Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 25 (20.6.1930)
- Date
- 1930-06-20
- Page
- Seite 325 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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öerttn, LS. Juni IS3S IX. Jahrgang ♦ kl . 25 Einzelnummer 20 Pfennig [«nfral «min Blätter für SeutfrKtum und Judentum 'drgan des tentralVereiusdeutfeKex^ ötaatsdüryeriüöifctren Blaudens e.V. -XUtzsmsins Zeifeir\^ desDudenfums BierieljahrSabonnement 2,SV RM. (zuzügl. Bestellgeld). Verlag und Schriftleitung: Berlin 8W 68, Lindenstr. 13. Amt Dönhoff 8594, 8595. Postscheckkonto: Berlin 304 72. Bankkonto: Dresdner Bank, Wechsel« ftube G, Berlin SW 68, Ltndenstraße 7, und von Goldschmidt - Rothschild & Co., Berlin W 8. Alleinige Anzeigenannahme: Annoncen-Cxpedition Rudolf Mosse, Berlin SW 100, und deren Filialen. Anzeigenpreise: 0,90 <7iM für die 7gespaltene Zeile nach Rudolf Mosses Normalzeilenmesser Nr. 4, Familienanzeigen und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder des Centralvereins 0,45 JiJi, die 62 mm breite Reklamezeile 3,50 JeJi, Unsere Antwort an Dr. FM M Mteft-KundgebunM in Berlin und Eisenach Das war ein EMM Von Justizrat Dr. Julius Brodnitz. Drei übervolle Versammlungen bei heißer Sommerzeit! Drei Versammlungen, getragen von sittlichem Ernst und staatsbürgerlichem Verantwortungsgefühl! Beweis genug, daß die Einberufung der Versammlungen ein unbedingtes Gebot der Stunde war. Wir rechnen es uns zur Ehre an, daß wir in unserer Arbeit niemals uns wohlfeiler demagogischer Mittel bedienen. Wir haben es stets als unsere Aufgabe betrachtet, in unserer schweren Arbeit Nervosität nicht aufkommen zu lassen. Wir haben es nie als unsere Aufgabe angesehen, die kochende Volksseele vor der Oeffentlichkeit zu produzieren. Die Feierstunde, die wir mit mehr als zweitausend unserer Freunde erlebten, war eine Weihestunde, in der nicht bloß in jedem gesprochenen Wort, sondern auch in der ernsten Andacht und heiligen Begeisterung aller Zuhörer der entschiedene Wille znm Ausdruck kam, uns nicht die Schmach von Weimar, die unsere heiligsten Gefühle verletzt, gefallen zu lassen. Wir haben stets den Kampf um unser Recht als einen Kampf für das Recht und nicht für einen kleinen Teil der deutschen Staatsbürger geführt. Es handelt sich auch in Weimar um eine Verletzung wesentlichster staatsbürgerlicher Rechte, um den Schutz der Verfassung, die uns in Weimar gegeben ist. Unsere Verfassung verurteilt jeden Unterschied zwischen den deutschen Staatsbürgern. Mann oder Frau, Christ oder Jude haben nach unserer Verfassung gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Wir rufen die alte Tradition von Weimar, den Geist der Weimarer Nationalversammlunq, gegen das heutige Weimar auf. ES hat noch niemals ein Unrecht in der Weltgeschichte gegeben, das sich in seinen Wirrungen nur auf eine Minorität erstreckt und nicht seine anarchischen Wirkungen auf die Gesamtheit geäußert hat. Wir rufen alle deutschen Mitbürger auf, uns in unserem Kampfe uni die in der Verfassung verankerte Gleichberechtigung aller Deutschen nicht allein zu lassen. Wir" rufen sie auf, nicht bloß, weil es sich darum handelt, das Unrecht, das uns deutschen Juden zugefügt ist, abzuwehren, sondern weil auch dieser Kampf ein Kampf um das Recht ist, dem wir seit Jahrzehnten als gute Deutsche und gute Juden znm Wohle unseres Vaterlandes dienen. Das ist der Sinn unserer Kundgebung vom 17. Juni 1930. (Verhandlungsberichi über unsere Kundgebungen in 'Berlin und Eisenach auf den nächsten Seiten.) Unsere Protestkundgebung im Herrenhaus (Berlin) am 17. Juni. s; «5« \:33P~x~* Zwei weitere grosse Kundgebungen fanden zu gleicher Zeit im Bedistein-Saal und in der Philharmonie (Berlin) statt.