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Central-Verein-Zeitung · 1931-07-03 · 27 (3.7.1931) · p. Seite 350

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
27 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
Seite 350 (sequence 14)
Language
German
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350 m EWWttW In brsuMlssIg Am 1. Juli ist nun auch in Braunschwng ein Schächtverbol in Kraft getreten. T-cr Rcchksausswuß des braunschweigischen Landtag? hatte 'dem Plenum die Annahme eine? CesetzentnnurfeZ auf LstaubungZzwang empfohlen, der auf Grund eines früheren Landtagsbeschlu^es von der Regierung vorgelegt war? In einer sehr eregten .Sitzung, in d-er ein nationalsozialistischer Antrag gegen die Notverordnung behandelt worden war, fand am 17. Juni die Lesung über das Schlachtgesetz statt. Ein Antrag, 'bot Gesetzentwurf an den Ausschuß zurückzuvernoeisem weil die Eesamtmaterie, insbesondere die Frage der elektrischen Betäubung, als nicht abgeschlossen angesehen werden könne, drang nicht durch. Bei der Abstimmung-über das Schlachtgesetz ergab sich dann eine Zufallsmajoritat. So ist nun zum ersten Male in einem deutschen Lande auch die Betäubung des Federviehs Vorschrift geworden. Gberregierungsrat Dr. David Maper Karlsruhe) Gedcnkworte von Professor Tr. Heinrich Nosm Das deutsche Judentum jedweder Richtung hat einen schweren Verlust erlisten. Am 22. Juni verstarb zu Karlsruhe im Aster von 76 Jahren der em. Geheime Lberregierungsrat Tr. David M aper. Als solcher war er lange Zeit, bis zu seiner Pensionierung nach dem Kriege, in der badischen Landesverwastung, im Finanzamt und im Ministerium des Innern sehr erfolgreich tätig und bat auch nach seiner Versetzung in den Ruhestand noch längere Zeit seine Kenntnisie und Erfahrungen aushilfs- und vertretungsweiss dem badischen Lande gewidmet, in welchem seit Eenerationen seine Ahnen feste Wurzeln gefaht halten. An dieser Stelle aber soll eine andere fruchtbare und segensreiche Tätigkeit Tavid Mähers genannt werden. Er war ein Men.-'chenalter hindurch der Führer der badischen Judenheit und eine im gesamten Deutschland allbekannte und allrerehrte Persönlichkeit. In den Mußestunden seines Berufes widmete er seine ganze Tatkraft, seine organisatorische Fähigkeit, seine Kenutnme der Zu'ammensagung der badischen Judenheit in religiöser Hinsicht unter ein staatlich anerkanntes Landcsgesetz. Das Eroßherzogtum Laden galt bekanntlich vor dem Kriegs als ein Musterland in politischer und sozialer Betätigung, So wurde auch die Organisation der badischen Judenheit durch das Wirken von Tavid Mäher ein Beispiel und Muster für alle deutschen Länder, ja für andere Nationen, in denen die jüdische Konfession noch der Ordnung ihrer Einrichtungen harrte. Diese ist bekanntlich in Preußen erst vor kurzem geschahen worden und steht für andere Länder und für das Reich noch aus. So siel bereits in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts dem jungen Negierungsbeamten die Ausgabe zu, die er sich selbst gestellt hatte, den Oberrat der badöchen Israeliten und die Synode, ein'e Verwaltungsbehörde und eine Art Parlament, als staatlich anerkannte Behörden zu schaffen, der alle jüdischen Angelegenheiten unterstanden. Sein Werk blüht und gedeiht; es bat die Feuerprobe bestanden. Tenn es hat im Wechsel der Parteien, in liberaler und konservativer Herrschaft sich bis heute erhalten, auch nachdem der Führer und Gründer, Tavid Mayer, sich zurückgezogen hatte. Mäher gehörte, wie so viele bedeutende Menschen im Judentums, keiner bestimmten Parteirichtung an. Doch nahm er gern Bezug aus fort'chritlliche Anschauungen, wenn sie nicht cinreißen wollten, sondern ausbauen. Ihm lagen nicht radikale Neigungen und extreme Nichtnngen. Aber er kannte auch keine starren Parteigrenzen. und anerkannte und nahm das Gute, wo er es fand. Im persönlichen Leben war er in religiöser Hinsicht eine positivistische Natur, welche die Verbindung mit der Vergangenheit ausrest'.terhalten wollte, schöne mitten und Gebräuche hochhielt, die glatte Negation verwarf und positive Betätigung auf religiösem.Gebiet wünschte.^ Zeugnis für seine aufbauende Neigung legt auch sein Versuch) ab, das Gebetbuch in moderner Form und in guter deutscher lieber'etzung neu berauszugeben, ein Unternehmen, das er nicht durchsttzen konnte, weil inzwischen Krieg. Umsturz und andere Parteizusammensetzung kamen. Außer seiner organisatorischen und verwalümgstcchnischen Leistungen für das Judentum traten bei Tavid Mayer auch seelische, fürsorgliche und soziale Fähigkeiten hervor und veraulastten ihn, in Verbindung mit seiner Gattin, seiner Mitarbeiterin, Marie Mayer, zur Gründung jenes Kinderhospizes in Bad Türrheim, das im Einverständnis und unter der Protektion des edlen Groststbervgs und der Großhcrzogin von Baden um die Jahrhundertwende erbaut und sehr rasch mit Scharen hilssbedürstiger Kinder gefüllt wurde. Tie'es Fricdrich-Luise-Hospiz ist eins der schönsten Kindererholungsheime Deutschlands. Mit großer Liebe hing der Verstorbene an ihm, er war in dem letzten Jahre^ monatelang in Türrheim, um mitznarbeiten und sich an den Erfolgen des Kurheims zu erfreuen, und weilte daselbst noch kurz vor seinem Tode. Tie Leistung und Lebensarbeit Tavid Mayer? für das Judentum wird man in einer hoffentlich nicht allzufernen glücklicheren Zeit noch ganz anders würdigen, als es zur Zeit möglich ist. Tie Cedankengänge, die den juristisch und staatlich geschulten Führer der Judenheit bei seiner Arbeit geleitet haben, werden auch in der Zukunst immer wieder überall da anzuwenden sein, wo man praktisch aufbauende Arbeit für die kowmsionellc Erhaltung des Judentums im modernen Mnne leisten will. Für den Menschen Tavid Mayer selbst aber gilt jener römische Anspruch woh besonders zutreffend, den einst Cicero über seinen Freund aussprach: Er war „deliciae generis humani", eine Zierde des menschlichen Geschlechts. Von schönem schlanken Wuchs, mit Hellen Gesichtszügen, verstand er es, jedweden zu faszinieren, der ihm nähcrtrat, durch ein nie versagendes Wohlwollen, durch eine stete Bereitwilligkeit zur Oi!'e, durch die Fähigkeiten, sich emzudcnken in die Wünsche und Gedanken der andern. Er war gerecht und gütig zugleich, von äußerer Ruhe, von innerer Bewegung, von Klarheit und Festigkeit des Weinens und von leidenschaftlichem Trange das durchzuführen, was er für richtig erkannt hatte. Groß war die Zahl derer, die im Leben an ihm vorbeizogen. keiner vergaß den Eindruck seiner Persönlichkeit. Diele wurden feine Verehrer und Bewunderer, und er verstand es, wie nur wenige, sich das zu schaffen, was das Dlen'chenlcben beglückt: treueste Freundschaft. Uave aiii:::a pia. Tie „Breslauer Zeitung" stellte in ihrem 112. Jahrgange am 1. Juni ihr Erscheinen ein. Tie „Breslauer Zeitung" hat in der Zeit ihres gestirnten Bestehens mutig gegen Intoleranz und für Gleichberechtigung aller Staatsbürger gekämrst. Lauheit in den Reihen derjenigen, 'ür deren Rechtsie im freiheitlichen Kamps eingetreten ist. die überaus schweren wirt'chastlichen Verhälinme Breslaus und Schsiesicns, die Nenziehung der Grenzen durch den Versailler Vertrag haben diesem freimütig gefallenen Organ, in dem Männer wie der -teer Mein, Tr. Asch. Tr. Lion, Trewendt, Tr. Alfred Ocblke Worwührer und Leiter 'waren, die wirckchastliche Grundlage für ' sein Weiter bestehen entzvcm. ^Fur das liberale Bürgertum Breslaus und Schlesiens bedeudet der Wegfall dieser Zeitung einen schweren Verlust. Als Ersatz erscheint in gleichem Umfange und mit gleichwertigem Inhalt, herausgegeben von den bisherigen Schriftleitern und Verlagsangestelinn, dom 1. Juli ab die „N eue D r e s l a u e r Z e i 1 u n g Kleine Chronik Unsere langjährigen Mitglieder Adolf H o f f» mann und Frau Rasa, geb. Rieß. Berlin* Steglitz, stüher Leipzig, begingen am 26. Juni das Fest dir galt-neu Hochzeit in seltener Frische. — Um er Mitglied Leorold L i s s, Hamborn, feierte am Donnerstag, 2-5. Juni, seinen 80. Geburtstag in vollstr Rüst iglest und Frische. — Unser langjähriges Mitglied Filialrevisar B- Kusznitzki, Berlin, bering am 1. Juni d. I. sein Döjähriges Dienstjnbilän.m bei der Commerz- und Privatbank. Wir sprechen den treuen Mitkämpfern nachträglich unsere herzlichsten chlückmänsche aus. — Das Mitglied des Centralr-ereins Ferdinand M an e r, Harrheim, erhielt für cköjährige Tätigkeit als Schrirrführer des dortigen Turnvereins zu seinem bl). Geburtstage den Kreisehrenbrief mit Nadel ürerreicht vom Bürgermeister der Stadt. — In Königsberg (Ostrreußcn) verstarb die Gattin unseres allgemein beliebten Hauptvorstand-mirgliw-es und Landesoerbandsvorsttzenden Danitärsrats P o 11 - noD. Dir rochen, was für unseren Irenen Freund diesen Verlust bedeutet, und werden das Andenken der Verstorbenen stets in Ehren halten. — Am 24. Juni verstarb in Köln-Ehrenfeld Frau Bella Herdt, die Gattin unseres treuen Mitgliedes Max Heidt. — Unser Mitarbeiter Oskar Hirschfeld, Wien, betrauert den Tod seines Vaters. — In Staate Ibenborf in Braunfchweig verstarb kürzlich im Alter von 84 Jahren Moses Heinbevg, der den Krieg 1570/71 mitgemacht und mit vielen Orden geschmückt aus dem Felde zurückkam. — Dr. Gustav 61 i s b 11, der mehr als zwanzig Jaärs dem Vorstand der Ortsgruppe Frankfurt o. M. des Centralvereins ongehörte und mit seltenem Pflichteifer unsere Arbeiten unterstützte, ist unerwartet verschieden. Dir werden dem Verstorbenen, de'stn Verdienste der Vorsitzende des Landesrerbandes, Dr. Mainzer, Frankfurt a. M., an der Bad re besonders würdigte, stets ein dankbares Andenken bewabrrn. * Der soeben erschienene interMante Jahresbericht des Hilfsvereins der deutschen Juden nir das Jahr 1920 enthalt gleichzeitig einen Uebetblick über die Veranstaltungen aus Anlaß des Äjährir-n Jubiläums das Vereins im April d. I., das wir bereits ausführlich würdigten. lUL^a #/ So schlank kann jefzi jeder selnl /F\ *^i! ]; i i * m;?; * r: i? »...mck-üs Vns^t-^3 lJj._v 7)asmLi&&tyetbjnjg$-Wa£SQrfüf-T!aTim und3&mi Endlich Ist es der Wissenschaft gelungen ein wirkssmes Mitte! pegen unschöne Fettpolster iu finden. Gerade en den sichtbaren Kärperatellen, wie Hals, Kien, Wada und KnSchel bildet Eich meist eine Fettschicht, die euch dl© desto Gestalt unachSn und plump erscheinen läßt. Das neue wissenschaftliche Fettiehrwa.sser Echlankc! wird einfach an der Stella elneerieben, an der Sie abmajrern wollen, und ir. wenigen Stunden verschwindet act dieser Stelle alles Fett. Dur Wadenumfang verringert »Ich z. B. In einer Nach! lim Cb er 2 cm« Schlankol löst jeden Fettansatz mit eefortiger Wirkung, cur durch äußerliches Einreiben. Kein Einnehmen eder dtrgl., dabei garantierf^unichSdlich, auch bei xarter und empfindlicher Haut. Stnrke Hüften. 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SCHULZE * ROSTOCK s^t o3 :nu£s zagestindea werden, dass in der Pflanzenwelt ein grosser, bisher’ nur angeuögcza gehobener schätz an heilfcräften verborgen lie^t!“? so urteilen honte bereits zahlreiche autoritäten der Schulmedizin, der K.VOBLAVCH?tcht an erster stelle unter den pflanzlicher, beilmittcln. der bul''" ri'"u - SO USA FT „HAZAXLIK XAIUithL“ naeli DIi, STOYANOFf ist eine natürliche, giftfreie rr.edizin. sie schadet nie, aber IIITFT IIIHER und zwar HEI 3IAÜEX.» DARM- und ST O F F W E C M .SEI, -1 E I i> X k, A ISTEIX I <> S I£ I, E IbO S E ur.i anderen krankheiten. Lassen sie sich durch einen veisuch überzeugen! (preis pro flasche mk. 3.— nachnahroe, die kur G flaschen mk. 15,—), Prospekt ileac jeder packung bei oder wird gratis versandt ' ' ’ *" '2 V.’AÜEN "* durch: LAB02 V.’AÜEN (MüßlTZj Iß.

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