Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 33 (14.8.1931)
- Date
- 1931-08-14
- Page
- Seite 409 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2277379-2277886-2277919--06906-2287762- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
40$ bem 311 emVfinben, n>a§ eine jüsldische Kunst werden könnte, wenn die Israeliten alle Jnlensität des in ihnen lebenden Gefüllt# in normen ihreeigenen Geistes kundgäbcu.' Josef Levi (Mannheim). Henriette FOrili zum 70. EeHarlslaä Henriette Fürtb, die zu den eifrigsten Förderern unserer Bewegung gehört und uns seit Jahrzehnten eine treue Mitarbeiterin ist, feiert am 15. August in jugendlicher Frische ihren 70. Geburtstag. Man hätte viel zu sagen, wollte man dem segensreichen Schaffen dieser seltenen Frau Gerechtigkeit widerfahren lassen. Ihr Leben galt und gilt dem Gemeinwohl. In hervorragender Weise und mit seltener Hingabe an die Sache ist sie in der Sozialpolitik tätig. Henriette Förth ist eine Philanthropin in des Wortes edelster Bedeutung. Der Centralverein hat besonderen Anlass, den Ehrentag der Jubilarin zu feiern und ihr kör ihre aufopfernde Tätigkeit im Vorstande der Ortsgruppe Frankfurt, dem sie seit Gründung der Gruppe angehört, von ganzem Herzen zu danken. Wir wünschen Henriette Fürth, die ihr Leben in allen Lagen zu meistern verstand, einen friedlichen Lebensabend, reich an weiterem geistigen Schaffen. Paula Nassauer-Niedermayer. Ms Tasrms Missm Vom rheinisch-westfälischen LanSesjugendausschus; vcs <5. B« Wie wir schon in Nr. 31 unseres Dlaitcs kur) berichteten, veranstaltete am 11. nnd 12. Juli der Landesverband Rheinland-Westfalen eine Jugendsührerkagung ans Burg Altena i. W. ,.Anlaß des Jugendtreffens ist/ hieß es auf der Einladung. ..die begonnene Arbeit im Bezirk des Landesverbandes auszudehnen und neue Grundlagen für ihre Vertiefung zu schassen. - Ziel ist, die uns gesinnungsmäßig nahestehende Jugend zu erfassen, als deutschindische Menschen zu festigen und durch lebendig.' Mitarbeit jugendlicher Kräfte den C. V. 3ii vmst singen." Re'ernte nnd Aus'Pro che aruppiert-'n^sid) um die drei dningenttsten Gegenwartsrrebleme: Stellung oes Juden in der deutschen 11 in w e l t, zum Indent u ui nnd in der W i r t s ch a s t. Ter zahlreiche Besuch bewi.s, daß nmn mit freier Problemstellung das Richtige a-.troffen hatte.^ ^chon am Barabend fand sich ein großer Lreis Qun:ahnrebcreitcr junger Bteu'chen ein. und am ^rnuiag war er zu einer erfreulich starken Versammlung angcwach'stn. Tie Wahl des lano'chastlich schönen Trles und dasherrliche Wetter taten das ihrige, um gute Stimmung zu gewährleisten. Doller Begeuttrung über das eigenartig reizvolle Milieu und über das Zusammensein mit so vielen von gleicher Serge erfülltem und gleicher Hoffnung getragenen Weggenvpcn machte man sich an die Arbeit. Ter c r ft e A b c n D gab der Erörterung der W i r t s ch a s t s f r a gen. die Tr. Ernst Blaut lGsienr. Syndikus des Landesverbandes, mit einem Referat ..Wirtschaft als T ch i ck s a F cinleitete. Ter Referent führte aus: Tie deutsche Judenheit sei in einem llmschichtuvgsnrezeß begri^stn, der weit tiefgrei'end-.'r sei, als der deutschen Umwelt. Tie Grunde hie-rsör seien die Prägung der Juden als Großstad-tbewohner und kaustn.ännifche nnd gewerbliche Ilnternchmcr. Ter sogenannte alte Büttelstand, insbesondere der Großb-andcl, 'alle aber mehr und mehr der Vernichtung anheim, sei ein Abstrrmnui der deutschen Juden in abhängige ^Berufe unvermeidlich. Gin Anwachnn der Iaht jridi'chcr Angestellter sti aber zunächst wabr'ch.inücher als der jüdischer Arbeiter, da die fortschreitende Rationalisierung die Zahl der Arbeiter vermindere, die der kainmamrischen Angestellten aber erböhe. Es' gelte, diesem Ttrutturwandel der deutschen Judenheit nicht mit dumpfer Resignation zu dceegn.cn, sondern der sozialen U m s ch i ch t u n g das soziale U m - denken zuzugesellen, das sich in vernünstiger Wertung der Berufe äußern muffe. Tie der deutschen Judenheit innewohnende harmonische Verbindung von Gemeinfdiastsemvstnden und gesundem Trieb zum Einzelerselg werde hoffentlich die unvermeidliche Entwicklung weniger folgenschwer ausfollen laffcn, als heute viele wrchiettn. An die 'Ausführungen fchloß uä' eine lebhafte, aus gute m Rive a u stehende Aussprache an. die die Anwesenden bis spät in die Rocht zusammenhiclt. Tie Arbeit des nächsten Tages begann mit Ausführungen des Tbmanncs des Londesjugendausschmn'-, Kurt Steinberg (Cncn). über die Ziele, 'Aussichten nnd bisherigen Lstostunaen der Jugendarbeit innerhalb des Landesverbandes. Alsdann sprach Tr. Eva R e i ch in a n n - I n n g mann (Berlin! über „Tie jüdische Zukunft der deutschen Juden". Tas Referat hatte, wie schon das Thema andeutet, die Sorge und die 'Arbeit des Eenkralvereins für die Erhaltung des Judentums in Tcutfchlaud zum Inhalt und zeigte, wo die Jugend mit ihren Bemühungen zur Sicherung der deutsch-jüdischen Zukunft cinzusetzen hat. Ter Ansturm des Judenhasses führe nur allzu leicht zu einer seeli'chen Haltlosigkeit und Verzweiflungsstiunuung. aus der cs schließlich nur einen Ausweg zu geben Midne: der Abschlußgedanke des jüdischen Rationalismus. Aber weder dieser Gedanke noch das andere Ertrnn, nämlich die vollständige Tclbstaufgabe an die Umwelt, brächten eine wirtliche Lösung. Tie starken lebendigen jüdischen Lcbcnswerte, die aus der jüdischen Religion herausgewadv'en wären und einen ganz besonderen deutichsüdischen Lllenschentppus geprägt Härten, müßten nnd konnten erhalten werden. Zukunsts- Irächlige Ansähe, die sich allenthalben, ganz besonders in der Jugend, bemerkbar machen, sowie die Eristenz des Eentralvercins mit feiner Arbeitsleistung und Arbcitsmöglidzkest gäben Hoffnung und Gewähr dafür, daß sic erhalten werden. Tie lebhaft entsetzende Aussprache zeigte, daß die Behandlung der angeschnittenen Fragen dem „jugendlichen" Ringen Austrieb und Klärung gegeben luth\ Rach Um ßcineirJamen Mittagessen sprach der Vorsitzende des Landesverbandes, Tr. 5t r o m b ca ch (Essen'. über „W i l! e und Weg, die Grundlagen unseres Kamvsts". Während die beiden ersten Referate mehr theoretischen Eharakter trugen, ging Krombach auf die praktische Notwendigkeit der I u g e n d b e t ä t i g u n g i nr E. V, ein. Er erläuterte die Notwendigkeit der Traanimtion nnd wies ans die zahlreichen Möglichkeiten hin, die gerade die Jugend besitzt, um die E. D. - Arbeit zu unwrstüven. 'Auch die aus die'cs Re'erat erfolgende Aus'vrache war von hohem piaktzöchen Wert. Jeder einzelne Teilnehmer nahm rvn der Tagung einen besonders harmoni'chcn Eindruck mit nach Haus. Alle- 'chstden in dem Wunsche vonein^ ander, daß die spatere Ausivirkung nicht hinter dem gegenwärtigen Erfolg Zurückbleiben möge. Briefkasten BrrliN'Friedcuau. Tie Handzettel artiscmitischen Inhalts, die in Friedenau verbreitet wurden, sind auch uns b-ckanut. Die Verwendung des Namens W. ist eine Fälschung. Es gibt nur eine Truckerei in Friedenau, dst unserem Mitglied Dgehört; die'e bat die Handzeu.-A natürlich nicht gedruckt und hat schritte gegen die fälschliche Verwendung seines Namens ein.grreicht. NiedcrlasiungsmöglichkciLcrr Nr. 32S. In kleiner badischer Amtsstadt für einen Zahnarzt mit er:-. Kaffenzut-asiung. — Nr. 329. In sächsischer Kleinstadt, für praktischen Ar;: mit evtl, naucnpraris. Anfragen au den Ccntra'.rerein, Berlin ZV 15, Ewser Straße 42. Aakob Plcstner 60 Jahre alt Ter Berliner Bildhauer Jakob Bießner wird am 18. August 6-.» Jahre alt. Jakob Meßner hat sich durch feine Vorträtoüstcn wie durch seine Kleinplastik Jur und 'Austern verschw'st. 'Seins Mose-- Rleudelwhu-Büste. stiue Paul-Ra-öau- und Ludwig- Haas-Blaketten sind rc-üt belaimt und auch in diesen Blättern gewürdigt worden. Wir wünschen J>cm Künstler noch lange Jahre erfolgreichen Lcbafseus in ungetrübter Ardeittsti'che.?Röge er stets viele Freunde und Freundinnen finden, die seine Kunst verstehen und fördern. Kleine Chronik Kommerzienrat Eeorg Hrberland begeh; am 14. August seiner. 70. Geburtstag. Haoeriand ist weit über Berlin hinaus als eine maßgebende Verfrnlichfeit auf dem Gebiete des Bauwe'ens brkann! und anerkann-t. Ter E. V-, dem er fei: 1893, d. h. feit seinem Grändungsjahr angehört, beglückwünsch: sein treurs Mitglied auf d-as herzlichste. — Ei.i treues Frennd und Förderer unserer Sache, Syndikus Arthur Cohn, ist 7«.' Jahre alt geworden. Arthur Eohu et* hört zu den bervorrageudsteu Vertretern des deutschen Wirtschaftslebens, hochgeehrt und geachtet von allen, die mit diesem, vartresttticheu Mann zusammen arbeiten dürstn. Dir schließen uns dem Heer der Gratulanten mit herzlichsten Wünschen an. — Prof. Tr. Sotthold Weil. -Direktor der Orientalischen^Abterlung der Prcußi''chcn Staatsbibliothek, ist au stelle des allzufrüh rerstorbinen Brosefsors Dr. I. Horooiu an die Frankfurter Universität berufen worden und hat die Berufung angenommen. Vroiottor Weil genießt als Kenner der semitischen Sprachen einen sehr guten Ruf. Am die Ausgestaltung der bedeuten* den vrientali'chen Abtcilitng der Preußischen Staatsdibliotbek stBuchcr und Manuskripte) hat er sich bleibende Verdienste ermoröen. — Am 15. August feiern Kul'.usrorstehrr Derthold Sectoclb und Frau Aenne, gcb. Sohn, in Hachenburg (Westermald) das Fest der Silbernen Hochzeit. Wir gratulieren unseren Freunden herzlichst. — In Burghaun (Kreis Hünfcld) starb vor einigen Tagen das langjährige Mitglied des Centralvereins Lehrer Raftalis L e r l i n a e r. Wir werden fein Andenken stets in Ehren halten. —In B u b l i tz crHelt fcer erste Vorsitzende der Sanitätskolonne, Dr. B e e r m a n n, das Derdienstkreur für zehnjährige erfolgreiche Tätigkeit in der Kolonne. — In Aachen wird das Israelitische Altersheim am 1. September eröffnet. K' 'A;>v r^i ' &■ i \:i i v Y^s , I .T I V;. I \ ■ | *" j; - ' - j 5}*, ■. V 0^7) .0' i\\b •> 1?f>tU '-51 ■> epQ