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Central-Verein-Zeitung · 1931-05-29 · 22 (29.5.1931) · p. Seite 280

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
22 (29.5.1931)
Date
1931-05-29
Page
Seite 280 (sequence 8)
Language
German
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* 2S0 Bon Mendelssohn bis Gustav Mahler „Das. Judentum in der Musik", eine kritischhistorische Betrachmng ron Tr. -3. Levh. verlegt bei Stolzenberg L- Co. iu Erfurt, soll, wie der Verfasser in seinem Schlußworte sagt. ,.das Bild von der Anteilnahme unserer Glaubensgenossen an dem Leben unseres Volkes geben'. Das knapp gefaßte Werk erfüllt auch dieses Versprechen. Levy zeichnet mit außerordentlich scharfer Plastik Gestalten und deren persönliche Eigenarten/ Ter Titel ist dem Buche Richard Wagners: „Das Judentum in der Musik" entnommen, mit dein sich Levh in sehr scharfen, an manchen Stellen mit zu energischen' Worten auseinandersetzt. Leon macht den Versuch, ähnlich wie Emil Ludwig in feinem Buche „Wagner oder die Entzauberten", Wagner als Mensch Hinzustetten, der andere, ihm hörige Menschen für sich ansnützt. So ist das Kapitel über das Verhältnis Wagners zu Meyer beer ein sehr interessantes Beispiel für diese an Wagner gerügten Charaktereigenschaften. Als junger Mensch, der. von Riga kommend, den Boden unter den Füßen verloren bat. nirgendwo anerkannt ist. wendet er sich an Viererbeer, der ihm helfen soll. Und Menerbeer hilft ihm nicht nur mit Geld, er gibt Empfehlungen an Künstler. Verlags- und Opernhäuser in den Hauptstädten der Musikzentren. Eo ist Wagner Meherbeer zu T-ank verpflichtet, er schreibt über ihn in den „höchsten" Tönen und findet unbewußt die stärkste Aunästeruugsmöglichkeitt in seiner großen Oper „Ri-enzi". die nicht den geringsten stilistischen Unterschied mit dem „Propheten', der großen Oper Meyerbeers, answeist. Lesen wir nun das Werk Tagners, betitelt „Das Judentum in der Musik", so finden wir die unerhörtesten Angriffe auf Meyerbeer, die den mit seiner Zeit sich entwickelnden und mitgehenden -Musiker als Schmutzsiuken und Nichtskönner rharakteriuert. Levy entwickelt in seinem Buche, von Wagners Gegnerschaft ausgehend, das speziell Jüdische des Musikers in feinster Weise und beweist dabei, daß das Judentum oder die Zugehörigkeit zur „jüdischen Raste" nichts mit der Fähigkeit, „christlick)e Munk" zu empfinden. AU tun hat. Zum Beweis dieser für uns ganz selbstverständlichen Behauptung nennt Lcvy den authentischen Parsival-Tirigenten und jüdischen Wagner-Interpreten Hermann Lev y. Was schaffende Musiker jüdischer Abstammung für die deutsche Musik geleistet haben, ist der Kernpunkt der weiteren Ausführungen dieses außerordentlich wichtigen Werkes, welches für jeden, der sich über die Anteilnahme des Judentums an der musikalischen Produktion und Ausübung unterrichten will, sehr lehrreich ist. Eo sind Ast e n d e l s s o h n als Wiederwwecker Bachs. Meyerbcer als Schöpfe: und Höhepunkt der Großen Oper. Ha lern und B i z e t als die Vorbilder der romanischen Opcrnmusik und Ignatz All o - sä, e los als Beethoven-Förderer gewürdigt. Ans die Klassiker folgen die modernen Musiker, wie z. B. Ignatz Brüll. K o r n g o l d . Arnold S ch ö» n b e r g , R u b i n ft ein , Weiuberger. der Franzose Darius Ast i t - stand leider nicht Ernest Block,>. die Justrumentaltünstler Josef Joachim. Astischa E l - m a n , H aifitz . H über m a n n , Ignatz Friedmann und andere. Besonders tritt die Genialität und Berufung Gustav Mahlers bervor. den Leon treffend charakterisiert: „Ein von innerlichster Religiosität dnr-chglühttr Gottsucher, der Gott mit seinen ^Mitteln in Demut und Freude dient. Seine Ekelluna zum Deutschtum, zur Volksgenossenfci'aft ist gekennzeichnet durch den allesdeherr sch enden Drang, sich der Erde der Heimet zu vermählen, ihre Tone in sich anfzunelmen. seinen Herzschlag in Einklang zu brr na: n mit den Pulsen, die sie durchglühen, den Goldadern, die dem forschenden Auge sich bloß legt n, nachzugehen." Tie oeitere Muse, vertreten vor allem durch O f s e n b a ch. den Heine der Musik, Leo Fall und Jean Gilbert, die Dirigenten, Mittler der Musik christlicher und ^jüdischer Komponisten. wie K l c m p e r e r, Bruno Walter und Leo Blech sind die stärksten Beweise gegen die Arroganz des Wagnerschcn Pamphlets. Aus diesen Betrachtungen heraus tonnnt der Auwr zu der Ansicht, daß sich eine rein jüdische Musik. falls es überhaupt eine solche gegeben, im Laufe der Jahrhunderte verloren har. da sich nach Levhs Asteiunng „das Judentum in der Musik sich als Inden turn nur in der Kunst des 'abendländischen Knlturkreises betätigen konnte." Felix Biug (Hamburg). Die Prrrc^wer-BiblioLhct. Tie weitbekannte jüOifcbe Bibliothek des als Munch und C-Aehrten hochgeachteten, allzu früh versckstdenen I)r. mell, et pllil. L. Pinczower (Bcrlin-Ternvclöof > ist von der Leipziger Finna Otto Harrassowitz erworben worden. Ter erste Teil der Bückersammlung wird soeben in einem Katalog (Ser. 431der Oesientlichkeit vorgesükrt. Tiefer Katalog — und deshalb gehen wir hier darauf ein — enthält ~ a. in fast vollendeter Zusammenstellung, einem Mrch''chlazewer!e gleichlommend, die irr deutscher Sprache erschienenen jüoi'chen Zeitschristen. di? Werte über die Geschichte der Juden iu der .Diaspora'. die Biographien imd Slutodiographien Tttbifclicr Mrsönlichkeitcu. die jüDi'dx: Folklore. Er ist ein lehrreicher Onciuckuntt durch die kulturellen Leistungen von Indern nnd^ Judentum, durch die politischen und religiösen ^trömungen^ durch die Anfeindungen, die dem Judentum wudersiihren. w:.' durch die Abwehrarbeit. Stellen die angekündigteu Fortsetzungen (llullaiea, II. Teil, und llebriiica et Rabbinica» auf gleicher Höne, so werden diese Ko laloge toeit über den 'Alltag und über geschäftliche 'Angelegenheiten hinaus Bedeutung besitzen. Unsere öaöerliste In der ,.C. B.-Zeitlmg" vom 8. Mai d. I. haben wir die neue „Liste der Kurorte und Gasthäuser, deren Besuch unfern Freunden i»id,t auempsohlcu Fverdeu kann", veröfsentlicht. Um eine bepere Ueberncht zu ermöglichen und um das Aachschlagen in zivet verschiedenen Listen zu vermeiden, ist das ..Gaststättenverzeichnis für Nationalsozialisten", das im uationatsoziasistiscsten Jahrbuch Illlll veröffentlicht war, in d.e Liste selbst eiugeorduet worden, während es noch im letzten Jahr gesondert als Anhang wiedergezcben war. Damit auf den ernsten Blick deutlich erkennbar ist, welche Angaben ans eigenen Ermittlungen des C. B. beruhen und welche dem Gaststätteuverzeichnis für Nationalsozialisten entnommen sind, ist bei den letzteren die Bezeichnung des Landes teils iu Buchstaben vorgenommen, während die Angaben des E. B. wie im Vorjahr, mit römischen Ziffern bezeichnet sind. Außerdem bezeichnet ein (0) am Ende der Angabe noch, daß ue dem Gaststättenverzeichnis für Nationalsozialisten entstammt. Die Liste erweckt zunächst den Eindruck, als ob die Zahl der Kurorte und Gasthäuser, in denen Juden als Gäste nickst gern gesehen werden, größer geworden sei. Das trifft aber nicht zu. Zwar hat die Zahl der zweit- und drittrangigon Unternehmen, die Juden als Gäste ablehnen, etwas zugenommen, aber die bedeutenden Hotels und Kurorte sind doch fast alle zu der Einsicht gekommen, daß eine unbedingte Trennung von Politik und Geschäft für ihr Unternehmen und seinen Nus zuträglicher ist. Bielen haben trübe Erfahrungen, die sie mit politischen Versammlungen radikaler Parteien in ihrem Hause gemacht haben, zum warnenden Beispiel gedient. Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, daß die Direktion eines gutgeleiteten Unternehmens dafür Sorge zu tragen hat, daß allen anständigen Gästen ihr Hans ofsengehalten und ihre 'Ir, iS' - E’ÄRa.Ei.EiaiiisdiE-nu'i's l GEMEINbi CT ZI GER VEREIN > bietet seinen Mitgliedern ausserordentliche Vergünstigungen bei der Sicherstellung der j Familie für einen Mooatsbcitrag von RM. %—. " Gemeinden, Logen, Chewras, Synagogen vereine und sonstige jüdische Organisationen erhalten durch den Erwerb der Mitgliedsdiaft besondere Vergünstigungen. Haupt- und nebenberufliche Vertrauensleute an eilen Orten gesucht. '|?AM!T IF'VQPWTTT‘7 Gemeinnütziger Verein für Uintcrbliebcncn- 1 /lifi L OGUU k Lty fürsorge der Mitglieder jüd. Ccmcmden c.V. | i Friedrich-Ebcrt-Strisse 2 > BERLIN W9, Ttlephoa: C 1, Kurfürst R464. | rrliehen Norden über nach dem he ■Wam©imallßa(sle-declseE9. Nur zweistündige bequeme Seefahrt mit grossen, modernen Fährschiffen, die Schlafwagen und durchgehende Sitzwagen führen. Reisende nach dem Norden sollten im eigenen Interesse den Besuch in UGPSlI dl 3^011 nicht versäumen, um Dänemarks berühmte Hauptstadt, Sk andln aviensgrösste und interessante, reizvolle Stadt zu besichtigen. Auskünfte, Prospekte, Verkauf von Fahr*, Bett-uni Platzkarten nach den nordischen Ländern in allen Reisebüros und im Rsliel]OrölIorilen,D^!^ISS;:6erllnW8,un^lä Ferr.sp".; A 1 Jigy 0:05. Teiegr.-rtschnft:Nordfahrt (z*isc~. Fr-rj'ic-**c.Cnar'iott»«‘»jtr.) y u \j u y 1^3. y DIHSTÄDTOHN2 STÜrEN.GRÜSSTERTHERMÄLSPRUDELDERWtLT Q-ZUGSTATSON:BEEiIH-KC?-M,DRESDEN-AM$TERDAM. AUSKUNFT D.O. BADEVERWALTUNG PAUSCHÄLKÜREN FÜR DEN BEDÜRFTIGEN MITTELSTAND MERZ-NERVEN. OELENKLEIDEN lÄ HMUNGEN RHEUMA, ISCHIAS FRAUENLEIDEN Alleinige lnsera.ten-Anna.hme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW 100, Bielefeld, Breslau, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Frankfurt a. &L, Halle a. d_ 3n Hamburg, Hannover, Karlsruhe LB ‘ Magdeburg, Mianheia, Slüxchen, Nürnberg, Stuttgart; Amsterdam, Barcelona. Basel, Belgrad, Bern, Brünn, Brüssel, Budapest, Buenos Aires “ _ Krakau, London, Madrid, Mailand, }»»vr York, Paris, Prag, Sydney. Tokio, Y-'arsobau. Wien, Zagreb, Züric'i. _. Köln a. Rh- Leipzig, Bukarest, Cluj, Kattowitz,

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