Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 7 (13.2.1931)
- Date
- 1931-02-13
- Page
- Seite 76 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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76 Hmem in Zwei Zuschriften aus Was ich in Berlin erlebte! Berlin, im Januar 1931. An einem det Abende, an dem im Berliner Walen die grosse Unruhen, hervorgerufen durch die Aufführung da Films „Im Westen nichts Neues*', tvaren, ging ich gegen 149 Uhr an der Kciser-Wilhelm-Gedächiniskirche vorbei. Menschen über luetischen. Alle nahmen ihren Weg, vom Zoo kommend, nach dem Wittenbergplatz. Während ich weiterging, erhielt ich plötzlich einen Schlag in die Schläfengegend. Als ich mich von meinem Schreck erholt hatte, bemerkte ich, dass man mir mit ungeheurer Wucht c'm Ei an den Kopf gervorfen hatte. Mantel und Anzug tvaren von Eigelb beschmutzt. Ate ich später einen Wagen der elektrischen Bahn bestieg, wurde ick von Leuten mit den unflätigsten Reden empfangen. Mir blieb, da man jetzt sogar an fing, handgreiflich zu werden, nichts anderes übrig, als dieses öffentliche Verkehrsmittel zu verlassen. So weit ist es in unserer Vaterstadt gekommen! Friedliche Bürger, die nur den einen „Fehler“ haben: sh smd Juden, werden von Andersgläubigen und Andersdenkenden belästigt und ,besudelt! Haben denn wir deutschen Juden gar £eine Rechte mehr? Waren wte deutschen Juden nur gut genug als Kanonenfutter? Warum teile ich diese Vorgänge mH? Weil ich mit dieser Mitteilung unseren jüdischen Mitbürgern zeigen will, wie recht der C. V. hat. Wenn er seit Jahren immer wieder und wieder die Indifferenten auf fordert, dem C. V. Folge zu leisten. Deutsche Juden, lernt aus diesem Erlebnisf Was mir gestern passiert ist, kann einem jeden von Euch, vielleicht noch in verstärktem Masse, morgen zmlossen! Seid versichert, dass vom C. V. alles getan wird, um die Rechte der deutschen Juden zu schützen. Dazu gehört aber auch, dass Ihr dem C.V. in seiner sc hw er en und au f r eib enden Ar beit helft! Werdet selbst Mitglieder des C.V. und werbt unter Euren Freunden! Hans Feilchenfeld. dom C,V.! unserem Freundeskreis Oesterreich — eine dringende Mahnung Berlin N. 54, der. 5. Februar 1931. Der eingehende Bericht, verfasst von Dr. Franz Josef Wehs, in der letzten Nummer der „C.V.- Zeilung", über die bedrohliche Bovkottentwicklung gegen die Juden in Oesterreich und über die judengegnertschen Vorslössc auf allen Gebieten hat sicher mit mir viele Leser dieser Zeitung tief bewegt. Man könnte verstehen, wenn die aufrührende Schilderung der den Juden wirtschaftlich und politisch recht unangenehmen Folgen manchen veranlassen könnte, die Dinge treiben zu lassen. oder sich gar die Redensart zu erlauben, gegen solche Gefahren und Entwicklungen könne man doch nichts ausrichten. Solche Verzweiflungs- Stimmungen scheinen in Oesterreich leider weit stärker zu sein als in unserer deutschen Helmai. Denn wo ist die grosszügige, umfassende jüdische Abwehr- und Angriffsbewegung gegen llirlschaflsboykoil und politische Jrcmclzung in Oesterreich? IVir wissen zwar. dass in Oesterreich die „Union dculschösterrcichischer Juden" besteht. die unter der Führerschaft Jakob Qmsieins dies das in diesem Kampfe leistet, was sie £<mn; aber eben nur das, was sie kann. Denn leider findet sie bei der grossen Menge det österreichischen Juden statt warmherziger Unterstützung nur mangelndes Verständnis und laue Zurückhaltung. Die österreichischen Juden, die bisher der Union die kalte Schulter zeigten, mögen sich unter dem Eindruck der Weissschen Ausführungen ernstlich überlegen. ob sie es vor sich und ihren Kindern verantworten kennen, die Dinge so treiben zu lassen wie bisher. Bei uns liegen erfreulicherweise die Verhältnisse besser. Unser Cenifalv e f ein hat ganz andere Scharen hinter sich. am ehe weitaus schlagkräftigere Arbeit nach innen und nach aussen leisten zu können, als die mutige Union in Oesterreich dies unter den obwaltenden Umständen gegenwärtig zu tun in der Lege ist. Aber denjenigen deutschen Juden, die den Nationalsozialismus sozusagen täglich am eigenen Leibe erleben und trotzdem abseits vom C. V. stehen, sollte der Aufsatz Wciss' über die österreichische Entwicklung Stachel und Sporn sein, sich endlich auf ihre Pflichten zu besinnen und sich schleunigst dem C. V. zuzuwenden. Wer jetzt mit billigen Ausreden sich seinen Pflichten als Deutscher und Jude entzieht oder wer da feige abseits sieht, der darf sich nicht wundern, wenn eines Tages die Wellen über ihn hinwegbrausen. Karl Erich Cohn. Schulungskursus des Landesverbandes Gross-Berlin des C. V.f Die jüdische Jugend empfindet oft schmerzlich ihre Wehrlosigkeit gegenüber judenfeindlichen Angriffen. Sie will antworten gönnen. Aus diesem Grunde hat auf Anregung aus Jugendkreisen der Landesverband Gross-Bai m des Centralvereins Schulungskurse eingerichtet. Jüdische Schülerinnen und Schüler! Jüdische junge Angestellte! Von euch hängt es ab, ob diese Einrichtung mit Erfolg arbeiten wird. Besucht die Kurse, werbt aber darüber hinaus auch Teilnehmer in eurem Bckanntenkrehc! In einer gemeinsamen Aussprache soll am Dienstag, den 17. Februar d. Js., abends 8 Uhr pünktlich, im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde, Berlin C 2, Rosensir. 2—4, 3 Treppen, Zimmer 23, das erste Thema der Vortragsreihe: „Die Juden in der deutschen Geschichte“ behandelt werden. Kursleiter ist Dr. H. Stern. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Meldungen sind zu richten an das Büro des Landesverbandes Cross-Berlin des Centralvereins, Berlin W15, Emsef Strasse 42. L "1 ***% d 5- Ot4. '■> l i ' ■1 zu Frankfurt a. M. mit Fraisen-!»MMW , Hebelstrasse 15—19 Schulfreie. Oeffentliche höhere Lehranstalt. Besinn jeweils ©stero» Illustrierte Broschüre kostenlos durch das Sekretariat des Philanthropins» Frankfurt a. M. Hebelstrasse 15 — 19. SM'AöWÄM. AMEs Lübed-Travetttünve. Sekretariat: Lübeck, Durgfeld 10. Ee^to bis Prima, «lle Schulsysteme. Reichsverbandsyrüfung (fr. Einjähriges) au der Anstalt rlchwersehke holen öle Zeit ein. Erstklassig eeleüefes Internat. Gesunde See.Yge. 1 m Pensionat und höhere Töchterschule * gegründet 1572 vorm. Frau Br. Leverson u. Frl. Constance 5edh Inh. Elgfü ftaail. gepr. Schulvorsteherin. E/inLendurgstraße 8,9,10 Hamburger Haushaltungsschuie imd Pensionat Regina Bach rach Ausbildung tu ©Seit praktischen Facheru; cuf Wunscy rrrti EyLmensabschluß — Gefc^> schaftlichs, niffLnschaftliche und sorachlut-! Fortbildung — Aufnahme für berufe junge Mädchen — Ausführlicher Prospekt auf Wunsch — la Referenzen! Hamburg» Klosteraliee 14 Telephon Merkur3173 / Villa mit allen Leitgematzea Errrrlchtuugen — JcöemL modernen Wnsprnch genügend. /Y. //! ^dSN/Mrkinsir.? Ar <*-£**■, Pensionat Hermine Wolfs Zeitgemäße Fortbildung. Gelegenheit zum Besu-L von Berufsschulen vorhanden. Näheres durch die Vorsteherin. MrMsW MllöMM iow,n, rwisHen Garmisch-Partenkirchen u. München. Land' schulyeim. Scchsklass. Realgymnasium u.Nealsmule. Kl. 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