Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 45 (6.11.1931)
- Date
- 1931-11-06
- Page
- Seite 522 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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522 AM ©l'äiiüaMil _ _ ,, .bc: Rheuma, Ischias, §<rps'» s i 5 Ziitrr-.., 5 $irr.ta. Lrv.-dtLf, 15, H r: ".:b., i/0 C?2'“..CC0 STertKn» u. ErkältungLschmer» 3C7t, Ermüdung und Strapazen In Qlprchcken und Drogerien. allerdings rcrtlicn verschiedener — Auflage verbreitet worden. Es cntbwlt srennnc Erzähln:> gen tal'.nudischer Färbung und ist zuerst in arabischer spreche -erschienen. Tie arab'gche Vorlage wurde erst 1596 entdeckt. Ein Zusanunenhang mir der r>erbreiteten arabin1)en „Ans-L-eid-wlgt-Freud'-Literatur" ist sicher vorhanden^). Heller stell! sodann die stjeudonsinien Eammckungeu in hebräischer Epraä^ dar, so unter anderen! das Alphabet BeiH Eiras (nun das 11. Fahrhunderi). Ter nächste Abschnitt behandelt eine anonyme Marchensaunnluna aus Westeuropa, die der Franzose Israel. Levi entdeckt hat. Heller untersuch: sodann^die späteren Sammlungen und die Ilebersesiung ins Hebräische. Zum Schluß faßt der Gelehrte seine Ergebnisse dahin zusannnen, daß der Ursprung der hebräischen Märchen in das biblische Zeitalter zurückreiche. Tas hebräische Märchen begleite das Judentum auf feinen! weltgeschichtlichen Wege durch alle Länder. Aus Palästina und Babylon, aus Aordafrikn. aus europäisch-christlichen Knlnirkreiwn best neu wir hebräische Märchen. Tas hebräische'Märchen hat einesteils seine stoche selbst geschahen, anderseits seine Stww übernommen und umgebildet. Ausgeprägt im jüdischen Märchen ist die sittliche Belehrung. Man kann mit vollem Buchte das hebräische Märchen — so schließt - Prostpor Heller — als Träger der jüdischen Ausfannng von Frömmigkeit und Sittlichkeit ansprech^n. Tie übersichtliche und gründliche Abhandlung Hellers ist mit zahlreichen wertvollen Literatnranaaben versehen und geeignet, nicht nur den Gelehrten einen Grundriß des hebräischen Märchens zu geben, sondern auch den gebildeten Laien in eincn anziehenden hebräischen Literaturzweig einzusühven, den die meisten kaum kennen. ' A. W. „Zeitschrift für öie Geschichte . -er Iuöen in Deutschland" ' Das soeben erschienene Doppelheft Juli/Oktober der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Philo- Verlag, Berlin W 15) veröffentlicht einen Aufsatz von Tr. Julias Brutzkus (Berlin). der interessante Awklärungen über die wenig bekannten mittelalterlichen Handelsbeziehungen zwischen Regcnsburg und Kiew bringt. Ein Bild aus dem späteren Mittelalter gibt der von Rabbiner Tr. Viktor Kurrein (Linz a. d. D.) veröffentlichte Aufsatz über „Die Mesner in von Enns", einer der von der Dersoloungskatastraphe zu Anfang Des 15. Jahrhunderts betrostenen Judengemeinden Oberösterreichs. In'ein ganz anderes Gebiet gehört — sachlich und Zeitlich — die umfangreick>e Arbeit von Dr. Otto Klage über „Die hebräische Sprachwissenschaft in Deutschland i ni Zeitalter des Humanismus". Drei weitere Aussätze führen in das 19. Jahrhundert. Aus den Jahren 1561/62 stammende „unbekannte Gutachten von Dr. Meyer F e u ch t - wang und Samson Raphael Hirsch" über die Frage der Einrichtung einer „Oberbehörde für Rcligionsangelcrenheistn der J'raelüen hat Rabbiner Tr. A. Eckstein '(Bambergs in seinem Artikel ,Jur Geschichte ' der israelitischen K i r ch e n v e r s a s s u n g in Bayern" veröffentlicht. Aus Aktenüücken „Zur vsisüdi'ch.'n Einwanderung in Preußen" in der Zeit von 1813 bis 1817. berichtet Professor Dr. Salo Baron (Columbia University, New Dorla In _ s) Siche: Alfred Diener in „Der Islam" IV. 270—293 und as:-4^. einer Miszelle macht A. Menes (Berlinbemerkenswerte Nlitreüunacn über das j ü d i s ck e Schul vo c s e u in B r e u ß e n n m b i c B! i 11 c des v o r i a e n I a b r b u n dort s. 'Reben den ausg.neiä'neten und wegen ihrer Reichhaltigkeit so ae'chätzten „Bibliographischen st o t i z e n" von Pro fc stör Tr. H e i n r i ch Loewa (Berlin), die diesmal weit über -109 Angaben aus allen Gebieten nicht nur der engeren Geschichte der Juden in Deutschland urmallen, enthält ' das Heft eine wertvolle Ilebersicht über die „T i f f c c1 a t i v n c n I i t c r a 11: r zur G e - schichte der Juden a u s d c n Jahre n 19 2 2 bis 19 2 8" von Prost"or Tr. Guido Kisch (Halle). Tie Leitung des Literaturteiis hat jetzt Professor Tr. Kisch (Halle) übernommen. ikit diesem stattlichen, inhalisreichen Doppelheft hat die „Zeit'wriA für die Geschichte der Juden in Teut'ch'and" wiederum die Notwendigkeit ihrer Existenz bewichen. E. G. L. Tr. Fritz Marburg: „Der 2tnti-> scmitiömns in der deutschen Skcpublik." Mit einem Vorwort von Professor Dr. Theodor Lessing. Mit 16 Kuusttafelu. Kommissionsverlag Josef Brenner, Wien, 1931. Obwohl nicht übermäßig tief und in Einzelheiten oft anfechtbar, bietet das Büchlein von Marburg eine gute Uebersicht über die brennenden Fragen des Judenhasses und seine Bekämpsnng. 2luf Grund guter Kenntnis der einschlägigen Literatur, unter der die Veröffentlichungen des P b i l o - B e r l a g e s an erster Reihe stehen, stellt er in vier Kapiteln die gegenwärtige Judensrage in-Tenstchland, die Theorie des modernen dent'chen Lintisemilismus, die Verteidigung des deutschen Judentums und den modernen deutschen Antisemitismus im Lichte der Tatsachen dar. Zu den Photographien bedeutender Juden der Neuzeit ist eine Reihe von Abbildungen gefügt, welche den Tiefstand der antisemitischen Agitation von heute illustrieren. Tas Buch wird wegen seines großen Materials und der Klarheit seiner gedrängten Tarstellungsweise nützliche Aufklärungsarbeit verrichten können. F. G. Strukturwanölung ösr jüdischen §amrlie „Wir leben in unvergleichlich besieren Zeiten als unsere Vorfahren." Diesem in unserer Zeit besonders beherzigenswerten ^atz stellte M i - n i st e x i Q 11 o t Hans Goslar au den Anfang seines Vortrag:- über „Strulturwandlungon der jüdischen Familie", den er cm 28. Oktober in der „Gesellschaft für jüdische F a - rnilienforschung" hielt. Ter Redner ging aus von den famiuenbegründenden und samilienerhaltenden, bodenrcchtlichen Vorschriften und den Reinheitsgesttzen der Thora, deren Leitmotiv und Ziel die biologische, körperliche und geistige Gesunderhaltung der jüdischen Familie sind. Tie hochgezüchtete Kultur und die patriarchalische Verfassung der jüdischen' Familie, dazu die Aehnlichkeit der Ideale und Zukunstshossnungen, dis gleiche Sprache und die gleichaltrige Rechtwrechung haben Jahrhunderte hindurch den überkommenen Zusammenhalt der Familie und damit der Gemeinde bewahrt. Erst die Emanzipation hat die Struktur der jüdischen Familie maßgeblich verändert. Die neuen Verhältnist'e beeinflußten die Juden, ihre Andcrsartigkeit abzulegen. Es brach ein falscher, mißverstandener Kosmvpolitismus durch. Das Gefühl für die Reinheit der Familienbeziehungen ging allmählich verloren, die Zahl der Misä-ehen nahm zu. Dem Antisemitismus aus deutscher und dem wirtschaftlichen Konkurrenzneid auf polnischer Seite mußten viele Juden in dem „westpreußisch-poscloschen Reservoir", wie cs Goslar nannte, weichen. Zahlreiche Inden wänderten aus oder siedelten sich in deutschen Großstädten, wie Berlin, Breslau, Frankfurt a. M.. an, wo das Familienleben keineswegs mehr die Pflege fand wie in den nunmehr zerschlagenen Kleingemeinden des Lstcns. Es ging viel von der Innigkeit, der Sammlung und dem Idealismus des jüdischen Familienlebens verloren, das mit dem Ciureißen aller dieser Schntzwände zerfiel. Tie Kinder willen nichts mehr von der Geschichte der Familie. Noch niemals in der Geschichte der Juden hat eine so tiefe Klnst zwischen den Generationen bestanden wie herite. Ministerialrat Goslar betonte eindringlich die Notnxnd'.gkcit der Rückkehr zum jüdisck-en Familienleb-en, das freilich keineswegs engherzige Chetto-Abschließung bedeuten dürfe. — Ui— Mreö Leicht Ein Glückwunsch von No.bbiner Tr. Lolvcnsialrun (Berlil:-Spa:rdar:) Zu den 2.6ännern, die innere Gegcnwarrsnientalitä: vergessen hat. geböw 2-toritz Vazaous. der Begrün.der der Vvllerp'stnbologie. der Jo.de, der durcti llüort und Tllntst. durch- ''eine Bersönlillllei! und seine LAstu.ng die ganze zweeie Hätte des 10. Jahrhunderts mastgeoliw für nn-ibeeinstußt bat. Nur e i n e n Rbam' gibt ezzoch heute, der in der Gedaukemoett Lazarus' lebt und 31t beüen 70. Geburtstage u. Zlloveiutnn ' reir einen i'.uz'.iäien Glückwun'ch darbriugen wollen: Professor Tr. 2itstw. Leicht in Bteißeu. Tcul jungen Studenten paar vor .H Jahren der Geist von Lazarus wie eine innere Erleuchtung nufgegangen, in unverrückbarer Treue slan.d er dem Meister bis zum Tode nahe und bat bis heute für ihn gelebt und gewirkt. Tag für Tag halt Alfred Leicht das Llndenten an seinen Lehrer poach, cs gibt keinen Brief, der nicht der Erinnerung an Lazarus geweiht wäre, cs besteht eine nie versagende, innerste Beziehung uh ihn zu dem einst gestierten Manne, der unser Ttolz war und bleiben nnnß. ^0 ist Leicht ein Men'ch. der von geistiger Tantbarkci: lebt wie niemand sonst in unsrer Zeit der Z'.vietracht und Disharmonie. Viele Schriften und 2lw"ätze über Lazarus kennzeichnen den Lebenstveg des großen Jüngers, den der Meister 31t ieir.ein Biographen und Herausgeber seines literarischen Nachlaßes bestimmt halte und dessen tiefer Schmerz cs ist. daß er durch andere verhindert war, dieser 'Aufgabe zu genügen. 2tvch mir manchem großen Deister stand Leich: in Verbindung, vor allem mit Rudo-l» E u cf c n, von dem er zwei bedeutende Werke in.s Französische übersetzt hat. Tie Philosophie des ..Wirst der G.danke der Menschheit und der Menschlichkeit ist seine Lebensanschauung. Sv veralnststent er in timister ^eele den Judenhaß, der 2llchtjnde. der ciu.en grasten Juden zu seinem Lcbensfübrcr gemacht hat. b'.lles in allem: ein seltener Rstemstü an Geist und Begabung. an Charakter und Weishcil. an Treue und Hingebung. So gilt dem?.llanne der liefen geistigen Dankbarkeit der Dank vieler jüdistcher Freunde für sein Leben M'.d sein Wert der Treue und der herzliche Wunsch, daß U'.m noch viele Jahre gegeben seien, der Hüter des ^watzes 311 sein, den ci bisher in unvergleichlicher Ausopscrun-g verwaltet und bewacht hat. Sludolf Hcrzbcrg (Hannover) 50 Jahre alt. Das Atitglied unseres Hanvtvorstandes Nnd 0 l s H e r z b e r g in Hannover. beging am 1. Olovenrber seinen 5 0. Geburtstag. Rudolf Herzberg ist einer der Freunde, denen der C c n t r a l v e r e i n und seine Weltanschanng heilige S-elbstverständlichkcit und ein Gebot sind, sich für unseren Kampf nur Recht und Gerechtigkeit bis zum letzten einzusttzen. Tiefem Gebot ist cr seit Jahren treu gefolgt, ^em kluger Rat, seine rücksichtslose Lisenlieit, seine geschickte 2lrt am Verhandlungstisch, sein kaustnännischer Scharfblick haben der Sache des Eentralvereins hervorragend genützt. B!ögc Rudolf Herzberg, der jugendliche Fünfziger, noch lange Jahre frisch an Körper lind Geist seinem Berufe, seiner Familie und seinen Ehrenämtern erhallen bleiben. A.W. Der erste kontradiktorische Abend der Freien Jüdischen Volkshochschule findet Montag, 9. November, abends 8 Uhr, Logenhaus Kleiststrasse 10, statt. Referenten: Rabbiner Dr. Felix 0 0 1 d m a n n (Leipzig), Dr. Jakob Klatzkin; Thema: Die Bekämpfung des Antisemitismus. (Ilörergebühr M. 1.-.)_ Dem Gedächtnis Leffcr Uryr. Am 7. 9c 0 d c m b e r, drin 70. Geburtstage des Künstlers, eröffnet die R u « ft f c m m l u n ß der I üdischc n Geneinöe eine A u 2 st e l l u n g des gesamten graphischen Werkes und einer Anzahl von Graphiken und Z e i ch n u n g e n des Meisters, die bis zunr 22. Noreinber täglich von 10 bis 2 Uhr unentgeltlich geöffnet ist. Am 8. 3t 0 v e m b e r, vormittags Iw '. Uhr, ver. anstaltet die Freie Jüdische VoUshoch'chule im Logenhaus, Mciftfirafic- 10. eine ©eb5cf)tr.isfcicc, bei der Tr. Rudolf K a y f e r einleitende Worte: sprechen, und der Leiter der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde, Dr. Karl Schroarz, einen. Lichtbilder' vortrag über Lester Ury halten wird. Der. Kurt Singers che Chor wirkt bei dieser Feier mit. Eintritt frei. &'Crd'4fi toti 3 empfiehlt dl io guten Pfefferkuchen Herzen mit Schokolade, die guten weis&Gii Spllztms^sa! Billig und doch Qualität.