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Central-Verein-Zeitung · 1931-06-26 · 26 (26.6.1931) · p. Seite 325

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
26 (26.6.1931)
Date
1931-06-26
Page
Seite 325 (sequence 1)
Language
German
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berlin, 26. Juni 1931 X, Jahrgang * Sir. 26 Einzelnummer 2SPfennig 0 /\f $v\* ' U W V #* , , r : ., Y’”t ✓ V y •v'v ■S*fÜ38,li^ Ätt^IttWwrrrÄ. MMHSkFMMHWZSA öÄAosvs s.v. /^.Utzemsine ^situntz 6ss Ou^sr^tums VierteljahrSabonnement L.50 RM. (zuzügl. Desteügeld). ver!c' und Lchriftleitung: Berlin V.' 15, Sitv :t Sit. 42. Fernfpreckier: J 2 Olioa 5074. Ponscheckkonto: Berlin. 364 72. .:. SinHortis: Dresdner Bank, Depoutenkai;- H 2, Bcrlin-Dnniersdrrf 1, Hoheuzollerndamm ISö, und <ron Esldfchmidi - Rothschild L Co., Berlin V/8. _ Alleinigr Anrrigenannabir.e: Annoncen.C^ve^.rion Rndolf Aosse, Berlin SW ICO, und deren Filialen. Bnzeigenpreisr:.6,90 JUk für die 7Ze,'p2!:-ne. Zeile nach Siudols Mo-ieZ Norinrlzeilennreffer Nr. 4, Familienanrei^en nnd Stellengesuche (nicht SiellenQngeboie) für SluZwrder des Ceniralversins 0,45 Jl*k, d.r S2 mm breite ilreklainczeile 3,^0 ..X B!>gaa!B(W!»»Aj«waa»iJBiMitft^,^''^ww|^^<^'gHW|w»ll^J|WR!na^ V (J v' TodesLsGe üm 29» §um 1981 Per Vater der modernen Demokratie In derselben Zeit, da der König Friedrich von Württemberg üch gegen. die törich'.e und anmaßende Llbsicht wandie, „aus verschiedenen Völkerschaften, z. B. Preußen und Bayern, sozusagen eine' Nation schassen zu wollen', schrieb der Reicks sreiherr vom Stein an M ü n st e r die berühmten Worte: „Ich habe nur - ein Vaterland, das heißt Deutschland; mir sind die Dynastien in diesem Augenblick großer Entwicklung vollkommen gleichgültig* Dieser Mann, der prophetisch das eine Deutschland sah. das den sogenannten Nealpolitikern jener Zeit als Utopie oder Verbrechen erscheinen mußte, konnte keine der herrschenden Mächte zur Verwirklichung seiner Idee aufrufen. Denn jede dieser Mächte war durch das, was cr ersehnte, im Innersten bedroht. Die Bürokratie sollte dem Bürger Platz machen. Der Adel verlor seine Privilegien. Die Stellung des Monarchen wurde völlig verändert, und mehr noch als der König grollten die Hoslinge chm, die das stolze Wort des rückstcktslosen Mannes traf: „Sie vergeben nur die Verachtung, die ich gegen sie hege, mit unablässigem Haß.' Nicht nur die inneren Mächte waren gegen ihn verbündet, in der sinnlosen Verblendung jenes bösen Adelsmortes aus dem Berliner Kasino: .Lieber drei Schlachten von rkuerstädt als ein Oktoberedikt.' Auch der äußere Feind, i i £ Dem Schöpfer der Selbstverwaltung Dem geistigen Befreier Drensten- Deutschlands Dem Wkgbahner drr Juden emanziprrtion widmen in dieser Dummer Heiiräge: Dr. Ernst Feder Dr. Zsmar freund Dr. Zrii; F rredl aeu der. der Franzose, verabscheute den unheimlichen Menschen, nicht nur wegen seiner nationalen, sondern gerade auch wegen feiner innerpolitischen Haltung. Nichts war den Repräsentanten des französischen Kaisertums so verhaßt wie die französische Ideenwelt von 17S9, aus die sich Steins Reformwerk gründete, und Napoleon selbst hatte den richtigen Instinkt, wenn er diesen Zivilisten ächtete und seine Erschießung ankündigte: von dem Gedankenschatz. den das Hirn des einen Mannes barg, drohte dem Imperator stärkere Gefahr als von allen Krregsarsenalen der Erde. Des Kaisers großer Gegenspieler Gneisenau erkannte die symbolische Bedeutung dieser Stunde, als er nach dem Aechtungsedikt dem Freunde schrieb: „Sie gehörten ehedem nur unserem Staate an, nun der ganzen zivilisierten Welt/ Durch ein paar Gesetze, ein paar Edikte, wollte dieser revolutionäre Reichsritter das bisherige preußische und deutsche Versassunasleben aus den Angeln heben, durch das großartige Werk der Bauernbefreiung und durch die neue Städteordnung, die den Bürgern die Selbstverwaltung gab und durch die er zum Vater der modernen Demokratie geworden ist. Wie kräftig und elemewäar in ihm die Idee lebte, daß das neue Deutschland. desien Wegbereiter er war, nur als Gemeinschaft gleichberechtigter, ihre Angelegenheiten selbst verwaltender Bürger errichtet werden könne, daß die Zeit des Ständestaats vorbei sei, der freie Staatsbürger seinen Eini zug auch in die preußische und 1 deutsche Geschichte halte, wird i> 'p\i X

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