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Central-Verein-Zeitung · 1930-08-08 · 32 (8.8.1930) · p. Seite 424

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
32 (8.8.1930)
Date
1930-08-08
Page
Seite 424 (sequence 8)
Language
German
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424 deutschen Vaterlandes ist es erforderlich, dasz alle gut gesinnten und wahrhaften Patrioten sich, frei von kleinlichem Parteigeist, in der Pflege der großen deutschen Kulturgüter zusammen finden." Im Dezember 1925 hielt Siegfried Wagner im „Verein Berliner Presse" einen Vortrag, in dem er, wie damals in der „C. V.-Zeitung" berichtet wurde, die Festspiele „für vollkommen apolitisch" erklärte. Siegfried Wagner hat, da die Gerüchte von der völkischen Einstellung des Hauses Wahnfried immer wieder auftauchten, noch häufig Gelegenheit gesucht, seine persönliche Vorurteilslosigkeit in der Presse aller Länder bekanntzugeben. So schrieb er am 19. Januar 1926 in einem Brief an Dr. Weil: „Es wird das Gerücht verbreitet, daß der B a y r e u t h e r Bund der Deutschen Jugend, den Herr Otto Daube ins Leben gerufen hat und der im Sommer einige Ausführungen von Zweien meiner Opern veranstaltet (in Weimar), antisemitische Tendenzen habe . . . Ich teile Ihnen nun mit, daß kein Wort daran wahr ist. Herr Otto Daube, ein ruhiger, vernünftiger Mensch, weiß, daß er mir den schlimmsten Dienst tun würde, wenn er irgend politische Tendenzen verfolgt. Es liegt auch seiner Natur ganz fern, ich habe lange mit ihm über diese Frage gesprochen, und er teilt vollständig meine Ansicht. Es ist doch wirklich bedauerlich, daß immer wieder gewühlt und gehetzt werden muß. Hält man mich denn für so verlogen, datz ich an einem Tage so spreche und dann gleich darauf das Gegenteil tue?" Und noch am 20. Mai dieses Jahres schrieb Siegfried Wagner an Bruno Weil und bat ihn, einem Artikel im „Jewish Chronicle“ entgegenzutreten, der die Behauptung ausstellte, daß Siegfried Wagner ein warmer Freund Hitlers sei. Siegfried Wagners Erben haben eine große künstlerische. Ausgabe fortzufetzen. Hoffen wir, daß sie es in dem Geiste Siegfried Wagners tun werden, der die Bayreuther Festspiele als einen überparteilichen, frei von Politik nur der Kunst gewidmeten Mittelpunkt deutschen Geisteslebens bewahren wollte! tzeimatgeschichte -er -rutschen Iu-en In dem soeben erschienenen Heft'2 des zweiten Jahrganges der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Philo- Verlag, Berlin SW 68) nimmt Dr. Raphael Strauß (München) in einem Abriß „Neuere geschichtswissenschaftliche und zeitgeschichtliche Literatur" vom Standpunkt des Historikers vor allem zu Coudenhove-Kalerigis „Wesen des Antisemitismus" und Bellocs „Juden" eingehend Stellung. Diplomingenieur Dr. Alexander Pinthus (Berlin) veröffentlicht einen Teil seiner lehrreichen, in ihrer Art wohl einzig dastehenden „Studien über die bauliche Entwicklung der Judengassen in den deutschen Städten". Gestützt auf eine größere Zahl älterer Archivakten berichtet Oberbibliothekar Dr. Moritz Stern (Berlin) über „Die Niederlassung der Juden in Berlin im Lodbad TSK. MMfiM stumm Preisen das Beste an Unterkunft und Verpflegung. Jahre 1671", mit der die Wiederanfiedlung der Juden in der Mark Brandenburg in engem Zusammenhang steht. Einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der jüdischen Gemeinden Preußens wie auch zur jüdischen Familiengeschichte liefert Studienrat Dr. Willy Cohn (Breslau) in seinem Aussatz „Staatsbürgerrolle der Breslauer Juden von 1812, I. Teil." Miszellen, Buchbesprechungen und wissenschaftliche Nachrichten beschließen den reichen Inhalt des Heftes. — tll— Heinrich Eduard Jacob: „Blut und Zelluloid". Verlag Eryst Rowohlt. Das ist ein eigenartiges Buch. Man könnte es romantisch nennen im Hinblick auf seinen Schluß; aber es ist es nicht. Es ist lebendig wie unsere Zeit, und als ihr Produkt läßt sich schwer etwas über seinen endgültigen Wert sagen. Sicher ist nur, daß der Reiz, der von diesem Abenteuerbuch ausgeht, in seiner Mischung von Sensation und Aesthetik, in seinem Nebeneinander von Politik und Gefühl, von Geschäft und Schönheit liegt, . und daß darunter die Geschlossenheit der Handlung und der Idee gelitten hat. Nach dem Willen des Autors ist sein Held ein Jude. Eine zwingende Notwendigkeit hierzu liegt nicht vor. Benno Rubensohn also, alias Benno Rubenzoni, Filmmagnat und Filmregisseur, ist verkracht, hat abgeschlossen mit dem Leben, das die Tür hinter seinem Dasein Werbe-flusschreiben Wir haben uns zwecks Weiterempfehlung unserer Fabrikate zu einem groben Reklame-Wettbewerb entschlossen und für die richtige Lösung unserer Preisfrage: Auf welches Volkslied bezieht sich dieses Bild? hohe Wertpreise im Gesamtwerte von über RM.6500,— ausgesetzt, und zwar als: Die Beteiligung ist für jedermann kostenlos und unverbindlich« Die Verteilung der Wertpreise erfolgt durch einen Rechtsanwalt und Notar in Wolfenbütfel. — Die Versandkosten für Zusendung der Preise sind vom Gewinner zu fragen. — Den Zuschriften ist außer der genauen Adresse und Lösung keinerlei Text beizufügen. Die Einsendungen haben in verschlossenem Brief, mit einer Freimarke versehen, innerhalb 8 Tagen nach Erscheinen des Inserates zu erfolgen und ist auf dem Briefumschlag oben links das Kennwort „Werbe-Ausschreiben" zu vermerken. FR. 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