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Central-Verein-Zeitung · 1931-08-28 · 35 (28.8.1931) · p. Seite 421

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
35 (28.8.1931)
Date
1931-08-28
Page
Seite 421 (sequence 1)
Language
German
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30. «.ISS" Berlin, 2$. August 1931 X. Jahrgang ♦ Sir. 35 Einzelnummer 2S Pfennig /\ \omm MMW MZ»HsMMWW zmS ImMsrLNM mgKÜZS HZN MÜIMZR WWiöZNS'S.Ä /<Ntzemsins Zeitung desDudenfums DierlellahrSabonnemenL 2,50 NM. (zuzllgl. Bestellgeld). Lrrlag und Cchriftleituna: Berlin 15. Cwser Etr. 42. Fernspreäer: J 2 Olioa 5074. Postscheckkonto: Berlin Zc^ 72. .:. Dankkonto: Dresdner Bank, D-xositsnle-sse H 2, Berlin-Dilmersdorf 1, Hohensellerndcunni 136, und von Goldf^mcdt - Row'chckd & Co., Berlin W 8. _ Llleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Expedition Rudolf Ddosse, Berlin L^VItO, und deren Filialen. Au-ei?:nprei'-: 0,99 AM für dis 7gefpaltsne Zeile nach Tch.oft Mo^er Slormalreilenmesser Zw. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht EtsllenangeLoee) für Blitglieder des Ceneralvrreins 0,15^?^, dee 62 min breite Retlamezeue 3,r9 bx o Cenfralverels? und „Frk^dciis“ Ist die 3udenhelt eine I-MIonf Seite 422 Seite. 424 [Cardinal Dr. Bertram gegen den ^sdikalismus Anläßlich des ersten ober sichle st Rhen. katholischen Jugendtageim Benthener Ltadion hielt Cardinal Tr. Bertram ' eine eindrucksvolle Rede, in der er der katholischen Jugend die „Aölchnung jedes Radikalismus, einerlei, ob er von linkZ oder von rechts kommtch an cm Pfahl. Zu allen Zeiten wirtschaftlicher Not hebe die große Versuchung bestanden, die bestehende Ordnung zu zerschlagen, ohne Gewähr dafür zu bieten, daß eine bessere Ordnung kommen wird. Daher mahnen die Dischose zur Besonnenheit, warnet; vor großsprecherischen Agitatoren, mahnen zum Vertrauen aus die bewährten Führer. Als Vertreter der staatlichen Behörden legte Oberpräsident Tr. Lukaschek ein machtvolles Bekenntnis zum Staate ab. lisch der Hkkkelir von der Ostsee Eigene Wahrnehmungen und Berichte von vielen unserer Leser bestätigen uns, daß leider die am Strande und im Kurort so notwendige politische Neutralität während der Reisezeit irr gewisien Ostseebädern, besonders Mecklenburgs, nicht inncgehalten worden ist. Der Ostseebädecverband hatte vernünftigerweise einen Beschluß gefaßt, das Hissen von ausgesprochenen Parterslaggen zu verbieten, aber dieser Beschluß ist in einigen Bädern keineswegs innegehalten worden. Hakenkrenzfahnen an den Strandburgen, ja sogar nationalsozialistische Versammlungen, zu denen Juden nicht zugelassen waren, sind von einzelnen Badeverwaltungen nicht unterbunden worden. So war die so notwendige Erholung?- zeit für viele jüdische Osrseebesucher beein- Wiederum Friedhofs- und Synagogenschgr.dungen Am Sonntag, den 9. August 1931, wurden auf dem jüdischen Friedhofe in W a l d m o h r (Saarp'alz) zahlreiche Grabsteine zerstört und Inschriftenplatten von Grabdenkmälern entfernt. Mehrere Gräber waren mit Hakenkreuzen verunziert. Bon den Tätern hat man bis jetzt noch keine Spur. Auf ihre Ergreifung hat die jüdische Gemeinde 60 Mark Belohnung ausgesetzt. Am Derfassungstag haben in der Stadt herumrandalierende Rechtsradikale ein Fenster der Synagoge in Buche n (Baden) eingeworfen, ^äter, Wittemann, der seit langem als Nationalsozialist gilt, wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Ter Oberstaatsanwalt hat wegen l>es ihm nicht ausreichend erscheinenden Strafmaßes ' gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bei der in Nr. 34 der ,.C. V.-ZeituncM rom 21. August 19-31 gemeldeten Bynagogenschandung in H a m bürg handelt es sich nach den neuesten Meldungen um einen Einbruch und Tiebwahlsversuch. Tie Einbrecher glaubten sich wohl entdeckt, ließen die schon zusammengetragene Baute stehen und ergriffen die Flucht. Zerstörungen an einem silbernen Standleuchter und einer Thorakrone ließen zunächst aus eine Schändung aus politischen Motiven schließen. ferner Löffel als Judendeputaf Im Jahre 1927 berichteten wir, daß die Mansbach er Juden der Kirchenbehorde alljährlich ein Deputat an Gänsen und Gewürzen zu liefern haben. Tiefe Entscheidung des Landgerichts Hanau wurde von der Justizbehörde annulliert. Tiefe Tatsache veranlaßte auch die Gemeinde Rothenburg an der Fulda, deren Juden zur Lieferung je eines silbernen Lössels im Jahr an den Stiftsprediger der Neustädter Kirche verpflichtet sind, den Versuch auf Aufhebung dieser Abgabenverpflichmug durch eine Gerichtsentscheidung zu machen. Das Amtsgericht Rothenburg lehnte den Antrag der Gemeinde Rothenburg ab und erklärte den Anspruch des Pfarrers auf die Lösteststeuer für einen gültigen Rechtstitel. Das Landgericht Kassel schloß sich als Nevisionsinstanz dieser Auffassung an und begründet in einem fünfzehn Seiten starken Urteil, daß die Lö'selsteuer nicht Ucberrest des mittelalterlichen Höoigkeitsverhältnisses der Juden zur Kirche, sondern eine Privatrechtliche Schuld der Inden an die Kirche sei. Tiefe Haltung des Kasseler Landgerichts ist menschlich wie juristisch gleich unverständlich. Der Centralverein politisch neutral Gegenüber einem Bericht der „Kölni'chen Zeitung" vom 16. Anglist und aus Anfragen mehrerer Mitglieder machen wir wiederholt darauf aufmerksam, daß der Gentralverein parteipolitisch neutral ist. Er umfaßt Mitglieder aller Parteien, die nicht Programmatisch judenfeindlich sind. ' Eine nstfönalsoz'sllstlsche juilstenseitü'iy Soeben ist das erste Heft einer Monatsschrift des Bundes nationalsozialifti'fcher deutscher Juristen, „Teutsches Recht", erschienen. Herausgeber ist Rechtsanwalt Tr. Haus Frank II, TI. d. R., Bor sitzend er des Reckstsausschusies des Reickstags, so nennt er sich trotz des bekannten Auszuges der Nationalsozialisten aus dem Reichstag setzt noch. Schriftführer ist der Geschäftsführer des Bundes nationalsozialiftischer deutscher Juristen, Tr. W. BR. Reiter. Tie Zeitsehrist wird, wie die Einführung versichert, „im Tienste der Bewegung Adolf Hitlers die weitere Bahn bereiten dem deutschen Rcchtsgedankeu, ohne den das Dritte Reich nicht bestehen kann. Dem Sauerteige gleich wird unser Rechstbewußtsein, wird unsere Rechtsprechung, unser verwaltnngsrcchtliches Ermesten und unser volksivirtschaswiches Tenken zersetzen, was bisher Volk und Etaat zersetzte, auswecken, was schlummerte, niederreißeu, was Ruine, und aus Schutt und Trümmern von Jahrhunderten das Fundament sirhrtmrsendalter arischer Rechtskultur erheben". Palästina weiter unruhig Bei dem großen arabischen Proteststreik gegen die Bewaffnung entlegener jüdisch-er Siedlungen d'urch die Negierung und gegen die nachträgliche AuseuthaltsLewilllgnng der Regierung für Juden, die sich im Lande unerlaubt aushalten, kam es am Sonntag, den 23. August, in Nablus zu Zusammenstößen zwüchen den arabi'chen Tenwnstranten und der Polizei. Ter engluche Polizeikommandeur wurde verwundet. Tie Elimmung ist sowohl im jüdischen wie insbesondere in den arabischen Lagern Palästinas außerordentlich erregt. Tie Negierung aber hält bisher mit aller Energie Ruhe und Ordnung aufrecht. Aus dem Phüo-Verlsga Tie Vorbereitungen für den Neudruck des in wiuer Bedeutung allgemein anerkannten Werkes „Das Judentum" von dem katholischen Arzte Tr. Weigl sind soweit gediehen, daß die dritte Auslage voraussichtlich alsbald aus-geliefert werden kann. Als Neuerscheinung ist eine Brochüre von Tr. theol. Adolf Wendel, „Das waelitisch-jüdische Gelübde", in Borbereitung, ein Werk, dessen Bedeutung für innere Aufklärungsarbeit schon aus dem Titel ersichtlich ist. In der Reihe der ..Morgen'chriften" sind die Abhandlungen von Tr. TI üller - Gl a udiu 8 : „Antisemitismus als Angriff aus die Seele", und

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