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Central-Verein-Zeitung · 1930-10-31 · 44 (31.10.1930) · p. Seite 573

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
44 (31.10.1930)
Date
1930-10-31
Page
Seite 573 (sequence 9)
Language
German
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573 Kunstreise (16. Dezbr. bis 14. Januar) nach AEGYPTEN UNO PALÄSTINA mit Dr. Ernst Cohn-Wiener. Palest.ine& Orient Lloyd, Berlin N24, Friedrichstr.12'1 (Tel. I) 1, Nord. 2455). schon in den letzten beiden Jahrzehnten sehr wesentliche Widersprüche erfahren. Die alte Annahme des Arztes Jean Astruc, daß die Thora kein einheitliches Werk sei, im letzten Jahrhundert der Eckpfeiler aller Bibelkritik, wird immer mehr erschüttert. Die Einheit einer biblischen Erzählung in einem Sonderfalle wissenschaftlich genau untersucht und bestätigt zu haben, ist das Verdienst des Vortrages von B. Jacob. Er hat die SintfluLerzählung, die bisher als klarstes Beispiel der Zusammensetzung aus zwei Quellen erschien, genau analysiert und die einheitliche Komposition ebenso zwingend dargetan, wie er die an sich auffällige Verwendung verschiedener Gottesnamen zwanglos erklärt hat. Nachdem Jacob erst vor kurzer Zeit in seinem überaus lesenswerten Buche „A u g e u m A u g e" ein wesentliches Problem der alttest amen tlichen Wissenschaft gelöst hat, gibt er uns in diesem Büchlein einen neuen Beweis seiner scharfsinnigen Methode, die streng wissenschaftlich ist, die aber zu Resultaten gelangt, welche dem Ansehen und dem Werte der Bibel weit eher gerecht werden als die wilde Kritik insbesondere der protestantischen Bibelwissenschaft. _ F. G. HirrverrLmrg dankt dem Neichsbnnd jüdischer Frontsoldaten. Wie alljährlich brachte auch dieses Jahr der R. j. F. dem Reichspräsidenten aus Anlaß seines Geburtstages Glückwünsche dar. Der Reichspräsident dankte durch das folgende handschriftlich Unterzeichnete Schreiben: Der Reichspräsident. Berlin, den 7. Oktober 1930. Sehr geehrte Herren! Für Ihre freundlichen Glückwünsche zu meinem Geburtstage sowie für die Vlumenspende, durch die Sie mich aus diesem Anlaß erfreut haben, spreche ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank aus. Gleichzeitig darf ich Sie bitten, Ihrer Ortsgruppe Freie Stadt Danzig meinen Dank für ihr freundliches Meingedenken übermitteln zu wollen. Mit kameradschaftlichem Gruß gez.: von Hindenburg. Johannes Stanjek gestorben Dr. Johannes Stanjek, ein langjähriger Mitarbeiter des Vereins zur A b w e h r des Antisemitismus und früher Schriftleiter der A b - wehrblätter ist gestorben. Mit ihm geht ein Kämpfer für die Gleichberechtigung und Gleichwertung der Juden aus dem Leben. Stanjek kam von der Philologie her. Seine besondere Begabung zu textkritischer Arbeit blieb sein Leben lang die Grundlage seines Wirkens. Die erstaunliche und geradezu verblüffende Kenntnis der gefamten einschlägigen Literatur und ein nie versagendes Gedächtnis befähigten diesen Mann zu Arbeiten von historischer Bedeutung. So ist er der erste gewesen, der sich bereits 1920 in unserer Zeitschrift „Im Deutschen Reich" mit den sogenannten „Weisen von Zion" beschäftigte. Der Fund von Jolly's „Dialogue aux enfers" und „Die gründlichen Vorprüfungen" von V. Segel haben die Feststellungen Stanjeks bestätigt. Der riesenhafte Mann mit den starken Händen, die seine Herkunft aus Bauerngeschlecht erkennen ließen, hat in seinen jüngeren Jahren auch mit Rede und Gegenrede die gute Sache der Wahrheit und Gerechtigkeit vertreten und einen scharfen Kampf geführt. Ehre seinem Andenken! A. H. Rleinr Chronik Unser langjähriges Mitglied Justizrat Dr. Skuller, Beuthen, feiert in den nächsten Tagen feinen 60. Geburtstag. — Am 29. Oktober beging der Senior unserer Ortsgruppe Köslin, Willi R o s e n t h a l, in voller Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag. Wir gratulieren dem Jubilar und wünschen ihm einen recht gesegneten Lebensabend. — Am 1. November feiert der allgemein verehrte Max Saalheimer (Bamberg) mit seiner Gattin Sidonie das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Saalheimer hat stets regsten Anteil am Leben der jüdischen Gemeinde genommen und sich in vielen Ehrenämtern große Verdienste erworben. — In Löwen (Schles.) starb im 76. Lebensjahre der emeritierte Kantor und Lehrer Moritz P r e ch n e r, ein eifriger Verfechter des E. V.-Gedankens. Der Verstorbene hatte sein Amt 50 Jahre lang ausüben können. Sein Andenken wird sortleben. — Wir betrauern den Tod des Vorsitzenden unserer Ortsgruppe Griesheim bei Darmftadt, unseres Freundes Dr. med. H e i l b r o n n. — Vor wenigen Tagen starb in Paris M a t h i e u D r e y f u s, der Bruder von Alfred Dreyfus. Das Andenken dieses Mannes, der Jahrzehnte seines Lebens dem Kampf um die Rehabilitierung seines zu unrecht beschuldigten Bruders und damit um den Sieg des Rechtes über politische Verhetzung und Verblendung gewidmet hat, wird bei allen edlen Menschen fortleben. — In Jerusalem starb nach schwerer Krankheit der Berliner Architekt, Regierungsbaurat Alex B a e r w a I d, der seit mehreren Jahren als Dozent an dem von ihm errichteten Technikum in Haifa wirkte, und in Palästina öffentliche wie private Gebäude baute. Baurat Alex Vaerwald, ein geborener Berliner, hat als preußischer Beamter auch in Berlin an bedeutsamen Staatsbautcn miigearbeitet. Während des Krieges gehörte er der deutschen Marine an. Er war der erste, der auf dem Fort von Antwerpen die deutsche Fahne hißte. Mir seiner Gattin betrauern ihn zahlreiche Freunde. — An den Folge:: eines Autounfalles starb a:n 29. Oktober Frau Recha Warschauer, die Gattin des bekannten Berliner Rabbiners Dr. M. Warschauer. Dem hochverehrten Gatten und den trauernden Kindern gilt unsere wärmste Anteilnahme. — Dem Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biochemie in Dahlem, Professor Earl N e u b e r g, wurde für seine Verdienste um die Erforschung der Gärungserscheinungen die große goldene Delbrück- Medaille verliehen. — Der Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes übergab am Sonntag, 26. Oktober, sein neues Altersheim für den gebildeten jüdischen Mittelstandseiner Bestimmung. Das Heim ist eine Stiftung von Direktor I. Stern, Berlin-Wannfce, der zum Andenken an seine verewigte Gattin Olga Stern dem Frauenbund die Mittel für den Ankauf des schönen Hauses im Grunewald zur Verfügung stellte. Eine große Anzahl von Gästen und die 30 Insassen des Altersheims wohnten der schlichten Feier bei, in deren Mittelpunkt die Reden von Direktor Stern und Rabbiner Dr. B a e k standen. — In dem vor kurzem abgeschlossenen vierten Jahrgang des „P o s e n e r Heimatblätte r", der in Berlin erscheinenden Monatszeitschrift des Verbandes P o s c n e r H e i m a t v e r e i n e, konnte wiederum eine stattliche Reihe lehrreicher Beiträge und Nachrichten, die für die Heimats- und Familiengeschichte ehemaliger Posener Verwenden auch Sie S1CHIBTHEK die dentscbe SisiKisartei dasProduktdeutscherTechnik. Sie finden keinen Mitarbeiter, der Ihnen besser dient SB f U *R* f Kl E |f schützt vor Verlusten 1 % ™ i %# I r! 5* hV und führt zum Erfolg. Fragen Sie nach: -Horizontal •Vertikal Registerstreifen. SICHTOTHEK SKDTinilEltmUl.IEn.lll SW« Wilhelmstrasse 37/38. Drahtwort: Sichtothek. RADIUM-SCHOKOLADE Üö.ch Dn Sen f tner (OtRPJ z. Essen u.Trinken neaeteoemh, _..... (Überall erhä'IHich: Welche Annehmlichkeit für die rituelle Küche — fleischig und milchig zu gebrauchen! Diese große Erleichterung bieten Ihnen TOMOR und PALMIN koscher DIE KOSCHEREN PFLANZENFETTE TOMORnn PALMIN die Mandelmilch-Margarine, hergesteilt unter Aufsicht seiner Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. Wolf. Tomor hat den Vorteil, daß Sie es zu allen Speisen ohne Unterschied gebrauchen dürfen. Mit Tomor zubereitete Kuchen und Torten können unmittelbar nach jeder Mahlzeit gereicht werden. In Tomor haben Sie auch einen Brotaufstrich, den Sie unter Fleischbefag verwenden können. ÜBERRASCHEND AUSGIEBIG T.P.K. 1—92__ KOSCHER das 100#/o naturreine Cocos-Speisefett. Sein reiner Geschmack macht Palmin zum Kochen, Braten und Backen gleich gut geeignet. Es wird selbst vom empfindlichsten Magen mühelos verarbeitet und ist wohlbekömmlich. Und noch eine ausgezeichnete Eigenschaft: es ist nach Monaten genau so frisch wie am Einkauftage. - DAHER SEHR SPARSAM Alleinige Inseraten-Annahme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW ICO, Bielefeld, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf,- Erfurt, Frankfurt a. M., Halle a.d.S., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Köln a, Rh., Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart; Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Bern, Brünn, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Bukarest, London. Madrid. Mailand. NcwYoric, Paris. Prag, Sydney, Tokio, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.

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