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Central-Verein-Zeitung · 1931-11-27 · 48 (27.11.1931) · p. Seite 547

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
48 (27.11.1931)
Date
1931-11-27
Page
Seite 547 (sequence 7)
Language
German
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547 1 I 1 ‘! I i i "r7 7^ Vir-ocr^r’!j .>-7. p J j:; c i i sJ iit Ü j C 1, S.2 L'-iS'J L-;ar”:n-:r.: ,.l'i;:e bcrneu 5bäckstt:n --er ist wie tu." (3. imm 3.3ose, 1?, 18.) Liest Gleichheit cIler der zu G;rcc’;ii^{cit verpft:o.,!.t, di esc 8.3: 'lmäste c::3 Uw Leng licet im Vcgri'' der chedekoh — ein mmr!, ta* mit Gcuccir'äi nicht ganz C.i Lacvl:j ilccrinrn*, die nachdibli'ch.n Sänistm, die jüdi'ch? Lebensführung bis zun: b.cotigen Lege legen stc-.-wnis davor: ab, das; das Los des bit-sbcdücstlgeu :eu:^^cl^:n sein ganzes Leven bi:.durch von der Eeinein'chaft milgetragen wird. Tie l-.tzte Ehrung. die neun je dein Alerrsw.u erweist, dw w-estattung. verstnnbildtiäst noch einmal die soziale Glck.chheit aller: es in Litte, jeden Inden, re arm oder reich, in gleichem einfachen Sara bcizustv.n. Es ist eine Eigentümlichkeit der jnd-r'chen Lo-ohlsahrtsb'lege. die in der sozialen Idee des Judentums ihre Erttürung finde!, dnst nch am den „bcio.gen Bruder- und Schwesternschaften'' sEmnwah gladstamli). die Zrurächst nur der ^ronkenr vstego. To-tencknstattung und der Fürsorge für die Trauernden dienten, die jüdisd)-cr. TL vhlf a b r t *5 c e r c i n e entwickelt baden. Tie sozialen Gesetze. die den Girmen betreten, finden sich vor allein im L. und 5. Buch 3: in so, doch^durobzicht -die soziale Ernst, lluug aste Bucker der Lwrist, und in sbe'andere die Bootcheten lehren und loden sie. Aichts fedtt in dies--:: o'n-7 schönen, was die moderne 3o-ziataefet:geo-ung widert: vorbe-'ger'd-e und indwidaclst Hilst. Schonurnz dos Ehrgefühls und das Wissen um die ..Leest des 8sto.o..stenst In vielen ist die bidliune Forderung bis beute unerreicht. Vorbeugende Hilst aitt nach Moimonides, der ..acht Stufen -der Wobltärigk-ckL" anzbn.u bat. als die bvwste dieser Tt fern, der?liT7C. der nicht weist, von wem er ow.wängt — wie es 'chon in biblischer Zeit durch die „Kammer der Verstaoicgeueir^ im Teinvet;n Jerusalem geschah —^ ist in seinen Forderungen einveorifstu. Ter Sklave und der Fremdling geniesten staus- und Lar'.d-esrochl in einer Zeit, in der Fremde bei anderen Völkern als ..Barbaren" bezeichne: wurden und Sklaven keinerlei Rechtsschutz batten. Zu schwer batte eigenes Schicksal die Juden gelehrt, was Fremdlingstin bedeutet — zu buch wurde nach jüdischer Ausso.isting die Arbeit gewertet, als datz inan im Pii'C&: einen Mcr'.schen niederen Grades seien ionnie. Das sozialste aller Sozialaeseve. das Sa e bat gebot. gilt für Kr recht und Astogd wie für Sobn und Tochter, für den Fremden wie kür di? engsten Hausgenossen. Term das Vecht des HilfsllßVGßÄLSSS st EI0“€-jd5®E'B<öj rfc ssJ Königsberg 8ui::Cc:ii wir uns klar waren, das; die G.V.- Bewegung ans die breite Basis von Männer-, Frauen und Fuger.darbcit gestellt rrerden wüstle, um den wachstndeu AnstuT-erungen der Gegenwart gerecht zu werden, gingen wir daran, die Frauen dafür vorzub'.lden. Ihr Interesse für diePoliiis dj c n innermit» austerzüdi'chen Tngcsfrag.en zu wecke:;, war nicht leicht.' die sich denrernd verschärstnde und alle Greife berührende Welle des Anlistnütisums und die Ereignistst in Palästina halieu uns dabei. Mn der Hinleitung aus die Probleme sollten Aufklärung und Schulung in den eigenen Beißen Hand in Hand gehen. Als Ziel schnwbt uns also vor, dost jede Frau sich über ihre Zugehörigkeit zu Teulsdz.ttnn und Judentum klar wird, und ferner, daß sie e r i e n i; t, welche Pflichten und Verantwortungen ihr aus dem Wissen -um die Entftchung und das Wesen dieser Synthese erwachsen. Tiefe Arbeit gliedert sich in dreiste eher Bichtung: 1. Mutter und Hausmau, 2. Staatsbürgerin. 3. Gerneindenntglied. Tiefe drei Teil- Ziele erfordern Vertiefung in fädagogi'ch-psychowgistche, in politifch-wirtschastkich-soziologische und schließlich in religws-cbzaritLiive Fragenkomplexe. Tarül^r hinaus treten der jüdischen deutschen Frau die veränderten und erfch:oewen äußeren Beziehungen zur Umwelt Zar Bewältigung entgegen. Was sie an Willen 'und Keiintniisen in den in den Frauengriippcn des C. V. gehörten Einzelvorträgen, A rbe i rsgenr ei nsch asten. T i Z - kussionen. Abwehrlektüre nsw. nd} erarbeitet har. soll sie im Kamps nach aasten bewähren. Wir erstreben, dast jede veursche Jüdin bewußt aktiv dazu^ beiträgt, die zu einem großen Teil auf Unwisieuhei: beruheo.den C:gensätze zwischen unseren nichtjüdifchen BUtbedürftigen erkchöpft sich nicht mit seinem Anrecht an: 3u:ornng. e.leidnng und ureufchenivurdi-aBehandlung. Er erwirbt sich gterchzeitig das riecht ans den Sabbat. Ter LEI tag stttlt das Resttt der Estineiruchast an den Birnschen dar — der Sabbat sichert ihm, dem Armen und dem Reichen, las Recht ans die eigene Vcrsvnlichkeit. aus seine crgme, götttiehe ^e-ele. Tie jüdische Lehre, ist auch in ihrer Soz'algesttzaebnng reawolitisch. vsie stellt nicht ideale Fordcrmrg.n der sozialen Hilfe aus. ohne die gonz lontrettu Wege zu weisen, die ein solch umfakstndes Hilsswerk ermöglichen. 8tte ist der 33stniw nach jüdischer Austastung völlig Bescher seiner Cüter. „A!cin ist das Land", svrrw-t der Herr — und bchiehtt. van dem Feld und von dem Weinberg, die abgecrnte! werden, eine Ecke für ton Armen und den Fremden, für Witwe und Wo ist sichen zu losten. 21 Ile sieden Jahre ruht jede Feldarbeit, und dar wildwachsende Ertrag gebürte völlig dem Armen. Und wenn nebermml sieben Jahre verstrichen waren, wurde ein Io'oeljahr ausaeru-en im Land und ..jeglicher kehrte zurück zu seinem Besitz". So wurde iw jedem fünfzigsten Jahre ein sozialer blnsoleich geichast.n, denn ..wehe denen, die ein Hans an das andere ziehen lind einen Acker zum anderen brinoen" (Jesaja o, 8). Tas Gebiet, das in dicken Ausstührungen zu nnircisten war. ist unernnestl'lch grast. Es tonnte hier nur hingenstesen werden aus die Tuellen, die auch für unsere moderne soziale Arbeit noch unendlich befruchtend sein könnten — wenn wir wieder lebendigen Zugang zu ihnen gewinnen. Soziale Arbeit bildet heute für viele, und besonders für viele Frauen, eine Brücke, durch die sie hingesührt w-erden können zur Ideenwelt des Judentums und zur jüdischen Gemeinschaft. In der sozialen Arbeit — r:enn inan sie nicht nur äußerlich, sondern ihrem geistigen Sinn nach begreift — kommt vielleicht eine der stärksten schöpferischen Kräfte zum Ausdruck, die die jüdische Lehre und der jüdische Beenfch der Kulturwelt zu geben baden.! 3 u- UL l i -ch W.17 % Ä

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