soldschnildt - Rothschild L Co., Berlin \V 8. Alleinige AnZeigenannahmr: Annoncen-Lypedition Rudolf Ltone, Berlin SW ICO. und deren Filialen. 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Diese Kandidatur kann nur als^Zählkandidatur gelten, die in dem etwa notwendigen Zweiten Wahlgang nicht mehr in Erscheinung treten wird. Bezeichnend ist, daß nicht der Bundesführer des Stahlhelms, S e l d t e, herausgestellt wurde, sondern der Vertreter der scharfen Tonart, D ü st e r b e r g, der sich gelegentlich der nationalsozialistischen Konkurrenz auch ihrer antisemitischen Haltung angepaßt hat. Die Nationalsozialisten haben lange gezögert, ihren Führer in die offene Feldschlacht ziehen zu lassen. Ter Verlust an Ansehen, den die Partei bei einem Unterliegen des Mannes erleiden würde, um den man heute den Mythos der Unbesiegbarkeit spinnt, schien ihr zu gewagt. Wenn jetzt die Entscheidung gefallen ist, so wird ein Trommelfeuer rücksichtsloser Agitation entsetzen. Auch die Nationalsozialisten wissen: Sieg oder Niederlage bei d e r Präsidentenwahl i st entscheidend für die E n t w i d I u n g der Partei. Für die jüdischen Deutschen ist die Entscheidung leicht. Gegenüber den Kandidaten, die programmatisch Entrechtung der jüdischen Deutschen fordern, steht als Wahrer der Verfassung Reichspräsident von Hindenburg. II. In ihrer Besorgnis um einen günstigen Wahlausgang sucht die StSDAP. nach Zug. kräftigen Parolen. Sie ist nickst in der Lage, gegen Hindenburg die üblichen Zweifel au Ehrenhaftigkeit und nationaler Gesinnung zu äußern, mit denen sie sonst den Kamps gegen politische Gegner bestreitet. Auch jüdische Versippung ist nicht nachzuweisen. Aber: „Hindenburg als Kandidat der Inden" scheint der Partei als Parole willkommen. Die „E. V.-Juden für Hindenburg" jwhwclt der „V ö l k i s ch e Beobachter" und zitiert unseren Artikel, in dem wir am 19. Februar von der nationalen Hingabe Hindenburgs an das Vaterland sprachen. Ein eigener Leitaufsatz^ des „Völkischen Beobachters" wird unserer Ltellungnahmo gewidmet. „Die Sonde, die an alle Ercigi^lsse angelegt wird, heisst: in welilstm Lager sicht der Jude? — Denn Dort s-eht nickst Tcutschland. Das ist die entscheidende Blutprobe .... Und die Stimme Des Blutes wird nicht versagen — Herr von Hindenburg ist schon heute geschlagen, wo ihn der C.V. als Befreier und Schüher preift." Wir haben zwar Hindenburg nicht als Befreier und Schützer der Juden gepriesen, sondern ihn den Befreier Ostpreußens und den Schützer der Neichsverfassung genannt. Auch die übrige na11onaifo31aiif11f03e Prepe ist auf diese Tonart eingeschwenkt. So veröffentlichen die „Volksparole", die amtliche Tageszeitung des Gaues Düsseldorf der NSDAP., der „Westdeutsche Beobachter", die „Rote Erde" und andere offenbar durch die gleiche Korrespondenz bediente nationalsozialistische Blätter einen kurzen Artikel „Hindenburgs nationales Opfer" (ausdrücklich irr Anführungszeichen gefetzt). Darin begeifern sie zunächst die „E. V.-Zeitung" als „das Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, das sich in der Beschimpfung deutschen Wesens und deutscher Art im allgemeinen gar nicht genug tun kann und alles, was für einen Wiederaufstieg Deutschlands arbeitet, mit Schmutz bewirft", nennen sie „das Blättchen der in Deutschland lebenden Ostgalizier" und stellen fest, daß sie „jetzt natürlich den Generalfeldmarschall über den grünen Klee" gelobt halte, und schließen mit den Worten: „Das deutsche Volk roird sich dafür bedanken, zusammen mit den G. B.-Juden seine Stimme diesem Kandidaten zu geben." Uns interessiert an diesem neuesten Lüalsttrick der Partei das unkritische Zutrauen, das die nationalsozialistischen Parolenmacher zur „Judenphrase" haben. Man stempele einen politischen Vorgang als „jüdisch" ab, man bezeichne eine Partei oder einen politischen Gegner als „verjudet" oder „jüdi-'ch versippt" und der Difsamierungserfolg ist erreicht.!<zo lernt es der nationalsozialistische Agitator in der Rednerschule. Als Herr Dr. Goebbels vor viereinhalb Jahren die Tätigkeit als Gauleiter von Berlin begann, sah er in der Diffamierung eines hohen jüdischen Verwaltungsbeamten seine politische Aufgabe; keine Karikatur: war ihm kraß antisemirisch und widerlich genug, kein Spottname zu schlecht, um diesen politi'chen Gegner zu treffen. Ein nationalsozialistischer Führer, in dem das Gefühl für anständige Politische Auseinandersetzung noch nicht erstorben war, wagte schüchtern einzuwenden, daß die Bewegung des Nationalsozialismus nicht gegen Einzelpersonen, sondern um die Durchsetzung von Ideen kämpfe. Die angegriffene Einzelperson schiene schon deshalb für einen solchen Cossenkamps nicht geeignet, weil an ihrer persönlichen Ehrenhaftigkeit nicht zu zweifeln sei. Herr Tr. Goebbels beüand aber auf seiner Taktik, und es galt ihm. dem H e i^nikrieger, nichts, daß der mit niedrigsten Mitteln angegriffene Gegner Inhaber des E. 5i. I. und höherer Offizier war. Es Paßt zu dem Charakter des Herrn Goebbels, daß er in der RcichstagseröGnungssinung von der Sozialdemokratischen Partei als der „Partei der Deserteure" zu sprechen wagte. Diese Beschimpfung liegt auf der gleichen Ebene wie die Verleumdungen gegen die jüdischen Kriegsgefallenen. Hoffen wir, daß die ehrliche Em' pörung. die den Reichstag nach Goebbels Aeriße-- ritng ergriff, die Oefsenilichkeit in Zukunft auch Das Echo auf unsere Sfellungnahmefür Hindenburg: Der „ Völkische Beobachter" vom 22. Februar "1932 s ii/Mh 11 » > rzrz AA VOLKISCHERS'BEOBACHTER J Dir £z$t£iXcxxccrcu *?; j hXX Dee kt.»ts t--,uU ~ 3üvi7ßt dtmxix] fl? sDbuWiMDch-ch 1.7 AzA:a' rbDlbob^bKbst •** ■**’&** $.va ^.«4 i »0— j 7:x~x~x -yw.