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Central-Verein-Zeitung · 1931-08-21 · 34 (21.8.1931) · p. Seite 413

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
34 (21.8.1931)
Date
1931-08-21
Page
Seite 413 (sequence 1)
Language
German
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9:l 0 1.931 A~ Herl'm- 21. Mw.ust 1931 X. Jahrgang Nr. 24y Ernzelnu mmer 20Pfennig / m? W8» Pzmimmm ‘und KMMmM Bierieljahröabonnement 2,50 NM. (zu zu gl. Bestellgeld). 4L /V d a /". "'t •^^7 <-> *-A < 1--^ -O* fj «n-\<V\ " 'C 3 :10 , 'T ' fv > \ ^.r- ,f\ .->>. * - v ijy& <?>*} ts-s/z? <Xs *s**11^2 <f hA*1;<:*:>•>: , ^,y *wj J i>Vvs/Vv i^^vv'vVN/^^O A < .'< <> Jj <r\ lyo'/ir /» 3 v> 3“ <3> •-■ Verlag und Schrif: V sr Ali^emeine Zeifung des Dudentums Sar.t, /‘■s v <r ftleitung: Berlin W 15, Crnfer 3Ir. 42. Fernsprecher: J 2 Olicn 5074. .:. Postscheckkonto: Berlin 3>04 72. .:. Bankkonto: Dresdnr Derlin.Wiln'.ersdorf 1, Hohenzollerndamm wö, und von Loldschnredt - Noth'jNild L Co., Berlin V» 8. , r. Peinige Anzeigenannahme: Annoncen-Erpedition Rudolf Messe, Berlin SW ICO, und deren Filialen. Anzeigenvreise:.0,5) ^^für die gespaltene s-lle na^ R.u.ey u:e ormalzrilcnmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) sür Du.tglrcder des Centraloereina 0,^ «/;**, Sie 6mm breite » 23 :a. Das offizielle Organ des „Stahlhelm* bringt am 16. August einen Aufruf der Bundesführer Seldte und Düsterberg: „Der Kamps geht weiter." Der Aufruf wird durch einen Leitartikel ergänzt, der die Ueberschrift „Bis zum Siege" :rägt. Bei der grundsätzlichen Bedeutung dieses Leitartikels wird, so muß mau annehmen, die Leitung der Bundeszeitschrist „S t a h l h e l m" - sich Einsichtnahme vor Drucklegung Vorbehalten und die folgende stelle vor dem Erscheinen des Blattes gelesen haben: „Wenn Herr T h e o d o r W o k f f, der grauste Chefredakteur des ,Berliner Tageblatts', in den Ju'oelrus ausbricht: ,Mit Manu und Roß und Wagen hat sie der Herr geschlagen'.-', dann ist das außer für seine Geschmacklosigkeit nur ein Beweis dafür, daß er und seine Leute aus a l l e r s ch l e ch t e st e m G e - wissen heraus eine Judenjungena n g st vor dem Volksentscheid gehabt haben, und daß ihnen auch heute angesichts des Aufmarsches der Iehnmillionensront höchst mies zumute ist." Es würde uns interessieren zu erfahren, ob es sich bei den antisemitischen Ausfällen um eine Entgleisung handelt, die von der Bundesleitung als Entgleisung preisgegeben wird, oder um eine absichtliche Anpassung an nationalsozialist i s ch e D e n l und Schreibweise. Die Bundeszeitschrift, „Stahlhelm", hat sich bisher von judenseindlichen Angriffen bewußt fern gehalten. VUv&l'llUiUwll: . Ter Vundesvorsitzende des Reichsbanners, Hörsing, hatte bei einer Kundgebung in seiner Polemik gegen den Nationalsozialismus ausgeführt, daß er, wenn er die Macht hatte, den nichtreichsdeutscheu Hitler a u s w e i s e n würde. Ter „Völkische Beobachter" entrüstet sich in Nr. 225 über diese Ansicht des Reichsbanner' sührers: ,&o verlumpt ist Deutschland denn doch noch nicht, das; ein Hcimkriegcr sich unwidersprochen erdrcisten dürste, einen Mann aus dem Lande zu jagen, der für das Deutsche Reich als Frontsoldat sein Leben einschte." Wir überlassen es Herrn hörsing, sich mit seinen Schmähern auseinandcrzusetzen. Im übrigen sind wir hier ein:ual mit Herrn Hitler und seinem Eintreten für ~ die Frontkämpfer einig. Nur soll er schleunigst seinen Heimkriegern vom Sck)lage eines Kube verbieten, die jüdischen Frontsoldaten zu beleidigen und lhneu Ausweisung anzudrohen, vor allem das Andenken der jüdischen Gefallenen 3 u i dj ä n b c n! & Pf! -. % 99 Kfjf ff P* Ein ernster Arktiker an öie A S D slP. A. W. Es ist erfreulich, in den lebten Jahren zu beobachten, mit welchem Ernst ein wertvoller Teil der deutschen Jugend um ein neues Deutschland ringt. Tie einen wünschen inbrünstig eine Abkehr von dem minderwertig Fremdländischen, dem lieberlauten und Oberflächlichen, was heute manche Theater, manche Bücher und manche Eroßstadtzeitungen dem deutschen Volke aufdringlich darbieten. Die Wandervogelbewegung aus dein Anfang dieses Jahrhunderts ha5 erneut eingesetzt, und auch auf geistigem Gebiete sucht der Wissensdurstige zu den alten Schätzen deutschen Volkstums vorzudringen. Ein anderer Teil dieser Jugend wieder empfindet brennend die soziale Ungerechtigkeit unseres Zeitalters. Kriegs- und Inflationszeit und die Gegenwart haben ihr die Unbeständigkeit von Geld und Geldeswert plastisch vor Augen geführt. Sie sieht Millionen von Arbeitslosen, die arbeiten wollen, aber keine Arbeit finden. Sie sicht Tausende und Zehntausende von Volksgenossen darben, während in anderen Ländern Weizen verbrannt und Früchte'ins Meer geschüttet werden müssen, weil Abnehmer dafür nicht auszutreiben sind. Sie verzweifelt an der fapitaIiftifd;-cn Wirtschaftsordnung, tastet im Dunkeln nach einer neuen und gerechten Ordnung der Tinge aus heimischem Boden. Unverständlich, warum die meisten dieser Bewegung voll Ablehnung, ja voll Wut gegen den bestehenden Staat." gegen die deutsche Republik, erfüllt sind. Unverständlich, warum diese Bestrebungen sich fast immer mit den rechtsradikalen Parteiansichten versichwistern müssen. Unverständlich, warum solches „Suchen nach der Gottheit" ohne eine tüchtige Portion Antisemitismus nicht auskommt. lieber diese wichtigen Wandlungen in der deutschen Jugend wird an dieser Stelle nech ausführlich zu reden fein. Daß unter denen, die vorn dieser neuen Bewegung künden oder von ihrem Geiste erfüllt sind, ernst zu nehmende, ja syu'ipathiswe Gestalten hcrvorlcuchtcn. mögen sie auch inauchmal unschön ihr völkisches Gesicht zeigen, weil sie das jüdische Teutschu.nn nicht kennen — das zu übersehen, wäre kurzsichtig und gefährlich. Einer von denen ist Dr. Hans P r i n 3 > Horn, eine Persönlichkeit, die der nationalsozialistischen Gedanken- und Gefühlswelt zweifellos herzlich ergeben ist, dessen große Liebe aber zu diesem Nationalsozialismus sich gerade in einer scharfen Kritik seiner Auswüchse offenbart. Esch't uns nichts Neues, daß viele Nationalsozialisten die Brutalität^ des Parteigetriebes, die zügellose, ja gemeine Sprache vieler Organe der Partei mißbilligen und bekämpfen. Sie fühlen sich menschlich durch dieses Treiben angewidert. Sie sehen klar, daß der deut'che Idealismus, der in einem Teil der nationalsozialistischen Parteigänger steckt, beschmutzt wird durch die ekelhaften Formen des Tww'skampfes, wie er von einer allzu großen Zahl ^iarional'ozialisten, nicht nur Gesühreer, sondern auch Führer, ausgefaßt und durchaesührb wird. Eine Kritik aus doer Feder eine? Mannes wie Tr. Prinzhorn wiegt deshalb doppelt, llie i't um so unverdächtiger, weil Prinzhorn aus seiner völkischen Einstellung, aus feiner Abneigung gegen vieles Jüdische kein Hehl macht. Sie ist aber vortrefflich geeignet, den anständigen Nationalsozialisten die Augen zu öiinen, zu welcher Verrohung der Judenhaß führt, und wie letzbich nicht der Jude, sondern der Gegner des Juden von solchen Methoden getrosten wird. Die bemerkenswerten Ausführungen Tr. Prinzhorns befinden sich in der Monarsbeilage 7 der Zeitschrift „Der Ring" (Herausgeber Heinrich von Gleichen), Hest 31 vom 31. Juli d. I. Wer von unseren Freunden Prinzhorns Gesamteinstellung kennenlernen will, möge zu diesem Aussatz grei-'en. Wir eriüllen unsere Aufgabe, indem wir die Teile hier wieder- .geben, die unseren Dedürfnisien entsprechen. Unsere Freunde sind gefestigt genug, die völkische Einstellung Princhorns dabei sich ruhig anzuhören, und wir sind im Gegensatz zu denen, die das deutsche Judentum bekämpieiu gerecht genug, sie nicht zu unterdrücken. Die Ausführungen lauten f 0 l g e n & e r 1 n a fj c u: „Ernste Bedenken müssen jedem Gebildeten gegen die publizistischen Rlethoden der National-- sozialisten aufsteigen. So gewiß der .Völkische Beobachter' rein zeitungstechnisch geschickt und wirksam gemacht ist und seine taktische Aufgabe erfüllt: den Zusammenhalt der Gesinnungsgruppe zu festigen und den Lesern bestimmte Meinungen einzuhämmern — so ge wüst bekundet er in seinen Wertungen vielfach einen Tiefstand, der nur von einigen provinziellen Hakenkreuz- AUS DEM INHALT: Dr.S.Lichtenstaedter (München): Sind die Schächtverbote rechtsgültig? Filmhersteller und Filrndarsteller Auguste Kirchhoff: Die Schwestern < vom Roten Hakenkreuz :::::::::: Dr. Friedrich Brodnitz: Unparteiu :hes zur Palästinafrage

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