Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 30 (24.7.1931)
- Date
- 1931-07-24
- Page
- Seite 381 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Ccjca" ^Ich r*:4i verlernen, Ihnen S-'iitteilurg zu nrijen, daß ich seit dem Erbrauch Ihrer Zahnpaste „LHIorodonr" nicht nur reine, weihe Zähne besche, sondern auch dcn bei wir sonst üblichen Mundgeruch r.-rloren harr. Ich werde Ihr Chlorosenl aws beste ewnsthlen." gez. E. G., Mainz. 'Man verlange nur die tc:t Chlor odont-Zahnpasie, Tube 54 Px. und LOPs^ und weise jeden Ersatz dafür L'ürüL Universität stusdrückt, wird ohne Widerspruch mwmvrnmen. Dcit ihm verbunden ist ober ein Mw.derhcitsvotum, das aus den Revisionisten Frankel znrückgeht und folgenden Wortlaut hat: „Ter Kongreß mißbillig: den Seist des Berzickies aus nanonale Ideale, der in der Leitung der Nniversirät zum Ausdruck gekommen ist rrnd deausrragt die Exekutive, aus der Wacht des nationalen Geistes in der Leitung der Ittnverntä: zu ftn'-* Dm Arbeiterpartei erhebt flammenden Protest. Ihr Redner Kaznelson macht sich ziun Wortführer der Geistesfreiheit, der Freiheit von Forschung und Lehre: ^Es handelt sich hier ... um eine der mickrigsten Fragen: welchen Geist wir in den Zionismus und in seine kulturelle Arbeit Hineineringen, ob Sitten, wie sie jrlf.i in vielen Untre ruckten üblich sind, wo man jedrn Procksier daranuhin untersucht, ob er Sozialist, Patriot, Militarist oder Antimilitarist ist. auch bei un.s eingesührt worden sollen. Ich glaube, daß das keine Frage der Universität und der Vrckcsioren ist, sondern eine Ehromraae rnr den Kongreß, eine Ehrcnsrage für den Zionismus, die Frage der Freiheit der geistigen Astmosckhäro. die den Leuten im Lande, auch wenn ne anderer politisck)er Ansicht sind als der größte Teil des Jischuw, solange sie nur ihre wnsimckchastliche Arbeit treu leisten, ermöglicht, ihre Arbeit in aller Ehre durchzuführen. Seien Sie um die Ehre des Kongresses besorgt und verletzen Sie nicht die Ehre des jüdischen knltureilen Schafckns." Es nutzt nichts. Ter Antrag Frankel wird mit 87 gegen 74 Stimmen cnpenom* men. Tr. Arlosorosf gibt daraus iür die Arbeiterpartei die Erklärung ab, daß „diese Abstimmung als eine Kultur schände des Zionistischen Kongresses" zu betrachten ist und fügt nach formeller Zurücknahme dieses vom Präsidium gerügten Ausdruckes hinzu: „Wir kämpfen an allen Universitäten der Welt dafür, daß Menseln aller Gesinnungen und Juden aller Gesinnungen auch unabhängig von ihrem Zu de sein und von politischen Strömungen Lehr- und Gedankenfreiheit zu ge sichert crbe.lt: n. Die Judenhcit der ganzen Welt ist elementar interessiert daran, daß dieser Kampf um Lehrfreiheit und Gedankenfreiheit zugunsten unserer Forderung entschieden wird. Wir haben immer geglaubt, daß dir Universität Jerusalem ein Beispiel für die Lehrfreiheit und Gedankenfreiheit hätte sein sollen. Jetzt bleibt ums nichts übrig, da wir in der Minorität geblieben sind, als zu sagen, daß wir diesen Beschluß mit Entrüstung zurückweisen." * Glücklicherweise blieb doch noch etwas anderes übrig: die Arbeiterpartei war nicht umsonst die stärkste Partei des. Kongresses. Sie bot ihren ganzen Einfluß aus, um in dieser wicktigen grundsätzlichen Frage Schlimmstes zu verhüten und setzte die Annahme des folgenden Antrags durch: „Der Kongreß erklärt, daß er durch seinen Beschluß in der Universitätsirage in keiner Weise die Lehrfreiheit einschränken wollte." Damit mag offiziell ein unheilvoller Beschluß eingeschrälckr und der Arbeiterpartei, die ihre Beteiligung an der Exckurive von ihm abhängig machte, der Eintritt^ ermöglicht worden sein. An der Tatsache seiner ursprünglichen Annahme vermag die'Korrektur nichts zu ändern. Man jagt nicht ungestraft nationalistischen Atopien nach. Die" nationalistische Welle, die über die Welt geht, hat ihre E i g enge j e tz l i ch k e i t, der auch diejenigen erliegen, die sich als ihre Meister dünken. Dieselben Dunkelmänner, die hwr in Deutschland Bollwerke der Gedankenfreiheit bercnneu, die sie abtragcn wollen, uns aus ihren Trümmern Abschlußmauern um die „allein echte" Gesinnung zu errichten, sind auch im nationalsüdisch-en Lager am Werke: andere Personen hier als dort, aber der gleiche Geist leitet sie. Tie Debatte in der llniversitätssrage sollte als warnendes Beispiel für die .Früchte eines irregeleiteten Nationalismus den Zionisten aller Länder noch lange im Gedächtnis bleiben. Arbeiter und Mitte übernehmen <!ie VerantY/oriung Nach schweren Bemühungen wurde die 'Exekutive gewählt. Sie besteht aus zwei Mtt- -gliedern der Arbeiterpartei: Tr. Ehastn Arlosorosf und Berl Locker, aus einem M i s r a ch i st e n , aus Prosogor Brodelsky, -einem alten Mitarbeiter der Weizmann- Richtuug, und aus einem andern Allgemeinen Zioniiten. Revisionisten -und R a d i t a l e sind demnach in der Exekutive nicht vertreten. Nachdem sie ihr Ziel, den Sturz Weizmanns, erreicht hatten, überließen sie die Derankwortung der Linken. Daß sie von ihr gemeinsam mit der Mitte übernom- -men wurde, nicht blind und nicht vorbehaltlos, sondern auf Grund offizieller Richtlinien, die ihr die Durchführung möglich erscheinen ließen, wird einmal als eine dringend notwendige Wendung zionistischer Politik in letzter Stunde angesehen "werden. Das Berhängnis des Zerfalls, der nationalistischen lleberspitzungen, des Abbruchs der Beziehungen zu England stand drohend über diesem Kongreß. Das Acußerste ist vermieden worden, rverm auch nicht ohne Tributlcistung an die Parteien, die es heraufbeschworcu hatten. Das eine aber steht fest: Tie große Linie von Weizmanns Politik wurbc a n j 5 neue bestätigt. Er selbst ging, aber sein System trimnphierte. So hat die politische Entscheidung wiederum versucht, den Ausweg aus der für den Zionismus verzweifelten Lage zu weisen. Tie Zukunft muß lehren, ob er bcjchritten werden kann und wird.. Dr. Eva Reich mann -Jung mann. Ittgcirdansschuß und Vorstand des Landcs- Hcrbandcö NhciittanS-Wesrfalen hatten zu einer Zugendführer-Tagung aus Burg Altena i. W. am 11. und 19. Juli emgekcckcn. Wir werden Wrber diese Veranstaltung, bei der Tr. Krombach (Essen), Tr. Era R e i ch m a n n - Z u n g m a n n (Berlin) und Snudstus Tr. Plaut (Essen) sprachen, noch berichten. JüD3äO DAS BAD 6E8EH i4?7EROVF3FjllKU?43 «r^n v KUiu. BAiDHOTEL $3 ulj Irh. G.KissIcalL Führers und Erstes Ha:s. Das Uleine Chronik Ser langjährige Vorstarrd der Kultusgcmrindr Rcvtrslautcxn, Iustizrct Dr. R h e i n h e i m e r. ist gestardon. Der Berstorbenc war sctt Jahren Milglicd des Drrsgruapcnoorstaudcs dcs L. D. — Nach kurzem Lcitrn verschied der Bo-sitzcr.dc um'ercr Ortsgrupoe Dpttden-'Dicsdorß Leopold "Hcuma n n in Wicsdorsi im Atter von 54 Jahren. Der Verstorbene leitete die Gruppe seit vielen Jahren. Zc= VnDenkrn an dicst treuen Freunde norden wir in unseren Reihcn hoächaltcn. — Das Dorstan-dsmitstn-d unterer Ortsgrurre Königsberg, Georg I o n 1 r f f o h n, feierte kürstich seinen V0. Gcburtttag. — Dm 29. Juli volttndet Frau Kemiucrzier.rat Fir.ny Hrrzfeld (Hannover) ihr SO. Lebensjahr. -Ine Jubilarin war Icr.cc Jahre Vorsitzende des IsrcFittschcn Frauen. Vereins und des Ffracl'tti'chen ^iädchenheims in Hannover. — Eanitärsrat Dr. Ervrch (Hamburg) beging seinen 70. Geburtstag. — Ter Vorsitzende nnttrrr Ortsgruppe Bcrnburg, Zai-narzt Dr. Georg Fließ, feiert am 31. Juli teincn '0. Geben- .'ag. ~ Das Vorstandsmitglied der Drtsgrnvve Planen, Laltt) 25 e l f s t c x q (Plauen), einer der führenden Dläancr der Deutschen Turncrschast in Plauen, brgcht am 21. Juli seinen 75. Geburrsrag. — Unser verehrtes. Miralied, Frau Lehrer Td i 11 r I in Unc-ictcn (Darern), beging in geistiger und körperlicher Frische ihren 75. Geburtstag. — Lehrer Iuttus B r a n m a n n (Gauköniashofen, Urtterfran'en) beging sein ^Oichriges Dienststubi'anm. Bei dieser Gelere-cheit wurde ihm das Gh:cr.Mlrgcrred)t stiner Gemeinde verliehen. — Urner Mitglied, Buchdruüercibesitzer 'Hai Wolfs in Wuwburg, erwarb sich für hervorragende Leistungen die 'ttlrenc Auszeichnung des ooldcn.-u Gp^-rraözcichcns des Neia^sausschusscs für Lrort- und Leibesübungen in Berlin. — Das Fest der Goldenen Homzeit feierten un'rre langjährigen Mitglieder Gir.il L ö w c n st e i n und Frau gcb. Kanter (Gorbach). Wir gratulieren allen unseren Freunden hcrzlichst. ÜcklW VM .IöMlS o. Nil'MZ" Serichttgung: .. Pcnsisn heiler lStrcitbcrg). Wir r.erösicntlichttm in unserer Liste ,,Kurorte und Easthäuser^ die Pension 'Anton Feiler rn Llveitberg als fndcnseiiDlich. Wir stellen hiermi! w : e d e r h o l 1 fest, daß die Ausnahme dieses Hauics durch ein bedauerliches Versehen btt uns ercklat ist. Tie Pension Anton Feiler, die tattüchlich in Muggeudors liegt, ist weder j u d e n s c i n d l i ch gewesen, noch beule sudenseindlich. Am unsere Anfrage, die wir aus Crund einer Blitteickng an uns an den Zuhackr, Herrn Feiler, pichteten, hat rms Herr Feiler gittchrieben: „Tie bei Ihnen eingelanfeue Meldung, daß Juden als Cäste in meinem Hause nicht willkommen sind, ist wohl als eioe Verdächtigung der Konkurrenz onzuseben. Tcutiche Staatsbürger jüdiichln Slaubens sind mir ebenw willkommen und angenehm wie d-e-usiche Staatsbürger christlichen Claubcnsck Tiefe Erklärung dcs Herrn Feiler veranlaßte uns bereits zu der Notiz in Nr. 57 der „E. V.- Zeiw.ng", daß die Peirsion Anton Feiler. Vcuagendott (^lreitborg) aus unserer Liste zu streichen scsi tlcn oufzunehmNi: Diuz: Hotzcl Roval. Zwivgcnbcrg (Hessen): Hotel ^um Fuchsbau. Verlag: Lcnlralvcrern deutscher Stainckürger jüdischen Glaubens e. V., Kerli» \Y 15, Gmttr Str. 42. Tel.» Adr.: ,,Ccntra!glaubcn Berlin". Post'cheä: Berlin 30472. Hauvtschrüttcitev: D r. Ludwig Holländer. Vc:an:wor:lich: P.. D r. Alfred H i r s ch b c r g. Bette Berlin W 25. — Unucrln:;c:c Manustrivie wcrtcn mir zurüclgescndt, wc::n Frtt.imschlag bestiegt. — Bcrantreartlich für den Anzeige:.:eil: Hel! m u t Loh n, Bln.. Lckstachtenscc. — Druck: Rudolf Masse, Berlin. l)Sp'st/Sst 2um Verdienst dureh Kelvinator-Elektro-KühlarJa^en Leipsj« C1^ Eitierfelder Strasse 13