Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 50 (11.12.1931)
- Date
- 1931-12-11
- Page
- Seite 577 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2277379-2277886-2277936--07091-2287965- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
577 Nichts ist häßlicher o?s rote Hände und unschöne Hautfarbe. £um sollte schlcunigst Mhilse schaffen durch Verwendung der herrlichen Creme Leodor. Tube 60 Pf. Versuch überzeugt. christliche Häuser in Berlin. die alo Mittelpunkte der geistigen Well so bedeutend gern esc u wären wie die Snlonw der Mendelfchns, der Henriette Herz, der Aahel Varngagen. Tenn, von der französischen Kolonie abgesehen, erreichte das übrige berliner Büraertum erst langsam und mit weuigcn Spitzen die Höhe oberhalb von Beamtentum und Handwerkerschaft, die einen roeiteren U'.u.blick gestattet. So sind es tatsächlich jüdische siauülieu, die Männer wie Schadow und Schinkel. Zelter und Beust zu fesseln und zu sammeln wussten. Tie besten Namen des emanzipierten Judentums und allerdings mit der älteren berlinischen Kultur ganz fest verwachsen. Cs ist kein Zmall, daß der berühmte Romarr von Georg Hermann „Jettchen Gebert", der doch zunächst eine jüdische Farnilie in Alt-Berlin darstellt, zugleich ein ziemlich . vollkommenes Bild der g a n z c n Alt- Berliner Kultur gibt. Und freilich gibt er euch schon sehr charakteristisch das Hereiudringcn neuer, unkultivierter Elemente, die diese alte Kultur bedrohen und zerstören — wie die Jakodis die Geberts. — Gewiß ist nicht zu leugnen, daß an der ungeheueren Invasion, die nach ä§70 die Einwohnerzahl von Berlin verfünffachte (aus wenig mehr 700 000 Einwohnern wurden fast 4 Millionen) — daß an dieser Invasion, die die alte Kultur unter ihren Trümmern begrub, auch Juden stark beteilig: waren. Natürlich Tstsuden — denn diese ganze Invasion kam zu mehr als zwei Trittclu aus dem Ssten. Aber die Juden waren doch nur ein kleiner Teil der ungeheueren Menschcnmagen, die damals aus Posen, Schlesien und Pommern sich in Berlin ansammelten. Und daß auch die positive Arbeit des jüdischen Geistes an der Rettung und Fortbildung d^r Alt-Berliner Kultur nicht aufgehört hat, dafür findet man auch in Lchefflers Buch die schönste Bestätigung, wenn man liest, was er über Mar L i e b cx m a n n schreibt. In diesem Künstler vollendet sich die große Tradition der Berliner Kunst, die von Ehodowiecki und Schadow über Blechen und Krüger und Menzel heranführt. Tie Berührungspunkte Zwischen dem alten Schadow und dem alten Liebermann find, erstaunlich Zahlreich und stark. Hier hat eine' Alt-Berlinische Judenfamilie noch einmal einen menschlich und künstlerisch vollgültigen Repräsentanten der ^tadt geschaffen. „Er ist in Berlin recht eigentlich Zum Mittelpunkt aller lebenden Bestrebungen geworden" sag: Sllwst'lcr. Lieb ermann verkörpert die Kraft, nur der das Berlmenmn, ohne eine Spur von seiner bedcnwüchsigen Echtheit auszugeben, nein gerade mit dem Einstch dieser Kräfte den Anschluß an die große Welt, die allgemeinste Geltung erlangt. So spricht Scheeler von ihm: .,Gr ist der Ehrenbürger des asten und des neuen Berlin aus eiflencm Recht: denn er stwN seine kämt lei ästen Ahnen zurück eis zu Grnstied Schadow mW Ehodowiecki, und er ist ein E ene'st jener, der ganzen modernen Älcwchhei: zugehörenden Meister, wie Manet, Renoir und Echanne, deren Talent ebenfalls iin Nationalen wurzelt, während es seine Llnospen und Bläuen in den freien Wcltenramn eines übernational orientierten Geistes frei und leicht hinauswachstn läßt." Erlebte und erzählte jüdische Schicksale Gdncr Ferber: „Cimarron". „Fanny" berselk). Beide Bücher im Gebrüder Gnoch Verlag, Hamburg. Tie amerikanische Jüdin EDna Ferber ist mir ihrem Buch „Cimarrou" in die- Reihe der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller aufgerückt. Auch in Europa hat dieser Roman kühner Pioniere, tapferer Frauen und der ganzen Wild-West-Romantik amerikanischer Kolonisation viele Freunde gesunden. Eine Nebenfigur der Erzählung, die die Tichterin mit ganzer Liebe gestaltet, ist Sol Levy, denen Aufstieg vom kleinen Handelsjuden zum größten Warenhausbcsitzer ein Weg ist, „der durch Fleiß, Erfolg und Hochherzigkeit gekennzeichnet war". Tw lebenstüchtige, gütige Jüdin Frau Brandeis und ihre tapfere Tochter Fanny — deren Lebensweg uns Edna Ferber erzählt — werden auch unter deutschen Juden viele Freunde finden. Manche junge Jüdin, die in der Krise der Zeit den Weg in den Berus und in die Zukunft dunkel verhangen sieht, kann aus dem Leben und Werden der Fanny Brandeis Anregung und Trost schöpfen. In der Geschichte dieser amerikanischen Kleinstadtjüdin liegt wohl ein Stück Autobiographie von Edna Ferber, die mit einen: so außerordentlichen Einfühlungsvermögen den Weg ihrer Fanny aus dem Lrandeis-Vazar, „in dem ganz Winnebago sein Porzellan, seine Puppen und Zinnwaren kaufte", ZU kaufmännischem und künstleri'chem Erfolg und sraulich-men'chlicher Reise schildert. L>. L. Mi tos tefösio8'teߣö ist soeben erschienen. Es bietet sieb eine seltene Gelegenheit, gute, auch neuere Bücher zu günstigsten Preisen zu erwerben. Auf Verlangen wird der Antiquariatshataieg gratis übermittelt. Philo Verlag und Buchhandlung * O. m. b. H., Berlin W 15, Emser Strasse 42. Shmarya Lcvin: „Kindheit im Gril." Ernst Rowohlt Verlag. Berlin 1931. Lev in legt mir diesem Bull) den ersten Teil -seiner großen Autobiographie vor. Dir folgen dem Redolittionär, Politiker und Zionisten in seine Kindheit im russischen Ghetto mit irrer Mystik, ihrem Glauben und Aberglauben, ihrer Frömmigkeit und Lebenslust, ihren Freuden und Sorgen und ihren Entbehrungen, eine Welt, die uns so fern erscheint, als läge ne nicht wenige Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte zurück. Tiefe Judenheit von Swislowitz „mit ihren kleinen Menschen und kleine:! Ideen" bringt uns einen interessanten Abschnitt jüdischer Kulturgeschichte nahe. L. L. 25 BreMsiima leüii Ogeeuss Die große amerikanische Organisation zur Wahrung und zum Schutz der bürgerlichen und icliaiöstn Rechte der Inden, das American Jewish Committee in New Aork, kann auf eine Wsäaiiae Tätigkeit zurückblieken. Las rasche Anw-achzstn der jüdischen Bevölkerung in den Bereinigten Staaten seit der Jahrhundertwende hatte zahlreiche neue Probleme ausgeworstn und mannigiuche neue Ausgaben aus den Gebieten des jüdischen sozialen, philanthropischen, religiösen und wiruchastlichen Lebens geschaffen, deren sich das American Jewish Committee im ersten Viertcljahrhundert seines Bestehens stets mit auwpstrungsvoller Hingabe und politischer Klugheit entledigte. Aber darüber hinaus hat sich das American llcuvsth Committee insbesondere große Verdienste im Kamps für Gleichberechtigung, Ehre und Ansehen der Judon. im Kamps aber auch gegen Verleumdung und Verdächtigung erworben. An der Spitze diestr Vereinigung stehen seit dem Tode Louis Mars h a l l s Cyrus Adler (Philadelphia) und Julius Nosenwald r'Chieago) als Präsidenten, während Morris L. W a l d m a n und Harry ch neide r m a n die C-t'chäitssührung innehaben. Heber die Tätigkeit des American Jcwish Committee unterrichtet neben zahlreichen kleinen Einzelschristen im wesentlichen das American Jewish Year Book. Wir, die wir jederzeit die hilfsbereite Arb-eit des American Jcwish Committee kennen und schätzen gelernt haben, wünschen dieser großen Srganiätion jüdischer Amerikaner noch recht viele Jahre segensreichen Wirkens. E. G. L. OM unübertroffen bei vi Rheuma s Gicht Kopfschmerzen . Ischias, Hexenschuß u. Erkältungs-. / Krankheiten. Entfernt d. Harnsäure! j 6000 Ärzte-Gutachtenl Vollkommen unschädlich. Fragen Sie Ihren Arzt, änreh ganz einfaches Mitte], welches ich; Ihnen kostenlos mit-; teile. H.Goth|Kürn~ b srg-S 4 8, V/i! c karn s tr.l 2. MiloMcIitsh Anzeigensdiiuss Montags. Klsrndri-i vqsh L©@ü liÜS 17g-'" ^vucVGÜg i n e n : gß Demnächst ersehe! Die ungekürzten Volksausgaben „Oer IJelberwlrkili Auflage: 7.-16. Tausend, in Ganzleinen nur „Dü© üesdhkky© der Menssüdieit^ Auflage: 23.-32.Tausend, in Ganzleinen nur dien fe©is©i©SS@s®s'- kJ Ss©c:]©SHy(pi hot das // Rosenfhal-Service „Maria v/eiss zum Standard-Service der deutschen Porzeiianincustrie geführt. Als geschmackvolles und für jede Wohnungseinrichtung passendes Gebrauchsservice ist die allgemein bekannte und beliebte Form ,,/^aria" besonders zu empfehlen. Die Rosenthal-Fabrik hat zu diesem Service eine Reihe von Artikeln, wie Vorspeiseplatten, Tortenplatten, Rohkostschalen usw. herausgebracht, die <£>/ wegen ihres günstigen Preises als ^CjfnX^K\^5L Weihnachtsgeschenke besonders be- ^£17_1_a—) Yorzugt 'werden.