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Central-Verein-Zeitung · 1931-12-04 · 49 (4.12.1931) · p. Seite 557

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
49 (4.12.1931)
Date
1931-12-04
Page
Seite 557 (sequence 1)
Language
German
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7. [jp7 |Q3| öerlins 4. Dezembrr 1*31 X. Jahrgang ♦ ST?. 49 Einzelnummer £0 Pfennig \ X f1 ■A ® * * c& *\ <* f j r* l <• 1"'?* "" > " " ' ' ' - V W‘V V V-# v* y < ^v» •-. 1 s, / w> V v> V '^' V V«J V «„„A ) ,.:aaSC3 V3S 6)AÄO-d7S-::ZVSÄN ^-^•^fi''nr-''/,r;>A: / Vierteljahrs abou. nem c r. t “I2ä. ■ ‘ .. / GLl9ÄAÜÄl?§Sl>'MöMrZ^ §üQALZKSS.Ä SQ Allgemeine Zeirunö des judenlums 2,50 91£5£. (aviiü;i. L-k:-2c-lL). - verleg und editUlIciiur.a: S-rlin V,’ 13, Cr.fct Cir. 42. F-rn'-r-L-:: J 2 vli-a 5074. .:. P-n.sL-Sl-n-.,: Ssrtir. 304 72. .;. S;r":n:a: Sresds-r 8ar.I, £:pc't»:2;-e H % £'tIin»Oilmer=J5orf 1, H-I'MLrllcrndarn^ 136, und von 02ll scheid t- Roll^serld L Co., Berlin T» S. «UciRtfi« A-zeraenannal'w.e: S-tr.or.cen.C&r’Mtion Nudolf 5.2: "r, Berlin 8V.'15-0, und deren Filialen. Änzsiaenrreise: V,L9 «2.K f~z die Irespalten- Zeile r.zij R'^oll SP.^ts klorrn-l^ilenmesscr Nr. 4, SanriU:n<-nzeiLrn und Lt-llenü-su^r (nie: ELeLenangehore) für Lllüglied-r drs LenUnlvereins 0,15^«., d:r C: mm bzsite N:.'.'rrne-Li.'r 5.5-0 j?uL Xj. II. Gin überall? traurig» Kopikol neu» deutscher Politik enkhüllr sich ^dem Beobachter durch die VerosstnLllchnngcher Programmsätze von Borheim. Es soll hier nicht davon gesprochen stvsrdcn, daß in die'em Programm ^im Grunde genommen wirtschastllche^ Grundsätze entijiiüi werden, die nicht nur zu einem furchtbaren Bürgerkrieg, sondern z:g einem Zerfall dos gesamten deutschen Bolle? führen würden. GZ soll nicht davon'gesprochen werden, daß in einer glücklicheren Zeir solche ,.Grundsätze" nur mit Lächeln ausgenommen worden wären. GZ soll auch nicht erörtert werden, daß auch die Parteileitung der Nmwnollozmlisten setze von dem Irrtum des Borheimer Programms spricht. Was an die'er "Grelle heroorgehoben werden muß, ist das schwere Verbrechen, das in diesem Programm neben vielem anderen gegen die jüdische Allgomeinhei: verkündet wird. Mit dem Hungertods werden die Inden bedroht. Keinerlei Nahrungsmittel sollen ihnen zur Verfügung gestellt werden: man will ne von der Arbeitsdienstpslicht aus'chließcn, um ihnen jede Ernährungsmöglichkeit zu sperren. Dabei ist es nicht nur der Versaper des Schriftstückes, der solche hirnverbrannten Ideen aufzeigt. Gs hat sich herausgestellt, daß an der Zusammenkunft von Dorheim, in der dieses Dchristsrück voraelegt wurde, gerade die führenden Männer der hessischen Nationalsozialisten teilgenommen und dieses Programm offenbar gebilligt haben. - Wenn die Parteileitung solche und ähnliche Terrorakte ablehnt, dann müßte sie ihre A. und ihre sonstigen Anhänger jetzt in aller Deutlichkeit verwarnen und durchgreifende vor» beugende Maßnahmen treffen. Daß sie die Macht dazu besitzt, hat sie bereits früher gezeigt. Entzieht sie sich dieser Verpflichtung, so wird auch ein nachträgliches A b r ü ck e n sie von der intellektuellen Blutschuld nicht b e - f r e i e n! ö n n c n. Daß das Dvrheimer Dokument völlig aus nationalsozialistischem Geist erwackstn ist, ergibt sich daraus, Pa[3 ähnliche Pläne schon früher gefaßt wurden, durch die immer wie ein roter staden eine gewaltsame Losung der Indensrage sich hindurchzieht. Wir erinnern nur an die Pläne beim Hitler-Putsch 1 O 2 3 , an die M 0 r d d r 0 h ungeu des Herr n Esser im Zusammenhang mit der Bevarationsfrage, an die 6 5 P a r a g r a p h e n u m - fassende Judenorduuna der damals besiegenden völkischen Ginbeit-frakrion des Jahres 1924 und an die z ct t) i r c : eh e n 2t n - f ü 11 b t g u n g c n g e w a i f s n m er gesetzgeberischer 9)1 a (3 n 0 I) in c n gegen d i e I u d e n n a ch Erlang u n g der 9Ji ti d) t, die die nationalsoziakististche Agitation in Versammlungen und in der Presie zur Auspeitschung ihrer Mitläufer bis in die jüngsten Tage entwickelt hat.- Boxheim ist die ststemallsche Zusanuneufasfu-ng alles dessen, was betont und bewußt Drei Raffenverjammlungen ln 9er!m DZS MWUMäLKg i)W MV Kulturtag des Gen trat Vereins! Unbeabsichtigt, doch von tiefer Symbolik für d-m Geist, andem heraus er gedacht, für den Inhalt, den er umgrenzen sollte, sein Zeitpunkt: Mit ihm begann die Woche, an deren Gnda die ersten Ghauukk-ah-Tage stehen. Grinnernngstage an jene einzige Epoche unserer viellaufendjährigen Geschichte, die kriegerische Taten verherrliche, die aber um des Geistes willen geschahen. Nur selten offenbarte sich der letzte Sinn der ewigen Existenz des Judentums so deutlich wie in jenen Tagen, bei denen eine verschwindende Minderheit gegen überwältigende Bien gen von Widersachern bestand, weil sie ihre zeitliche Aufgabe in der Erhaltung ihres ewigen Werkes erblickte. Solche Traditionen forifühien, solche Vorstellungen aus ihrer Abstraktion in sei er rä gliche Symbole zu -lebensvoller Gegenirärugkeit führen, bedeutet Kultur besitzen. Solche Inhalte in einer Zeit der Flucht vor dem Geiste, des Abbaus der Bildung, der lieberbewertung des Nohen, Physischen vertreten und verbreiien, heißt Kulturträger sein. In solcher Zeit Menschen,' die seelisch schwankend, gesinnnngsmäßig erschüttert, politisch chellos werden könnten, 311 einheitlicher Willensbi'd-mg z u s a u 1 m enzu st. ssen,die aus dem Unvergänglichen, dem Tragenden und dem Erhallenden unserer Gemeinschaft beruht, heißt Kult urachgaben erfüllen. Kulturtag des G. B.! Wenn es Merkzeichen da'ür fe. wann eine Bereich nung aufhört, nur organisatori'cher Zuummen'enlnß zu sein und zur Eemein'chafr im Gedank.icken, zur Bewegung im Willensmäßigen wird, daß Tührung und Anhang einheitlich emvunlen und os nur mit Wn verschiedenartigen ihnen jeweils gemäßen Nliueln zu verwirklichen um bemühen — dann hat der 29. November 1951 in Berlin bewiesen, daß Tausende von G. B.ern ihren G. B. als die allivistisichre Bewegung des deut'chen Judentums empfinden. Dreimal füllten sich di? menen Räume des Brüderrer-ei11sHauses in der Kurmrsienstraße. Ter frühe Vormittag sah die Hunderte hinströmen, bis die Polizei weiteren Zutritt verwehrte: llebensgefährliche chülle. Wer von den DormiLtagsbestichern auch die Nachnnuags- und Abendoeranüaltunaen wckhrnahm — manch? blieben in den Räumen —, kam über eine Sumd? vor den Rüg eichten Zeiten. Menschen aller Altersstufen, Mensichen aller Berufssichichteu kamen. Vieles wurde gebracht und damit jedem etwas. „Selbstawmng oder Selbürerbohnmng" war das Motto der Bormittagsveransialuing. Verschieden die Temperamente, die zu den Manen sprachen, mannigfach ihre Aususiunaen zu bestimmun Fragen ihres Themas, allen gleich die Selbukritik, die ebenso fern war von einer weichherzigen konzemonsduhende Male als erstrebenswert hingestellt wurde. ßtoch aber sind solche Versuche nur Bläue, noch iü die Staatsgewalt in festen Händen. Grofnct, der das Reichs:nnenministerinm und das Neichsivehrministerium verwalte:, hat in einer Nn nd funkrede in militärißher Knappheit und Unzweideutigkeit erklär:, wie er solche Bläue beurteile: „Wehe denen, die glauben, durch ein Unter-Höhlen dieseo Staates und drrrch seinen Znsannncnbruch eine günstigere staatliche Grundlage fi'rr den 'W'.cdcranssticg zu schassen. Diese Träurncr sehen nicht die 'Wirklichkeit. Llber sic bilden keine Scsahr, denn die Staatsmacht sieht sest und entschlesien. Tie Negierung ist wachsam, nur alle Versuche gewaltsamer Ansleiurung mit nnsterftcr Tatkraft nieder Zuschlägen. Vor solchen Vorkommnisiew bc'wahrc uns der -ornrrncl und vor allem das deutsche Volk selbst. Tenn jeder solcher Spuk ist zerstoben, wenn das Volk in Geschlossenheit nicht nur einzelne (Hewaltakte ablehnt, sondern überhaupt die verrückten Ideen terroristischer RegierungsMethoden. Ter 5'.a:npf rnn politische 2Lnschaunngen must rnit geistigen Kräften aus gelochten werden und nicht mit den LZafken." t;:;nnns:; : e; -.n-mtui: e. v:. ., .nir* Diese Ninnmer enthält u. a. die v»'ört« liciie ieder^abe der Reden von Dr. Heinz Goldberg, Gcor^r Hermann, Fritz Grün bäum von der Berliner C-Y.-Kiindgebung. Ferner: Dr. Leo Löwenstein, Noci einmal: ^Deutschlands Wehrkraft” S. 562 Büdiersdiau.. . S. 563 u. a.in.

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