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Central-Verein-Zeitung · 1931-10-30 · 44 (30.10.1931) · p. Seite 509

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
44 (30.10.1931)
Date
1931-10-30
Page
Seite 509 (sequence 1)
Language
German
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oeriin, 30. ©ftobcc 1931 X. Jahrgang * ttr. 44 Einzelnummer 20 Pfennig 7 o?sm r!V Vv> : r I0 C\ i/Vvv'v'V'v’V^o'^ 30 Efe kv--.r WWsr> Mb ösKW-LM V«K INSsssSMA. /^ugsnieins Ztziiuntz des Dudeatums r«Stt.42, FeriffpreLer: J2 OIir-2 5074. .:. doff'checkkonlo: Berlin Li>! 72. .:. D l^ersdcii 1, 5x)henz2llerndnmin Uv, mA oor. C?cIi-fd)tnl51 S{o‘if<f)*.Ii) L Go., 93 ition Rudolf Lstosse, Berlin SW KO, uni Lrrer^FiliLlLn. Anzeisenxreise: 0,90 Jt* BlerteNaLrSabonrrement 2,50 NM. (Zuzllgl. Bestellgeld). Lrrlag und Schriftleitung: Berlin W 15. Eggse^( Alleinige Anzeigenannahme: Annonccn-E;pedi:ion Rudolf Lgosse, Berlin SW 10), mud d-:ren F-V.alen. ÄnzeigenrzeiiL.- 0,90 Jty< Idt ble igespaUene oeste ¥.~^oU klormalreilenmesser Nr. 4, Famillenanzeigen und EteOeugesuche (nicht Liellsncngcbo:r) für 5Nr.'gNcder Leo Centrurverelns 0,-.o «>uK, tie CO mm Lrsr.r iu.k2nu*c:.> woO Sinrfonfo: Dresdner Dank, Deposttrnkisse H % Berlin W6. M dM KWÄWÄ' «VMM brr WWW. In dein Berliner Sportpalast so rach der Reia)sLagsabgeordneter Gregor Strass er cm 23. Mover über die politische Lage. Dabei entwickelte er ein nationalsozialistisches Regierungs- Programm, dem wir folgende Ausführungen entnehmen: - „Cs gibt Leute, die mit uns eine stloalition machen wollen. Zwischen uns und der SPD. sieht immer und ewig der nngesühnw Verrat vom November 1916. Dir wollen restlose Abrechnnng cvenUwll auch n: i t L r c - ch i a l g e w a l t mit der SPD. und tem Marxismus. Der Harzburger Zmammenchlnß ist eine Leistung an sich, die das System schon fast gestürzt hätte. Ab-er in wenigen Wochen wird es Tatsache werden . . . Sine nationaTfo31a11ftifcf>c Negierung bedeutet, das; die Herrschaft des Iu Deutum§ tn Deut | ch I a n d z u Ende i st. Nationalsozialismus hat mit Radanantisemitismns nichts zu tun, er ist ein Bekenntnis zu unserer Art. zu unserer Volkseinheit. Daher Ausschaltung des Judentums ausallen Gebiete n, w o e s diedcutsche En tw i cklu n g zu hemmen imstande ist. A n t t s e m r t i s m u s ist im m c x nur Abwe h r. Tie Entthronung des Judentums bei rms ist eine Anstachelung für die anderen Machte. Der erste nationalsozialistische Minister ist dnS Ende des JrrdenLnms in Deutschland . . Geer» bri fen Wüü» m toi wrzLL^mrm Bei den Wahlen zur Berlin e r A e r z t e - kammer, die in der Zeit vorn 2. bis 11. Noveruber ftnttfinben, tritt ein Wahlvorschtaz9. Bund der Heilberuse für soziale Erneuern u g ans. An zweiter Stelle der Kandidatenliste steht der bekannte völki'cho Vorkämpfer Tr. Leonardo Conti, prok! sicher Arzt in Berlin-Wilmersdorf. Dr. Conti hat Ende 1930 die Ortsgruppe Berlin des uationalsezialistischen Aerztebnndes gegründet. Er betonte laut „Angriff Nr. 125 vom 22. 12. 1959, das; die Organisation als betont Politisch seine wirtschaftliche sei und Partciinreresicn rein wirtschaflrche Standcöiutcresserr rnrtcr allen Umständen voranzuschen seien. Wahrend sich der Ortsaruppe Berlin des nationalsozialistischen Aerztebmwes, der nur eingeschrieoeno Niitglieder der NSDAP, ausninnnt. zunächst nur 40 Aerzte angeschlonen hotten, verstand Tr. Conti cs, die Oree.uijatwn so weitEauszubauen, daß im März 10^31 eine Or-- ganisationstagung einbernsen werben konnte, die ebenfalls unter der Leitung von Tr. Conti stand. („Angriff" Nr. 56 vom 16. inäxx 1931.) Der Wahlvorschlag 9 wendet sich ganz im nationalsozialistischen Jargon gegen „wesensfremde marxistische" Einflüsse. mmm *£V*7o? ,o (5 05'/',/v Kein Schutz gegen Angriffe auf das Irrösnium? Vor dem Nürnberger Schwurgericht fand, wie wir in der vorigen Woche meldeten, am 19. Oktober eine ScliwurgerichtsVerhandlung gegen den verantwortlichen Redakteur des t,Slüfmer£: statt. Gegenstand der Anklage waren zwei Artikel, von denen der eine Schmähungen der jüdischen Reiigionsgemcinschalt, der andere Beleidigungen gegen einen jüdischen Professor enthielt. Während Redakteur Ilolz wegen des zweiten Artikels zu 1500 Mark Geldstrafe verurteilt wurde, kam das Gericht wegen des Religionsvergehens zu eiiipm Freispruch. Zu diesem Prozess wird uns geschrieben: Bor dem Schwurgericht?mrnberg fand ein Prozeß gegen den Nedakrenr Holz, des ,.S t ü r - incf statt, den: zwei Artikel, die an sich miteinander nichts zu tun. haben, in der Nr. 14 des Blattes zugrunde lagen. In dem einen Aussatz „Einsendmx; eines Reichsmehrsoldaren" war ein Borsall in einer Berliner Klinik geschildert. Wegen dieses Berichtes warm in Berlin Untersuchungen gefühlt worden, deren Ergebnis die Einstellung des Verfahrens war. In Nürnberg stand der Bericht selbst nicht zur Anll-sge. Aber in der üblichen Weise des „Stärrner^ waren ihm angebliche Stellen ans Talmud und Schnlchan Arnch, die als Geheimbücher, aas denen, die Inden ihre Lehren beziehen, bezeichnet waren, angefügt. Daraus wurden, die Schmähungen gegen d-as Jndentmn gefolgert. Tie Anklage erfolgte ans Grund des § 166. In den: anderen Aussatz war einem jüdischen Professor vorgcworsen worden, er habe im Unterricht eine gotteslästerliche Bemerkung getan. Das äurltusministerium erstattete deswegen Strafantrag n>7geu Beleidigung und übler Nachrede, dem sich der beweisende Prostsior als Nebenkläger' anschloß. Ter Landesverband Bayern gewährte dem Profesior durch Justizrat Lev i n g c r -BUnchen Ncchtsschutz und Beistand. Die Wirkung des A r t i k c t s zeigte fid) birD. D c m Professor wurden die F e n ft e r e i n g e w o r f e n , i h m d a s Leben in der kleinen Stadt unleidlich ßciiifldjt; gegen den Pfarrer, der in d e r B o r n n t e r s u ch u n g und i n eine m bereits f r ü h e r e n S ch würg e - r i ch t s p r o z e si in?N ü n ch e n die Al u s -- s a g e n des Professors bestätigt hatte, w u r d e e i n w i l d e r a m p f e n te s s e l t. 2Nan sammelte Unterschriften gegen hn ustv. Die Stimmung im Schwurgerichtssanle. In der Woche bor dem Prozeß hatte der ,S turn:er", gleichsten:, als gelte es die Eilv ladlrng zu einer Volksversammlung, das Stattfinden des Prozesses seinen Lesern in Fettdrtnf engekün.digt. Infolgedessen war dev Zuhörerraum von Nationalsozialisten gedrängt voll. Wenn es Aufgabe der Justiz ist, Irrungen und Wirrungen des Menschenlebens in die objektive Sphäre des Rechtes zu heben, so wirkte einer solchen Sublimierung die Sümnmng im Gerichtr-saal sofort entgegen.. Holz uns sein Vorreidiger hielten Bolbr-reden, die wiederhol: von Bravorufen unterbrochen lvnrden, so daß der Vorsitzende mit der Räumung drohe:: mußte. Ohne unterbrochen zu werden, konnte Holz die Inden als eine Köterrasie bezeichnen und andere Beschimpfungen ausspre-asen. Gegen Zeugen, die dem Angeklagten mißliebig waren, wurden mehr oder weniger verhüllst ehr ein kränkende Vonvürfe erhoben, nach dein alten Prinzip, d-aß man Zeugen, Die eine::: nicht papen, „meineidig zu machen" versuchst. Die Ablehnung der Sachverständigen. In der gleichen Linie lag der Antrag der Verteidigung ans Ablehnung der Sachneritänd:- gen Rabbiner Tr. E s ch e l b a ch e r und Prosepor Tr. G v e t t § b e r g e r, der fairer Weise erst nach der Erstattung des Gutachtens durch Tr. Bischofs kan:. Ter Verteidiger begründete sie damit, das: Rabbiner Tr. Eschelbacher Mitglied des C. V. sei und daß Professor Tr. Goettsbergor sich nach dem letzten Prozeß schriftstellerisch betätigt habe und diese Aon sierangen in der „C. B.-Zeitung" erschienen seien. Das Gericht verrvarf den Aast rag ans die Ablehnung von Professor Goettsbergor. g a b a b e r der A b l e h n n r. g R c b b te r Eschelb a ch e r s statt m i t der B e g i ü n d u n g, daßeri tu E. B. Mitarbeit e. Dies geschah trotz der Eiluvendung des Staatsanwalts, der darauf himvies, daß die Mitgliedschaft zu einem m rveitbänsigm Verband keine persönliche Ast- Ziehungen und damit keinen Abl.hnungsgrnnd schassen könne. Das Gericht beschloß aber/Rabbiner Tr. Escheldacher als sachverständigen Zeugen zu vernehnwn. Die (Gutachten. Tr. Bischofs gab ein zwei Stmuden banges Gutachten ab. Er behauptete, d-aß im großen und ganzen die ange.z'vgenen. Stellen in: Talmud

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