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Central-Verein-Zeitung · 1930-06-27 · 26 (27.6.1930) · p. Seite 341

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
26 (27.6.1930)
Date
1930-06-27
Page
Seite 341 (sequence 1)
Language
German
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«rein enrrot Blätter für (teittffhtum und Judentum su. y _ Bierteliahrsabonnement 2,50 RM. (zuzügl. Bestellgeld). Verlag und Schriftleitung: Berlin SW 68, Lindenstr. 13, Ser lin, 27. Funi 1930 IX. Jahrgang ♦ Nr. 26 Einzelnummer 20 Pfennig Organ -es tentralVereins-eutfeftex^. ölaatsdüryer jüöifeken ölaubens e.v. -^.li^emeine des 3udenfum3 Amt Dönhoff 3594, 3595. Postscheckkonto: Berlin 804 72. Bankkonto: Dresdner Bank, Wechselstube G, Berlin SW 68, Lindenftraße 7, und von Goldschmidt - Rothschild L Co., Berlin W 8. , r£cm .. Alleinige Anzeigenannahme: Annoneen-Expedition Rudolf Mosse, Berlin 8W 100, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 Mi Mr die 7gespaltene Zeile nach Rudolf Mosses Normalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder des Centralvereins 0,45 JlJl, dre 62 mm breite Reklamezene 3,50 JcM, Frei ist der Rhein! Von Zustizrat Bernhard Falk, Köln, M. d. L. Wenn am 1. Juli die Sonne ausgeht, so grüßen ihre Strahlen segnend ein befreites Land. Der letzte fremde Soldat verläßt am 30. Juni die rheinische Erde. Von jahrzehntelanger Not erlöst ist das deutsche Volk am Rhein. Wiedergegeben ist kerndeutscher Boden dem Vaterland. Der Druck der Besatzung ist im Laufe der Jahre milder geworden. Aber bis auf den letzten Tag stand der Rheinländer unter der fürchterlichen Justiz der französischen Kriegsgerichte, unter der Gefahr der Ausweisung. zwischen Spitzeln und Angebern und Werbern für die Fremdenlegion. Freiheit für den Rhein bedeutet Freiheit für das Deutsche Reich, das endlich die Herrschaft im eigenen Lande wiedergewonnett hat. soweit das unter den einschnürenden Bestimmungen des Versailler Vertrages möglich ist, Freiheit für den Rhein bedeutet für Europa und die ganze Erde den Uebergang von Gewalt und Unterdrückung zur Verständigung und zum Frieden. Allerdings erst den Uebergang zu friedlicher Zusammenarbeit in Wirtschaft und Kultur. Solange die Saarfrage nicht im deutschen Sinne gelöst ist. bleibt die Gemeinschaftlichkeit der Arbeit zwischen dem deutschen Volke und den Ententemächten ein Problem. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit droht in England nicht weniger als in Deutschland.. Wirtschaftsnot zeigt sich in allen Siegerstaaten, wie bei uns. Die internationale Atmosphäre muß völlig ungetrübt sein, ehe die Völker mit.vereinten Kräften mit Erfolg versuchen können. Hand an den Wiederaufbau Europas zu legen. Wir dürfen hoffen, daß. die Stimme der Vernunft auch die letzten Schreie des Hasses und der Kriegspsychose bald übertönen wird. Deutschland verlangt sein Recht und muß es finden, wenn die Welt zu einem wirklichen Frieden kommen soll. So gesehen, gewinnt der Abzug der Besatzung Bedeutung weit über die Tatsache selbst hinaus. Ganz Deutschland nimmt frohen und dankbaren Anteil an der Befreiung der Rheinlande. In diesem Kreise will die ,.C. V.-Zeitung" nicht die letzte sein. Nicht, als ob hier irgendeine besondere jüdische Note Mitschwingen könnte. Es handelt sich um die entscheidende deutsche Schicksalsfrage. Da hat alles zurückzutreten, was trennen und hemmen könnte. Heute erfüllt uns über Stände und Berufe, über Parteien und Bekenntnisse, über die Gegensätze in Weltanschauung und Staatsauffassung hinweg nur der eine große Gedanke: Wie dienen wir dem deutschen Volke? In den Tagen der Not haben sich im besetzten Gebiet die Parteien eng zusammengeschlossen. Von rechts 'bis links stand eine ungebrochene Front. Ohne diese innere Geschlossenheit der rheinischen Bevölkerung wäre die Abwehr kaum möglich gewesen. Wie im Schützengraben, so fragte auch damals niemand nach der politischen und religiösen Einstellung des anderen. Die Mitarbeit aller war willkommen und nötig. Sollte sich das flammende Feuer der vaterländischen Begeisterung, das damals das ganze Rheinland durchlohte, nicht auch heute zu neuer Glut entfachen können? Der unbeugsame Wille, der Rheinlands Frauen und Männer den Kampf um Heimat und Volkstum siegreich bestehen ließ, sollte er nicht für Gegenwart und Zukunft Gemeingut deutscher Nation werden können? In Dankbarkeit und Wehmut gedenken wir heute der beiden Männer, die das Beste für die Befreiung des Nheinlandes getan haben, die aber ein tragisches &««<ra4«*»«,: 0c. «••Md* *ta M« / —» f n —»Br» ,IB fnll» CB *» J>»l Lämmer 50 rvrrr1% «itfttltfttei* S0 PU 3b 0ui*. » S|» Ot. StMieml ieoen Sonnentag n»d Sonntag / *«*«• *•« ••*»«**» Sonntag, Den 22. Jnni 1930 1.Infra«» vor Judenpogromen in Berlin? Die letzte Nummer des „Angriff" hatte eine besonders „zugkräftige" Überschrift: „Vor Judenpogromen in Berlin?" Wir wollen dieses Kulturdokument allen denen, die sich noch eine Spur sittlichen Empfindens im politischen Kampfe bewahrt haben, nicht vorenthalten. Goebbels erläutert seine ungeheuerliche Aufreizung durch weit hergeholte Argumente: die Unsicherheit im öffentlichen Leben sei durch das Uniformverbot gewachsen. Es werde jetzt einen Kampf aller gegen alle geben. „Wenn es dabei zu von nns nicht gewünschten und bisher verhinderten Judenpogromen kommen sollte, so hat uns die Regierung selbst die Möglichkeit geraubt, die Disziplin unserer Anhänger zu gewährleisten." Wir brauchen wohl nicht erst zu erklären, daß wir gegen diesen Noheitsrekord in Verhetzung der Oessentlichkeit durch den immunen Herrn Reichstagsabgeordneten Goebbels mit allen im§ zur Verfügung stehenden legalen Mitteln Vorgehen werden. Leib und Leben der Juden in Deutschland werden durch Goebbels mit der Kulturschande des Pogroms bedroht. Herrn Goebbels aber beneiden wir nicht um die Verantwortung, die er durch diese unverhüllte Pogromhetze auf sich ladt. Zu der Berliner Polizei haben wir' das Vertrauen, daß sie alle Bürger, also auch die jüdischen, zu schützen weiß. Sollten sich trotzdem Zwischenfälle ereignen, so wissen Nur dieses Mal genau, wer die Anregung dazu gegeben hat.

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