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Central-Verein-Zeitung · 1931-01-30 · 5 (30.1.1931) · p. Seite 53

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
5 (30.1.1931)
Date
1931-01-30
Page
Seite 53 (sequence 9)
Language
German
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53 Es wißt ein Artikel itt den „Münchener 3icucftcu Nachrichten" tu?m 23. Juli 1020, in dem er ansdie Iudcnsrage darlegt, desgleichen vom j I. Lepternlnr J 11*20,. ein Brief an den Polizeipräsidenten Pöpner Venn 11. Juni 1021. in bau tr sich über die konfessionelle Verletzung in München beschwert, und über die wechlweilende Duldung von reiten des Polizeipräsidiums. 2luch findet sich in der Sammlung ein offener Brief vorn April 1019 an die Herren (reich Mühsam. Ir. W adle r. Dr. Ctta T c it r a t h, (5vr.it Toller imb (Gustav '2 a n baue r, der in den Blünchner bleuesten Nachrichten" zu in 2lodrnck konnnen soltte. aber fein Ziel nicht erreichte, da inzwischen die Redaktion der „Münchner *)!e tletten 2ladnichten" von der Noten Garde besetzt war. lia'er Brief fand Albdruck in den „Münchner Ostuesten Nachrichten" am 1-1. September 1E20. Diestr offene Brief ist von besonderer Bedeutung, weil er in aller Deutlichkeit den Trägern der Revolution die Stclluttg eines deutschen Juden zit :hur verstiegenen Ideologie zum Ausdruck bringt, t^iii 'Au'satz vom JO. Juni 1021 spricht über Bibel und Politik. Im Juni!l>23 wurde Sigmund FraeukR ein Op'er der konsissionellen Pcrtzetzung. Er wurde von Nationalsozialisten überfallen und verletzt. 20am auch die Verletzungen an und für sich nicht erheblich waren, so war die Ge'nndheit des »iämpfers nicht mehr den Aufregungen gewannen. Lignnlnd Fracnkel hat sich nie erholt und starb baeils im Teptauber IW. Iunr Schutze gegen ein Verbot des iüdi'ch- *.i-netten Schlachtversahrens ist lignrund FraeukeL voi.derbolr als Kämpfer auf dem Plan crsclncv.cn. Ter vierte Teil umfastt Reden Sigmund »zraen- Mr und tvi'ssen'chaittiche 2iui'äl;e. unter denen bewnders cine Rede „liniere Se lichtst ss" aus dem Ielue 1023 Heu vorzubeben ist. 20underdar find seine Festrede zum zehnfährigen Stislungsstst der München-Loge 1 T*<«7, eine Trauerrede auf den verstorbenen Rabbiner 20 e r n e r aus dem Jahre l'.stch feine 2lu Sprache beim 70. Ge du ns tag von Rabbiner E h r e n t r e u im Jahre 1921. Erbebend wir!: — ans Seite 318 wiedergegeben — Labans Scheidegruß an die bräutliche Rebekka und Iizcha's blbstchiedsworke an den fliehenden Jakob. Von hervorragendem Interesse ist eine wirtschaftliche Studie ans dem Jahre 1023 über die sieben ägyptischen Huugcrjahre. — Es folgen die Reden, die bei dor Benetzung Sigmund Fraentels gehalten wurden und die in verschiedenen Zeitungen rviedcraegebtn tour den. Wenn man alle diese Dingo in Betracht zieht und sich der Vielseitigkeit des Buches erfreut, so kann mau nur wünschen, daß jeder Leier sich :uit dem Inhalt des Buches vertraut macht, und daß das Buch .zur Belehrung der Jugend und künftiger Geschlechter dienen möge. .Josef Hirsch. Tenrwrirdiglcilcn r»cs 2tron Zsak. 1730—1817. Hcrausgcgcbcn vom Xdcinc- Bund, auch erschienen im BIeltverlag, Berlin 1930. Dem Heine-Bund, der jüdischen Buchgemein schast, verdanken wir die Herausgabe der Memoiren des Aron Isak, dessen starker Persöulichkeit es gelang, seinen Glaubensgenossen die Niederlassung in Schweden gu ermöglichen. Z. Holm würdigt in einer aufschlußreichen Einleitung diesen Inden aus dem märkischen Städtchen Treuenbrietzcn, der sich durch eigene Kraft vom Hausierer zum gesuchten Petschaststecher und weitblickenden Kaufmann emporarbeitete, und der in seinem zweiten Heimatlands Heeres- und sogar ,.H o s" lieferant wurde. Gang schlicht erzählt Aron Isak als alter Mann in dem damals üblichen Jüdisch-Deutsch, das Original .zeigt hebräische Kursivschrist, — seine Geschichte; aber gerade wegen^ihrer Einfachheit und Naivität wirkt diese selbstdiographie so stark ans den modernen Leser wie die bekanntere der Glücket von HameUi. Infolge seiner Tüchtigkeit bringt es Aron Isak schon in jungen Jahren zu einigem Wohlstand; jedoch aus Grund der allgemeinen Lage der'chiechtem. sich am Eiche des Siebenjährigen Kriegeseine Verhältnisse derartig, daß er trotz dringenden 'Abtatens seiner Familie solvie anderer Glaubensgenossen seinen Wohnort B ü tz o w in Mecklenburg verläßt und nach Schweden reist. Hier erwirb: sich der vielseitige Mann bald Gönner und Freunde aus atzen Kreiselt. Rach langem, nrübevollem Brozessieren erhält er gegen die Entscheidung unterer Instanzen dank der ausdrücklichen Anordnung ^ei Kö:uigs für sich, seinen Bruder, einen Gcschästssrennd sowie die Familien der drei bie Vorher nrcmaus an Inden verliehenen „Privilegien" der Niederlannng in Schtveden. Kurz darauf darf er eine kleine Gemeinde gründen, als deren Vorsteber rr seine organisatorischen Fähigkeit^ ermoiekeln kann. Wiewohl er in Deutschlands und dann in Tchvocden häu'ig von jüdischer Delle enriaumst und mißbraucht wird, setzt er sich immer wieder uneigennützig für seine Elaubensbrüder ein. ane Beb.örden in Schweden erkennen seinen starken Gerechtigkeitssinn und ruachtstt iinv zuw. verantwortlichen' Oberhaupt der dortigen Juden, dem ersten Besonders interessieren Isats Erlebnisse wahrend des russisch-schwedischen Krieges, den er nahe der Front initmachk, . und seincst Begegnungen nut Gustav III. mrd anderen Groß.n 'einer Zeit. Olron Isak legt bei sich und ststneu Mitmenschen Wert ans seine Nmaangswrmen. Bescheiden und dabei selbstsicher und nicht ohne Humor tritt er auch hochgestellten Ehristeu gegenüber auf. Schwungvolle Worte der Entrüstung sinder er, als ihm geraten wird, sich eigener Vorteils wegen taufen zu lassen. Im Interesse der Deinen .zeigt er sich stets mutig und tatkräftig. Die^ fromme Gelassenheit, mit der er schweren schick w.lsschlagen begegnet, wirkt groß. Nach dem u.ode vorr Iretu und Kindern sorgt er umsiechrig für das Forttommen der ihm gebliebenen Angehörigerw so vermittelt er .zahlreiche Ehen, aber nie, was damals noch keineswegs selbstverständlich war, ohne das Einverständn:- beider Beteiligten. Tie Schilderung der gesamten Umwelt, eigener geschäftlicher Drausakriolteu bedeutenden Ausmaßes rrnd vor allein die sorgfältigen Berichte über Schwierigkeiten und Zwistigkeiten innerhalb seiner Gemeinschaft .zeugen von ausgesprochener Beobacht u n gs gäbe. 'Mit einem ergreifenden Tank an den Höchsten schließt der Er.zähler seine Erinnerungen, die historischen Wert besitzen und Kunde geben von dem TOirken und Wesen eines bahnbrechenden jüdischen Mannes. Das schön ausgestattete Buch enthalt ittter-« essante Bilder und Reproduktionen von Textsciteu des Originalmanuskriptes. Gertrud Lichteuberg. Kleine Chronik 2G.r 1. ncotuac vollendet der Vorsitzende nnscrer Orwgrnpr-e Potsdam, Iustizrat R a p h a c 1 3 o f c X> o3 f o fj u fein siehziosreä Lcoensjahr. Dir sprechen den: Frcnnde, t-er länger crl-3 ein Menschenalter im öj's-nrklicta: Leba.i steht, unfere herzlichsten Glückwünsche aus. Seit 20 Iohren bekleidet er bas Amt des Vorstands- Vorsitzenden der Gemeinde. Im Stadtparlament hat ev viele Jahre, zugleich auch im Interesse der Gemeinde, c^eroirkt. Leine Tätigkeit als Verteidiger hat ih:u einen Namen rrcit über die Grenzen Potsdams hinaus bereitet. Möge er noch viele Jahre irr Gesundheit und geistiger Irische wirken. — Am 2. Februar vossen.det Helmutb von <ö e r l a ch, der Chested^attcur der „Del: am Montag", sein tö. Lebensjahr. Tcm tapferen üämpfer für Recht, Freiheit und Gleichheit, dem Betämvser jeden diktatorischen Zwanges und Unrechts-, gleichgültig gegen Menschen welchen Glaubens und welchen caanbes sie sich richten, sprechen wir mr-ereer herzlichsten Glückwunsch aus. — Am 5. Februar feiert Instizrat Landaber g, 02 a u m * bürg ü. 6., seinen 70. Geburtstag. In Poscw als Lohn des dortigen Rabbiners Dr. Mar Laudsdrrg geboren, wurde cr mit 18 Jahren erster Preisträger in einem großen juristischen Preisausschreiben an der Uniocrnrär Berlin, später Anwalt in Posen und d-ekaunt durch seine literarische Tätigkeit. Durch den Umsturz in Posen war Iustizrar Landsberz gezwurgen, seine Heimatstadt zu verlasse'.: und ging ans Ober* landcsger'.cht nach Raumburg. Dir wünschen Justizrat L a n d s b c r g, der heute noch eine jugendliche Frische und erfreuliche Arbeitskrast zeigt, viele Jahre scg't'.sreich-mr Dirkens. — 2lm 2. Februar feiern Daniel Leopold und seine Gattin, Berliit^Tchönerdra, - in voller geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Dir gratulieren unseren Freunden hrrzlichst. — kürzlich feierte in Köslin unser Irenes Mitglied Adolf Levy seinen 00. Geburtstag, söerzlichste Gratulation. — Der stellvertretende Vorsitzende unserer Ortsgruppe Kassel, Redakteur und Verleger Karl G o t t h e l f t, ist unerwartet einem kurze-.-., schweren Leiden erlegen. Dir werden das Andenken dieses treuen ir.ü) jederzeit hilfsbereiten Mitarbeiters stets in Ehren halten. — In Berlin starb kürzlich David L i cj) e r t, einer der letzten jüdischen Veteranen von 1870 <1. Sein Andenken wird fcrticbcn. — Das 7äjährige Jubiläum des jüdischen Gesangvereins .^iedrrkranz^ in Mannheim ist am 17. Januar durch Festkonzert und Festakt, an dem auch Vertreter der Landesregierung und Stadtverwaltung teilnahmen, in würdimr Forai begangen mor^u. Aus einem S-yr> aaogen.vo'.alouarretr ha: sich die Vereinigung, d-eren. Liede der Pflege des deutschen Liedes gilt, durch rastlose Arbeir emporenrwickclr. Zn strengem Dcnbewerb mi: den Leistungen anderer Gesangvereine konnte der ,^icderkranz" bei den großen Sängerfesten in Freiourg und Karlsruhe Preise im Kunsrsingeti erzielen. Durch Gemeinsamkeit der Aufgaben such: der „Liederkranz"' die Achtung und die Freundschaft der christlichen Mitbürger zu gewinnen und zu erhalten. Deutschtum und Judentum, finden im „Liederkranz" ihre Pflege. Keine „Ziidrsche Selbstwchr" Dir warnen vor einem Unternehmen, daß unieL der Flagge .„Jüdische Selbstwehr", Geschäftsstelle Bcrlrn S14, Anncnstraße 1, Spenden „zum Schutz der Juden durch Juden durch energisches Einschrciren bei Uroersallen und Ausschreitungen der o-akenkreuzler sammelt". Unsere genauen Rachforschnugen, auch an l-rhördlichen Stellen, haben ergeben, daß es sich offensichtlich um ein Unternchmerr handelt, bei dern iracndwelchs Sicherungen nicht bestehen, daß die vcr;prochencn. Leistungen vollbracht werden. V5^ ., dass eine Probe aus Freude bereiten wird dem nachstehenden Angebot Ihnen Genuss und Feinschmecker schätzen unsere Regie-Zigaretten III. Sorte, Khedive, Sphinx, Harun, Coronas. Die 150 jährige Erfahrung der Oesterreichischen Tabakregie hat In diesen Marken ihren vollendeten Ausdruck gefunden. Tabakwaren nach den Vorschriften der Oesterreichischen Tabakregie G. m. b. H.

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