Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 24 (12.6.1931)
- Date
- 1931-06-12
- Page
- Seite 306 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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306 «SWLZWMZM Hornhaut, verdickte Hornschwickrn an Händen \mb Füßen hat sich „Leolin" als sauberstes und bequemstes Mürel zur gründlichen Beseitigung alle: harten Hau!« Wucherungen bestens bewährt. Packung für nrehrmaligen Gebrauch mit genauer Gebrauchsanweisung tzSPs. 2n allen Chlor od onll 2 cckau's stellen zu haben. neu, aber es ist gut Zusauunengestellt und bis nuf weniges aufrichtig. Tiesel führt aus: „Wer etwas vom Schicksal, bcr Eigenart, Leistung, Tragi! des deut'chen Judentums erblicken will, der muß das gesamte Deutsche mit seinem kulturellen und politischen, vor allem aber mit seinem seelischen Inhalt vor Augen haben. Darum sollte das, was hier über die Juden gesagt istz^auch in dem gespiegelt werden, was an späterer stelle über dieallgemeineren Eigenschaften der Deutschen berichtet wird. Die Engländer haben in ihrem Lande vieles von der jüdischen Problematik zur Erledigung gebracht, weil sie selbst national und menschlich gefestigt sind und darum das englische Judentum, in ihrem Gemeinwesen atme Schwierigkeit befestigen' konnten. Aehnkkch stehr cs in Frankreich. In diesen beiden Ländern gibt cs auch eine Art von jüdischer Aristokratie, während in Deutschland die Juden einer selbstgebildeten Cesellichastsschicht entraten, der sie sich anvertraucn könnten. Besitzen wir aEo kein d-eutscn - jüdisches Gleichgewicht, so wirkt zu alledem besonders beunruhigend, daß Deutschland ein heftiges, in sich unausgeglichenes, leidendes, kriftnenüllics Land J*t, was ins Judentum hineinwirkt und eine besondere Stimmung von Wehr und Abwebr bervorrust. Indessen find doch die Deutschen und die Juden durch Geist, - Begabung, Schicksal mertwürdig^verwandt, ja, sie stehen in einem ähnlichen iiime unter der kritischen Beobachtung der Welt. Zudem ist gerade das Judentum sei! sc'aus enge Art, beinahe brüderlich, mir dem Deutschtum rerbunden. Tie Cstjuden naben ihr „jiddnch" sogar aus dem Deutschen abgeleitet, und viele Juden besitzen eine besondere, fast sentimentale Zuneigung zu Deutschland und Anteilnahme an seinem Geschick. Es hat eigentümliche Annäherungen zwischen Deutschtum und Judentum gegeben, aus denen beides aus eigenartige 2£er:e in Musik, Dichtung. Wipenschast, Wirt'chast sichtbar wurde. Hierbei jedoch erwies sich, daß die Juden das allgemeine deutsche Schicksal teilen, im einzelnen Tüchtiges zu leisten, im Ganzen aber ohne iiese Bindung oder Verbindung miteinander zu sein. Das unausgeglichene deunche Judentum ist zugleich der schwierigen deutschen wie jüdischen Problematik ausgelieftrt. Umgekehrt spiegelt sich im Judentum der deutsche Zustand mit seinen Vorteilen und Nachteilen. Im Brcnnala? Europas be- ' sinden sich auch die Juden in einer besonderen Lage. Ebensowenig wie es den Deutschen gibt, gibt es den deutschen Juden. Man erkennt beinahe so viele jüdisch - deutsche wie deutsche Typen. Schwaben, Bayern, Franken, Nicder'achsen. Cftclbien, Polen und SBö[)::ien werken ihre lebhaften Lichter über Juden des Tieflandes, des Miltelgcbirges und der Akvenllrnder. Frankfurt, Fürth, Hamburg, Wen, Leipzig haben ihre jüdischen ' Einzelkulturen, die den deutschen an diesen Plätzen verwandt sind; und vor dem Berliner Judentum ergibt sich eine ähnliche seelische Haltung der mdnnd mitteldeutschen Juden, wie die Nichtberliner Deutschen sie vor ihrer Rcichshauptstadt haben." Jimiirö 2llter, Nationalisten, Deutschlands nationales Führertum der Nachkriegszeit. Verlag von ,ft. F. Köhler in Leipzig. Preis 2,80 Mart. - Dieses viel gekaufte Buch schildert eine Reihe von Persöulichkeiten der Nachkriegszeit, die unter dem Titer. „Nationalisten" zu sammen gefaßt werden, ohne das; unter ihnen ein besonders enger Zusanunenlzaug bestünde. Der Verfasser urteilt völlig subjektiv und teuft gar nicht daran. Ursache und Heilungsrnöglichkeit unseres heutigen Elends irgendwie zu würdigen. Das Buch besticht durch feine gewandte Darstellungsweise; feine Gefahr liegt nicht in der Tendenz, .den völkischen Nationalismus zu verherrlichen, — diese ist sogar geschickt verdeckt —, sondern in dem vollkommen fal'chcu, den Tatsachen einfach widersprechenden Bild von Persönlichkeiten und ihren Zielen, das es vermittelt. Herr Elast und Herr Hitler erscheinen als die großen Leute, an denen alles ohne Tadel ist. Jedes Wort der -Hrtif unterbleibt. Iunius Alter bemerkt au einer Stelle: Der Weg in Deutschlands Zukunft werde allein durch jenes Cannae bereitet, dadem Marxismus zugestigtwird. Wie unklar ist ein Autor, der mit solch abgebrauchten Phrasen Bücher schreibt! Und wie traurig ist es um die Einsicht solcher Männer bestellt, die ihrer Vorbildung nach in der Lage sein sollten, klarer zu sehen als die Blasse. Ernst H. Posse: Die politischen Kampsbünde Deutschlands. Junker. u. Ti'rnnhaupt Verlag, Berlin 1930, Preis 4 matt. Ein kurzes Buch von §9 Seiten, das für jeden von Bedeutung ist, der ein wissenschaftlich gefestigtes Bild über die Geschichte und die einzelnen Kampsbünde, wie sie sich nach dem Kriege entwickelt haben, gewinnen will. Wert des Buches: Erkenntnis des Vorhandenen und infolgedessen die Kraft und Fähigkeit, mit vielein Unsinn und mit vieler Gefahr, die heute durch die unglückseligen Zeitverhältmye entstanden sind, auchänmen zu Helsen. ^üöische Stuöentenseelsorge an öer berliner Universität Am Mittwoch, den 3i Juni d. I., fand erstmalig in einem Hörsaal der Berliner Universität eine allen jüdischen studierenden zugängliche Veranstaltung der jüdischen Stndcntenseclsorae statt. Es Handel: sich um eine neue Einrichtung, die sicherst zu bewähren haben wird. Gegenstand der ersten Veranstaltung war die Berichterstattung über die unseren Lesern bekannte Studcntenkonserenz zn Nhon. Beide Redner des Abends, Ministerialdirektor Dr. Badt und Tr. Friedrich Brodnitz, waren Referenten in Ryon und darum berufen, auch in Berlin über die Konferenz zu berichten. Den Inhalt ihrer Referate brauchen wir nicht zn wiederholen, weil wir in der „E. V.-Zcitung" skr. 17 vom 24. April d. I. einen ausführlichen Bericht über die Konferenz veröffentlicht haben. Beide Redner entledigten sich bei aller Wahrung ihres Standpunktes ihrer Aufgabe mit vorbildlicher Lbsektivität. Während sich Ministerialdirektor Tr. Badt mit Stapels Gedankcngängcn cmscinandersetzte, nahm Dr. Brodnitz u. a. in schärfster Ablehnung zu der in Nyon gehaltenen Rede von Nahum Eoldmann Stellung. Rabbiner Dr. Drinz sprach sich in seinen einleitenden Worten über die Ziele seiner Tätigkeit als Studcntenseelsorcir aus und schilderte seine Auffassung vom Wcftn und von den Aufgaben der studentischen Seelsorge. Seiner Meinung nach ist sie mir der protestantischen unb katholischen Studentensecksorge nicht wesensglcicky Es käme darauf an, den Weg des jüdischen Studenten in das jüdiscl-e Volk zu ebnen und die jüdische Studentenschaft zu politisieren. (!') Ter verhältnismäßig starke Besuch der Versammlung zeigt, daß ein Bedürfnis nach einem Forum vorhanden ist, aus dem die jüdischen Studenten aller Richtungen sich unter Wahrung ihres Standpunktes über weltanschauliche und politische Fragen aussprechen können. Das zn schassen, ist eine nur allzu lange versäumte Pflicht der jüdisch-politisch e n oder j ü d i s ch - st u d e nt i sch e n Verbände, aber cs fötm nie. eine Aufgabe fein, die z,r dem Arbeitsgebiet der jüdischen Studeutenscelsorgc gehört. Der jüdische Seelsorger an der Universität hat den einzelnen Studierenden in seinen weltanschaulichen und persönlichen Nöten zu beraten. Was darüber hinaus geht, gefährdet den Bestand und ein gedeihliches Arbeiten der jüdischen Studentenseelsorae. Es rnus; in aller Schärfe ausgesprochen werden, das; die Veranstaltung rein politischer Tiskttssionsabcnde im Zeichen seclscrgcrischer Tätigkeit eine Diskreditierung der Stellung und der Befugnisse des jüdischen Seelsorgers vor der Oesfentiichkeit bedeutet. Wenn überdies eine große Zahl der Teilv.chmer sich aus Nichtstudenten, vor allem Jugendlichen, die mit der Hochschule nicht das geringste zu tun hoben, zmammensttzk, so verlieren solche Abende im Rehmen der Universitär vollends ihren Sinn. Tagungen und V orträge In einer gut besuchten Versammlung der Gcfcllftfmft für jüdische Familicnsorschung hielt cm 1. Juni der Direktor des Instituts für pb,husche' Anthropologie an der Universität Frankfurt a. M., Brostssor Dr. W c i d e n r c i ch . nach einführenden Worten des Vorsitzenden, Sanitätsrat Dr. Ezellitzer. einen überaus lehrreichen Lichtbildcrvorwag über „Ras'cnmischnng bei Juden und Nichtjud-en in alter und neuer Zeit". Der Redner begann seine Ausführungen mit dem Himoeis aus das Vorhandensein von Rassen und Rm'ennnterschieden, deren Abgrenzung allerdings besonders schwierig ist. Das Repräsentativ- - bild einer bestimmten Rasse, wie es die Anthropologie als charakteristisch hcrausstcllt, entspreche keineswegs immer einem reinrassigen, sondern oft einem durch Rassenkreuzung entstandenen Typus. Daß der jüdische Typus, der seinen Ausdruck im wesentlichen in der Körperhaltung, der Kopfform, dem Rascnprofil, dem schwermütigen Blick, der Haarfarbe nsto. findet, ein Gemisch vorberasias rischer, orientaler und mediterraner Merkmale darstellt, vielen anderen Böllern der alten und neuen Zeit eigen ist, zeigte die große Fülle der gut auscew-ähltcn Bilder,- die Professor^ Weid-cnrcich vorwhrte und eingehend erklärte. <-o sch man Typen - cus Neuguinea, der Türkei und Nordasrika, bei dencn das Mediterrane besonders hervortritt, andere vom Balkan, Oesterreich,' der Schweiz und Süddeutsch i and, die zwar ein ausgesprochen vorderasiatisches, aber kein orientales Aussehen haben und die man als zur sogenannten dinarischcn Ra'w zugehörig zn bezeichnen pstcgt. Tann folgten Bilder von Indern, Japanern, Bewohnern Tftafrikas, Hottentotten, Papuas und Indianern mit auffallend orientalischem Einschlag. Alle diese Menschen gehören zu dem Typus, der sich unter , den Iud<n verhältnismäßig rein erhalten hat..' Bilder d<r vermeintlich indogermanöchen Hethiter Ionen erkennen, daß es sich bei diesen Völkern um ein vorderasiatisch-orientalisch-mcditerranes Nassengemisch handelt. Tie Lehre von Ra'RnLhwrctikcrn, wie Cobineau, Chamberlain oder Günther, Griechenland habe die Grundlagen seiner Kultur in erster Linie Einflüssen nordischer Menschen zn verb-ankcn, wußte Prosessvr Weidcnreich durch Wiedergabe von Bildern altgriechischcr Köpft, von vorderasiatischem Typus trefstich zu widerlegen. Einen entsprechenden Beweis erbrachte er für die Entstchung b-er Kultur des alten Rom. Dem außerordentlich beifällig ausgenommenen, cuüchlußreichcn Referat folgte eine längere Aussprache. * Am 3. Juni d. I. hatten die 2lkadcm?e für die Wificnschaft des IuDcutums und der Verein zur - Gründung und Erhaltung einer Akademie für-' die Wissenschaft dcö IudcntunlS ihre diesjährige gemeinsame Mitgliederversammlung, die in Vertretung des 1. Vorsitzenden, Dr. h. c. Aron Hirs ch, von Lskar Wassermann geleitet wurde. Aus dem geschäftlichen Teil ist hervorzuheben, daß Rabbiner Dr. Leo Bacck (Berlin), Vorsitzender des wis'ftnschastlichen Vorstandes geworden ist. Profcpor Julius G u t t m a n n ^Berlin) und Gencrcl'ftkretär Tr. Israel A u e r ba ch hoben hervor, daß zwar die Wirtsck-aftskrise an der Akademie keineswegs spurlos vorübergegangcn ist, daß jedoch die Arnrechterhaltung der Akademie eine No-Nvendigfeit für den geistigen Fortbestand der deutschen Iuderhcit sei. Rach Erledigung der Tagesordnung hielt Pro- . stsstw Tr. I. Heine m a n n (Breslau) vor einem stattlichen Hörerkreis ein geistvolles und formvollendetes Referat über das Thema „Tic griechische Wcltanschauungskehrc bei Römern und Iuderck. Er zeigte in einem geschichtlichen tllückblick die. Phasen des Einflusses, den die griechische Kultur in ' einer gewissen Analogie auf das Römer- und Judentum ausgcübt bat. und kcnnzeichncte den Werdegang und die ^Richtung dieses Umbildungsprozc'ns an Hand zahlreicher typi'cher Vorgänge . und Beispiele.llloch heute wirten die Kcinlkräste i jcn.er Hellenisicrung im Judentum in uns wrt. E. G. L. Seue Pf eise: Crosse lulic f,1Ö M. Heine Tube 50 FL CIE Cm Ü V mmm mn. efer Dame verhindert ps^vse.'ns-rLkzd LocVerwerden der spritzt nicht u. I»t hochtionzentricrl, daher so sparsam’. _ BiOK-ULTRA «irde^t 50sur.de Speiche?* J »skrelion und trhill Zihr.e und Wund QesupÜ