Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1930-12-05 · 49 (5.12.1930) · p. Seite 636

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
49 (5.12.1930)
Date
1930-12-05
Page
Seite 636 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2277676-2277725--06414-2287234
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

636 fmi mir befremdet, empfand es, bei aller Bescheidenheit, als Genugtuung, dass er im Heldenbuche des österreichisch-ungarischen Heeres gebührend gewürdigt wurde und dass seine beiden Söhne demselben Berufe wie er selbst zu widmen sich geneigt zeigten. Die Budapesler israelitische Kultusgemeinde hat Jüngst die nachahmenswerte Einrichtung geschaffen, dass im Kriege dekorierte Juden, die in Ungarn bekanntlich von dem Heldenorden, den der Reichsverweser gestiftet hat, ausgeschlossen wurden, mH dem Prädikat „Hagibbor“ („der Held“) zur Thora auf gerufen werden. Dem Major W. Bardach von Chlumherg durfte man beim Besuche des Gottesdienstes diese Ehrung schon vor Jahrzehnten Widerfahren lassen. Dr. G r u n w a 1 d. Nobelpreisträger Bdrdtty An die Schriftleitung d &r „C. V. - Z eil u n g“. Stuttgart, den 2f. November 1930. ln Nummer 46 der „C. V.-Zeitung“ brachten Sie einen kleinen Aufsatz über jüdische Nobelpreisträger für Medizin und haben darin neben Professor Karl Landsteiner auch Ehrlich und M eyerhof genannt. Darf ich Sie vielleicht darauf aufmerksam machen, dass der österreichische Ohrenarzt Professor Dr. Robert Bär äny, der jetzt ordentlicher Professor für Ohrenheilkunde in Upsala in Schweden ist, für seine Forschungen über das im Ohr gelegene Gleichgewichtsorgan des Menschen im Jahre 1916 den Nobelpreis bekommen hat. B är äny ist ebenfalls Jude, was auch der Grund ist, dass er in Oesterreich und in Deutschland nicht ordentlicher Pro-* fessor werden konnte* Er wurde im Jahre 1915 ah Militärarzt im belagerten Przem^sl von den Russen gefangen und wurde durch die Vermittlung des schwedischen Roten Kreuzes im Jahre 1916 aus der russischen Gefangenschaft entlassen und erhielt damals den Nobelpreis und die Professur in Upsala. Vielleicht dürfte es die Leser der „C. V.- Zeitung“ interessieren, dass also nicht drei, sondern vier jüdische Aerzte den Nobelpreis bekommen haben. Dr. Cäsar Hirsch. Israeliten oder Phönizier? An die S c hrif tleitung der „C. V.-Z ei tun g“. Küstrin- N., im November 1930. Zu dem in der ,,C. V. - Zeitung“, Nr. 44, behandelten Thema: „Judentum als Missionsreligion“ sei folgender Beitrag gestattet: Hans Delbrück schreibt in seiner „Weltgeschichte“, Bd. II, S. 261, nach der Schlacht bei Xeres de la Frontera hätte sich die sehr starke spanische Judenschaft sofort auf die Seite der Muslim gestellt, und fügt folgende Begründung an: Diese starke Judenschaft sind nicht Israeliten, sondern wie in Afrika die Nachkommen der Phönizier, die, als die römische Bevölkerung christlich wurde, die mosaische Religion annahmen. Da mir die Quellen für diese Erkenntnis unbekannt waren, wandte ich mich an Professor Dr. Julius Goldstein (Darmsladt), der bet Delbrück Rückfrage hielt. Hans Delbrück antwortete: ,,Die Quelle für meine Annahme, dass die Juden in Spanien die zum Judentum übergetretenen Phönizier sind, ist das Buch von Adolph Harnack „Mission und Ausbreitung des Christentums in den drei ersten Jahrhunderten“. Er schlägt die Zahl der Juden auf 4 bis 4)4 Millionen an, etwa sieben Prozent der Bevölkerung des ganzen römischen Reiches. Diese können nur zu einem geringen Teil Nachkommen der Bewohnerschaft des kleinen Ländcheris Palästina sein. Es ist kaum eme andere Lösung denkbar, ah dass ein verwandtes Volkstum in grossen Massen die mosaische Religion angenommen hat. Das können in Spanien und Nordafrika nur die Phönizier gewesen sein “ Professor Goldstein versprach mir, die Frage im „Morgen“ zu behandeln. Ob eine Besprechung erfolgt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Johannes Loewy. Drei ßreunden der L.-V. zum Gedächtnis Rabbiner Dr. Loevp (Grau-enz) Am 3. Dezember wurde Rabbiner Dr. L o e v l), früher Graudenz, jetzt Berlin, zu Grabe getragen. Gin treuer Freund des C. D. ging mit ihm dahin, eine Persönlichkeit mit grobem Wissen aus jüdischem, insbesondere aus talmudischem Gebiete. Nach seinem durch die Umwälzung der Verhältnisse im Osten gebotenen Fortzug aus Graudenz stellte er seine Fähigkeiten einige Jahre hindurch in den Dienst des Centralvereins. Er verwaltete in der Zeit, als die Ueberschwemmung der deutschen Oefsentlichkeit mit den „Weisen von Zion" vor sich ging, das Sonderdezernat des C. V. über diese Fragen. Er hat ferner über talmudische Probleme ,.Im Deutschen Reich" imb in den „Mitteilungen des Syndikus" lehrreiche Beiträge veröffentlicht. seinem Grabe brachte der stellvertretende Syndikus, Dr. Alfred H i r s 6) b e r g , den Dank des C. V. und die letzten Grüße der Kollegen von ehemals zum Ausdruck. Rabbiner Dr. Moses Jacobson (Hamburg) In Hamburg verstarb im gesegneten Alter von 77 Jahren Rabbiner Dr. Moses Jacobson. Jahrzehntelang hat Dr. I a c o b s o n die jüdische Gemeinde in G n e s e n betreut, nachdem er zuvor in Schrimm amtiert hatte. Tiefe Gelehrsamkeit aus jüdischen: und weltlichem Gebiete ltitb eine glänzende Rednergabe zeichneten den Mann aus, tu dem alte jüdische Frömmigkeit mit naturgewachsener Liebe zur deutschen Heimat vereinigt war. Viele Generationen von Männern und Frauen, die heute im jüdischen Leben Deutschlands arbeiten, sind durch die Schule von Moses I a c o b s o n gegangen. Sie alle hat er mit echtem vaterländischeil Geiste und in Anhänglichkeit an den Väterglauben erfüllt. Moses Jacobson war einer der imageu Rabbiner, die schon in Vorkriegszeiten Fragen des Tages, auch politischer Art, zum Gegenstand ihrer Predigten machten. Eine Sammlung solcher Zeitpredigten, die er herausgab, erregte vor Jahrzehnten weit über den Kreis seiner Kollegen hinaus berechtigtes Aussehen. KRUPP KOHTIOLL-KASSEK sind deutsch. Wer deutsche Erzeugnisse kauft, vermindertdie Zahl derArbeitslosen und hebt die Kaufkraft Im Lande. Krupp Registrier-Kassen Gesellschaft Essen. Musteriager und Vertreter in allen grösseren Städten, Ia Weisswein M. 0,70 la Rotwein.. WL 0,70 pro Liter ab hier gegen Nachn. in m. Leihfaß von 80 bis 300 Liter empfiehlt J.BäyGlSdÖrför, Weinkellerei BellhermItziPfalr). Ohne Diät || 20 PffdL leichter geworden durch ein eins. Mittel, welches ich jedem gern kostenl.mitteile.Frau ttarlaNlast, Bremen s. 61. IiTSjCJ? R ATF fördie„CA.-Zeitung*nehli'HOLilvrV 1 •-'men alle Geschält Hellen der Annoncen-ExpecUlion Rudolf Mosse entgegen. ’UMHUiMM EIGENE REPARATUR¬ WERKSTATT TAUENTZIENSTRASSE 6 AM KARLSBAD 15 FRIEDRICHSTRASSE 105 UND IN ALLEN STADTTEILEN yhüRpoxj seit 34 Jähreit anerkannt beste HP mimmiiiiimimi/ufi.'ü iiituiftfimiinnnniHnmiiittf färbt echt und natürlich in allen Nuancen vom hellsten Blond bis zum tiefsten Schwarz Probekarton zu 1 Portion.M. 1,85 Probekarton zu 2 Portionen .. M. 3.30 Original-Karton zu 4 Portionen M. 5,50 VUlnmmX) LESCiWÄRZLOSE SÖHNE ' BERLIN, Markgrafens|x26. WMMliiig.W nienallee 56. Riesige Auewahl.Zahl.-Erleichtermrg» Anzeigenschluss Montags. Mini v c

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.