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Central-Verein-Zeitung · 1931-12-25 · 52 (25.12.1931) · p. Seite 597

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
52 (25.12.1931)
Date
1931-12-25
Page
Seite 597 (sequence 9)
Language
German
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S47 Rem Sßchss „Krisis. Ein poNLisches Manifest." Verlag Erich Lichlerrsteirr, Weimar. .Preis T,50 Neichsrnark. Eine große Reihe von EinzclaufwwLn über sämtliche "Gebiete des öfscmliäw'n Lebens, von , Ministerialdirektor Oskar TA 2 l i e t her ausgegeben. Rach den verschiedensten Gesichtspunkten werden die großen' Fraam nnstrer Zeit von Schriftstellern ersten Ranoes behandelt. Reichskanzler Tr. B r ü n i n g leitet das Werk ein. llircr Freund, Kammerawichrsrat Leo Wolfs, ' das sei besonders hervorgehoben, liefert einen ausführlichen und .gut unterricht enden Beitrag über „Tie deutschen Zu den". Ten RaNonalsozialismus behandelt. Professor Ludwig Bernhard, die R-üenfrage Prosegor Tr. Friedrich Hertz in Halle. Tas Werl ist wesentlich. Weitgehendste Beachtung sollte ihm zuteil werden. L. H. Euaen Wölbe: „Kaiser Friedrich. Die Tragödie des Ueöcrgangenen." Avalun-Vcrlag, ^cllcrau. Preis etwa 7,50 Reichsmark. ' Eine moderne Lebensbeschreibung. Alles ist berücksichtigt, was in der neuesten Zeit über das Leben dieses unvergeßlichen Monarchen bekannt geworden ist. Bon dauernder Bedenruna. Volkstümlich' geschrieben bei aller winenschastlichen Genauigkeit im einzelnen. Ansgezeiennet durch einen vorzüglichen Lül. L. H. Felix A. Theilhaber: „Schicksal rrnd Lcistnng. Juden in der deutschen Forschung rrnd Technik." Verlag Ter Heine- Bund, Berlin. Preis 6 Reichsmark. Tas Werk schildert die deutschen Juden in allen Zweigen der reinen und angewandten Naturerkenntnis: Phynk, Chemie, Medizin. Botanik, Auto-. Radio-, Telephon- und Lufttchifstechnik. Psychoanalyse. Relanvitötslehre. Es behandelt somit das Thema vom schöpferischen Juden. Eins gute Tarstellung, autzerordemlich lehrreich, besonders empsehlensw-ert. Ein durchaus lebendiges Buch. L. H. freut. Ten Weg ans dem ,Städtchen", dem polnischen Gheiro, in die Weltweite schildert der Tickuer in einem „Rückblick", der seiner Rorellewmnmluug angehängt ist. Ter religiöse Lpümism.ns die liebevolle -Schilderung der Freuden und morgen der Juden im Städtchen/ die innere Bescheidenheit, mit der der Tinner hinter sein Werk zurück tritt, machen das Buch zu einer sympathischen Lektüre. Jnrerenan.r ist die Aunafsuug Aschs, daß „die Westen vom Rhein" die frühesten jüdischen Ansiedler a:st rheinischer Erde, „den stärksten Einslust aus die Juden in den enitegcnsten Winkeln der Erde— denn mit ihrer Ethik leben sie — ausüben". Am Rhein liegen für Asch die Quellen des heutigen Judentums, und mit Tanllbarkeit erinnert sich der Tichter, daß deutsche Klassiker eine ernste und tiefe Wirkung aus ihn ausübten, und daß das „Teutsche Theater" unter Reinhardt als erstes sein dramatisches Werk „Ter Gott der Rache" aussührte. L. L. Mbsir unö Sitte in Palästina Ein GrunDwerk Gustav Dalnrans Treistig Jahre lang hat der Nestor der deutschen Palästinawrschung, der frühere Tirektor des Tcuu'chen evangelischen Instituts für Altertumswin-uschasr im Heiligen Lande, Professor Tr. Gustav Halmen, jetzt in Greifswald, für fein Grundwert „Arbeit und Litte in V a l a st: n a~*) gemmmelt und gesichtet. Er schreibt (Bd. 1, erste Hälfte, L. IX): „Tas gesauste Werk soll eine möglichst vielseitige Erörterung palästinischen Lebens enthalten und somit eine biblische Archäologie bieten, die nicht, wie es sonst geschieht, auf die schriftlichen Quellen des Altertums aufgeöaut ist. und einiges Palästinische nur als Illustration verwendet, sondern die, umgekehrt, bei dem heutigen Palästina beginnt und von da zum Altertum zurückschreitet. Heinrich Kurtzig: „An der Grenze." KurturgeschichLliche Erzählung. Verlag Gustav Engel (Leipzig). Zu beziehen auch durch den Philo-Verlag «Preis: Leinen 8,50 Th, brofch. 2,85 M.). Eine Erzählung aus dem östlichen Judentum in einem Ltite von wohltuender Klarheit und Schlichtheit, charakteristisch besonders durch die innige Verbundenheit mit jüdischer Art. Aus eigenen Jugenderinnerunaen und Familienüberlieserungen schöpfend, gibt das Buch ein überaus artgetreues, ausrichst.ges und darum anheimelndes Bild von dem Leben und Treiben der jüdischen Bevölkerung im Osten. Ja, ich möchte sagen, wir haben hier ein ^rück Heimatkunst erhalten, wo und wie mau es nicht vermutet hätte. Wer wirkliches jüdisches Leben der östlichen Provinzen kcnnenlernen will, der greife zu diesem Buche. Professor Dr. h. c. Heinrich Sohnrey. Schalom Asch: „Don der: Dirken?.* Pau! Zsolnay Verlag. Diesseits und jenseits des Ozeans hat der jüdische Tächter Schalom Asch seine Verehrer und Freunde durch das Erscheinen des autobiographischen Novellenbandes „Bon den Vätern" anläßlich seines 50. Geburtstages er- Ter dauernde Wert dieser einzig dastehenden Arbeit liegt darin, daß die Sitten und Gebräuche des Heiligen Landes bis in alle Einzelheieen mit einer wissenschaftlichen Akribie und Gründlichkeit erläutert und erleuchtet rverden, die ihresgleichen sucht. Rur eine Persönlichkeit von den umsanenden Kenntnissen der hebräischen Sprache und der Schriftwerke des Judentums, von der Wort- und Stofsbeherrschuug des Arabischen und von der palästinischen Landeskenntnis eines Talmau war imstande, als Einzelner dieses Werk in der Ausführlichkeit eines Lexikons zu schreiben. Es ist auf mehrere Bände berechnet. Ter zweite Band soll sich mit dem Ackerbau und der weiteren Behandlung des Getreides beim Mahlen und Backen beschäftigen. Welchen Umfang das Werk annnehmcn wird, ergib: sich daraus, daß die beiden Hälften des ersten Bandes außer der Einleitung 698 Textfesten und über 20 Bildseiten haben. Um eine Vorstellung von dcrn Inhalt des Werkes zu vermitteln, geben wir aus der ersten Hälfte des *) „Arbeit und Sitte in P c I ä ft i n a“, Td. 1: S~}tcsfeui und Tageslauf. Erste Hälfte: Herbst u^d Dir.ur. Sr die Hälfte: Frühling und Somrnsr. (Tstrifteo. des Tcurfchsn PalästtNQ.Instiruts, 3. Ld., er':r u~> zrcitr Hälfte.) Verlag von C. Dcrtels» mer.n, Eüterswh. Immer rveitze Zähne hat man bei ständigem sich vor minderwertigen, billigen Nachahmungen. ersten Bandes die JnhalLsanaaöe von etwa 30 Leiten an. Ter W a l d im wcststndani'chcn Lande — im Lstjordanland — ir.i Libanon. — Tas Holz'chlagen. 2 e m p c x a t u r u n d Tau des Herbstes. Kürze der Tage — Temperatur — Tau. Blüten vor dem Regen. Meerzwiebel — Herbstzeitlost. Herbstfärbung unb Abfallen der B a u nr b l ä t t e r. Am Jordan — bei Jerusalem. Taß d-as Buch auch unmittelbar in jüdische Tinge hineingreift, erweist z. B. der Inhalt der Leiten 133 bis 153: Regenbitten. Volkstümliche Umzüge und Gesänge. — Tie Regenbringerin. — Gebete und Opfer. — Laubhüttenstst. — Fasttage. Wir können nur herzlich wünschen, daß dem rüstigen Fünsundsiebziger Gustav Talmau die Kraft und Gesundheit erhalten bleiben, dieses Grundwert zu einem auten Ende zu bringen. A. W. vX w wi'v»} •* v .. ji a/ vl V v*. i i •* «i . Ter Cesellschastsabcnd des Vereins „Jüdische Altershilfe Croß-BerlinJ der am 12. Dezember in Berlin srattsand, aumete den Geist echter Berliner Tradition und vereinte zahlreiche Angehörige der alten jtidischen Familien der Reichshauptstadt. Reichen Beifall fanden die Künstler, die das Fest mit ihren musickali'chcn Tarbietungen verschönten: Brüder L P i w a k o w f k i, Paul Lindberg, Camilla S p i r a, Irene de 9t o i r e t, Mara F r a t i und Maria Rapp. Ter Rechenkünstler F i n k e l st e i n gab Proben seines. unerhörten Könnens. Nachdem Generaldirektor^ Racher im Namen des 'Vorstandes auf die soziale Bedeutung des Vereins hingewiesen. hatte, überbrachte Staatssekretär T r.^9l begg die Grüße der Preußischen Ltaatsregierung. Er betonte die hohe Bedeutung, die sich das deutsche Judentum und besonders das Berliner Judentum um die Ausgestaltung dor deutschen Wirllchaft und der deutschen Kultur erworben haben. Man müne auf die Mission des deutschen Judentums gerade jetzt besonders hinweistn, da eine Fülle von Schmähungen sich darüber ergieße. A b e g g gab der Hoffnung "Ausdruck, daß die deutschen Juden sich durch die völkischen Bestrebungen nicht zur Aufgabe ihrer va'.erländifchcn Gesinnung veranlaßt fühlen, und riet deshalb auch von allen Experimenten eines jüdischen Nationalismus ab. Die R c i ch § r e g i e r u n g und die Preußische S t a a t s r e g i e r u n g seien einig in dem Bestreben, j ede n D er - such der Bedroh rmig der Grundrechte des deutschen Staatsbürgers mit aller Energie zu bekänrpfen. Tie starke Beteiligung, durch die sich das Fest auszcichnete, hat hosfenllich dazu beigctragcn, die Fortführung dcr vorbildlichen Arbeit des Vereins sicheizustellen. * Auch b i c Gesellschaft „Q r t" gab zugunsten ihrer wichtigen Arbeit ein Wohlllitigkeitskonzert. Hervorragende Künstler wie Feuerin Q n ii, Abendrot h. Mafalda Saoaltini erfreuten die Hörer mit einem gut gewählten Programm. x.'‘ ////</ 7’; /// / (4! // ({ JJtfflü kik: ff(i.U

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