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Central-Verein-Zeitung · 1931-11-27 · 48 (27.11.1931) · p. Seite 551

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
48 (27.11.1931)
Date
1931-11-27
Page
Seite 551 (sequence 11)
Language
German
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551 wie sie fjeifjcn mögen, sind längst in die Literatur eingcgaugen und eigentlich allen geläus:g — auch solchen, die sonst von Literatur wenig wissen--; aber ich finde, weniger ist darüber gesagt worden — und das möchte ich säst lieber wissen! — wie kommt cs denn, das; sie Plötzlich da sind. Äi: dem Hinweis aus Revolution, uavoleomstche Zeit in das nicht ganz erklärt. Tie hat doch zum schnitz alle gleichmastig getroffen, ebne dost sich überall das gleiche auswirkte. Ter Unterschied der Frauen dieser Generation, und wenn es vielleicht auch nur ein Tntzend jüdischer Fronen waren — denn diese Bewegung hatte damals keine Breite, sondern nur eine Tiefe! — erschien mir immer wie ein plötzlicher Ueoergang vom Handwerk zum elektrisch betriebenen Motor, mit Ueberspringnng des Wassers, des Ta:npfs, der stöhle und der Maschine. Es kam mir vor wie ein Ttaubeckcu, in dem stch. durch Jahrhunderte und Jahrtausende gesegelt und gebunden, die TÄsiermeugen angstammelt hatten, und das nun plötzl'ch cn einer 2:dlc einen Bruch bekommen hatte und mit rasender Wucht sich seinen eigenen Weg bahnte. Aldas nun einmal geschehen und die T teile wieder abgedichtet worden war, sah man ein, dast es doch nötig und vielleicht nützlich wäre, das Wasser langsam, sehr langstam abzulonen. Man befreite es: cs ging seinen Weg, cs tat, immer breiter sich answirkend, seinen Ruhen, aber den ersten wundervollen Glan konnte es nie wieder erreichen. Tech immerhin. was erst wenigen Auserlesenen zugute gekommen war, diese Telbstbesreiung, dieses Gingrciteu in d-as geistige und heeli'che Leben kam immer breiteren Blassen dieser Frauen zugute. Nehmen wir doch einmal die drei Generationen. Roch um 1840 ist die jüdische Frau unendlich fest in der Familie verwurzelt. Ter Pater familias und mehr noch die Mutter beherrschten sie, und der Familienbeschlust bestimmt über ihre Ehe und ihre Zukunft. Tie soll vor allen; Hausfrau fein und werden, vielleicht auch Geschäftsfrau. Bildung wird nicht Perhorresziert, aber für zu viel Bildung ist in ihrem Dasein, das anderen Trugen gewidmet sein soll, rein Raum. An Tekbstverdieneu ist so wenig zu denken wie etwa an eine Stellung im kausmäunischeu Leben oder gor an wisien'chastliche Betätigung. Tie kann, im Rost-oll nach dem Tode ihres Mannes ihr Ge'chäir weitersühren. z:eht cs aber vor, witdcr zu heiraten. Ihre Tchulbi.duug ist noch streng t;n der des Mannes getrennt. Tie Universitär bleior ihr rerschloi'en. Ihr Rechnen reicht nicht bis zu den Ausougsgründen der Mathematik, oo-n der man fest am.immt, dast sie einem chrraoenhirn ewig versichkosten bleiben wird. <ovrocheu werden getrieben, aber nicht allzuviel. Wenn man ihre Briefe steht, nnist man ne für tehr llebeuswürdige Geschöpfe halten, tetern in dieser Zeit noch das Wort der Nagel zu Reche bestand: Unorthogroph'e ist die B.üee der weiblich, u Liebenswürdigkeit, tarne Frau, die sich zu stch selbst bekennt, als Matchen einer Liebesneiguug und' gor zu einem Andersgläubigen folgt. oder sich nus den Fesseln einer säucchten Ehe 311 befreien trachtet, kommt sich selbst als dne Berbrecherin vor und wird auch, als solche von ibreo Gesellschaft betrachtet. Wenn man die Bilder jener Zeit sich an.'tenut, loben sie, die Fra'nen, oft eine arsterordentliche vegetative Tchöuhert, etwas Graziöses. Liebes und Tchalkhastes, aber sie haben noch immer etwas von schlatendcn Blumen an sich. Ter R.en'ch in ihnen träumt noch. Einzelne Rebellen. einzelne unerhört Wache, von deu.en wir durch die Literatur oder Ueberlteserung wissen, beweisen uns gerade, wie sehr er tegent.ich träumte. Ihre Gesellschaft war in dieser Zeit vom die Familie. Ter Mittelpunkt ihres Tateins mar — wenn nicht dos Eßzimmer (denn eine Fron wurde nach oostr war ihr Tymbol. Wie anders die Generation 'pater, dieser Lassalle-Zeit. Jetzt ist die jüdische Frau schon etwas. Oder ne war terou eio.mol cilvas. Manche waren, bevor ste heirateten. Lehrerinnen gewesen. Und orthogruphnche Fehler würden Ooljsciisiöar Karlsbader V/asserzwisbeck CI, Steinptatz er 54 sie mir der gleichen Unerbittlichte;t bei. sich ausgeroteet Hobe::, wie etwa Ungeneter in ihren.! Tchloteiunner. Tie konnten Tpraob-en. weit mehr ald:e Generation später, lasen srauwsisth. englisch, irolicniteh uv) manche sogar staunchen Urteer. Ta ihnen die Unwersttätsri.temg,' ebenso wie Gymnasten, iunner noch ver'.hlosten war, nehmen sie sieh mehr Zeit dazu, Tprochen wirk.ich zu erlernen. Am öftenrlichen Leben nahtuen Nr noch nicht teil. Eine politische jüdische Frau gab es nicht. Aber in cm er Hcdnug Tohnu, einer Henriette Goldichntidt und ihren christlichen Mit- und Borkämpteriuncu — wie Louite Otto Peters — regten ch.ch^ doch die ersten verlachten und als Verräter v-erschrienen Anfänge einer' Frauencma nzi pa:ion. Jen: ist die' Familie Mittelpunkt. Richr inehr die gute Trübe. Tondern es wird der „T al 0 n" u::d dar gesellige Verkehr. Ans der Tpandaueo Ttroste, der stöuigstroste und der Behrenstraste in Berlin wird zum Beispiel (und in anderen Trädten mag das ähnlich teinl) das T ieraarten viertel. Aus der jüdischen RAsttechund der Frau wird die jüdi'che T a me, die repräsentiert, die geistige Men'chm um steh versontmelr, die nn.it großen Politikern, ob sie Nttn do:n Liberolismns der Bismorte-Zeit oder sogar der neu an'kommeudeu Tozaaldemokrotte angeboren, Umgang pflegt. Und diese Tome, die zwar auch immer noch keinen Berus bar, bis auf 'ganz wenige, und die cs perhorresrieren würbe, einen solchen zu hoben, must natürlich wsa; das war ganz anders inue olich sch mn oraaniste rt teni. ode täglich geals e s du : brave jüdische Hanssrau v: en IS 40 ugleich. T ie'es war. Jhi : crinu st weiter geworden, ei ue hcheu'e war gl eichtrenn aug. wie ein e Liebes Heirat, uni die : d:e n die an de ren. Gene: wtioa : rorlur noch bl utig kämpfte, r r ein e. lieb bei sich neben techli^ cher Gesp cächsstou . über den n aar l zene uh bezogen wichst. geren ur oder : politsteben oac§= Ordnung ndergntg und de Die gMMpamen keineswegs mehr aesellschatelich unmöglich machte. Alan braucht sich nur die Porträts der Tomen mit den Ballroben aus der tzus'svw-Zeit an zusehen, um zu empfinden, daß dieses stolze und r Besuchen Sie unseren Stand: Uebersdiuhe e in je e r reislage u littet, L/I tesj hat das Academic gummilose Büsten- V^CT/ u.Körperforiner, ^rampsaclcistrümpkc «J Wärmflaschen, Heizkissen 4T Elektro-iiieclizinischeApparatczurKörpcrpfiege Grösstes Spezialhaus Deutschlands Pf . <*: i A. für sanit. hchl, G. Bedarf Stammhaus Berlin W 35 - 39 Filialen G.-gr. 1SS2 T\^.rr:*nc'< L\ v: b finden durch die „C.Yte-Zeitung” ihre "wirksamste Z'eröllenllidrnn^. Anfragen und Bestellungen: „C. V.-Zc itung“ An z c Je cn v c r »v<i I tun Berlin SIs'iOO. Rosenthal'Service „Maria v/eiss' zum Standard-Service der deutschen PorzeHanindustrie geführte Ais geschmackvolles und für jede Wohnungseinrichtung passendes Gebrauchsservice Ist die allgemein bekannte und beliebte Form „Maria17 besonders zu empfehlen. 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