Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 47 (21.11.1930)
- Date
- 1930-11-21
- Page
- Seite 609 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Erich Bischofs au8drückk°) — ausgenommen und weiter verfolgt, gesichtet und vervollständigt und in verschiedenen Broschüren aus den Markt geworfen. Die umfaffendste Sammlung liegt uns jetzt im „Handbuch der Judenfrage", von Th. Fritsch vor. Neben diesem Handbuch ist kaum noch eine andere Sammelschrift nennenswert. An Stelle geschlossener Werke sind in neuerer Zeit zumeist antisemitische Zeitschriften getreten. Die angeblich wissenschaftliche Angriffsarbeit liegt jetzt fast ganz in den Händen von judenfeindlichen Parteipolitikern. Damit erreichte die „Zitaten"-Waffe ihre höchste Potenzierung.. Der publizistische Charakter der neuesten Kampfesart läßt es notwendig erscheinen, daß die so oft nachgewiesenen und berichtigten Fälschungen und Verzerrungen von neuem zusammengestellt und beleuchtet werden. Diesmal gilt es nicht mehr, eine Broschüre oder sonst eine abgeschlossene Sammlungantrs emiti scher Mtzdeutungen und Fälschungen Punkt für Punkt zu prüfen, sondern vornehmlichdie in den verschiedensten antisemitischen Organen herumschwirrenden „Zitate", die sich meistens als Talmudtexte ausgeben, zu sammeln und aus ihren Wert oder Unwert zu untersuchen. Diesem Zweck ist gegenwärtiges Buch gewidmet. Es kommt uns daher nicht darauf an, alle Texte, die je von Antisemiten gebraucht worden, sind, aufzunehmen; wir beschränken uns vielmehr auf die Stellen und „Punkte", die die antisemitische Presse der letzten Jahre für ihre Kampfzwecke benutzt hat. Dieser „schwebende Talmud" der antisemitischen Presse soll hier zu Wort kommen. Entsprechend diesem Leitgedanken ist als Titel des Buches „Enthüllte Talmudzitate" gewählt worden. Es soll darin zum Ausdruck kommen einmal, daß es sich hier wie in Eisenmengers „Entdecktes Judenthum" um Tendenzstellen handelt; ferner der gehässige Zweck, dem die Text- und Sinnfälschungen dienen. s) Dr. Erich Bischofs: „Die Elemente der Kabbala", 1913, 2. Auflage 1920, S. 213 f. die Schöpfer!» -er berliner hausfrauenbewegung Lina Morgenstern Zu ihrem 100. Geburtstag am 25. November 1930. Wenn an anderen Stellen die Bedeutung meiner Mutter in ihrer großen Betätigung für die Allgemeinheit gewürdigt wurde, möchte ich hier noch ein Licht auf sie als deutsche Staatsbürgerin jüdischen Glaubens werfen. Einer frommen Familie entstammend — der Großvater war Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Krakau —, hatte das Elternhaus und der Religionsunterricht bei Dr. Abraham Geiger das Herz des jungen Mädchens mit einer freien! Auffassung der Menschenliebe und dem Gedanken der kommenden Menschenverbrüderung erfüllt. In diesem Sinne baut sich all ihr Wirken später str die Allgemeinheit auf. Nur ihr mit dem Prediger der Reformgemeinde Dr. E. Ritter gemeinschaftlich verfaßtes Gebetbuch für die is,raelitische Jugend: „Glaube, Andacht und Pflicht" war auf konfessionellem Gebiet erschienen. Als Deutsche erzog sie uns, ihre fünf Kinder. Ich erinnere mich, daß wir fast in jedem Jahr am 18. März zu den 1848 Gefallenere nach denr Friedrichshain, zum Freiheitsdenkmal nach dem Kreuzberg int Herbst geführt wurden. Wenn aber irgendwo Inden in Not waren, da trat sie mutig für sie ein. So richtete sie zur Zeit der Stöckerscheu und A h l w a r d t s ch e n Judenhetzen an die K a i s e r i n A u g il st a schriftlich und mündlich in einer Audienz ein freies Wort. Die Kaiserin hielt viel von der Jüdin; sie hat ihr nicht nur äußere Zeichen ihrer Wertschätzung gewidmet, sondern nahm auch herzlichen Anteil, wenn Krankheit oder Familienveränderungen zu ihrer Kenntnis gelangten. Bor mir liegt ein Brief der Königin von Rumänien Car m e n S h l da vorn Juni 1907. Damals erschütterten die rumänischen Pogrome die Welt. L i n a M o r g e n st e r n sandte ein Protestschreiben an die Königin. Die eigenhändig geschriebene, acht Seiten lange An Kumt besagt, daß die Königin täglich ans Men Teilen der Welt ähnliche Schreiben erhielte. „Ich selbst habe keinerlei Einfluß, ich hal>e nichts mit der Lldministration des Landes zu tun. Ich existiere nicht konstitutionell, kann niemals Regentin sein, kann keinen Einfluß üben. In der Blindenkolonie lasse ich für Israeliten extra kochen, habe Tischgebete eingeführt, die ihr Ohr nicht kränken können, sonst habe ich in der Judenfrage nichts zu suchen. Verzeihen Sie, verehrteste Frau", schloß das Schreiben, „wenn ich Sie mit meinem langen Brief belästige. Sie sind vielleicht die einzige, der ich so unbefangen schreiben kann. . ." Unsere Mutter, klein und zart, mit gütigen Augen, sympathischer Stimme, stets hilfsbereit, bescheiden und anspruchslos, wurde vou rechts und links oft befehdet, doch sie blieb stets eine demokratische Deutsche mit echt jüdischem Herzen. Clara Uotli. seit 3bJahren anerkannt beste lUttuimnuMflnimiruiMMJ färbt ecbt und natürlich in allen Nuancen vorn hellsten Blond bis ztun tiefsten Schwarz Probekarton zu 1 Portion...... 1,85 Probekarton zu 2 Portionen .. M. 3,30 Original-Karton zu 4 Portionen M. 5,53 J:F.5CHWAR2L0$E SOHNE BERLIN, Markgrafen st r 26. v fefe<?r,n IaWeisswein M. 0,75 Ia Rotwein.. M. 0,75 pro Liter ab hier gegen Nächn. rn m. Lekyfaß von 30 bis 300 Liter empfiehlt I. BayeiSdSlfer,.Weinkellerei Bellhciorl« «Pfalz). rS2j£ bin ich in krrr-" zerZeit 20 Pfd. leichter geworden durch ein eins. Mittel, welches ich jedem gerukostenl.mitteile.Frau Karls Mast» Bremen s. 61. sind deutsch. 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