Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 23 (5.6.1931)
- Date
- 1931-06-05
- Page
- Seite 293 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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2-3 - Ich jedenfalls die Diskussionzu dem, kvas sie ein sollte: Zum AuZLrrwk und zum Austausch t-rc n xcMicrcrn Streben nach Lvc.hrheit oewcuneuen Ileberzeugnngen. —- Der' außerordentlich stark besuchten, dank der ausgezeichneten Organisation durch ben Leiter der Knn t-Ges cllfäwft, Profesior Liebert, wrzüglich gelungenen Tagung gab die Anwesenheit von Bllnister Dr. Grimme und Ministerialdirektor Tr. Richter ein besonderes Gewicht. Erwähnt fei nur noch die Ernennung von Professor Ernst Casnrer zum Ehrenmitglied der Kartt-Eesellschast — nebci^ Professor Richert (Heidelberg) und zwei Amerikanern. Es begegnete vielseitigem Bedauern, daß ein so hervorragender Denker verhindert war, cm der Tagung und der Dislrryirn teilzunehmen. Dr. H. L. Sviicmo-SeseWast in Frankfurt a.Al.24.tts2S.Mi dI. Tic Soneino-Gcsellfchaft der Freunde d>es indischen Busses hielt, zum ersten Male sei: ihrem Bestehen, außerhalb Berlins — in Frankfurt o. M.— ihre Tagung ab. Die Jahresversammlung begann am. Pfingstmontag mit einem Ausflüge nach Worms, wo die Herren Rabbiner Tr. Holtzer und Redakteur T sch i r n e r neben den Schcnswürdigkeiren der Stadt die vom Standpunkt d-er jüdischen Geschichts aus bemerkenswerten Stätten zeigten. Am sä. Mai, vormittags, hielt der aeich als Historiker bekannte Numismatiker Tr. Julius C a h n in der stimmungsvollen Hanssynagoac d<r Israelitischen Plänner-Krankenkasse einen Vortrag ..Aus der Geschichte der Frankfurter Iuden^asie". Daran schloß sich eine Führung durch das alte Frankfurter Iudenviertel (alter jüdichor Friedhof und Rothschild-Haus) und eine Beichiigung d>es Museums der Gesellschaft zur Grorschung jüdischer Kunftdenkmäler. Am Abend >cs glichen Tages vereinte ein Festeren die von auswärts erschienenen Mitglieder der Saneino- Scsellscha't und zahlreiche Frankfurter Freunde des tüdifchcn Buches mit ihren Damen in der Frankfurter Loge. Tabei wurden elf wertvolle Festgaben, dievon Mitgliedern der Soncinv-GeMschafr gestiftet waren, verteilt. Bon diesen Festgaben sind besonders hcrvorznheben: i. Zwei Flugblätter zum .. Klever Get - ft r e i t'. gestiftet von Pwseffor Tr. A. Frcimann und Rechtsanwalt A. Horvvitz (Frankfurt a. M.). L. Eine Reproduktion der nahezu in allen Exemplaren von Josef Aldos Ikka - rim (Soncino 1493) fehlenden Blätter, die die römische Zensur wegen ihres antichristlichen Inhalts vernichtet hatte. Sucher: Julius Werner (Frankfurt a. M.). L. Zn-ei Ansichten der Frankfurter Judengasse mit Erläuterungen von Julius Hülsen. Gestiftet von Edwin Saer, Ludwig Bacr, Ern st Dlau, Julius Ooindurger, Ludw ig R i es , Sie gfri e d Rosenbcrg (Frankfurt a. M.). - 4. Wiedergabe des Titels der im Jahre 1800 erschienenen Tt a ch s o r - Ausgabe Wolf H c i d e n h c i m s und Abdruck eines auf eine widerrechtliche Ausgab des Machsors bezüglichen Bannfluchs (Ehercm). Gestiftet von der Duchdruckerei M. Lehrverger & C o. (Frankfurt a. M.). b. Dartholomaeus Kaiser, ein deutichhcdräisches Flugblatt um 16lb. Gestiftet lODBfiD d&sl bäd 6 es eh mmrmKUvwM r"n /7 KUSü. BADHOTEL w'Lsj&na Inh. G. Kissfcilt F»h:ea3» uM e-ntw Hü.t Oas yer. Alpen eiwiga ait Jc^e!.:ä^n. Zer-aroäss« Pre^s. Von Heinrich Erscmann (Frankfurt am Main). 6. Tes Moses Maimonides Morgengcbet, bevor er seine Kranken beachte. Gestiftet von Bennigsen. E i t i n g o n , G r a e tz. Holzer, Schiss, Schiller, m o i f ft e i n (Berlin). 7. Loewe, Alter jüdischer Bo-lshumor aus Talmud und Midraich. Gestiftet von Mit -; l i e d e r n i n d e r T s ch e c 8. Ein Abdruck aus der Ls H a g g a d a h. Gestiftet von Siegs Guggenheim (Tffenbach a. Al.). 9. Ba rn b c r g e r, Das L^u ch Z u n j, Widmung von -3 fl I o m o n ch o ck en. Während der Festtafel wurk-e die Gründung einer Frankfurter Ortsgruppe der Soncino-Gesellschaft bekanntgegeben. Arn Vormittag des 26. Mai fand in der Stadtbibliothek die Jahresversammlung statt, die der Vorsitzende, Professor Tr. Heinrich L o c w e , leitete. Ter eigentliche Jahresbericht wurde von dem Schriftführer, Referendar Hermann Meyer, erstattet. Ter Vorstand wurde wiedergewählt und außerdem neu gewählt die Herren Rechtsanwalt Tr. Eli Straus (München), Bankier Kroch (Leipzig). Tr. Felix K a u f f m a n n (Frankfurt a. M.) und Julius Werner (sirank'urL a. M.). An die geschloffene Milgliederveisainm'ung ''chloß .ch der eigenkliche Festakt an. bei dem Proe s s o r D r. L o e w e über „Tie Juden als Zolk des Buches" und Professor Freimann über „D ie Illustrationen im h e b r ä i s ch e n B u ch d e r F r ü h z c i t" sprachen. L-cr Dortrag des Herrn Professor Freimann rvar gleichzeitig eine Einführung in die Ausstellung ,.Tas illustrierte ljebräische Buch bis zum End-e des 17. Jahrhunderts", die im An'chluß an den Festakt in der SLadtbibÜotdrk eröstnet wurde. Am Nachmittag des Schlußteges wurde den Tagungsteilnehmern die ganz seltene Gelegenheit geboten, die einzigartige Sammlung des Baron Max von Ev l d s ch in i d t - R o t h s ch i l d in seinem Palais zu besichtigen. Mit besonderem Tank und Bewunderung verdient hcrvergehoben zu werden, daß der greise Besitzer cs sich nicht nehmen ließ, seine Gäste in bewundernsw-erter Frische durch seine herrlichen Räume zu führen. -Ten Schluß der Tagung bild-etc cine Besichtigung bei Tr. Siegfried Guggenheim in Lsfcnbach a. M., der seinen zahlreich erschienenen Gästen seine wertvolle Sammlung moderner bandgeschriebcner Bücher und jüdischer Kultoegenstände, beides aus den Qsfcnbacher Werkstätten, zeigte. Tie Tagung in ihrem Gcsamtvei'auf zeigte hohes Niveau und bewies aufs neue die enge Verbundenheit des geistig interessierten Juden mit dem jüdischen Buche. K. Slowakei, ifenbacher Siegfried Nachtrag zur öäörrlifte Neu in die Liste aukzunehmen sind: Münchea, Wcinhauz „Aller Hof", Znh. Lames Mrcdaells. Ranschen, Pension Meercsblick. Rudziuitz O.'S. Der Inhaber drs „G<rsthausc2 zur Eisenbahn" ist Nationalsozialist unL S. A.-Führcr. KaiserslanterN. Vahnhostchotel, Inhaber Hornr, hat sich mit der Veröffentlichung stilllchroeieend einverstanden rrklürt. 8n streichen ist: Bayrischzell, Hotel „Deutsch-es Han-" . Nachruf für §elix Eollaenörr 'Dreiundsechig J2hre alt. mit noch unerloschenem SVafsonswillen und heißblütig gebliebenem Temrernnwnt ist eiirer dvr besten zeitgenössischen Geister von uns gegangen, ein Mann von kleinem Wuchs, zbz-z mit cimu Haupt, das er hochtragen durste, und das er kühn jedem Unrecht entgewngehAten bat. Er war Journalist, Kritiker, Remanfchriftstcller, er war Dramaturg, Theakerregissear und Bühnenleiter, und wenn anllere dies auch sein können, so wird in einer sr? rielfälügen Betätigung die Linie eines ernhelilichen Charakters sonst nicht mit der gleicher Devtlichkoit wahrnehmbar wie bei diesem nun Ennchwundenen. Was immer tx tricb und schrieb, stets bekannte sich seine Namr als die eines Mannes, der an Errvricklung glaubte, an „Hinanspflanzung", i:zx mit Niestsche zu sprechen, der Gewesenes nur dann noch pflegte, wenn es Keime der Zukunft trug, der cs aber ablehnre. wenn es sich mir übeialtertun Selbstgefühl gegen den Fortjchriu ebzaunte. Auf jedem Gebiete war er ein sllmuner.dcr Anti-Reaktionär. Nur die Aristokrat: des Geisteerkannte er an und die Auslese derer, die in der Knust, in der Misienfchaft. im soZAlcn Empfinden vorwärtsdrängten. Deshalb aalt seine Liebe als Kriüker und Bühuenlaaer den Neueren, die den Ton der Zeit als riner sozial bestimmten Zeit enschlugen. Tesralb schte er sich für Henrik Ibsen ein, deshalb schlug cr sich für Gcrhart Ha.uptmcmn mit t<n ünmerdar Gestrigen herum. Tie Freihüt des Individuums und die bürgerliche Früheit ringen ihm über alles. Wie er dann dem Antisemitismus gegenüberstaud als einer Seuche, wache das gesunde Blut einrs auf gegenseir.ge Anerkennung gegründeten modernen Gemeinwesens zersetzt, braucht nicht erst gesagt zu werden. Sohn einer mehr mit Kindern als mit Renten «segneten Leobschützer Arztfamilie, die dann nach Berlin zog und sich mühsam mit Pensionären dirrchbrachte, kamne und teille er die Schlvierigkeiten des Daseins, aber auch das heiße Streben noch Bildung und geistiger Entwicklung. Hier war die Not des Tages kein Hindernis, hier war sie der Antrieb zur UrerrnüdlichkLit. In einem sehr lesenstverten Buch „Unser Haus" hat Holtaender, indem er seine Rärnsten und sich selber zeichnete, ein typisches Bild des aufstrebenden deutschen Jud-ntums aus d-em vorigerr Jahrhundert geaebm. Wich in dem nachher dramatisierten Ramm „Salomens Schwiegertochter" hat er das Jedenpre-blem angewßr. Er zeigt, wie nicht die „Rasse", sondern der Mensch den Menschen macht und sein Schicksal bestimmt. Das war ^rrn wahrhaft humaner Glauben, und der Idee der Humanität hot er gedient sein Leben lang. Fritz Engel. ijx^U Li 13 erüiöM MSN rl emi§§! Einheftspackuns 1.— 0,80 ^•TAB^