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Central-Verein-Zeitung · 1931-09-18 · 38 (18.9.1931) · p. Seite 461

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
38 (18.9.1931)
Date
1931-09-18
Page
Seite 461 (sequence 5)
Language
German
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m Lujs SrsKtsns geftsröen Im Alter von fast 87-Jahren ist Lujo Brentano, der Altmeister der deutschen Nationalökonomie und Wirtschaftsgeschichte, gestorben. Mit ihm verliert die deutsche Wissenschaft einen führenden Geist, das politische Leben eine stets zum Eingreifen und Nichtungweisen bereite, unermüdliche Tatkraft. Mit ihm verlieren auch wir deutschen Juden einen Dortstrbrer der Gerechtigkeit, den sein tiefer Einblick in die Zusammenhänge des geschichtlichen Werdens Zu einer Zerstörung judenfeindlicher Vorurteile hervorragend befähigte. Lujo Brentano war ein Leben der Fruchtbarkeit und dcs^ segensreichen Schaffens beschieden. Sein wissenschaftliches Wirken kreiste um die beiden Pole der Arbeiterbewegung und der Handelspolitik. Wie er am dem erstgenannten Gebiete ein Vorkämpfer der Gewerkschaftsbewegung war, der Entdecker geradezu der englischen Gewerkrerein^für die kontinentale Entwicklung und ihr wipenschaftlicher Tenter und Fürsprecher, so verfocht er aus handelspolitischem Gebiete mit grandioser Folgerichtigkeit den Grundsatz des Freihandels. . Bis in die letzten Jahre hinein erscholl immer wieder sein Auf, wenn cs galt im Zollkrieg aller gegen alle die Stimme der Vernunft zu Gehör zu bringen. Seine Beherrschung des Stoffes und die Grütze seines verarbeitenden Geistes waren stark genug, um scheinbare Gegeumtze, wie das lollettiviststche Gewcrkschastspriozip und den ertrcmen .Handelsliberalismus, zu vereinen. Als liberaler Sozialpolitiker, als ^ozialliteraler Verkörperte er in feinen Lehrmeinunaen so recht die Borkriegsära industriellen Ausstiegs und der sie begleitenden Emanzipationsbewegung^ der Arbeiterklasse, die Brentano in wirtschaftsfriedliche Bahnen nach dem klassischen Beispiele des englischen Trade-Unionismus zu lenken suchte. Tas jüdische P r o b l e m fand Brentano vor allem in seinen wirtschaftsgeschichtlichen Studien vor. In seinen Borlestingen über „das Wirtschaftsleben der antiken Welr"*) befindet sich' auch ein Abschnitt über altüucii erbere gu's SahrmiUsi! Äusfiefcrungskger: Berlin Vi50 Hsrrmann 8 Sohn, finsS-chsr Strasse 42. Preis eines Paketes RM. 1.10. Preisliste tÄ-L. frei jüdische Wirtschastsverhältnine, in dem er die Grundlagen der Behauptung vom „kapitalistischen Geist der Juden" eingehend durchforscht und die Behauptung selbst, soweit sie den kapitalistischen Geist als eine jüdische Eigentümlichken hinstellt, all ndsurckum führt. Aber nicht nur theoretische Lchrmeinungen, die in der Stille des Studierzimmers zum Leben erwachten. *) Bei Gustav Fischer, Jena. ICOfh regten Brentano zum Widerspruch an, wenn ne der Wahrheit widersprachen; er stand viel zu sehr mitten im Tageskam.ps der öffentlichen Meinung, als daß er zu der lärmenden Judenhetze der Nachkriegszeit hätte schweigen können. In der Wiener „Neuen Freien Presse" schrieb er 5923 über den „Judenhaß". Ter Aussatz wurde später vom Bhilo-Verlag zur Veröffentlichung erworben, um der Stimme des großen gelehrten Führers auch in weiteren Kreisen Gehör zu scha'ien-). Es zeigte sich, daß Brentano keineswegs ein unbedingter Fürsprecher der Juden war. Nach ehrlichster Ueberzenguug vorteilt er Lickt und Schatten. Aber wie er auch hier schon insbesondore der S o m 5 a r t schon Lehre vom „jüdischen Kapitalismus" entgegentritt, wie er die Jndengegnerschast der feudalen Schichten in Teut'chland aus dem Restentiment der gestürzten Herrenklasse aufschlußreich erklärt, so findet er vor allem Worte tiestr Entrüstung gegen den politischen Antisemitismus in Teutsckland. Weil sein Nus ans deutsche Volk heute noch und heute wieder Hörenswort ist, weil er klingt wie für das Jetzt geschrieben und weil wir hoffen, daß dem toten Führer die Achtung nickt versagt wird, die über die Mahnungen des Lebenden zum Schaden der Allgemeinheit hinweggpchrüwu ist, deshalb geben wir den Schlußabschnitt seiner Ausführungen wieder: . . . „Noch entsinne ich mich aus meiner Jugend, wie begeistert Philipp Beit, der Enkel von Mösts Mendelssohn, einer der Erneuerer der christlichen Kunst, von seiner Teilnahme an den Befreiungskriegen erzählte, in denen er sich das Eiserne Kreuz erwarb. Rnvergo"en sollten die Tausende bleiben, die im Kriege von 1870 71 und im Weltkriege für Teuts.chland gefallen sind; und welche Verdienste um die deutsche Einheit haben sich nicht die^ Juden Gabriel Riester, Martin Eduard Simson, Eduard Laster erworben! Wäre nickt ohne Welcher Nathenau, der blindwütigem Judenhape erlegen ist, im letzten Kriege das deutsche Volk schon nach wenigen Monaten seinen Feinden preisgegeben gewesen! Nein, nicht Erweiterung der Spaltungen im deutschen Volk tut uns not. Tas Fremdtun innerhalb desselben muß aushören, wenn cs wieder anfkommen soll. Tas kann aber w-eder durch Bermche, die Nasienrcinheit herzustellen, die notwendig scheitern müsstn, erreicht werden, noch etwa, indem man einen Teil der intelligentesten Bevölkerung Deutsch, lands zu dessen Feinden macht, indem man etwa, dem früher russischen, jetzt ungarischen und polnischen Beispiel folgend, einen numerus clausus für jüdische Studenten an den Universitäten oder für jüdische Pro- *) Brentano, „Der Judenhaß". Mit einem Vormort von Nabbiner Dr. M. Eschclb^cher, Düste?- dorf. Philo.Verlag, Berlin. 1924. % Lanöau $0 Jafytz aff Einer unserer besten Freunde, der Chefredakteur Isidor Landau in Berlin, begeht am 20. September seinen 80. Geburtstag. Wenn er auf sein arbeitsreiches Leben zurückblickt, wird er in Freundschaft auch der Arbeit gedenken, die er so oft im Dienste unserer Idee geleistet hat. Isidor Landau, der über ein ganz ungewöhnliches Wissen auch auf jüdischem Gebiete verfügte, hat jederzeit zur Verfügung gestanden, wenn es galt, für unsere Arbeit zu werben. In schwerer Zeit hat er auch die Redaktion unserer ehemaligen Monatsschrift ,.Im deutschen Reich*' auf sich genommen. Wer mit ihm auf unserem Arbeitsgebiet zu tun hatte, freute sich immer von neuem dieser klugen und begeisterungsfähigen Persönlichkeit. Mit allen unseren Freunden im Lande wünschen wir unserem Freunde Isidor Landau einen gesegneten Lebensabend. J. B. sessoren auf deren Lehrstühlen einführt. Was uns nottut, ist Einhüt des Fühlens und Denkens. Sie kann nicht erreicht werden, indem wir dem Beispiel in der Kultur rückständiger Völker, sondern dem derjenigen folgen, deren Stärke es ist, daß sie durch gerechte Behandlung der in ihrer Nutte wohnenden Juden ihre gesamte Bevölkerung in eine einheitlich fühlende Nation verschmolzen haben. In England ist Tisraeli nicht der einzige jüdische Minister geblieben; dort hat man einen Juden sogar zum Vizekönig von Indien gemacht. In Frankreich finden wir seit der großen Nero-lunon Inden vielfach tonangebend in Gesellschaft und Politik. In den Bereinigten Staaten ist ihr Einfluß außerordentlich groß, und für Italien ist nichts bezeichnender, als daß bei der Feier der Gründung der Stadt Rom sowohl deren Bürgermeister als auch der Premierminister Juden gewesen sind. In Teutschland dagegen Endlich Ist es der Wissenschaft gelungen, ein wirksames Mürel gegen unschöne Fetipolsfer zu finden. Gerade en den sichtbaren K'rperilellen. wie Kais, Kinn, Wade und Knöchel, bildet sich meist eine Fettschicht. die auch die beste Gestalt unschön und plump erscheinen liSf. Vergleichen Sie nebenstehende Schönheits-Normalmaße an Ihrer Figur und entfernen Sie alle unschönen Fettpolster mit Schlankol. - Das neue Wissenschaft iche Ferixehrwasser Schlankol wird einfach an der Stelle eingerieten. e_n der Sie abmagern weilen, und Ln wenigen Stunden verschwindet an dieser Stelle alles Feli. Der Wadenumfang verringert sich z. B. In einer Nacht um über 2 cm. Schlankol löst jeden Fettansatz mit sofortiger Wirkung, nur durch 5u.5erlich.es Einreiben. 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