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Central-Verein-Zeitung · 1930-07-04 · 27 (4.7.1930) · p. Seite 361

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
27 (4.7.1930)
Date
1930-07-04
Page
Seite 361 (sequence 9)
Language
German
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361 dem Mannschaftsstande sind mindest zu gleichen Teilen Grund für seine Ablehnung. Wir haben uns in diesen Blättern lediglich mit dem „jüdisch" bedingten Teilkonflikt zu befassen. Und da müssen wir sagen: Das Milieu, in dem Herzog diesen Konflikt ausbrechen läßt, die Reichswehr, ist ein wenig glaubwürdiger Hintergrund für die Auseinandersetzung. Jüdische Reichswehroffiziere gibt es nicht. Der dramatische Konflikt, der ja nicht Ausnahmen, sondern typische Menschen im Kampf mit ihrem Schicksal darstellen soll, kommt also in einem Umkreis zum Ausbruch, der durchaus nicht typisch, für einen solchen Fall sogar unglaubhaft ist. Trotzdem aber gibt es in allzu vielen anderen Berufskreisen den Konflikt jüdischer Menschen mit einer Umwelt, die trotz Anerkennung von Leistung und Charakter den „wesensfremden" Juden ablehnt und ihn auszuschalten sucht. Galsworthy hat einen ähnlichen Vorgang, viel'wirksamer und glaubhafter als Herzog, in seiner „Gesellschaft" gezeichnet. Die „Deutsche Z e i t u n g" fragt uns hämisch, ob wir gegen dieses Stück nicht protestieren wollen. Sie glaubt, weil sie uns nicht kennt oder nicht kennen will, wir seien zu derartigen politischen Protesten berechtigt. Diese Aktivlegitimation haben wir, wie erwähnt, nicht. Gegen die Darstellung eines typischen Zusammenpralls der judenfeindlichen Umwelt mit einem „unbequemen" Juden aber zu protestieren, haben wir keinen Anlaß. Der „Deutschen Zeitung" empfehlen wir ein Radikalmittel gegen unangenehme Juden-Tendenzstücke: Sie möge in ihrem Leserkreis die Sinneswandlung schaffen, die solche Dramen überflüssig macht. Vorläufig ist der Judenkonflikt leider noch bitter aktuell. Deshalb können wir nur bedauern, daß das Drama noch nicht geschrieben ist, das diesen Konflikt dichterisch formt. Rei. Stadtrabbiner Dr. Paul Rieger (Stuttgart) 60 Jahre alt. Am 4. Juli vollendet Stadtrabbiner Dr. Paul Nieger in Stuttgart sein 60. Lebensjahr. Dr. Paul Nieger, ein Schüler des Breslauer Rabbiner- Seminars, amtierte zuerst in Potsdam, dann an der Hamburger Tempel-Gemeinde, als Landesrabbiner in Braunschweig und seit einigen Jahren in Stuttgart. Besonders wird seine wissenschaftliche Tätigkeit und Bedeutung anerkannt. Sein Hauptwerk ist die gemeinsam mit Rabbiner Dr. Vogelstein in Breslau herausgegebene „Geschichte der Juden in Rom". Von ihm stammt die neue Bearbeitung des ersten Bandes der „Neuesten Geschichte des jüdischen Volkes" von Martin Philippson. Auch sonst hat Dr. Rieger eine Reihe kleinerer Abhandlungen in gelehrten Zeitschriften und Broschüren veröffentlicht. Erfolgreich und bewährt war Dr. Rieger von jeher im Unterricht. Seine Schüler von einst und jetzt hängen an ihm in wahrer Dankbarkeit. Wir wünschen unserem treuen Freunde und hochgeschätzten Mitarbeiter noch lange Jahre segensreicher Tätigkeit in der festen Gesundheit und in der jugendlichen Frische, die ihn von jeher ausgezeichnet haben. A. W. öerichtigung. In Ihrer Nummer 21 vom 23. Mai 1930 haben Sie aus der zweiten Seite einen Aufsatz veröffentlichtet, betitelt „Kampfbund für deutsche Kultur". Ich ersuche Sie, aus Grund des § 11 des Pressegesetzes in der nächsten Nummer Ihrer Zeitschrift folgende Berichtigung zu veröffentlichen: 1. Unwahr ist, daß die bis zum 1. April 1930 von mir geleitete Monatsschrift „Der Weltkampf" falsche und verfälschte Zitate jüdischer und nichtjüdischer Autoren veröffentlicht hat. Wahr ist, daß im Laufe von über fünf Jahren noch keine einzige Berichtigung seitens jüdischer Kreise erfolgt ist, und somit die Richtigkeit der beanstandeten Zitate feststeht. 2. Unwahr ist, daß die Monatsschrift „Der Weltkampf" ein Organ des Kampfbundes für" deutsche Kultur sei. Wahr ist vielmehr, daß diese Zeitschrift sich in privatem Besitz des Verlegers Dr. Ernst Boepple befindet und somit von der genannten Organisation vollkommen unabhängig ist. Alfred Nvsenber g. * In Ihrer uns erst jetzt zu Händen gekommenen Ausgabe Nr. 21 vom 23. Mai 1930 befindet sich auf der zweiten Seite ein Aufsatz, betitelt „Kampfbund für deutsche Kultur", Gelder des Reichsinnenministeriums für eine nationalsozialistische Organisation. Wir ersuchen Sie, auf Grund des § 11 des Pressegesetzes, in Ihrer nächsten noch nicht abgeschlossenen Nununcr folgende Berichtigung zu bringen: 1. Unwahr ist, daß die Monatsschrift „Ter Weltkampf" das Organ des Kampfbundes für deutsche Kultur sei. „Der Weltkampf" hat nur, wie viele andere Zeitungen und Zeitschriften, über die Gründling dieses Vereins berichtet. Wahr ist vielmehr, daß das einzige Organ des Kampfbundes für deutsche Kultur die seit seiner Gründung erscheinenden „Mitteilungen" des Kampsbundes sind. 2. Unwahr ist, daß der Kampfbund für deutsche Kultur eine nationalsozialistische Organisation sei. Wahr ist vielmehr, daß dem Kampfbund Angehörige fast aller nationalen Gruppen und Parteien angehören. 3. Unwahr ist, daß der Kampfbund Gelder des Reichsinnenministeriums erhalten habe. Wahr ist vielmehr, daß der Kampfbund vorn Thüringischen Unterrichtsministeriuln zilr Durchführung des Jugend- und Kulturtages vorn 7. bis 9. Juni in Weimar 150 Mark (i. W.: Einhundertfünfzig Mark) Unterstützung erhalten hat. Kampfbund für deutsche Kultur. ft 4tg, Pi* ••. J(y ohne Abspannung und Müdigkeit sichern Ihnen wenige Tabletten Kola Dallmann. Sie verleihen in Minuten körperliche und geistige Frische und lassen die Strapazen des Reisens gar nicht erst bewußt werden. - Eine Schachtel Kola Dallmann als Reisegabe vor der Abfahrt bedeutet eine besondere Aufmerksamkeit. KOLA DALLMANN Sdiachtel M. in Apotheken und Drogerien. TEMPINO geschlitzter Name für Pinobad Marke „TEMMLER“ Hodikonzentrierfes, kombiniertes, aromatiscliss Edelfannen-Lafschen- Kiefer-Fichtennddel-Btul fürtMse u.Riieumnlei(ienOe. Aeusserst ergiebig im Gebrauch. in allen Apotheken und besseren Drogerien vorrätig. 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