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Central-Verein-Zeitung · 1930-08-29 · 35 (29.8.1930) · p. Seite 462

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
35 (29.8.1930)
Date
1930-08-29
Page
Seite 462 (sequence 10)
Language
German
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4L»2 Margarete Susmarm empfindet Rahels Wesen „als in der Knospe beschädigt". Wir vermögen ihr darin nicht ganz zu folgen. Wir sehen nicht ihr Jüdisch-fein, durch das Rahel in jungen Jahren mancherlei soziale Zurücksetzung empfunden haben mag, als entscheidend, sondern wir vermuten, daß sie durch ihr allem Religiösen abgewandtes Elternhaus eine seelische Leere empfand, die sie zur völligen Abkehr vom Judentum führte. Nahels großes geistiges Verdienst ist, daß sie Goethe im Gegensatz zu vielen ihrer Zeitgenossen in seiner Totalität verstanden hat; durch ihre überragende Persönlichkeit führte sie eine vermittelnde Nolle Zwischen den verschiedensten Kulturwerten. In ihren Gesprächen und Briefen hat sie Namen und Ehre deutscher Geisteskultur gemehrt. Goethe und Jean Paul, die drei Brüder Schlegel, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Tieck, Schleiermacher, Fichte, I. von Müller, Gentz, Fouque, Prinz Louis Ferdinand, Kleist und Ranke haben „die reiche Gedankenwelt und Gefühlstiefe der Jüdin Rahel Lewin bewundert". Und sie selbst hat am Ende ihres Lebens prüfend und zurückschauend „ihre jüdische Abstammung als eine Beglückung, eine Bereicherung" empfunden. Das Ringen jüdischer Persönlichkeiten wird für uns immer ein interessanter Abschnitt in der Epoche der Eingliederung deutschen Judentums in die deutsche Umwelt bleiben. Wenn auch Margarete Susmann an diesem Problem der Romantik mit einer Einstellung herangeht, die nicht unwidersprochen bleiben kann, so legen wir ihr Buch dennoch angeregt und befriedigt fort. L. L. De. Föolf Zltmann (Trier) 25 Jahre Gderrabbiner Am 6. September 1930 wird der bekannte Oberrabbiner von Trier, Dr. Adolf A l t m a n n , auf 25 Jahre rabbinischer Wirksamkeit zurückblicken können. Gleichzeitig mit diesem Jubiläum kann er sein zehnjähriges Jubiläum als Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde Trier feiern, nachdem er vorher Rabbiner in Salzburg und Meran war. Während des Krieges war er Feldrabbiner. Dr. Altmann ist als bedeutender jüdischer Gelehrter, Kanzelredner und Schriftsteller in der jüdischen Welt und in weiten nichtjüdischen Kreisen bekannt und angesehen. In ihm besitzt das gesetzestreue Judentum einen Rabbiner von seltener Universalität der Persönlichkeit. Dr. Altmann ist Mitglied vieler städtischer und staatlicher Kommissionen Triers und Mitarbeiter vieler jüdischer und allgemeiner Institutionen sowie zahlreicher Zeitschriften und wissenschaftlicher Gesellschaften. An dem vor kurzem erschienenen großen Werk „Deutschlands Köpfe der Gegenwart über Deutschlands Zukunft", das von der deutschen Kulturbücherei herausgegeben wurde, hat Dr. Altmann als einziger deutscher Rabbiner mitgearbeitet, der eine reiche schriftstellerische Tätigkeit auf jüdischhistorischem, philosophischem, halachischem und homiletischem Gebiete entfaltet hat. Seine Hauptwerke sind: „Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg" (2 Bände); „Jüdische Welt- und Lebensperspektiven", Abhandlungen über alte und neue Judentumsfragen; „Seser Aulelaus Umlilaus", homiletische Weckrufe an die zeitgenössische Judenheit; „Die Weltanschauung eines Optimisten, Robert Hamerlings Weltanschauung", historischkritisch-literarisch-philosophische Studie; „Sinn und Seele des Höre Israel", Studie; „Schicksalsmomente im Judentum". In diese Wochen fällt auch das Erscheinen zweierneuer Werke, eines wissenschaftlichen und eines literarischen: es erscheinen demnächst der Zweite Band der „Geschichte der Juden in Salzburg" und. vom P h i l o - V e r l a g , Berlin, herausgegeben, ein Band von Dichtungen unter dem Titel „A u 3 ringenden Welte n", von dem auch eine signierte Jubiläumsausgabe erscheint. Meine Chronik In diesen Tagen beging unser treues Mitglied Aron de V r i e s (Insterburg) in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. — Unsere treuen Mitarbeiter Hermann S ch l a m m (Beuthen, O.-S.), Prediger Heide nfeld (Striegau) und Heinrich Roß (Berlin) feierten kürzlich ihren 60. Geburtstag. Wir gratulieren unseren Freunden auf das herzlichste. — Der Gründer und Vorsitzende unserer Ortsgruppe Lauterbach (Oberhesscn), Salti Strauß, verstarb vor einigen Tagen. — Jur Älter von 62 Jahren verstarb das eifrige Mitglied unserer Ortsgruppe Hildburghausen, Hermann Bach m a n n. Wir werden das Andenken unserer Freunde stets in Ehren halten. — Das Mitglied unseres ostpreußischen Landesverbandes Siegmund Sandelowsky (Nordenburg) i. Ostpr. erhielt als besondere Auszeichnung vom preußischen Staatsministerium die Plakette und das Diplom für Verdienste um das Feuerlöschwesen. — Cand. med. Lolo B a-e r, Tochter des verstorbenen Vorsitzenden unserer Ortsgruppe Wiesbaden, hat bei den internationalen Meisterschaften in Darmstadt die akademische Weltmeisterschaft im 200-Meter-Brustschwimmen errungen. — Werner N c u m a n n (Berlin) rettete unter eigener Lebensgefahr auf dem Müggelsee eine Frau vor dem Tode des Ertrinkens. — Anläßlich des Verfassungstages wurden unsere Mitglieder Polizeiarzt Dr. Alfred Arnsdorfs zum Polizeiveterinärrat, Landgerichtsrat Dr. Walter Cohn zum Oberlandesgerichtsrat in Königsberg befördert. Nach Prag. In unserer Notiz in Nr. 33 „C. V.- Zertung" teilt uns die Firma Waldes & C o. mit: „Das Hakenkreuz' ist uns im Jahre 1910, also vor mehr als 20 Jahren, zu einer Zeit, wo noch nicht einmal das Wort Hakenkreuz bekannt war, als Vildzeichen geschützt worden. Damals hieß es noch „Swastika". Es ist weder von uns noch von unseren ausländischen Niederlassungen jemals verwendet wor- .den!" — Wir bedauern, durch unsere Notiz in der Nummer 33 der „C.-V.-Zeitung" den Eindruck erweckt zu haben, als ob die Eintragung dieses Zeichens neueren Datums fei und damit also irgendeine politische Tendenz verfolgt werde. v»>«. Empfehlenswerte Unterrichtsanstalten und Pensionate ~: DRESDEN-A. Dinßiingerstr.6. Israelitisches Töchterheim Prausnitz. Wissenschaftliche, häusliche, gesellschaftliche Weiterbildung. Sprachen. Handelskurse. Gymnastik. Französin im Hause. Wiesbaden / Rartinstr. 7 Pensionat Hermine Wolff Wissenschaftliche, Msliche und gesellschaftliche Weiterbildung. Ausländerin im Haufe. Näheres durch die Vorsteherin. 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Ref. u. Prosp. Unterrichts anzeigen finden durch die „C.V.-Zeitung" ihre wirksamste V eröffentlichung. Anfragen «.Bestellungen „C. V.-Zeitung“ Anzeigenverwaltung, Berlin SW lOO. jS ants-anti Blätter zur Abwehr Tatsachen zur Judenfrage Philo Verlag und Bacbltandlang^ Berlin SW 68, Lindenstr.13. Telephon: Dönhoff 3595. Posf Scheckkonto Berlin 83512. I erschien soeben in 5. vermehrter und verbesserter Auflage 108 BlStter M. 1,20 Alleinige Inseraten-Annahme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW 100, Bielefeld, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M., Halle a. d. S., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Köln a. Rh.. Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart, Wiesbaden, Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Budapest, Buenos Aires, Bukarest, London, Madrid, Mailand, New York, Paris, Prag. Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.

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