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Central-Verein-Zeitung · 1931-05-22 · 21 (22.5.1931) · p. Seite 266

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
21 (22.5.1931)
Date
1931-05-22
Page
Seite 266 (sequence 6)
Language
German
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:2öö Das mi... Von Ernst Schaffer In dcr U n i c> n, d c u t s 6) c D c rl a g Z g c s c! l s ch 2 i l. Ao.ignicdcrlenung Lerlin S’VW?, ist steben eine Soinmlurtß von iNonograpbien über cinijc babnbrcdfjcnbe trUißieußerhi'ibcr ur.b Tuießer 01:5 der Fcdcr unseres Mitgliedes Ernst Sch äff er. der im Kriege Fliegcrofstzier ttsn\ erschienen Clio Lilien thal, S. A. Andröc, Tavid 3 d) i» c r 3, Zeppelin, Gdencr, Hugo Z untere, Lindbergh. Oüncfeld, Umberto Nobile und A. E. Dvrd und ihre Verdiente werden m diesem Fliegerbuch. ..Glück ab, Bahnbrecher dcr Je:rteJ, porbrätierr. Manch ein zu Unrecht vergebenes Verdienst wird auf den Seiten dieses Buches, das. ''raunend wie ein Neman geschrieben, auch dem Laicn Freude und Anregung gibt, der Vergenenheir cntro'en. Solch ein. wie wir in drestn BlaNcrn lesen, Z'.r Anrecht Vergessener ist der ungarische Jude Tavid Schwa rz. .^olzbandlcr aus Beruf un>.Luitschi"- Hauer aus Neigung, der eigentliche Entdecker des Aluminiums als Bauswsf für das teunichus. Ein tragnch-cs Geschick ließ ihn in dem Augenblick sterben, als dieses Lustschiss zum ersten Mals auifteißen frlllc4 Ser Energie seiner Frau. Melanie Sowarz. und seines Freundes und Geldgebers, d-.s weftsälnchen Industriellen Earl Berg, gelang cs. trotzdem einen Probcslug des Lu'ochnfedurchzusetzen.' Mit Erlaubnis des Verlegers und des V.rfassers geben wir nachnehcnd das Kapuel wieder, das dicken ersten und e'nzigcn Flug des ersten lcnwarcn Luftschiffs schildert. Oie 8ebrist1eiruu-. „Man kann sich Vörstetten, welche Hindernine einer Frau vor drei Jahrzehnten in den Weg geregt wurden, die nichts weniger als den Auf- stieg eines Luftschiffes inszenieren wollte! Wie- . der springt tatkräftig Bartsch von Sigsseld ein. ' Er hat sich eine besondere Methode erdacht, das Alumiuiumschnf zu füllen. Aber nun ereignet . sich etwas völlig Unverständliches. Das Kriegsrnmisterium, das die Lchwarzsche Konstruktion . durch die Lustschifstr-Abteilnng auf Herz und Nieren prüfen, das den Ban in allen Stadien hat überwachen lapen, verbietet jedem Angehörigen der Lustschifser-Abteilung die Teilnahme am Probemnstieg. Es sott zur Ehre dieser Truppe gesagt werden, daß sich vorher eine genügende Anzahl Ssfizstre wie Mannschaften freiwillig Frau Schwanz zur Verfügung gestellt hatte. Befehl ist Befehl! Ueberall und in Preußen ganz besonders. Melanie Schwarz suchst und sucht nach jemandem, der mit dem ednff awsteigen will, aber auch imstande ist, es zu steuern. (Tas ist nicht leicht im Jahre 1897!) Nun, wenn es nicht in freiwilliger Hilfsbereitschaft geschieht, dann gegen Entlohnung. Tas hilft. Es meldet . sich der Schleper Jagels, früher Unteroffizier . bei den Lufrschifjern. Tas verdient alle Aneri kennung, und es schmälert nicht den Mut dieses ' Mannes, der noch nie, auch nicht mit einem Fetzelballen, enfgestiegen war, daß er sich für die Prvk^fahrt bezahlen läßt. Am 3„ November, so lange haben die Bor- . bereitungen doch gedcmert. ist das Schiff startl klar. Sigsield Hai fürsorglich noch einmal Gas ^nackMsüllt. Es ist inzwischen y3Z Uhr nachmit-; tags geworden. Keine günstige Jahres- und - Tageszeü für den ersten Pröbeanfstieg eines Luftschines. iGehen doch heute noch, nach 30 Jahren, Luftschiffe um diese Zeit im Winterquartier zur Nutze.) Tie Zuschauer sröstclt's. Keiner sagt es, aber jeder denkt unwillkürlich an die grausige Katastrophe, die wenige Monate vorher am 12. Juni hierin Tempelhos den Lenkballon des Leipziger Buchhändlers Wölfert traf, der, wie sein Begleiter, als Leiche aus ben brennenden, ab ge stürzten Trümmern geborgen wurde. Ein alter Fli'egeraderglaube lehrt, daß man sich nie vor cwcrn Fluge photographieren lassen soll. Aber so etwas gab es wohl damals noch nicht, und wir scheu das Schuf auf cincyr Bilde vor seiner exften F?hrt. Ta liegt es, etwa 10 Meter lang.-in feiner Zylinderform, die vorn spitz ausläuft. In der l'tiuc hängt, fest mit dein inneren Gerüst verbunden, die Gondel. Ter Taimlcr-Molor von 16 Pferdestärken betreibt durch (leider) ungeschützte Treibriemen vier Propeller.' Zahlreiche Ssfiziere des Gcmwalstabes, des Kriegsministeriums und der LufLschisser-Abwilung wohnen deni Aufstieg bei. Aber auch viele Zaungäste. Unter diesen cm Mann, der sich schon lauge, lange Jahre mit Lustschüfplänen trug, Graf Zeppelin. Ihm w-ar, so erzählt man, vom Lnftschiffer-Bataillon die Erlaubnis zum Betreten des Platzes verweigert worden, ein für die spätere Behandlung des Grastu geradezu symbolischer Vorgang! Um 3 Uhr holen die Mannschasten das Schiff aus der Halle. Nacheinander wirst der Schlo"er Jagels die Propeller an, und langsam schwebt es und hebt sich, der Steuerung gehorchend, zu dem trüben Nevemberhimmel hoch. Lieg, Sieg! Flieg, flieg! Tas erste in Teuischtand erbaute und immerhin von einem österreichischen Landsmann konstruierte Luftschiff steigt in d-er deutschen Reichshauptsladt auf! Daran ändert pch nichts und kann sich nichts ändern, auch wenn das Schiff nicht zielsicher wieder feinen Ausgangspunkt erreichen wird. Tenn inzwischen begibt sich^ folgendes: Ter Treibriemen aus der linken Leite rutscht ab, zwei Propeller^bleiben also stehen. Ter Sturm, der unterdenen auf eine Stärke von 14 Meter in der Sekunde gestiegen ist, greift das Lchifj mächtig an, noch ist Psalm Von Arthur Silb ergleil Ich rvest;." mich grösst ent dein Willkomm, Wenn ich 50 still und inczpenfromm Wie deine Seele werde. Denn nimmst du, Herr, mich gnlidig cn In deiner Wollen Coldgespcnn Ah Knecht der Sonnenpferde. Ich fahre dich, von Mut beschwingt. Wohin mir deine Wimper winbt Vom Acihcrtrcum zur Erde, Dcss gddgeöuglc Mccrjlr.t staunt* Auf prustend ihr Delphin posaunt: ,J*un droht uns keine Fahrdcf‘ Doch soll ich auch dein Deuter sein. Dann öffne deines Geistes Schrein, Dass fremd mir £cin Mirakel. Kein £r<zuser Slcrncnhieroghph, Kein Muschelmärcken mcercsücf. Kein Tcmpcllcbernokel Dann Tuchs ich dich in Greis und Kind Und Wann das Sterbehemd mir spinnt Das Webschiff deiner Finger, Und Wann mich vor dem bleuen Tor Erzengel reihen in den Chor Der Hallclujasingcr. BAD WILDU mm hBe,ni?Ä.?n! HOIEL HaiSERHOFiÄSif"“ Lase. Strenge Diätküche. Volle Pension von JLö.- ai. es nicht steuerles. Aber, da rutscht auch der rechte Treibriemen ab, weil die Scheibe, über -die er läuft, keinen Aand hat. (Eine dumme Unterlasiuugssünde.) Jetzt stehen auch die becd-an anderen Propeller! Nun ist er steuerlos! Tas m noch kein Unglück. In der Hand eines erprobten Führers fliegt es einfach als großer Freiballon weiter und wird sicher landen. Jedoch der Lenker macht ja seinen ersten Aufstieg! Schon sieht er unter üch den Wilmcrsdvrfer See znachd-em er die Eiscnbo.hnerkaserueu in ^chöneberg überquert hat), da zieht er mit aller Machst^— menschlich allzu begreiflich — das Ventil. Tas Gas strömt aus, das Schiss sinkt. Zweimal setzt es in einem Ackerfeld ans, ohne daß ihm etwas Ernsthaftes geschieht, so elastisch ist die Konstruktion von Tavid Schwarz. Jagels springt heraus, unverletzt, gerettet! Ter Sturm zerbricht Teile des Gestänges. Staunend steht die Menge vor dieser rätselhaften, vom Himmel gefallenen Masse — aber raubt sich schnell entschloven „Andenken" aus den Trümmern. So endet die Fahr! des Schw-arzschen Lustschiffcs. Ist Melanie vernichtet? Zerbricht sie gleich dem Schiff? Trostlos über diesen Ausgang, der ihre Hoffnung aus Geld, das sie notwendig w:r sich und die Kinder braucht, zunichte mackst? Was aber telegraphiert sie an Carl Berg: „Füllung. Aufstieg glänzend gelungen. Ballon stieg 1000 Fuß. lenkte zweimal. Durch Herabfalleu Treibriemens vorzeitiges Landen. Ballon beschädigt, Lufn'chiffcr unversehrt^ So sah sie diese Probefahrt an. Und sie konnte es auch, versicherten doch die von Tempelhos herbeigeeilten Lffiziere, daß die Lenkbarkeit des Lufr'chistes einwandfrei erwiesen fei. Sie hatten mir ihren Ferngläsern gesehen, wie das Schiss gegen den Wind angeslogeu war und daun korrekt einige Wendungen vorgenoumaen hatte. Tie „Leipziger Illustrierte Zeitung" vom 18. November 1^97 schrieb: . . Man darf nach den Beobachtungen beim Probeaufstieg, dcsicn schließliches Mißlingen nicht dem Prinzip der Konstruktion zugeschrieben werd-en kann, wohl annehmcn, loie cs auch von Sachverständigen geschieht/ daß Smwarzens Modell tatsächlich ein lenkbares Luftschifs darstellt, mit dem man bei nicht allzu ungünstigen Wetter nach allen Himmelsrichtungen fahren und strategische Zwecke, mr die cs auch nur gedacht ist. erfüllen könnte Melanie Schwarz und Earl Berg hofften, daß c-s ihnen jetzt gelingen werde, die Mittel zum Bau eines zweiten Schiffes aufzubringen. Sicher würderi sich jetzt nicht nur Banken dmür interessieren, sondern auch das Kriegsministerium und zweifellos auch der Kauer. Lenk- und Fluomhigkeit waren bewiesen, kleine st'känget waren abzustellen, und das neue Schiss in der Hand beivährter Offiziere dcr Königlich Preußischen Luftschiffertruppe würde Wnuderlcistungen vollbringen. Nichts von alledem geschah! Tas einzige, was erreicht wurde, war eine Erklärung des Allgemeinen Kriegsdepartements des Kriegsministeriums. In ihr stand, daß es nicht möglich sei, ein endgültiges Urteil über die Verwendbarkeit des Atuminiumballous mr militärische Zwecke ab.zugcben, da dcr Versuch „angeblich durch Abspringen dcr Treibriemen von dcr Welle d-er Flugichrauben" in der Hauptsache als mißglückt angesehen werden muß. Es „er- Der KttometerP.onig. für Personen- und Lastwagen isi der Reifen der L000folgen Qualiiai mii kostenloser Versicherung für alle Schaden, die innerhalb 12 Monaien aufireten. Todienholer A»- 6., Hsrhn §W68, ^intmersirasse 68• e> T«tephotu Dönhoff 5043—5444

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