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Central-Verein-Zeitung · 1930-08-22 · 34 (22.8.1930) · p. Seite 449

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
34 (22.8.1930)
Date
1930-08-22
Page
Seite 449 (sequence 9)
Language
German
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m Unser Büro ist mit den Wahlarbeiten so überlastet, dass wir unsere Freunde bitten müssen, nicht ungeduldig zu werden, falls Anfragen, die mit der gegenwärtigen politischen Lage nichts zu tun haben und nicht an bestimmte Fristen gebunden sind, erst nach dem IS. September beantwortet werden. Centratverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Lagern" nähertritt, auch dem Barvn Chmneckp, dem Präsidenten des böhmischen Abgeordnetenhauses, mündet ihr Leben in den Hafen einer harmonischen Ehe mit einem bayerischen Architekten. Wiewohl es Hermine. Hanel — trotz redlichen Bemühens — nicht gegeben ist, in die letzte Tiefe menschlichen Schicksals und Empfindens einzudringen, wird doch der Leser des schön ausgestatteten Buches durch ihren erfrischenden Optimismus für diesen Mangel entschädigt. Gertrud Lichten!)erg (Hannover). Arthur Kronthal über Geheimrat Witting. Unser Freund, der bekannte Posener Stadtrat Arthur K r v n t h a l, hat in dem eben erschienenen V. Bande des „Deutschen Biographischen Jahrbuch s", herausgegeben von der Vereinigten Deutschen Akademie der Wissenschaften, die Persönlichkeit des früheren Oberbürgermeisters in Posen, Vankdirektor Richard Witting, einer ausführlichen Würdigung unterzogen. Bekanntlich war Witting aus dem Judentum hervorgegangen und ein Bruder Maximilian Hardens. Krönt hals wertvolle Abhandlung zeigt, wie Witting trotz aller äußeren Erfolge sein Lebenlang als einstiger Jude noch besonders um Anerkennung werben mußte, mit welchen Schwierigkeiten er trotz feiner Abkehr vom Judentum zu kämpfen hatte. Der seelische Zwiespalt, der sich hieraus ergab, verbitterte die letzten Zwanzig Jahre feines Lebens, und so ist es erklärlich, daß er sich am Schlüsse feines Lebens, wie Heinrich Heine und andere Konvertiten, immer mehr zu seinen früheren Glaubensgenossen hingezogen fühlte. A. L. Eine Pressekonferenz der Schomre-Schabbos-Vewegung fand Donnerstag, 7. August, im Hause von Rechtsanwalt Dr. Sulzberger in Berlin statt. Der Referent, Dr. G r ü n b e r g, legte die Ziele und Zwecke der Bewegung in äußerst interessanter und klarer Weise dar. Es handelt sich hier nicht nur um eine Bewegung, die der Aufrechterhaltung des Schabbos-Gedankens gewidmet ist, sondern es ist gleichzeitig hier eine umfassende Organisation zur Förderung und zum Schutz der sabbathfeiernden Juden im Entstehen. Außer Zahlreichen Ortsgruppen der Vereinigung selbst haben sich in- und ausländische Gemeinden und maßgebende Persönlichkeiten besonders im Osten für die Verwirklichung des Sabbathschutzes eingesetzt. Neben der Förderung und Begründung von sabbathhaltenden Unternehmen, soll insbesondere auch die Weekend-Bewegung, die — allerdings aus völlig anderen Gründen — den freien Sarnstag propagiert, unterstützt werden. Endlich setzte sich der Redner mit den Schwierigkeiten, die durch die Kalenderreform erwachsen, und mit den von jüdischer Seite gemachten Vorschlägen auseinander. Betont wurde endlich die absolute politische Neutralität der Bewegung. R. W. Musikdirektor, Oberkatttor Aron Friedmann (Berlin) vollendet am 22. August in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar, dessen hervorragendes Werk „Schir Lischllaumau, Chasonus für das ganze liturgische Jahr" ihm weit über den Rahmen seiner Wirkungsstätte hinaus einen hervorragenden Namen in der gesamten Kantorenschaft gemacht hat, gilt als einer der besten Kenner der jüdischen Gebetsmusik. In seinen „Erinnerungen, 50 Jahre in Berlin", die 1928 erschienen, schildert er seinen Werdegang, seinen Aufstieg in Berlin in engster Verbundenheit mit der Berliner jüdischen Gemeinde sowie seine innige Angehörigkeit zu feinem Stande, sein lebenslanges Streben, diesen zu heben und ihm die ihm gebührende Achtung und Anerkennung bei den Außenstehenden zu schaffen. Diesem Stande widmete Aron Friedmann seine geistigen Arbeiten, indem er dem Kantorenverein sämtliche Einnahmen aus seinen wissenschaftlichen Werken zukommen ließ. Die letzten Jahre fügte er seinem Lebenswerk „Schir Lifchllaumau" noch zwei Anhänge hinzu, die selbst wieder zu zwei stattlichen Bänden angewachsen sind und im Manuskript der Veröffentlichung harren. Wir wünschen dem Jubilar einen gesegneten Lebensabend in geistiger und körperlicher Frische. Sanitätsrat De. Sternberg seligen Andenkens. Einer unserer ältesten und bewährtesten Freunde, Sanitätsrat Dr. Sternberg in Emden, ist im hohen Alter aus diesem Leben abberufen worden. Sternberg hat sich dadurch ausgezeichnet, daß er zu einer außerordentlich frühen Zeit die Bedeutung bodenreformerischer Bestrebungen erkannte, und durch Vorträge und Schriften immer wieder auf diese für unser Volk so wichtigen Dinge mit Nachdruck hinwies. In weiten Kreisen hat er sich deshalb größter Schätzung erfreut, namentlich auch in solchen Kreisen, die an sich unserer Gemeinschaft wenig leicht zugänglich gewesen sind. Allgemein schätzte man die Unbestechlichkeit seines Urteils, die Uneigennützigkeit und die tiefe wissenschaftliche Durchdringung des Stoffes, die ihn auszeichnete. In der „C. V.-Zeitung" hat Dr. Sternberg im Jahre 1925 in einem umfangreichen Aufsatz zu dem Thema „Die Juden in der Bodenreform" Stellung genommen. In seiner ärztlichen Praxis war er ein Freund der Armen, der sich jedem Menschen als Bruder verpflichtet fühlte. Er war eine Zierde unserer Gemeinschaft. kleine Chronik Am 30. August feiern unsere langjährige!: Mitglieder Stadtrat Ludwig Strauß, Synagogenvorstand und Schatzmeister des Pfälzischen Israelitischen Ge¬ Unsere Neuerscheinungen: Ihre literarische Einheit... M. 0,45 8. Moli: SIS, . Eid nnd Gelübde 3., vermehrie Auflage unter Berücksichtigung des Nürnberger Talmud -Prozesses gegen Holz und Streicher wegen Religionsbeschimpfung und Gotteslästerung .M. 0,95 F. HBrtZ. als RassenSorscher 2.. verbesserte Auflage ... M. 0,45 Lindenslrasso 13 * BERLIN SW 6$ * Bönboff 3595 Postscheckkonto Berlin 83512. meindeverbandes, und deffen Gattin, Frau Klara Strauß, Vorsteherin des Israelitischen Frauenvereins in Bad Dürkheim das Fest der Goldenen Hochzeit. — Kürzlich feierte der Vertrauensmann unserer Ortsgruppe Büre n, Simon Berghausen, mit seiner Gattin das Fest der Silbernen Hochzeit. Wir gratulieren unseren Freunden herzlichst. — Unser langjähriges Mitglied, Markus Heyman n in Alsenz starb im Alter von 83 Jahren. Wir werden sein Andenken stets in Hhren halten. öerichtigung. In dem Artikel „Dr. Heinrich Frank (Köln) 50 Jahre" in Nr. 33 unserer „C. V.-Zeitung" muß es heißen: Dr. Frank ist liberales Vorstandsmitglied der Kölner Gemeinde und Mitglied der liberalen Fraktion im Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden. Säöernachrichten. Friedrichroda (Thüringer Wald). Dieses liebliche Fleckchen. Erde erfreut sich eines steten, guten Besuches. Gemeinsame Wanderungen finden zweimal in der Woche unter bewährten Führern statt. Für Unterhaltung sorgt die Kurverwaltung durch Rsunions, Tanztees, Theatervorführungen, Solistenkonzerte außer öeit Kurkonzerten. Ferner stehen den Kurgästen Spielzimmer, Tennisplätze, gedeckte Liegehallen, Luft- und Schwimmbad zur Verfügung. Meran. Das recht kühle Wetter im Hochgebirge und in den Dolomiten hat viele Fremde veranlaßt, nach Meran herunterzusteigen, wo es für diese Jahreszeit bereits lebhaft zugeht. Die ersten Frühtrauben Warum geben Sie für eine Zigarette mehr Geld aus, wenn Sie schon für 3 bis 4 Pfennig jahrzehntelang bewährte Erzeugnisse der OESTERREICHISCHEN TABAK-REGIE erhalten können? Erproben Sie 913

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