Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 37 (12.9.1930)
- Date
- 1930-09-12
- Page
- Seite 481 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ereilt enrral Berlin» 12. September 1930 IX. Jahrgang ♦ Nr. 37 Einzelnummer 20Pfennig Blätter für fautfthtum und Iu-entur» Vierteljahrsabonnement 2,50 RM. (zuzügl. Bestellgeld). Verlag und SchriftleiLung: Berlin SW 68, Lindenstr. 18. stube G, Berlin SW 68, Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Cxpedition Rudolf Mosse. Normalzcilenmeffer Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche Hryanöes tentral-tterems-euKeks^ EtaalsdüryerMölfelren ölauveus e.v. -^Utzsmsine Zeitung des Dudenfums Amt Dönhoff 3594, 3595. Postscheckkonto: Berlin 304 72. Bankkonto: Dresdner Bank, Wechsel- Lindenstrahe 7, und von Goldschmidt - Rothschild & Co., Berlin W 8. . , Berlin SW 100, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 <ftJL für die 7gespaltene Zeile nach Rudolf Mosse-r (nicht Stellenangebote) für Mitglieder des Centralvereins 0,45 die 62 mm breite Reklamezeile 3,50 fiM. An die deutschen Juden! Der Wahltag steht vor der Tür. Fieberhaft haben die politischen Parteien in den letzten Wochen gearbeitet. Besonders die radikalen Gruppen haben die wirtschaftliche Notlage und die innere Zerrissenheit des deutschen Volkes für ihre demagogische Hetze ausgenutzt. Täglich und stündlich haben die Nationalsozialisten und ihre Hilfstruppen das ganze Land durch die Drohungen mit Diktatur und Terror in Erregung versetzt. Wir wünschten, alle unsere Freunde könnten lesen und hören, was in diesen Lagern geschrieben und gesprochen wird. Sie würden daraus ersehen, wie diese Partei mit rücksichtslosem N a ch d r u dt die Vernichtung der Ehre, der politischen liechte und der wirtschaftlichen Stellung der deutschen Juden an strebt. Sich dagegen am 14. September energisch zur Wehr zu setzen, ist höchste Pflicht! Verächtlich ein jeder, der nicht entschlossen ist, seine ganze Kraft aufzuraffen, um dieser drohenden Vernichtung entgegenzutreten! Wir Juden sind eine kleine Minderheit. Unser Einfluss kann stärker sein als unsere Zahl, wenn wir uns zum gemeinsamen Tatwillen zusammenschliessen. Würden wir unsere Rechte leidenschaftlicher wahren, so würde niemand es wagen, uns so zu beschimpfen, wie es heute geschieht. Der Centralverein ist überparteilich; er kann und wird niemals eine bestimmte Partei empfehlen; aber er macht es seinen Mitgliedern zur Pflicht, ihr Wahlrecht auszuüben und bei ihrer Wahlentscheidung als ersten Leitsatz die Erhaltung unseres Staates walten zu lassen, das heisst: eine derjenigen Parteien zu wählen, die die Erhaltung des Staates und die Wahrung der Gleichberechtigung der deutschen Juden auf ihre Fahne geschrieben haben. In unserer Zeitung und in unseren Kundgebungen sind die Vertreter verschiedener Parteien zu Worte gekommen. Ihr habt Euch zu entscheiden! ^lnBteäo^elntor^etafteBPfflfttäsflert^eStraattrserBrtahdateteM^ Der Vorstand des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ernst Wallach, Stellvertreter des Vorsitzenden. Dr. Ludwig Holländer, Direktor,