Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 52 (26.12.1930)
- Date
- 1930-12-26
- Page
- Seite 673 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2277379-2277676-2277728--06454-2287277- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
i>73 Me Sefchimpfungen als „neuer weg Semerkungen zu einer Runögebung Ser Iü-ifchen vol^spartei 44 An die S chtif tl eiiutig der „C. V.-Z eitun s". Gestedien Sie mir als altem treuen C. V-er eine Kritik an der Haltung der „C. V.-ZeitungWer die innerjüdische Politik verfolgt, lveiss, mit Welcher Gehässigkeit und mit welchen grundlosen Vorwürfen gewisse Teile der national jüdischen Bewegung den C. V. bekämpfen. Das Gerede von der Notwendigkeit, die Abwehrarbeit den Gemeinden zu übertragen, bemäntelt nur fadenscheinig die wahren Motive jener sogenannten jüdischen Politiker: Sie haben auch in, dieser Zeit politischer Höchstspannung nichts Besseres zu tun, als die einzige bewährte Abwehrorganisation, den C. Vzu zerschlagen, um sich eines unbequemen Welianschauungsgegners zu entledigen. Sie, meine Herren, aber schweigenf Trotz der heftigen und unsachlichen Angriffe. Sie tun das Wahrscheinlich, Weil Sie in dieser Notzeit der Geffentlichkeit nicht das Schauspiel. innerjüdischen Haders gehen wollen; oder weil Sie ihre Energie im Dienst der politischen Arbeit besser angewandt sehen als in der Auseinandersetzung mit unsachlichen jüdischen Gegnern; vielleicht auch weil Sie der Auffassung sind, dass derartige niedrige Angriffe nicht an Sie heranreichen. . Wir halten uns für verpflichtet, den nachfolgenden Bericht zu veröffentlichen. Wir bedauern eine derartige Kampfes-- weise, wie sie aus dem Bericht hervorgeht, tief und hoffen, daß die verantwortungsvollen Kräfte in der zionistischen Bewegung sich mit solchen Auslassungen und Tendenzen nicht identifizieren werden. Oie LellrMoikung. Die Jüdische Volkspartei hatte am 13. Dezember 1930 eine Versammlung in die Berliner Ltadthalle mit dem Thema „Der neue Weg" einberufen. Daß dieser „Neue Weg" der alte Weg der Jüdischen Volkspartei ist, braucht nicht betont zu werden. Es dürfte nur interessieren, daß fünf von sechs Rednern sich in einem großen Teil ihrer Ausführungen mit dem C. V. beschäftigten, dessen Organisation und Probleme an sich kaum Gegenstand von Erörterungen einer jüdischen Gemeindepartei zu sein brauchten. Herr Dr. Hans Klee j un. hielt das Wahlergebnis der Berliner Repräsentan tenwahl für eine „Antwort des emgejchüchterten jüdischen Spießers auf die Ereignisse vom 14.September". Er teilte diese Auffassung mit Professor Heinrich Loewe, der den Erfolg der Gegner der Jüdischen Volkspartei aus die N. S. D. A. P. Zurückführt; sie habe „den j üdischen Spießer aufgeweckt, die Wahlen sind typische A n g st wähle tT. Herr Professor Loewe verkennt die Gefahren des Antisemitismus nicht; aber so meint er von seinem politisch vorausschauenden Standpunkt aus: „Erst wenn es gelingt, Palast ina auszubauen, wird es in Deutschland besser werden. Der C. V. sehe bisher die antisemitische Bewegung nicht ernst genug an, er glaube, sie mit Flugblättern und ähnlichen Mätzchen bekämpfen zu können." Wenn der C. V. früher die Wühlarbeit der anLisemitischen Bewegung, die jetzt erst ihre sichtbaren Früchte in der Kataftrophenwahl vom 14. September getragen hat, schilderte, haben gerade die Freunde des Herrn Loewe die von Verantwortung getragenen Warnungen mit einem überlegenen Lächeln in den Wind geschlagen. Jetzt aber glaubt ein anderer Redner dieser bemerkenswerten Kundgebung. Herr Georg Kareski, sich zu folgender Auffassung versteigen zu dürfen: „Der C. V. wird sein gerüttelt Matz von Schuld haben, wenn es in Berlin zu Ereignissen kommt, die wir alle nicht wünschen. Sind die 107 Abgeordneten der N. D. A. P. Ich wer'ss diese Motive zu schätzen; aber ich glaube, dass Ihre Haltung einer Kor r ektur bedarf. Wenn unwidersprochen wieder und immer wieder die jüdische Oeffenilichkeii unsachlich, ja demagogisch beeinflusst, wenn die Jugend missleitet wird, entsteht eine Hass- und Kampfstimmung gegen den C. V., die unser aller Sache abträglich ist. Den Vorwurf, dass Sie inner jüdischen Zank vom Zaune brechen, wird Ihnen niemand machen. Dazu liegen die Verhältnisse zu eindeutig. Wehren Sie sich und hängen Sie Taktik und Vorwurf der Leute niedriger, die es selbst heute wagen, im Interesse ihrer Parteisache der kämpfenden Abwehrfront der deutschen Juden, dem C. V., in den Rücken zu fallen. Sie, meine Herren, haben in starkem Verantwortungsgefühl bisher geschwiegen — und gearbeitet. Sie müssen zur Steuer der Demagogie auch einmal in eigener Sache reden. Von diesem Gesichtspunkte aus gestatte ich mir, Ihnen einen Bericht über die Versammlung der Jüdischen Volkspartei vom 13. Dezember 1930 in der Berliner Stadthalle zu geben, und bitte Sie. ihn zu veröffentlichen. Ergebenst L. C. ein BesähigungsNachweis für die Herren Holländer und Brodnitz und wie die sonstigen Halbgötter sonst heißen mögen? Die C. V.-Arbeit der letzten 30 Jahre ist als eine Lächerlichkeit enthüllt worden." Das wagen Leute auszusprecheu, denen der C. V. seit längerer Zeit einen Einblick in seine Arbeit gegeben hat, die die Gelegenheit hatten, jederzeit Anregungen und Wünsche an den C. V. gelangen zu lassen, die aber von dieser Gelegenheit nie Gebrauch machten und die bisher noch nie ein anderes probates, Mittel zur Bekämpfung der antisemitischen Bewegung haben geben können als den Aufbau Palästinas. (Uebrigens, Herr Kareski: Ist auch die Arbeit der Regierung, der Behörden, der politischen Parteien von der D. N. V. P. bis zur K. P. D., des Reichsbanners usw. durch den Wahlerfolg Hitlers als „Lächerlichkeit" enthüllt worden?) Daß die Herren Alfred Berger und Moses Wald mann sich in ähnlichen Angriffen gegen den C. V. ergingen, sei nur registriert. Auch die innerjüdische Agitation hat heute leider durch „die Schuld von Leuten, die den Gedanken des „Klal Jisroel" so oft im Munde führen, ein merkwürdiges Gesicht: Unterstellungen, Vorwürfe, Wendungen, die man im Privatleben als mit guter Kinderstube unvereinbar kennt, werden in der politischen Arena zur Selbstverständlichkeit. Alfred Berger: „Der C. V. hat sich in diesem Wahlkampf merkwürdig verhalten, weil er nicht wußte, wer nach den Wahlen die Subventionen zu verteilen hat. Vielleicht hat er nun, nachdem er sich demaskiert bat, im Kampf gegen den Zionismus Erfolge, dre er dort, wo er arbeiten soll, eklatant nicht hat." Herr Kareski fühlte sich bemüßigt, diese Art niedrigster Polemik, auf die es auch nach meiner Meinung keine andere Antwort als das „Nied-rigerhängen" gibt, durch ein „Sehr richtig!" zu unterstützen. Moses Waldmann: „Die Liberalen haben sich in jüdischem Selbsthaß betätigt, der eine widerwärtige Abart des allgemeinen A n t i s e m i t i s, m u s ist. Nur die Betonung einer Eigenart gibt einer Gruppe Bedeutung. Es kommt nicht darauf an, dast man Herrn Hitler gefällt. Dieses Schielen führt zu nicht?, ist dumm, würdelos, gefährlich." Aus dem Sprachschatz des Herrn Kareski: „Verlogenheit der Versprechungen — jämmerliche Parolen — das Berliner Judentum ist noch nicht so meschugge, seinen Totengräbern zur dauernden Macht zu verhelfen." Herr Dr. Hans Klee ließ diese „vornehme und sachliche" Anse inander sehn ng ausklingen in der Versicherung, daß die heutige Judenheit sich wie in den Tagen der Makkabäer gegen den äußeren und i n n e r nt Fei n d behaupten wird: „Möge es der äußere Feind sein, der damals Antiochus und heilte Hitler heißt, oder der innere, damals die G r i e ch l i n g e, h e u te die Cent r a l v e r e i n l e r." Der Leser des Versammlungsberichtes möge sich die Frage vorlegen, ob diese Kampfesweise etwas von der viel gepriesenen jüdischvolksparteilichen Gesamt v e r a n t w o r - tung erkennen läßt. jranz Oppenheimers „Raffenprobleme" Es gibt zwei Wege, die zur Rasseutheorie führen: über die Soziologie und über die Naturwissenschaft, von denen der erstere, ältere, erst in neuester Zeit infolge der Fortschritte der Vererbungslehre durch den zweiten abgelöst worden ist, aber in den einschlägigen Büchern trotz ihres völligen Versagens immer noch herumspukt. Warum? Weil 'die weiften „Nassensorscher" weder von Soziologie noch von Naturwissenschast eitle Ahnung haben. In Franz O P P e n h e i m e r ist nun endlich ein Berufener auf den Kamp.fplan getreten, vorläufig mit diesem schmalen Heftchen*), dem hoffentlich bald ein größeres Werk folgen wird; denn es wird wenig Forscher geben, denen so wie Oppenheimer beide Gebiete zur Verfügung stehen. Es sei daran erinnert, daß der Entwicklungsgang des berühmten Soziologen durch dieNaturwisien-!H!!!!!!>!>!!I!!IIlII!IIII!I!!I!!I!!!!!!!!!!i!!lI!IIIIl!ll!II!lIIII!Il!I!l!!!ji!!iM!l!!IU!!!I!!!i>!?!j!lki!t Achtung! Achtung! Landesverband Niederschlesien! Das neue Postscheckkonto lautet ah 1. Januar 1931: Ludwig Salomen, Ve^einskonto 400 90, Postscheckamt Breslau* schüft und Medizin gegangen ist. In der vorliegenden Arbeit zeigt Oppenheimer ebenso knapp wie scharf die zahlreichen grundlegenden Fehler der nationalistischen Rassenlehren. aus. Noch niemals ist in sachwissmschastlicher Literatur so klar gesagt worden, daß nie und nirgends festgestellt worden ist, ob eine charakteristische Men'schengvuppe ihre Eigenart ihrem Erbgut verdankt, oder ob die unterscheidenden Merkmale durch die Umwelt erzeugt und durch gleickMeibende Umweltsbedingungen konstant erhalten worden sind. Nach der Kritik gibt Oppenheimer einen ganz knappen Abriß seiner eigenen Vorstellungen von der Entstehung der heutigen Rassen-. Völker- und Külturengruppierung. Wenig Worte und sehr viel Gedanken. Wäre Oppenheimer nicht Jude, würde die Welt auf seine Mahnung hören. Dr. K. Lewin. *) Philo Verlag, Berlin 1930,22 Seiten. Preis M. 1,20. Lebensversicberungsgeselfschaft PHONIX gegründet 1882 Vertragsgesettschaft grosser jüdischer Organisationen Versicherungsbestand....1 Milliarde 500 Millionen Ooldmark Garantiemittel.. ca. 180 „ „ Neuzugang 1929...iw er 380 „ „ Lebens-, Aussteuer-, Studiengeld-, Reutenversicbeniugea Schutz der Familie — Sicherung des Alters — durch Phonix.