Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 33 (15.8.1930)
- Date
- 1930-08-15
- Page
- Seite 437 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Justizrat Dr. Martin Lövinson seligen Andenkens Schon wieder hat den Vorstand des Centralvereins ein schwerer Schlag getroffen. Einer um serer Veteranen, Justizrat Dr. Martin Lövins o n, ist im 72. Lebensjahr am 11. August aus diesem Leben abberufen worden. Mit ihm verlieren wir einen Mann, der bis vor wenigen Jahren durch Jahrzehnte in der vordersten Reihe unserer Kämpfer stand. In den ersten Jahren des Bestehens unseres Centralvereins war die Rechtsschutzkommission von ganz besonderer Bedeutung. In ihr hat Martin Lövinson vorbildlich mitgearbeitet. Besonders sachverständig war er auf dem Gebiete des Staats¬ und Verwaltungsrechtes. Deshalb hat er, namentlich in der Vorkriegszeit, bei parlamentarischen Verhandlungen und bei Eingaben an die Staatsbehörden maßgebend mitgewirkt. Unermüdlich war er in der Beratung unserer Freunde im Lande. Diese Tätigkeit hatte zur Folge, daß der Verband der deutschen Juden ihn zu seinem Generalsekretär berief. Dieses Amt mußte er jedoch später infolge beruflicher Ueberlastung niederlegen. Martin Lövinsons Haupttätigkeit für unseren Centralverein fiel in die Zeit des Weltkrieges. Damals hat unter seinem Vorsitz allwöchentlich ein kleiner Aktionsausschuß des Centralvereins getagt, der zu den gegen Kriegsende immer schwerer werdenden Problemen unserer Zeit Stellung genommen hat. Im Jahre nach dem Kriege mußte Lövinson sich gesundheitlich mehr Schonung auferlegen, so daß er sich nicht mehr in der gewohnten Weise an den Arbeiten beteiligen konnte. Martin Lövinson war ein treuer und warmer Vertreter unserer Gedanken; er hat gewirkt und geschaffen, wo er nur immer konnte. Der Centralverein ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied. In der Reihe der alterprobten, jahrzehntelangen Mitarbeiter wird der Name Martin Lövinson unvergessen bleiben. L. H. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Irank (Röln) 50 Jahre alt Rechtsanwalt Dr. Heinrich Frank in Köln begeht am 21. August d. I. den 50. Geburtstag. Frank ist ein Kölner Kind und entstammt dem Hause des unvergeßlichen Rabbiners Dr. Abraham Frank. Sein Vater, ein bedeutender jüdischer Gelehrter, hat zweifellos zumindestens nach der jüdischen Seite entscheidend auf seine Interessen eingewirkt. So ist er weit über die Mauern der Stadt Köln hinaus ein starker Exponent im öffentlichen jüdischen Leben geworden, ein liberaler Jude aus innerster Ueberzeugung. Er hat um so mehr Recht, es zu sein, weil sein Liberalismus sich aus ein gründliches jüdisches Wissen stützt. Er ist Vorstandsmitglied der liberalen Fraktion im preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden. Die Synthese von Deutschtum und Judentum ist für ihn kein Problem. Als unbedingter Bekenner der reinen Emanzipationsidee, in seiner Anerkennung der deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft fühlt er sich mit dem deutschen Heimatsboden fest verwurzelt, führt er als Mitglied des H a u P t v o r st a n d e s des Centralvereins und als langjähriger Vorsitzender der Kölner Ortsgruppe sowie als Mitglied im engeren Ausschuß des linksrheinischen L a n d e s v e r b a n d e s d e s C. V. in vorderster Reihe den Kampf gegen anti semitische Entrechtungszide. Wo sonst die jüdische Sache ihn braucht, da stellt er sich nicht abseits. Als Leiter der Kölner- Gruppe des „Ort" leiht er den jüdischen Siedlungsbestrebungen und dem Gedanken der jüdischen Handarbeit und Handfertigkeit seim Kraft. Darüber hinaus aber ist er dem streben edler Menschlichkeit stärkster Impuls. Als Mitbegründer der Morialloge, auf deren Prüfidentenstnhl er drei Jahre fast hintereinander saß, hat er aus deren geistige Arbeit und brüderliches Streben mit dem Einfluß seiner Persönlichkeit eingewirkt. Und wie er hier den Großen ein Führer war, so erstreckt sich seine Sorge als Kurator des Kölner Jüdischen Waisenhauses auch^auf die Kleinen. Franks Schaffen und Wirken ist im besten Sinne positiv, ist Dienst am jüdischen und deutschen Menschen. Ganz Kämpfer für seine Ueberzeugung, sucht er Frieden und Ausgleich, ohne jedoch zur Konzession der Gesinnung je bereit zu sein. 50 Jahre des Lebens sind ein Höhepunkt, für Dr. Frank aber kein Stillstand. Er wird nie mit sich zufrieden und darum zu weiterem erfolgreichen Wirken berufen sein. _E. Jacobi (Köln). 2 Ratschläge für die Schönheitspflege auf der Reise 1. 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