Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 35 (28.8.1931)
- Date
- 1931-08-28
- Page
- Seite 425 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I 4L 5 üJünm die?. O .^> v.’ fi;:H9 ' ' ‘J isla Ean@Ii8?2e!ms ■ u - Der Bericht der „C. D. - Ssttnnn" vom 12. Juni dieses Jahres über die erbe von Rabbiner Tr. Prinz (Berlin) als Stndentcnseelsorger ab gehaltene Stube n t e n. V e r - s a m r.; l u n g , in der die Herren. Muwwrialrat Tr. B a d t und Tr. Friedrich B r e d n i tz über die Tagung des Jnternaeionalen Studentenneerles in Rhon berichteten, hat enn starkes Echo erweckt. Alle, die in diesen wilden politischen Zeiten sieh noch ihre Besonnenheit bewahrt haben, gleichviel welcher jfibifcicn Parteirichtung, sollten darüber einig sein, das; eine Politisierung der Studentens e e l s o r g e, die mit dieser ersten Versammlung drohte, schädlich und entzweiend unter den Studenten wirken müßte, mag diese Politisierung beabsichtigt oder unbeabsichtigt gewesen sein. Im Zusammenhang mit diesem Berichte stellte Bruno Woyda (Lib.), Repräsentant der Jüdischen Gemeinde, Berlin, den Antrag, der Borstand der Jüdischen Gemeinde möge daraus hinwirken, daß die Tätigkeit eines jüdischen Studentenseelsorgers eineue Gemeinderabbiner übertragen werde und daß die Tätigkeit des Stndentenseelsorgers im Rahmen der Seelsorgetatigkeit bleiben minie. Soweit die Personen frage in Betracht kommt, liegt die Entscheidung bei den religiösen Organisationen, hier also bei dem Borstand der Jüdischen Gemeindei Sie ist allerdings nur im Zusammenhang mit der ersten Forderung Woudas zu lösen. Ter C e n t r a l v e r e i i: und eigentlich alle deutschen Juden, die nicht politische Fanatiker sind, können aber nicht wünschen, daß die Studentenseelsorge einseitige Vorarbeit sür irgendeine politische Richtung innerhalb des Judentums bedeutet. Er hält es auch für höchst bedenklich, wenn in einer Zeit, wo alle Rektoren deutscher Hochschulen die Politik und ihre praktische Betätigung ans den Umversitätsräumen zu entfernen bestrebt sind, etwa gar deutsche Juden innerjüdische Partei'treitigkeiten politischer Natur über die Seelsorge in die Universität hiueintragen. Bon diesem grundsätzlichen Standpunkt gehen wir um kein Zipfelchen ab, wenn wir im folgenden programmatische Ausführungen von Rabbiner Tr. Prinz (Berlin), der als Stndentenseelsorger wirkt, veröffentlichen. Wir halten es für ein Gebot der Gerechtigkeit, Tr. Prinz an dieser Stelle Gelegenheit zu geben, seine Grund'ätze zu entwickeln, zumal nach dem berechtigten Wunsch des Allgemeinen Tentschen Rabbiuerverbaudcs Studentenseelsorgestellen allmählich an allen in Frage kommenden Ho eh s ch u l c n des Deutschen Reiches crrichwt werden sollen und uns die Darlegungen von Tr. Prinz als Grundlage einer jüdischen Studentenseelsorge im wesentlichen geeignet erscheinen. Wir begrüßen diese Einrichtung, weil auch wir meinen, das; eine religiöse und soziale Arbeit von jüdischer Seite in der Stndentenl'chast segensreich wirken kann, besonders, wenn sie nicht im Geiste einer Minderheit des deutschen Judentums, hier der naiionaljüdischea, ausgeübt wird. Trisst eine solche Befürchtung nicht zu, so wird der G e r: L r a l v e r e i:: sicher alles tun, um mit seiner großer; Organisation und seinen zahlreichen und langjährigen Berbindungou zum Lehr- und Studentenkörper der Hochschulen die Arbeit, soweit sie ihn angcht, nachdrücklich': zu unterstützen. Zu den nntwrichtcadm« Aus'ührunaen von Rabbiner Tr. Prinz bemerken wir vorweg das folge ude: Tr. Prinz spricht davon, daß allmonatlich allgemeine jüd istbe Studentenversammlungen abgehalten werden sollen, die den Gegenstand „G e g e n w a r t u n d Jude u t u m" zu behandeln haben. Hier liegt die Klippe. Wir fürchten, daß allzu leicht bei solchen: Thema die Geißer anseinanderplatzen werden. Bei der berechtigten Frische der Jugend werden hier schnell Gegensätzlichkeiten aufgerührt, die ebenso rasch zu Schärfen führen. »Nach langem Suchen endlich das Tachtigr für rmwj Zähne. Rach dreimaligem gebrauch blendmd rou.^.' Zäbne, Irrtzdem dieselben durch vieles Raubm braem und un'chän wallen. Ich werde nßsts anderes wehr gebrauchen,als Chlorodont."L., Horb Berg. Man rerlange nur die echte Chlorodont-Zahnraße. Tube 54 Pp und SO Pü» und weife jeden Erstz dafür zurück. :u:d die die jüdischen Studenten wart einander anzunähern, stark auseinanderbringe:: werden. Wir halten die Aufgabe religiöser, sozialer und wirrsehastlicher Natur icir den Studentenseelsorger sür so mnfcwend und arbeitsreich, daß es nicht nötig ist, sich aus Gebiete zu begeben, die das Vertrauen zu dem Seelsorger als religiöse Perwnliackmt, der ersten Voraussetzung erfolgreicher Wirksamkeit, zu gefährden geeignet sind. Wir geben nunmehr Dr. Prinz selbst das Wort: In der Arbeit einer jüdischen Studentenseelwrge, die ein absolutes Rovmn darstellt, ergeben firFi din 2d'.njiericfcife*n bereits aus der geben sich die Schwierigkeiten bereits aus Per Formulierung des Begriffs dicstr besonderen Art von Seelwrae. Ja, schon die^Fraae, ob es ü b c r h a u r t ei n e j n d i s ch e Seelsorge gibt, ist mear'ach und mit Hucken Gründen bestritten worden. In der Tatchann es innerhalb der jüdi'chen Religion eine Seelsorge im Sinne des Katholizismus nicht geben. Tie Erlösung der Seele dcs einzelnen, die vom Erlösuu'gswcrk der Kirche her gesehen wird, ist ein Begrüß der den: Judeuckum fremd ist. Tennoch gibt es Berührungspunkte zwischen der modernei:" Aufsasiung der protestantischen Seelsorge und einer noch zu begründenden jüdischen. Wem: der Protestantismus seine Seelsorge definiert als „das Bemühen, einem Menschen dadurch zu helfen, daß er Gott in seinem Leben wieder sehen, sein Wort wieder vernehmen, und seinen Willen 'wieder basier verstehen kannst so scheint uns das eine Bestimmung zu sein, der grundsätzlich auch die jndi'che Religion zuzustimmen vermag. Zn diesem rein religiösen Bemühen mag innerhalb der jüdischen Religion noch als starkes Moment die Betonung zweier Aufgaben hiuzukammen: die soziale und die pädago s eh e. Es gehört zum Wesen der jüdischen Seelsorge, neben die Gewinnung der Mensche:: sür die slusgab^und die Anschauungen der Religion auch die i l s e l e i st u n g und die B e l e h r u n g zu stecken. In einem so umschriebenen Kreis der Aufgabe läßt sich auch die Stndentenstelsorge fasse::. Es wird, um es an dieser Stelle kurz zu sagen, ihre Ausgabe sein, die jüdische Studenten s eh a s t an den Fragen j u d i s ch e r Religiosität u n b jüdischen Lebens ttucbcr inner H qj zu beteiligen. Es wird ihre Ausgabe sein, d i e 31 o t b c § jüdi - schen Studenten zu lindern. Es wird e::dlich ihre Ausgabe sein, den jüdische n Studenten einen Zugang zun: j ü - di s ch e n W isse n zu v er sch a s s en. Tie Verwirklichung dieser hier nur skizzierten und in größerem Zuiamuuenhang in den Mitteilungen des allgemeinen deutschen R ab b i ne r-V er band e s verö'stntlichten Aufgabe hat au der hiesige:: Universität begonnen. Freilich läßt das vergangene Semester noch keine endgültige Beurteilung der Möglichkeiten zu. Tie Arbeit im vergangenen Semester beschränkte sich zum allergrößten Teil auf die persöickiche Fühlungnahme mit den Studenten, auf ihre Beratung in den Sprechstunden und auf eine Anzahl von Aus'prackm: mit ihren Vertretern über die verschiedensten Gebiete studentischen Lebens. Tas Wintersemester wird bereits in breiteren: Rahmen die Wirksamkeit der Studentenseelsorge zeigen. Es soll in jedem Monat eine allgemeine jüdische Stndemen-Vcr'amwlnng abgehalten werden, bei der über die verschiedenste:: Fragen gesprochen werden soll. Tic Fragen werde:: voraussichtlich arupoiert sein um das große Thema: „Gegenwart und Judentum". Sie werden dazu benimmt Gin, dem jüdischen Studenten in seinem Sana in die heutige Wirklichkeit Wegweiser und Berater zu sein. Es gilt, die maunigiachen weltanschaulichen Fragen von heute in das Gefüge des Judentums einzuordnen. Daneben wird in stillerer Arbeit der Sstudentenseelsorger die Ausg.rbe haben, in den jüdischen Verbindungen und auch sonst in studentischen Kreisen jüdisches Wißen zu vermitteln.' Wie wichtig dicke Aufgabe iß, braucht an dieser Stelle nicht gesagt zu werden. Ter jüdische Student, der nach dem Abiturium die Schule verläßt, verläßt zugleich auch in den allermeisten Fällen damit den Weg, ber zu jüdischer Bildung und Fortbildung führt. Tie Studentenseelwrge soll besonders den jüdischen Studenten Helsen, die in keiner jüdüchen Verbindung sind und keine Gelegenheit haben, ihr jüdnches Wißen zu erweitern. Aus das Große der Erhaltung des Judentums überhaupt gesehen, scheint uns die Studentenseelsorge eine dringende und notwendige Forderung unserer Zeit zu sein. Wir nuipen in der a?ademi''chen Schicht noch immer die führenden Ale::'che:: unserer Gemeinden sehen. Es muß deshalb als eine Rotwendigkeit angesehen werden, dicke großen Schichten den: jüdischen Leben näherzubringen und sie auf die Stellung vorzubereiren, die sie einmal innerhalb des jüdischen Lebens einnehme:: werden. Tie jüdische Studentenseel'orge kam: njcht ohne Hille der Studenten selbst arbeiten. Sie hat deshalb einen paritätisch zusammengesetzten Kreis aus der jüdißhen Studentenscha't gebildet, der zu allen Fragen der Studenten''eelwrge freimütig Stellung nimmt und den: ^tudentenseelwrger Hilst, seine Ausgabe za erfüllen. Ter Nus nach der Bildung von besonderen Srudeutenßelsorgeälntern an hau Universitäten geht von: soziale:: Ausschuß des Allgemeinen Teutschcu Rabbinerverban.des aas. Tiewr Ruf :oird nur dann seinen Sinn haben und 'eine Ersüllun.g sinden, wem: das Rctz der jüdischen Stzudenten'eelsorgeämter über düs ganze Reich gespannt wird und wenn so der gegenseitige Austausch der Erfahrungen endlich auch' zu' einer tbcoretischcn Grundlegung und Erarlcinaug der Ziele und Ausgaben einer jüdw'che:: Studenckcuseelsorge führt. Rabbiner Dr. Joachim Prinz (Berlin). S=!:ä Preise: Grosse hie 1,10 M. I/sine Nie E0 PI. m-TjpMmm Dame verhindert Zs1* UeUsnrrtr. Lockerwerd?n der Zihr.c, Spritzt nicht u. hochkonzentriert, daher so sparsam, BiOX- ULTRA OJerj g*iur.de Speiche!- aekretlon ur.tj erh>!5 Zinne vnd Mond cesor.ct.