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Central-Verein-Zeitung · 1931-07-03 · 27 (3.7.1931) · p. Seite 337

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
27 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
Seite 337 (sequence 1)
Language
German
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£ -ß 7.1S31 In Wien und SB ^rlin, L ay '.LS" « & d' ^“ö5 r^\ia Uli 9 ‘W'* V V"v *** v Ul17/ \ motm / lZZ'MI'SZNW^ und KrSSWMm, BiertcliahrsabonnemenL 2,50 MM. (ZuzUgl. Seitenheib). Verlag Serlin, Z. Juli 1HZ1 X. Jahrgang * Nr. 27 Einzeinummer LSPfennig HetzKK 6Zs tsNorM-GZWMS üZZZWLs^ ~" ' * MMDZZ'IÄÄfMON IlAKhZNS S. TkUtzsmeine ZsikunH cleL Dudentums AUe: .. Norrrtalzeüe.t crier I3rc: . Sanüonto: Dresdner Dartk, DeposiLrnkaffe S 2, gespaltene Zeile nach Rudolf Moffes " rani breiie ReNamez-ile 3,56 5?^. vis „Deutsche Bau-Ausstellung" in Berlin, die grosse Schau deutschen Bauwesens, gab Anlass zu dieser Sondernummer. Sie will die schöpferische Mitwirkung jüdischer Deutscher in diesem Zweige der Kunst und des Kunsthandwerks zeigen und dadurch doppeltem Zwecke dienen: das judengegnerische Schlagwori yon der Unproduktivität jüdischer, angeblich nur „händlerischer" Geisteshaltung widerlegen und zugleich die unlösbare Verbundenheit jüdischen Schaffens, Denkens und Seins mit deutscher Kultur und Heimaterde von neuem erhärten. Von Hitzig bis Mendelsohn Von Dr. Max Osborn Wenn es nach der Theorie ginge, könnte man annehmen, daß im Bereich jüdischer Künstler» tätigtest der Architektur nur ein bescheidener Platz zusicle. Wer in die Geheimnisse jüdischen Wesens und Geistes einzudringen sucht, wird mitunter der Auffassung zuneigen, daß bei allem 'Reichtum vielfältiger Begabung in der Kunst das Talent zu schöpferischen Leistungen größten Stils und Umfangs sich doch bisher noch nicht in völliger Freiheit entfaltet habe. Wenn es so wäre, und in der Dichtung könnte man auf das Drama verweisen, so wäre das letzten Endes nicht verwunderlich. In dem einen Jahrhundert, das seit der Emanzipation verstrich, konnte unmöglich alles nachgcholt werden, was durch fast zwei Jahrtausende gewaltsam unterdrückt und geknebelt worden war. Aber die Baukunst, die bei solcher Betrachtung in erster Linie herangezogen werden muß, bietet ein ganz anderes Bild, als erwartet werden könnte. Wer naher zusieht, wird, vielleicht zu seiner eigenen Überraschung, erkennen, daß in diesem abgelausenen Jahrhundert jüdische Kräfte einen erheblichen und bedeutsamen Anteil an der Entwicklung der europäischen, namentlich der deutschen Architektur genommen haben. Hier kommt doch im eigentlichen Sinne alles auf die Fähigkeit machtvoll organisierenden Gestaltens, wuchtigen Zusammenfanens, gegenseitiger Durchdringung phantasievoll erfindenden und derb-handwerklichen Tuns an. also aus Eigenschaften, die manche dein jüdischen Sinn bestreiten möchten — gleichwohl diese erstaunliche, in breiter Front anrückende Schar fruchtbarer Mitstreiter! Ja, das Ergebnis fallt fast noch schwerer ins Gewicht als in den übrigen Künsten (namentlich in der Plastik, wo es bis heute verhältnismäßig bescheiden geblieben ist). da wir es nicht nur mit einer großen Zahl schlechthin tüchtiger Männer, sondern darüber hinaus mit einzelnen Persönlichkeiten zu tun haben, die für ihre ganze Zeir führend geworden sind und auf dem Vormarsch ihrer Kunst zu neuen Zielen weitreichenden Einfluß ausgeübt haben. Wenn im folgenden der Versuch gemacht wird, einen Ueberblick über dreien Tatbestand zu geben, so sei von vornherein bemerkt/daß keineswegs irgendwelche „Vollständigkeit" angestrebt werden konnte, die im Rahmen eines Zeitschriftenaussatzes auch niemand erwarten wird, und daß weiterhin dem Verfasser vor allem seine Vertrautheit mit den Berliner Verhältnissen als Ausgangspunkt diente. Doch gerade die Baugeschichte der deutschen Hauptstadt bietet einer derartigen Umchau wesentliche Handhaben. Wenn wir in Schinkel den meisterlichen Erneuerer des Berliner Stadtbildes verehren, so rückt unter seinen Schülern und Fortsetzern sogleich ein Architekt jüdischer Abstammung an den ersten Platz. Friedrich Hitzig M '■ i '"i

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