Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 26 (26.6.1931)
- Date
- 1931-06-26
- Page
- Seite 332 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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332 MM JA L3IkL deV^’euzc::. Herrliche Blasenleiden. , ) ■ . > Hausniitaher.: Komfort iO-iatei Lage. Strenge Diätküche. Volle Pension van >'.9,-an. »Bes.: K. Schurr.acher. dunzen nicht qc-vhhrleutet fei. Hier c*^-- LZ, neue (formen jüdischen (5etnc:n[dm‘:Vcnene zu finden, eine neue Beziehung 3111:1 ..Bctttt fcu.r’’-: eine neue Beziehung 311m „Geheimnis", zmn Rttiziöscn. ^o möge dieseZ Werk über sich hiunuZ einer Zukunft dienen, die allen Inden gehört, allen denen, die guten Willens sind. Nunmehr nahm, eingeleitet durch eine Ansprache des Kottbuser Rabbiners Tr. P 0 « n e r , der Vorsitzende des Reichsbundes jüdischer Fronnoldaten, Tr. Lev L ö w e n st e i n , die eigentliche feierliche Grundsteinlegung vor. Tr. Löwenslein betonte, daß der Frontbund seit Kriegsende stets den Gedanken jüdischer Siedlung propagiert habe, und daß nunmehr der Augenblick gekommen sei. düst Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Allen Verleumdungen zum Trotz müsie immer wieder das Recht der deutschen Juden aus den Boden des Landes, für das sie in Frieden und Krieg unzählige Leistungen vollbracht hätten, betont werden. Nach Versenkung der Gründungs- Urkunde ertönten die ersten drei Hammerschläge am Grundstein, ein „Mortuos plango" den gefallenen Kameraden, ein „Fulgura frango" der umbrandeten jüdischen Gemeinschaft und eitT„Yivos voeo“ eilen denen, die sich in den Timst des jüdischen Siedlungsgedankens stellen. hiernach brachten die Behörden und jüdischen Organisationen ihre Wünsche dar. Namens des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und des Berliner Gemeindevorstandes sprach Kammergerichtsrat Wolfs, für die Repräsentanz Rechtsanwalt Heinrich Stern, für die Crvsilage für Deutschland Rabbiner Tr. B a e ck , für den Centralverein und für den Reichsausschuß jüdischer Iugendverbände Tr. Ludwig T i e tz u. a. in. Tie Feier wurde umrahmt durch künstlerische Tarbietungen des Oberkantors F r i c b m a n n. —ck. Bayernreiseude. Im Interesse der rituell leberrden Kreise sei darauf hingewiesen, daß in den bayerischen Dadeplätzen. die streng koschere Fleischvcrsorgung unter Aufsicht der Rabbinate auch unter den gegenwärtigen erschwerten Umständen völlig sichergestellt ist. Nach Pirmasens. Central-Restaurant und Ceniral-Hotel sind nunmehr beide im Besitz von L. Serbe l. Der Inhaber legt Dert auf die Feststellung, daß ihm Gäste jeder Religion erwünscht sind. Der Dichte ösr Kabbala Zum 50. Geburtstag von Chajim öloch Still, bescheiden, unauffällig wandert Ehajim Bloch, d^er ' gottgläubige Dichter dvr Kabbala, durch unsere, in Herzensträgheit verharrende Welt. Das -Gebiet, das er bearbeitet, die Kabbala, ist kein leichtes. Ehajim Bloch arbeitet seit Jahren an der Erforschung und Gestaltung der hebräischen Mystik. In einer verhältnismäßig kurzen Zeit beschenkte er, uns mit einer stattlichen Reitze von Werken, die einen Ewigkeitswert haben und die uns mit einer, wir möchten sagen, völlig fremden Welt von Lebensweisheit und Gläubigkeit bekanntmachen. Seine Sprache ist von schlichter Innigkeit, ungekünstelt, so echt deutsch, daß man bisweilen nicht glauben möchte, daß sie von einem frommen Ostjnden geführt wurde. Seine Werke tragen die Besonderheit an sich, daß er in ihnen nicht seine eigene Phantasie spielen läßt, sondern daß er seine Helden aus dein uralten Schrifttum seines Volkes heraushebt. Weil aber in seinen Büchern das Antimateriaaiftische. das Religiöse stark ausgeprägt ist, haben sie in unserer hastigen, fluchtigen Zeit nur wenige Leser ergriffen und erwärmt. Nur wer Gott in sich gewahr wurde, kann die Schriften Ehajim Vlochs lieben und verstehen. Am 2 7. Juni 1581 in Ungarn geboren, empfing er eine ausgesprochen "religiöse Erziehung. Er verträumte seine Jugend in Dclatyn, eiueuPgalizischen Städtchen, wo sich seine Eltern ansüp.ig machten und das damals, von allen Kultnrerrungenschasten verschont, voll von heißem Atem der Frömmigkeit war. Er verbrachte sein junges Leben inmitten grüner Wiesen und Weiden und Wasserfallen. Tie gottvollen Naturschöuheiten dürsten auchg den entscheidendsten Einstuß auf sein späteres schaffen gehabt haben. Er liebte stets die Einsamkeit der Berge, das Alleinsein der Seele und verdankt dieser Einsamkeit den Ursprung seiner Neigung zur Kabbala, jener geheimnisvollen und überwältigenden Weisheit der Juden, in der das - Geheimnis der Menschensehnsucht nach der Erlösung verborgen ist, und die auch von christlichen Männern, wie Johannes Pico von Mirandola, Johannes Reichlin, Christian von Rosenroth, Agrippa von Net^sheim, hoel^eschätzt Kar ix-. Durch seine Abkunst stand Bloch in unmittelbarer Beziehung zu den Ghamdim, jener auserlesenen Judenschar, die noch heute auf ihre ursprünalich-e Tradition der Frcnmug. feit eiugeschworen ist, und Bloch konnte sich die völlige Kenntnis ihrer Lehre aneigum. Bor dem Kriege betätigte er sich kansmannisch. schrieb aber manchmal in hebräischen und demsch-jüdischeu Blättern. Erst in der Nachkriegszeit trat er mit umfangreichen Arbeiten in deutscher Sprache in die größere Oessentlichkeit. Seit dem Jahre 1919, da Bloch, vom Krieg heimkehrend, sich in Wien niederließ, verösfentlichte er der Reihe nach folgende Werke: „Der Prager Golem" fübersetzt in Amerika, Frankreich. Rolland), „Die Gemeinde der Ehasudim", „Ostjüdischer Humor'", „Israel, der Cotteskümpfor", „Hersch von Ostropole, ein jüdischer Till Eulenspiegel", „Talnmdische Weisheit", „Gottesvolk und seine Lehre", „Kabbalistische Sagen" (übersetzt ins Englische), „Lebenserinnerungen des Kabbalisten Vital", „Priester der Liebe", „Das jüdische Bolk in seiner Anekdote". Es ist bezeichnend, daß bedeutende christliche Schriftsteller von den chasiidisckM Büchern Blochs ergriffen sind. Der deutschnationale Dichter Karl Hans Strobl schrieb in der ,,Renen Freien Presse": „Tom Cuwväer und Christen erschließt sich mit diesem Buch ein seltsam stssclndcr und Überraschender Einblick in die Welt frommer Innigkeit, fitiüd>er Reinlxtt und h och msti mutter Herzensgute, der geeignet erscheint, die Neberzeugung zu stärken, daß lauter Menschlichkeit an lein Glaubensbekenntnis gebunden ist." Gegenwärtig bemüht sich Bloch, für stein fast vollendetes Werk „Das jüdische Bolk im Spiegel eines Jahrtausends" einen Verleger zu finden. Er will mit diesem Werke der nichtjüdischen Welt auf Grund des in der rabbinischen Responsenliteratur bewahrten Materials eine unanfechtbare Kulturgeschichte des jüdischen Volkes in der Diaspora schassen und ist über-, zeugt, daß nach Veröffentlichung dieses Werkes die Welt in bezug auf die Juden um einige Legenden ärmer werden wird. Es möge Bloch vergönnt sein, noch lange zum Ruhme des Judentums zu wirken und zu schassen. . J. Kühn (Wien). fites* k // /&?'i I«' ck'' V'- 'st }; i;: st .3? Hü vvf-c -i re Xvv‘ rftederney. SM. Um Telephon 255. Großes Logierhaus. Ganzjährig geöffnet. Ruhigste Lage. Elegante, neuzeitl. Zimmer mit jedem Komfort. Nicht billig, aber ersillassii. BollePension: Vorsaison l2 bis 14 JUL, Hauptsaison 14 bis 16 JLK. Prospekt auf Wunsch. f Ißlt KUP« üld holels« Haus Bazar. ©eignet Juni bis September. 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