Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 32 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- Seite 397 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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A§7 U ‘.;lH .__■ von heute sich fooft aus Bequemlichkeit und aus Empfindsamkeit cinredcn, daß ne nur aus die großen Linien geschichtlichen tze'chehens zu achten brauchten, und daß ein Emzelschicksal wenig bedeute. Es ist sicherlich imeresianter, sich um große Politik und um wcltaeschichrliche Ereignisse als kritischer oder unbelelligter Beobachter zu bekümmern; aber es ist verantwortungsbewußter, sich um das mehr zu kümmern, was in seinem engsten Kreise ge'chieht, und zu versuchen, Menschen aus ihrer Verstrickung in die normalisierenden Vorschriften herauszulösen, freizumachen. am Leben zu erhalten. Es wird dann vielleicht weniger große Politiker, aber sicherlich auch weniger menschliches Unglück geben! A. K. ws!Zo§sn ck.Hsrt sich Ein kleiner Vertrag zum Wesen des AntiscuriLiömns Ernst von Wolzogen veröffentlicht in der „Tenrschen Zeitung" vom 26. Juli einen Artikel, der schreckenerregend den Titel führt: „Ter Einbruch des Judentums ins deutsche Bühnenwesen", unö Schlimmstes erwarten läßt. Wohogen spricht von dein „polizeilich wohlbehüreren Lbrigkeii-staat der zweiien Häliie des vorigen Jahrhunderts", in dem wir „glückliche Kinder" gewesen seien, und kommt dann auf den ^tand der damaligen und der späteren Bühne. Ta zeigt sich einiges Seltsame, geradezu Erstaunliche, ja schier Wunderbare, wenn man 'bedenkt, daß die „Deutsche Zeitung" t% druckt und daß ein Voll-AnLisemtt, zu dem Wolzogen sich nach einer besseren Vergangenheit hinnnreremwickelt hat, zwischendurch philo'emin'ch wird. Wie denn? Unter den Belieferern" der'deutschen Bühne waren damals viele Juden: „Kalisch, L'Arronge, Blumennhal und Kadelburg", aber, so sagt Wohogen, jndmi er ihnen freundlich zulächelt, „darf man sie enoa frivoler Vergiftung-versuche an der deurchen Seele bezichtigen?" Nein, er hat recht, das darf man nicht. Und war es nicht, als Hauplinanns „Bor Sonnenaufgang" zum erstenmal geftielt wurde, dieses Drama, das der Wolzogeiftvon heute, im Gegensatz zu dein „teutßchen Inngmann" von damals, „eine Bersündigung am guten Geschmack" nennt — waz es nicht „ein Jude", der sich vom Zmchaucrranm her ühr drastisch gegen diese .Wiedergabe ekler Wirklichkeit" auslehnte? Das alles ist zu lesen in der „Deutschen Zeitung"! Tann aber kamen die Tage, daß wir nicht mchr glückliche Kinder waren. Tie Revolution kam. „Tie jüdischen Trahtziehcr sorgten dafür. daß die Zenstlr schleunigst verschwand. Nun war die Lahn völlig frei." Und was weiter? Man kommt ans der Verwunderung nicht heraus: „Tie jüdische Großfresse setzte eine neue Zensur ein. die weit strenger war als die ehemalige gelinde Polizeiaufsicht." Das ist ja, int Sinne der glücklichen Kinder von ehedem, ein Lob! Tas ist ja ein Srdeu, an Juden verliehen von der „Tentschen Zeitung"! Freilich. cs kommt ein Nachmtz: „Und was hat d::se Zensur erreicht? Unsere Bühne in eine Anstalt Zur Verdummung. Verseuchung und Verhöhnung des deutschen Volkes zu verwandeln!" Sie hat erreicht — zu verwandeln. . Wo ist der Faden, der durch das Labyrinth dieser wirren Widersprüche sühn? Nun, durch die Kruste des Voll-Anlisemttismus dringt gelegentlich auch einmal der leist Schlag des Gewü'jens. Ter Lärm der Phrasen, dem Koder degewohnheits- und gewerbsmäßigen Hasses entlehnt, wird durchtönt von einer Stimme, die aus Selbstbesinnung und Wahrheitsliebe kommt und dann freilich bald wieder überschricn werden muß. Es ist ein kleiner Beitrag zum Wesen des A n t i s e m i t i s m u § überhaupt. Es ist eine Enthüllung. Und die „Deutsche Zeitung" ist nicht so edel, aber ft unvorsichtig, sie ihren Lesern darzubringen. Fritz Engel. Hilft nach innen . Tie Notverordnung der Reichsrcgierung hat sicherlich viele Ausland-reisepläne umgestoßen. Tasür melden Berichte aus allen deutschen Badeorten, daß nach einer kurzen Lame ein sehr starker Besuch deutscher Kurgäste eingesetzt hat. Auch nnicre Freunde werden, so weit es ihre Mittel ihnen gestatten, den Rest des sommers zur Erholung verwenden wollen. Wir find vor dem Verdacht der K o n f e j s i o n a l isierung des Erholung-- und Badelebens durch unsere grundsätzliche Stellungnahme zu diesen Fragen ^geschützt. Aber gerade ^darnm dürfen wir, ohne dumit zu Fehlschlüßen die Begründung zu liefern, unseren Freunden empfehlen, bei ihren Entschlüßen in besonderem Maße diejenigen Hotels und Pensionen zu berücksichtigen. die j ü d i s ch e I n h a b e r haben. Durch die Entwicklung der inneren Einstellung wertester Volk-krene gegen jüdische Unternehmer haben dieses, mehr als ihre nichtjüdischen Berufskollegen im Fremdengcwerbe unter der Ungunst der Zeit Zn leiden gehabt. Es wäre ein Akt selbstverständlicher Solidarität, wenn deshalb seitens der jüdischen Klurgäne. auch solcher, die aus rituelle Verpflegung keinen Wert legen, die jüdischen Unternehmungen bevorzugt werden. Es bedeutet ja auch keinerlei Konfemonalisierung des Berufslebens, wenn wir oft und gerade jetzt die jüdischen Unternehmer ganz allgemein auüordern, bei der Einstellung neuen Personals^ auf jüdische Enverb-lost und jüdische <ottllnng'uchonde und bei der An- . knüpfung von Geschäftsverbindungen auf jüdische Finnen beondere Rücksicht zu nehmen. Tie Unteröringnnasmöglichkeit für jüdische Arbeitnehmer ick ja leider, wie wir an dieser Stelle schon oft darlegten, beträchtlich schwieriger als bei ihren nichtjüdischen Berufskollegen, ihres Judentums wegen. Tas sollte jüdische Arbeitgeber veranlagen. Lei einigermaßen gleichegearteten Doraussthnngen in diesem Judentum eine Empfehlung zu sehen. Ein Zusammenhalten in innerer zahlenmäßig so geringcn Gemeinschaft. ftlbst bei kleinen und vereinzelten Gegebenheiten, kann und wird gerade in dieser Zeit allgemeiner Krise,, zur Stärkung unserer Taseinsbejahung sehr vieles beitragen. A. H. Niederlaffungömöglichkeit Nr. 327. $rt vogtläudischer Aleinsiodt für prc!* tischen Arzt L-?i Ka-^enzulaffung. Anfragen an den Centraloerein, Berlin \V 15, Emscr Straße 42. Nach 33ab Münster cra Ske'm. Der Inhaber d>rs bigarrcnge'chästs Pülcher an der Hauptstraße ist start lubcnfeindlich. Kleine Chronik Adolf T e i b e r (Saarbrücken), ein. eifriger stärderc: und treues Tllitglied des Eentralvereins, vsr'o)ied cin 31. Juli. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. — Tes langjährige Mitglied des sTenird-* Vereins und Dertrau-nswann der Ortsgruppe S ch o ten (O.-H.) Lcdrer Ludwig Kaufmann beging kürzlich das Fest "eiu.es 3-ißährig.en Dienst- und 4l/jähr:cen Qr:sfubil5urus — Karl Elsbach und Frau Hern:i:w g:b. Würzrreiler siBarinsn) feiern an 10. 3r.uauu ü. I. in Köln das Fest der goldenen Hochzeit. — Ein alter Fecund uiurrer Lache, der E>ründ:r unserer Orcsceupos Leipzig, Iusthrrat Fulius Wachtel, hat, wie wchr erst letzt erfahren, irr v er gange nun Jahre in alle: stille seinen 70. Geburtstag ge-'eire:. Wir sprechen ihn: nachträglich die herzlichsten Glück. Wünsche aus. — (cdith £ c r x n ft ab i . O 11 t i r.. gen (Berlin) ist als Lektor für er'.imnr--, Sprachdildung und §or:rars'u.!:de un bis Hochschule für die 'ScCCcyii'^o i bctrnnter 0u:e uwü S, - b.s ilvu »10,-. Differ.'chaft des Judentums beruän rrerden. Es i;t das rrftr Mal, daß eine Frau an 'lolrrer Ltätte wirkr. Wir grarulierrn unseren Freunden berzlichst. Zur get Beachtung! Eine grossere Anzahl von Artikeln und Notizen musste bis rar nächsten umfangreicheren Kummer zuriickgesteilt werden. Geschäftliche Notizen 35an>'Äitßbrhtm Dr. LchweiLburg. Zrrömantel. NLch'aisonprcr-'e. Bekanntlich ist der Lratsonirner eine serr beli-bte Zeit zum Besuche der fchleftschen Sanatsrien. Um zun in der iezigen schrreren Dirtschartlichen ^rise d-rn Säftem cntgrsrnzukrmmen, hat sich die Direktion dieser bekannten und uielbesuchren Anstalt, Welche in den letzten Iahrrn von Grurd aus rrnonirrr und weitgehend ausrebaut wurd-e, entschlo' cn, berriis ab August N a ch s a i s o u p r e i s e eir.trr:en zu lassen. Lindau iBrdenscest Trrtz wirnch-rmächer Not und hrminrndc-r 5lrtverordnun§-rn bieiet dir reizend gcle-r-nvaneri'che Inirlstadt mit irrer ^ra-tvollen Umgebung (Brd Schachen, Ae'chaT rieutin ufre.) und ihren großen modernen Strand rädern gerate setzt idealen Erholnngsau'cuthalr. Drei Punkte ir^-besonders sind es, die den ^lus'chlaz rebene 1. Zrieremäßr niedrige Prei'r bei grcßtn'.oglicheen untgecenkennuen; 2. keine Kurrrre,' 3. im Sren.;rsr?5hr reichliche Eclerenchrir zu Irlfnenbrn Ausflügen von 1 dis 3 Tagen r.h Tanrpfer, Dahn und Aussichtsrraren nach Borarlbrrg urrd nach dr? Schweiz. Auekunft und Prcsp-rker irr Städtischen Dcrkehrsbüro (Bahnhof). Telephon L-Z und 614. Lrbeusversicherungs-rSescllschafL Phönix in Wies. Drr üangenabesn Eeneralr-erfamrolung rourds der C5o schLfrsörrich: mr ISA vorrelegt. Ter Dersicherung-. d-rüernd hat Ende 1920 1 515 6aä 251 RM. Verncharung-- sunrnre und 1242 487 Reichsmark verücheree Jahresrsntr erreicht. Dir Prämien.einnrhmsn deLrugen 77 012. K-3,10 Reichsmark. Dis Ertra rnine drr Vsrrnögrnsanlagen haben 1144b25Z Reichsmark crgeden. Der Strrblichkeitsverlauf war günstig, dir Eiumirkung rrn Selbstmordfällen auf die LierbuchkeitsberoegunZ des vr'aurrrr'chäfLcs eine verbältnismaßig geringe, was dis Eelelisichaft darauf zurüstführr, daß si-o sich von dem Ab'chlusi von Brrsichcrungsn in Verbindung mit hechrsminslich-rn KreditZsschäfren prinzipiell ftruhielt und der Beurreilung des marali'chen ^Risikos Lsi Lru AntragsrrüfurZ erhöhte Beachtung fchrnkre. — Jus. gesamt sind an DcrsichrrLs und deren Hinterbliebene im. Brrichtsftrr 21S2S 662,94 Reichsmark eusgeZahlt wardsu. Rechisstreirigksirsn waren in kriuem einzigen Fall zu verzeichnen. Der vorzeitige Abfall ron Verstcheruirgrn war mit 6,19 Prozent des Dsrncherungsdeüondes ziemlich gering. Auf dir Wiederrslebung eußer Kraft rmetzter Policen wurde nicht ohne Erfolg besonderer Wart gelegt. — Das Tätigkeitsgebiet dev Eescuschuft rmrreekt sich auf 19 Staaten. Tie Ai'.zahl der in Kraft L-efindlichcn Policen beträgt wehr als 7b») il»D. Die gesamten Sarantiemitt-I erreichten 1939 den Betrag ron 221435 ^9,85 Reichsmark. — Dir Berm.ägensanlrgen krftehen üöerroieaend in Hnpothckerd-arlrhen, festverzinslichen Derrpamiereu ^und Scväudeöesitz. —‘ Der Phonir steht in Rüekversicherungs» rerbm.dung mit der Milnch-rnrr Rückvemsicherungs- Es7ellschafr, wir schweizerischen, skandinavischen, rtalie« zischen, tsch^choslow-akischen und französticheo. sowie mit den eugli'chen Eesellschaften Legal L Eenrra! Ltd. und Prudential Ltd. Die Bcrdindung mit der Prüden« tial ist im Berichtsjahre und im laufsnll'en Jahr rveitcv rerrmft worden. Es besteht eine Kooperation ^ür einen erheblichen Teil des EeschLftsgebietrs des Thä-nix uneins arhöhte Anteilnahme der Brudential im Rück« veri'.cherungswege am eigenen (be'chü't des Phrnii: und an dem Geschäft von ungefähr 2) in mchrensn Ländern dom.-zilnrenden Gesellschaften, dir ihrerseits mit dem Phönix in Lerbindung sichen. — Der Reingewinn des ErschLftsjahrrs hat nach Abrechnung der an die Verstchertez ausgeschüttrteu Gewinnanteile 44ä-741,6S Rrim-wark betragen. Die Altionärlividende ist mit kch. Brezent nie im Dorsahr audas roll einge.zahlts Attienkavieal ron 4 OX> 090 Schilling — 2 190 9» Reichsmark festgesetzt worden. — In den erweiterten Direktionsrat des Phonft sind von re'.chsdsut'üen Mitglied-ein die Herren Siegfried von Kardorst', Vi;ci:c des Deutfaen Rcich-otaces, Dr. Heinz Kohlen, Reit sminister a. D. Wilhelm Scholz neu berufen warten. B-erlag: Eentralverein deutscher Stantsbllrger südis6)sn Glaubens e. 9., Berlin v.'1h, Em'er Str. 42. Tel.« Lltr.: „Eenmalglaub-en Berlin^. Post'cheek: Berlin 3»)472. Ler antwortlich t i. V. Artur Schweriner, B-erlin \V 15. — Unverlangt» Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Breiumschlag beilieat. — Bcrantwom^ch für den Anzeigenteil: Hellmut Lohn, Dln.^ chchlLchtenste. — Druck: Rudolj 'Masse, Berlin. 5L.,ttLebKu.-en,dor dtvrr-, Korven- F'suenlelöen f> A fw~3n'"5v m u-A3 FD rr- ,0 r^rrs Es gibt nicdts Besseres zur Beruhigung von Herz urc Nerven, ebenso zur Erfrlschuro be? Mattigkeit tnc UeberEL-strengung. Bad M. 1 60 in A-otheken und Drogerien. Max Elb A-G., Dresden 28.