Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 33 (15.8.1930)
- Date
- 1930-08-15
- Page
- Seite 429 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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[ttttral Merein Vlütter für deutfrsttum und Judentum. Serlin, 15. August 1-ZS IX. Jahrgang * Nr. 33 Einzelnummer 20pfenrng 'vrgan des tentralVereinsdeutfekex¥ Staatsbürger Möifeken ölaubens o.V. /^U^smsins IsiwnZ <^SL JucZsntums BierteljahrSabonnement 2,Sv RM. (zuzügl. Bestellgeld). Verlag und Schriftleitung: Berlin SW 68, Liudenstr. 13. Amt Dönhoff 3594, 3595. Postscheckkonto: Berlin 304 72. .:. Bankkonto: Dresdner Bank, Wechsel. stube G, Berlin SW 68, Lindenstraße 7, und von Goldschmidt - Rothschild & Eo., Berlin W 8. T. Alleinige Anzeigenannahme: Annoneen-Expedition Rudolf Masse, Berlin 8W100, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 für b:e 7gespaltene Zecke nach Rudolf Moss^i Normalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder des Centralvereins 0,45 AM, die 62 mm breite Reklamezeile 3,50 AM. An tit dMch-WWt Sugend! Der Eintritt der deutsch-jüdischen Generation in die Politik, der unzählige Male in der Jugendbeilage, in Aussprachen auf Tagungen und Heimabenden erwogen wurde, ist jetzt kein Problem mehr. Das Ob stand schon seit einiger Zeit außer Frage; über das Wie waren die Ansichten geteilt. Nun ist, zumindest für die nahe Zukunft, auch das Wie eindeutig zu beantworten. Der Platz der deutsch-jüdischen Generation ist in der Front der Kämpfer für die Aufrechterhaltung unserer Emanzipation in deutschen Landen unter deutschen Volksgenossen. Wo immer jetzt die Parteien aufmarschieren und ihre Werberufe hinaussenden — immer ist von der Notwendigkeit die Rede, jungen Kräften den Weg freizumachen für den Versuch, die neue Zeit durch Menschen meistern zu lassen, die in ihr heranwuchsen und reiften. In dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied zwischen den Freunden des Staates, die mit jungen Kräften an seinen Neuaufbau gehen wollen, und den Feinden des Staates, die mit den Grundlagen seiner Verfassung auch den Rechtsboden unserer staatsbürgerlichen Stellung zu unterhöhlen beabsichtigen. Hieraus erwächst klar die auf zwei Ziele gerichtete Aufgabe der jungen deutsch-jüdischen Menschen: Im Heerbann der Gegner müssen sie die jugendlichen Menschen zu finden versuchen, um ihnen durch den Appell an das gemeinsame jugendliche Zeiterlebnis den Weg zu besserer Ueberzeugung zu weisen, und in den Reihen der staatsbejahenden Parteien müssen sie werbend, stärkend, anfeuernd Mitarbeiten. Der Cenlralverein, seine Lanüesverbänöe und Ortsgruppen brauchen euch! * Die junge deutsch-jüdische Generation hat ihren Altersgenossen in allen anderen Gruppen einen wesentlichen Vorteil voraus: Sowohl die Methode wie die Richtung ihres politischen Kampfes können sie auf den Fundamenten weiterbauen, die sie von den Aelteren übernehmen. Denn mit diesen gemein haben sie das gegenwärtige Bedrohtsein. Auf allen Altersschichten ruht in gleicher Schwere die Verantwortung für die Ehre und das Leben unserer jüdischen Gemeinschaft. Alle erfüllt in gleicher Stärke der Wille zur Zukunft. Der Platz der jungen deutsch-jüdischen Generation ist darum in den Reihen des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. In ihm ist für jede Befähigung, für jede Eigenart Arbeitsraum. Aufgabe der Jugend in seinen Reihen ist es, aus der „Auflockerung des Parteiwesens" die Lehren zu ziehen: daß es nämlich in diesem Augenblick nicht so sehr aus Prinzipien und Eigenform ankommt wie auf die Nutzbarmachung jeder Kraft, jeder Veranlagung für die überbrückende Allgemeinverpflichtung. Mag auch oft von jugendlicher Seite über eine gewisse Ueberalterung der Ortsgruppenführung des Centralvereins Klage erhoben worden sein — heute gilt es, berechtigte Wünsche vorläufig zurückzustellen und sich ganz in die Kampffront des C. V. einzugliedern. Ob die Arbeit im Vorbereiten von Versammlungen, im Werben von Menschen oder in anderen wuchtigen Tätigkeiten besteht, immer wird der freudige Einsatz der Jugend auch von der alteren Generation anerkannt werden. Zeigen wir die jugendliche Entschlußfreudigkeit! Nutzen wir den Augenblick: Hinein in die Arbeit des Centralvereins: Hinein in die Ortsgruppen und Landesverbände! Der 14. September wird entscheiden, ob das deutsche Volk Aufstieg oder Niedergang will. Der 14. September wird daneben erweisen, ob die deutsche jüdische Jugend den Willen zur Gemeinschaft zu verwirklichen vermag. ^ugenöausschuß des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. B. Ernst Heinrich Seligsohn. Alfred Hirschberg. Lentral-Verein und Staatspartei von Ludwig Holländer Die folgernden Ausführungen sollen nctd) keiner Richtung etwa eine Ivefou* dere Empfehlung einer bestimmten Partei bedeuten. Sie sollen der Klärung einer viel umstrittener: Frage dienen. I. Eine Gemeinschaft, die wie der Central- Berein infolge der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verschiedenheit ihrer Mitglieder in eine große Anzahl von Anschauungskreisen geteilt ist, wird für sich niemals positiv ein einheitliches Parteiprogramm gelten lassen können. Grundsätzlich wird sie dagegen alle 4i*tss' wm